HW4
Greifvögel
Streuobst
Biotoppflege
Ornithologie
Insekten
Sie sind hier: Insekten > Giftpflanze des Jahres

 

Die Giftpflanzen des Jahres seit 2005

Der Botanische Sondergarten Wandsbek wird erstmals im Jahre 2005 die Giftpflanze des Jahres präsentieren. Pflanzen, die eine schädliche Wirkung auf den menschlichen oder tierischen Körper haben, lösen bei vielen Menschen große Unsicherheit aus. Ziel der Aktion ist, Giftpflanzen nicht zu verbannen, sondern mit einem wachen Auge kennen zu lernen.

Jahr Giftpflanze wissenschaftlicher Name
2005 Der Eisenhut Aconitum napellus
2006 Das Pfaffenhütchen Euonymus europaeus
2007 Der Fingerhut Digitalis purpurea
2008 Die Herkulesstaude Heracleum mantegazzianum
2009 Die Tabakpflanze Nicotiana ssp.
2010 Die Herbstzeitlose Colchicum autumnale
2011 Die Eibe Taxus baccata
2012 Der Goldregen Laburnum anagyroides
2013 Die Lorbeerkirsche Prunus laurocerasus
2014 Das Maiglöckchen Convallaria majalis
2015 Der Rittersporn Delphinium sp.
2016 Kalifornischer Mohn Eschscholzia californica
2017 Tränendes Herz Lamprocapnos spectabilis
2018 Die Rizinus-Pflanze Ricinus communis

Die Giftpflanze des Jahres 2018 ist die "Rizinus-Pflanze"

Über die Giftpflanze des Jahres 2018:

Die Rizinus-Pflanze, oder auch Wunderbaum, Christuspalme, Palma Christi und Castorpflanze genannt, wurde zur Giftpflanze des Jahres 2018 gewählt. Der dekorative Halbstrauch wird in Deutschland einjährig gezogen und in Parkanlagen und großen Gärten als Zierpflanze eingesetzt. Er ist leicht an seinen großen gefingerten Blättern und seiner Größe (bis zu 2 Meter hoch und breit) zu erkennen.


Die Giftpflanze des Jahres 2018 - die Rizinus-Pflanze (Bild: Helge Masch) Er ist ein echter Hingucker: der Rizinus (Ricinus communis). Wegen seiner dekorativen handförmigen Blätter und der weichstacheligen roten Kapselfrüchte setzt man ihn gerne als Zierpflanze in Parks und Gärten ein. ...
Die Giftpflanze des Jahres 2018 - die Rizinus-Pflanze Bild: Helge Masch


... Was für eine tödliche Gefahr diese Pracht birgt, ist jedoch nicht genug bekannt: Rizinus-Samen enthalten das äußerst giftige Ricin. Schon der Hautkontakt mit den auffällig marmorierten Samen kann riskant sein.

Rizinus-Öl wird aus den Saatkörnern der schnellwüchsigen Pflanze gewonnen. Es kommt als Arzneimittel, Schmierstoff, Brennmaterial, als Rohstoff für Linoleumböden, in der Lack- und Farbstoffherstellung und in Kosmetikartikeln (Grundstoff für Lippenstifte und Shampoo) zum Einsatz. Das stickstoffhaltige Rizinus-Schrot findet man in organischen Düngemitteln wieder.


Der Rizinus stammt wahrscheinlich aus Nordostafrika und Indien. Er ist unkrautartig in den Tropen und Subtropen verbreitet. ACHTUNG: Rizinus gehört zu den stark giftigen Pflanzen (Bild: Helge Masch)
Bild: Helge Masch Rizinus gehört zu den sehr stark giftigen Pflanzen.


Rizinus gehört zu den sehr stark giftigen Pflanzen. Eine Rizin-Vergiftung zeigt Symptome wie z.B. hohes Fieber, Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen. Unbehandelt tritt der Tod nach ca. 48 Stunden nach der Vergiftung ein.

Vorsicht, wenn die Samen reifen!

Der Rizinus stammt wahrscheinlich aus Nordostafrika und Indien. Er ist unkrautartig in den Tropen und Subtropen verbreitet. Dort erreicht das baumartige Gewächs Höhen von bis zu 13 Metern. Bei uns wird der Rizinus häufig als einjährige Zierpflanze kultiviert. Innerhalb weniger Monate kann er sich aus dem Samen zu einem bis zu drei Meter hohen Gewächs entwickeln. Wegen seines schnellen Wachstums trägt er auch den Namen "Wunderbaum". Wer kleine Kinder hat, sollte aber bei diesem Wolfsmilchgewächs (Euphorbiaceae) besonders vorsichtig sein, insbesondere wenn die Samen reifen. Am besten entfernt man die Fruchtstände bereits vor der Samenreife.

Ricin: höchste Giftkategorie

Rizinus-Samen sind ca. ein bis zwei Zentimeter lang, glänzend und auffällig marmoriert. Sie sehen ein wenig aus wie übergroße, vollgesaugte Zecken. So kam die Pflanze auch zu ihrem Namen, denn das lateinische Wort "ricinus" steht für "Zecke". Die Rizinus-Samen haben es in sich: Neben dem giftigen Alkaloid Ricinin enthalten sie das hochtoxische Ricin. Dieses Lektin - ein Protein - gehört zu den giftigsten Substanzen überhaupt. Es wird in die höchste Giftkategorie (Klasse a: äußerst giftig) eingeordnet. Das Tückische: Die Samen sehen nicht nur verlockend aus, sie haben angeblich auch einen angenehmen, haselnussartigen Geschmack. Der Verzehr von nur fünf bis sechs Samen ist für ein Kind bereits tödlich. Zehn bis 20 Samen töten einen Erwachsenen.

Rizinus-Samen enthalten das hochtoxische Ricin (Bild: Helge Masch) Erste Hilfe:

Bei dem geringsten Verdacht einer Vergiftung sollte man sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.
Rizinus-Samen enthalten das hochtoxische Ricin Bild: Helge Masch


Symptome erst nach Stunden!

Die Vergiftungssymptome machen sich erst nach mehreren Stunden bemerkbar: Übelkeit, blutiger Durchfall, Erbrechen, gefolgt von Leber- und Nierenschäden. Unbehandelt tritt der Tod nach ca. 48 Stunden durch Herz- oder Kreislaufversagen ein. Aber nicht nur der Verzehr der Samen ist gefährlich. Es gibt Berichte über die Giftwirkung exotischer Schmuckketten, die unter anderem die dekorativen Rizinus-Samen enthalten. Da die Samenschale zum Auffädeln auf die Halskette durchbohrt werden muss, könne die Toxine auf die Haut gelangen und resorbiert werden. Der häufige Kontakt mit den Samen kann außerdem allergische Reaktionen auslösen.

Nützliche Hilfe!

Beim geringsten Verdacht einer Vergiftung sollte man sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben bzw. den Notarzt rufen. Das gilt natürlich auch für andere Vergiftungsursachen.

Tipp: Hilfreiche Informationen zu Vergiftungsfällen bei Kindern bietet eine kostenlose SMARTPHONE-APP des Bundesinstituts für Risikobewertung: Direkt aus der APP ist ein Anruf bei einem Giftinformationszentrum (GIZ) möglich. Wenn die Ortungsfunktion des Smartphones aktiviert ist, wird automatisch eine Verbindung zum zuständigen GIZ eines Bundeslandes hergestellt.


Name
Rizinus: Gattung, lateinisch für "Zecke" (Ähnlichkeit des Samens)

communis: Art = allgemein, öffentlich, üblich
Hilfe bietet auch eine kostenlose SMARTPHONE-APP (Bild: Helge Masch)
Bild: Helge Masch Hilfe bietet auch eine kostenlose SMARTPHONE-APP


Rizinusöl - giftfreies Laxans!

Obwohl die Rizinus-Samen derart giftig sind, kann aus ihnen giftfreies Öl gewonnen werden. Dank Kaltpressung und anschließender Wasserdampfbehandlung enthält das laxierend wirkende Samenöl kein Ricin. Für die abführende Wirkung ist die Fettsäure Ricinolsäure verantwortlich. Rizinusöl hat zudem für technische Zwecke eine großen Vorteil: Es behält eine gleichbleibende Viskosität und zwar weitgehend temperaturunabhängig. Rizinusöl ist daher als Schmieröl geeignet, zum Beispiel für Flugzeuge und Schiffe.

Internationale Volksnamen
English Castor plant englisch
Francais Ricin französisch
Italiano Ricino; Palma Christi italienisch
Nederlands Wonderboom holländisch
Portugues Ricinus portugiesisch
Svenska Ricin schwedisch



Schon sehr lange bekannt - Ricinus communis (Bild: Helge Masch) Die erste Erwähnung, der Rizinus-Pflanze, fand der Strauch in Dokumenten der ägyptischen Heilkunde, da das aus ihm gewonnen Öl unter anderem als Abführmittel und für kosmetische Zwecke genutzt wurde.
Schon lange bekannt - Ricinus communis Bild: Helge Masch


Abstimmungsergebnis
1. Platz Rizinus Rizinus communis 1.369 Stimmen 24,7 %
2. Platz Akelei Aquilegia vulgaris 1.143 Stimmen 20,6 %
3. Platz Seidelbast Daphne mezereum 1.099 Stimmen 19,8 %
4. Platz Liebesblume Agapanthus sp. 1.040 Stimmen 18,8 %
5. Platz Tomate Solanum esculentum     891 Stimmen 16,1 %


Vielen Dank an Herrn Helge Masch, vom Bezirksamt Wandsbek - Botanischer Sondergarten Wandsbek - für die Übermittlung des Pressetextes und eigener Aufnahmen von der "Rizinus-Pflanze".

Möchten Sie mehr wissen: www.botanischer-sondergarten.hamburg.de


zurück




- letzte Aktualisierung: Sonntag, 01. Juli 2018 -
Unsere Seiten sind optimiert für Internet Explorer 8.0 und Firefox 3.6 bei einer Auflösung von 1024x768 Pixel
© Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt 2018