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Die Kakteen des Jahres seit 2008

Seit 2008 wird der Kaktus des Jahres ausgelobt. Eine Aktion der Deutschen Kakteen-Gesellschaft e.V. Pforzheim.
Es gibt nicht nur einen Vogel des Jahres, ein Unwort des Jahres oder einen Truck des Jahres, es gibt auch einen Kaktus des Jahres. Jedes Jahr verleiht die Deutsche Kakteen-Gesellschaft diesen Titel einem Kaktus, der allgemein bekannt ist, pflegeleicht und bestens dafür geeignet, das Hobby "Kakteensammeln" zu repräsentieren.

Jahr Deutscher Name wissenschaftlicher Name
2008 Goldkugelkaktus "Schwiegermuttersitz" Echinocactus grusonii
2009

Königin der Nacht

Selenicereus grandiflorus
2010

"Bauernkaktus"

Echinopsis eyriesii
2011 Der "Blattkaktus" Epicactus
2012 Der Seeigelkaktus Astrophytum asterias
2013 Silberkerzenkaktus Cleistocactus strausii
2014 Weihnachtskaktus Schlumbergera truncata
2015 Der Muttertagskaktus Mammillaria zeilmanniana
2016   Discocactus horstii
2017   Carnegiea gigantea

Carnegiea gigantea ist zum Kaktus des Jahres 2017 gekürt worden.

 
Carnegiea gigantea - ist der Kaktus des Jahres 2017 (Bild: Klaus Kleszewski) Carnegiea gigantea ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Carnegiea in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae).
Carnegiea gigantea ist der Kaktus des Jahres 2017 Bild: Klaus Kleszewski


Was ist die Charakterpflanze der Sonora-Wüste? Kennen Sie den Western Kaktus? Seine Blüte ist die offzielle Staatsblume von Arizona und seine stattliche Silhouette seit Jahrzehnten das Wahrzeichen der Deutschen Kakteengesellschaft. Carnegiea gigantea, volkstümlich auch Saguaro oder Sahuaro genannt.


Der botanische Name ehrt den US-amerikanischen Industriellen und Philantrophen Andrew Carnegie. Das Artepitheton verweist auf die riesige Wuchshöhe dieser Art. Großer Bestand von Carnegiea gigantea (Bild: Klaus Kleszewski)
Bild: Klaus Kleszewski Großer Bestand von Carnegiea gigantea


Die Art wurde etwa 50 Jahre vor der Gründung der DKG entdeckt und als Cereus giganteus beschrieben. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Gesellschaft wird Carnegiea gigantea nun zum Kaktus des Jahres 2017 gekürt.


Volkstümlich wird Carnegiea gigantea auch Saguaro oder Sahuaro genannt (Bild: Klaus Kleszewski) Carnegiea gigantea sind sehr große, säulenförmige Stammsukkulenten mit einem sehr flachen Wurzelsystem und wenigen, erst in hohem Alter gebildeten Zweigen. Die Hauptsprosse werden etwa 12 bis 15 m (teilweise bis zu 20 m) groß und 30 bis 70 cm dick.
Volkstümlich wird Carnegiea gigantea auch Saguaro oder Sahuaro genannt Bild: Klaus Kleszewski


Die Pflanzen kommen in den Vereinigten Staaten in Arizona, im südlichen Kalifornien westlich des Colorado River und im mexikanischen Bundesstaat Sonora in Höhenlagen von 180 bis 1350 Metern vor. Besonders große Bestände stehen in Arizona nahe Tucson und im Saguaro Nationalpark.


Das Verbreitungsgebiet von Carnegiea gigantea ist einerseits von zu großer Trockenheit, andererseits von Frost begrenzt, wie er in höheren Lagen der Sonora-Wüste vorkommt, von den Pflanzen aber nur in geringem Maße und nur kurzfristig vertragen wird. Carnegiea gigantea - diese Kakteen können über 200 Jahre alt werden (Bild: Klaus Kleszewski)
Bild: Klaus Kleszewski Carnegiea gigantea können über 200 Jahre alt werden


Das Verbreitungsgebiet in der Sonora-Wüste ist einerseits durch Trockenheit und andererseits durch Frost begrenzt. Der ist in höheren Lagen nicht selten und wird von den Pflanzen schlecht vertragen. Die dicht unter der Erdoberfläche verlaufenden Wurzeln können auch kleinste Niederschlagsmengen schnell aufnehmen, eine tiefe Pfahlwurzel verleiht Stabilität.


Hier ist eine Jungpflanze von Carnegiea gigantea zu sehen (Bild: Klaus Kleszewski) In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt
Eine Jungpflanze von Carnegiea gigantea Bild: Klaus Kleszewski


Der Kaktus ist in seiner Heimat aber nicht nur fest im Boden verankert sondern auch tief mit Tradition und Kultur verwurzelt. Seine Früchte dienten den Ureinwohnern der Sonora Wüste als Nahrungsquelle und zur Weinbereitung, das Holz abgestorbener Pflanzen als Baumaterial.


Blühfähig wird Carnegiea gigantea mit etwa 50-75 Jahren und 3-4 m Höhe, die ersten Zweige erscheinen im Alter von 65 Jahren in etwa 6 m Höhe. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juni kurz vor Beginn der Regenzeit (Bild: Klaus Kleszewski)
Bild: Klaus Kleszewski Blüten von Carnegiea gigantea


Die Blütezeit von Mai bis Juni liegt kurz vor dem Beginn der Sommerregenzeit. Bestäuber sind Insekten, die Blütenfledermaus und verschiedene Vogelarten. Die 6 - 9 cm großen Früchte enthalten rotes saftiges Fruchtfleisch, in dem bis zu 2000 Samenkörner eingebettet sind.


Knospen von Carnegiea gigantea (Bild: Klaus Kleszewski) Die Blütezeit an den Standorten der Pflanzen ist Mai bis Juni, kurz vor der Regenzeit. Die Blüten öffnen sich etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang und bleiben dann bis zum Mittag des nächsten Tages geöffnet.
Knospen von Carnegiea gigantea Bild: Klaus Kleszewski


Die Bestäuber sind neben einigen Insekten die Blütenfledermaus und Vögel wie die Weißflügeltaube (Zenaida asiatica), Kolibris, wie Veilchenkopfelfe (Calypte costae) oder der Schwarzkinnkolibri (Archilochus alexandri), die Trupiale (Icterus) - sind eine artenreiche Vogelgattung in der Familie der Stärlinge. Diese Gattung umfasst über 30 Arten - die Spechte (Melanerpes uropygialis) - Gilaspecht das ist eine Spechtart aus der Gattung Melanerpes innerhalb der Unterfamilie der Echten Spechte. Dieser ruffreudige, mittelgroße Specht ist eine Charaktervogelart der südwestlichen USA sowie des nördlichen und zentralen Mexikos. Typisches Habitat des Gilaspechtes sind Saguaro-Wälder  - Colaptes chrysoides - Wüstengoldspecht ist eine Art aus der Familie der Echten Spechte und der Gattung der Goldspechte. Dieser Specht bewohnt die Sonorawüste im Südwesten der USA und den Nordwesten Mexikos sowie die Halbinsel Niederkalifornien, außer deren nordwestlichen Region. Er baut typischerweise seine Bruthöhle in Carnegiea gigantea-Kakteen. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Ameisen und anderen Insekten. Ebenso sind Beutelmeise und Karmingimpel hier anzutreffen.


Die gefährlichste Zeit der Pflanzen ist ihre Jugend, in der sie extrem langsam wachsen und von Amerikanischen Buschratten, Dickhornschafen und Eselhasen an- und weggefressen werden Spechte bauen ihre Bruthöhlen in Carnegiea gigantea (Bild: Klaus Kleszewski)
Bild: Klaus Kleszewski Specht an seiner Bruthöhle an einem Carnegiea gigantea


Die schon als Bestäuber erwähnten Spechte bauen in einigen Metern Höhe ihre Bruthöhlen in die Stämme. Die großen Kakteen dienen auch Greifvögeln wie Falken als Ansitze zur Jagd und in Ermangelung von Bäumen als einzige Gelegenheit, geschützte Horste zu bauen.


Carnegiea gigantea dient auch großen Greifvögeln als Ansitze (Bild: Klaus Kleszewski) Carnegiea gigantea kann an den natürlichen Standorten über 200 Jahre alt werden. Seine gefährlichste Zeit ist in seiner Jugend, wo diese Kaktee nur sehr langsam heranwächst.
Dienen auch Greifvögeln als Ansitze zur Jagd Bild: Klaus Kleszewski


Zehnjährige Pflanzen sind in der Natur nur etwa 4 cm groß. Blühfähig wird Carnegiea gigantea erst mit etwa 50 - 75 Jahren und 3 - 4 Meter Höhe, die ersten Seitenarme bilden sich in einem Alter von etwa 65 Jahren in etwa 6 Metern Höhe.
Obwohl die Art reichlich Samen bildet sind die Bestände in der Natur gefährdet. Eine bakterielle Krankheit verursacht durch Erwinia carnigieana hat zwischen 1942 und 1961 rund 30% der Bestände vernichtet.


Eine Verbänderung oder Fasziation ist eine in der Regel seltene und ungewöhnliche Wuchsform von Pflanzen, wie hier auch an dieser Carnegiea gigantea zu bestaunen ist. Diese faszinierenden Pflanzen nennt man meist Kammformen oder Cristaten. Faszinierende Wuchsform einer Carnegiea gigantea (Bild: Klaus Kleszewski)
Bild: Klaus Kleszewski Eine Cristate von einer Carnegiea gigantea

 
Kakteenfans sind in der Deutschen Kakteen-Gesellschaft (DKG) mit 5.000 Mitgliedern und 100 Ortsgruppen organisiert. In den Ortsgruppen trifft man sich zum Erfahrungsaustausch, zu Vorträgen rund um die Flora und zum geselligen Beisammensein. Gäste sind dort herzlich willkommen. Ein Verzeichnis der Ortsgruppen ist zu finden unter b> www.dkg.eu

Vielen Dank an Herrn Cay Kruse von der Deutschen Kakteengesellschaft für die Erlaubnis den Pressetext sowie die Bilder von Herrn Klaus Kleszewski zeigen zu dürfen.


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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 01. Juli 2018 -
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