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Die Gemüse / Kulturpflanzen des Jahres seit 1999
Eine Aktion des Vereins zur Erhaltung der Nutzenpflanzenvielfalt (VEN)
Durchgeführt seit dem Jahre 1999:

Jahr Gemüse wissenschaftlicher Name
1999 Puffbohne Vicia faba
2000 Gartenmelde Atriplex hortensis
2001

Tomate

Lycopersicon esculentum
2002 Flaschenkürbis, Kalebasse Lagenaria siceraria
2003 Kartoffel Solanum tuberosum
2004 Körnerbohne
Da die Nutzung der Kerne der Bohnensorten weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
Gattung: Phaseolus
2005 Zichorie Cichorium intybus
2006 Kopfkohl Brassica oleracea
2007 / 2008 Gartensalat  
2009 / 2010 Erbse  
2011 / 2012 Pastinake Pastinaca sativa
2013 / 2014 Lauch und Zwiebeln Allium
2015 / 2016 Chili und Paprika Capsicum
2017 / 2018 Steckrübe Brassica napus ssp. napobrassica
2019 / 2020 Gurke Cucumis sativus L.

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN) hat die Gurke (Cucumis Sativus L. zum "Gemüse der Jahres 2019 / 2020" gekürt.


Die Gurke (botanisch: Cucumis sativus L.) ist heute ein nahezu weltweit beliebtes Gemüse, wobei bei uns neben den Einlegegurken die gleichförmigen, zarten Schlangengurken aus dem Gewächshaus im Vordergrund stehen. Doch abseits davon findet sich noch eine durchaus beachtliche Vielfalt an Formen und Farben. So gibt es auch nahezu weiße Gurken und nach dem Farbumschlag zur Samenreife herrschen Gelb- und Brauntöne vor. Neben den länglichen und walzenförmigen Typen gibt es auch keulenförmige, sowie sehr kurze und kugelige Formen.


Die ganze Gurkenvielfalt - Gemüse des Jahres 2019 / 2020 (Bild: Michael Stork / VEN e.V.) Die Gurke, auch als Kukumer und Gartengurke bezeichnet, ist eine Art der Gattung Gurken (Cucumis) aus der Familie der Kürbisgewächse. Sie gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Gemüsearten.
Die ganze Gurkenvielfalt - Gemüse des Jahres 2019 / 2020 Bild: Michael Stork / VEN e.V.


Ursprünglich stammt die Gurke aus Nordindien, wo sie vor etwa 3.500 Jahren aus ihrer extrem bitteren und kleinfrüchtigen Wildform domestiziert worden ist. Ihren Weg nach Europa fand sie allerdings erst in der Spätantike, bzw. im frühen Mittelalter, wobei Osteuropa schon früh ein Verbreitungsschwerpunkt gewesen ist. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert ist die Gurke in ganz Mitteleuropa bekannt.


Ordnung Familie Gattung Art
Kürbisartige Kürbisgewächse Gurken Gurke


Die modernen Schlangengurken wurden allerdings erst mit der Verbreitung von Gewächshäusern seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet. Hier stehen heute kernlose Hybridsorten im Vordergrund, die für eine Weitervermehrung nicht verwendet werden können. Die alten Sorten sind dagegen samenecht und können im Prinzip immer weiter vermehrt werden.

Auf gutem Boden (Gurken lieben Humus) und bei ausreichender und gleichmäßiger Bewässerung ist der Anbau der unempfindlicheren Freilandsorten unkompliziert und in fast jedem Garten möglich. Auch an der Sortenerhaltung kann man sich damit relativ einfach beteiligen, sofern man genug Platz für mehrere Pflanzen hat und in der Nachbarschaft keine fremden Sorten kultiviert werden.


Gurke leitet sich her aus dem altpolnischen 'ogurek'. Dieses wurde bereits im frühen Mittelalter aus den slawischen Sprachen übernommen, auch vom mittelgiechischen 'angourion' "Gurke".
Im Deutschen ist Gurke seit dem 16.Jahrhundert belegt, was zunächst auch eine Melone bezeichnete.
Gurkenernte - Gurken lieben Humus (Bild: Alexander Artmann / VEN e.V.)
Bild: Alexander Artmann / VEN e.V. Gurkenernte - Gurken lieben Humus


Die vermutliche Wildform der Gurke, die Varietät hardwickii, ist in Indien beheimatet. Die Kulturformen werden heute weltweit angebaut und sind gelegentlich auch verwildert. Die Gurke ist der kältetoleranteste kultivierte Vertreter der Kürbisgewächse und kann auch noch in Nordeuropa angebaut werden.


Weltweit wurden 2017 83.753.861 t Gurken produziert. Der größte Gurkenproduzent ist die Volksrepublik China mit 64.824.643 t (Stand: 2017) Das sind über 77% der Welternte.
Danach folgen im Ranking:
Iran mit 1.981.130 t
Russland mit 1.940.010 t
Deutschland folgt in diesem Ranking auf Platz 19 mit 256.689 t.
Österreich auf Platz 58 mit 46.581 t.
Die Schweiz auf Platz 81 mit 14.394 t.


Verwilderte Vorkommen sind in Mitteleuropa auf frische, nährstoffreiche Standorte mit lockeren Böden in der kollinen Höhenstufe beschränkt. In Österreich ist sie selten verwildert. Im Burgenland, in Kärnten, Salzburg und Vorarlberg ist sie zu finden.

Der VEN möchte anregen, sich mit diesem vielfältigen Gemüse in Garten und Küche zu beschäftigen. Im Jahr 2019 sind eine Reihe von Projekten und Aktivitäten im VEN geplant, z.B. ein Sichtungsanbau diverser Gurkensorten in Wiesbaden und in Zusammenarbeit mit dem Tropengewächshaus der Universität Kassel (Witzenhausen) ein Thementag rund um die Gurke. Auch wird eine umfangreiche Rezeptsammlung erstellt, die auf der Homepage des VEN (www.nutzpflanzenvielfalt.de) zusammen mit weiteren Informationen zur Kulturgeschichte und zum Anbau der Gurke zu finden sein wird.

Durch sein Erhalternetzwerk setzt sich der VEN aktiv für die Erhaltung alter Sorten ein. Die Saatgutliste ist im Internet einsehbar und auch in gedruckter Form erhältlich.

Vielen Dank an Herrn Alexander Artmann, vom AG Gemüse des Jahres im VEN für die Übersendung des Pressetextes, sowie eines seiner Bilder und ein Bild von Herrn Michael Stork.

Literaturhinweise auch wikipedia


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- letzte Aktualisierung: Samstag, 22. Juni 2019 -
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