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Auf dieser Seite möchten wir in lockerer Folge über Pflanzen und Insekten berichten.

Die "Goldene Acht" ist der Schmetterling des Jahres 2017

Der BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen haben die "Goldene Acht" (Colias hyale) zum Schmetterling des Jahres 2017 gekürt, um auf den Rückgang des Falters aufmerksam zu machen. Seine Raupen ernähren sich von Luzerne und Klee und brauchen naturnahe blütenreiche Wiesen oder Weiden. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der "Goldenen Acht". Luzerne und Klee werden kaum noch als Gründünger oder Viehfutter angebaut. Stattdessen wird heute mit Gülle und Kunstdünger gedüngt, und Importsoja dient als Viehfutter. Das verändert auch die Welt der Falter zum Schlechten.
Bundesweit gilt der Schmetterling des Jahres 2017 noch als ungefährdet, in Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Bundesländern jedoch steht er bereits auf der Roten Liste als gefährdet.

Die Goldene Acht ist der Schmetterling des Jahres 2017 (Bild: H.Ziegler) Die Goldene Acht ist in Europa von Ostspanien bis Nordchina verbreitet. Da die Falter heiße Gebiete meiden, fehlen sie im Mittelmeerraum und in Südasien.
In Norddeutschland und den Niederlanden sind sie nicht jedes Jahr anzutreffen. In England und Südskandinavien wandern sie gelegentlich ein.
Die Goldene Acht ist der Schmetterling des Jahres 2017 Bild: H. Ziegler

Die Falter gehören innerhalb der Familie der Weißlinge zu der Unterfamilie der Gelblinge. Sie sind von Mai bis Oktober zu beobachten und ernähren sich als ausgewachsene Schmetterlinge von dem Nektar verschiedener Pflanzen, die gerade blühen. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite (hier im Bild wunderschön zu sehen), die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken. Im Gegensatz zu der Zwillingsart Hufeisenklee-Gelbling sind bei der "Goldenen Acht" die Vorderflügel am Ende meist etwas mehr zugespitzt. In der Regel sind diese beiden Arten nicht sicher zu unterscheiden, nur bei den Raupen gelingt das.

Die "Goldene Acht" ist in Mittel- und Osteuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet, fehlt aber im Mittelmeerraum. Als Wanderfalter legt sie nicht selten mehrere hundert Kilometer zurück und erreicht so auch Regionen, in denen der Falter normalerweise nicht vorkommt.

Die Weibchen legen etwa 90 spindelförmige gerippte Eier einzeln auf die Oberseite der Blätter der Raupennahrungspflanzen ab. Spindelförmiges und geripptes Ei der Goldenen Acht (Bild: W.Wagner)
Foto: W. Wagner Spindelförmiges und geripptes Ei der "Goldenen Acht"

Die Überwinterung erfolgt als halberwachsene Raupe. Über das Jahr bringt die "Goldene Acht" drei oder sogar vier Generationen hervor. Die Weibchen legen etwa 90 spindelförmige gerippte Eier einzeln auf die Oberseite der Blätter der Raupennahrungspflanzen ab. Häufig werden die Eier an eher kümmernden randständigen Pflanzen abgelegt. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Raupen. Die Raupen benötigen im Sommer etwa 3 Wochen bis zur Verpuppung als grüngelbe Gürtelpuppe. Das Puppenstadium dauert etwa eine Woche.

Raupe der Goldenen Acht (Bild: D.Bartsch) Die Raupen überwintern und verpuppen sich im darauffolgenden Frühjahr als grüngelbe Gürtelpuppe.
Raupe der "Goldenen Acht" Bild: D. Bartsch

Die Raupe der "Goldenen Acht" lebt an Kronwicke, verschiedenen Kleearten (Rot-Klee, Weiß-Klee, Stein-Klee, Hufeisenklee, Hopfenklee, Gewöhnlicher Hornklee), an verschiedenen Wickenarten (Rauhaarige Wicke, Viersamige Wicke, Vogel-Wicke) und Luzerne, an denen das Weibchen auch die Eier ablegt. Oft sitzt das Weibchen auf dem Boden und krümmt seinen Hinterleib nach vorn, um ein Ei auf die Blattoberseite einer kleinen, kümmerlichen Pflanze zu kleben.

Das Puppenstadium der "Goldenen Acht" dauert etwa eine Woche. Puppe der Goldenen Acht (Bild: W.Schön)
Bild: W. Schön Puppe der "Goldenen Acht"

Die erste Generation der Schmetterlinge besteht häufig nur aus wenigen Tieren, in den folgenden Vermehrungszyklen steigt die Anzahl der Tiere dann meist deutlich an. Dass der Falter auch unter vielen anderen Namen wie "Posthörnchen", "Weißklee-Gelbling" "Gelber Heufalter", "Gemeiner Heufalter" oder auch "Kleegelbling" bekannt ist, deutet darauf hin, dass die "Goldene Acht" früher sehr häufig vorkam.

Oben Raupe der Goldenen Acht unten Raupe des Hufeisenklee-Gelblings (Bild: W.Schön) Schwer zu unterscheiden ist die "Goldene Acht" als ausgewachsener Schmetterling von dem nahe verwandten Hufeisenklee-Gelbling.
Die beiden gelten als Zwillingsarten.
Oben "Goldene Acht" unten Hufeisenklee-Gelbling Bild: W. Schön

Nur bei den älteren Raupen gelingt es, die "Goldene Acht" zweifelsfrei zu identifizieren. Während die Raupen des Hufeisenklee-Gelblings (Bild unten) vier auffällige gelbe Längslinien mit schwarzen Flecken haben, sind bei den Raupen der "Goldenen Acht" nur zwei dünne gelbliche Seitenlinien erkennbar.

Bundesweit gilt der Schmetterling des Jahres 2017 noch als ungefährdet, in Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Bundesländern jedoch steht er bereits auf der Roten Liste als gefährdet.


Vielen Dank an Dr. Jochen Behrmann vom BUND NRW Naturschutzstiftung für die Bereitschaft den Pressetext, sowie Bilder von H.Ziegler, W.Wagner, D.Bartsch und W.Schön zur Verfügung zu stellen. Wer die Arbeit zum Schutz der Schmetterlinge unterstützen möchte, der kann online spenden, unter: www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/spende.htm


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Die schönsten Pflanzen- und Tieraufnahmen aus dem Raum Röttingen
wurden uns freundlicherweise von Werner Scheckenbach aus Röttingen zur Verfügung gestellt.



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- letzte Aktualisierung: Dienstag, 06. Februar 2018 -
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