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Die Kakteen des Jahres seit 2008

Seit 2008 wird der Kaktus des Jahres ausgelobt. Eine Aktion der Deutschen Kakteen-Gesellschaft e.V. Pforzheim.
Es gibt nicht nur einen Vogel des Jahres, ein Unwort des Jahres oder einen Truck des Jahres, es gibt auch einen Kaktus des Jahres. Jedes Jahr verleiht die Deutsche Kakteen-Gesellschaft diesen Titel einem Kaktus, der allgemein bekannt ist, pflegeleicht und bestens dafür geeignet, das Hobby "Kakteensammeln" zu repräsentieren.

Jahr Deutscher Name wissenschaftlicher Name
2008 Goldkugelkaktus "Schwiegermuttersitz" Echinocactus grusonii
2009

Königin der Nacht

Selenicereus grandiflorus
2010

"Bauernkaktus"

Echinopsis eyriesii
2011  "Blattkaktus" Epicactus
2012  Seeigelkaktus Astrophytum asterias
2013 Silberkerzenkaktus Cleistocactus strausii
2014 Weihnachtskaktus Schlumbergera truncata
2015  Muttertagskaktus Mammillaria zeilmanniana
2016   Discocactus horstii
2017   Carnegiea gigantea
2018 Erdnusskaktus Echinopsis chamaecereus

Der Erdnusskaktus ist zum Kaktus des Jahres 2018 gekürt worden.

 
Die Kakteen-Gesellschaft aus Deutschland und der Schweiz haben als stacheliges Aushängeschild für das Jahr 2018 gemeinschaftlich den aus Amerika stammenden Erdnusskaktus (Echinopsis chamaecereus) zum Kaktus des Jahres 2018 gekürt.



Der Erdnusskaktus ist der Kaktus des Jahres 2018 (Bild: Adrian Lüthy) Seinen ursprünglichen Namen erhielt der Kaktus des Jahres 2018 in seiner amerikanischen Heimat, aufgrund seiner Triebe, deren Form und Dornenmuster an ein Bündel frisch geernteter Erdnüsse erinnern.
Der Erdnusskaktus ist der Kaktus des Jahres 2018 Bild: Adrian  Lüthy



Der "Peanut Cactus" ist aber kein US-Bürger, sondern kommt aus dem Nordwesten Argentiniens, wo ihn der Entomologe Philippo Silvestri vor über einem Jahrhundert entdeckte.

Ihm zu Ehren erhielt der Erdnusskaktus zunächst den botanischen Namen Cereus silvestrii beziehungsweise etwas später Chamaecereus silvestrii, was so viel wie Silvestris Zwergsäulenkaktus heißt. Inzwischen ist die "kleine Kaktusart, rasenförmig wachsend mit schlanken Zweigen und roten Blüten", wie der Botaniker Carlos Spegazzini den neu entdeckten Kaktus beschrieb, als Echinopsis chamaecereus bekannt.



Was seine genaue Herkunft angeht, gibt sich der Erdnusskaktus geheimnisvoll. Bekannt von seiner Entdeckung ist heute lediglich noch, dass Silvestri die Kakteenart in einer "weitläufigen, schwer zugänglichen Gegend" gefunden hat. Wo genau seine Herkunft liegt ist nicht mehr bekannt (Bild: Adrian Lüthy)
Bild: Adrian Lüthy Wo genau seine Heimat liegt, ist verlorengegangen



Wenn die letzten Erdnüsse des Winters geknackt und gegessen sind, beginnt die Saison des Erdnusskaktus. Wenn sich die Pflanzen im Frühling mit Wasser füllen und zu wachsen beginnen, leuchtet der Namen sofort ein: Die Form und das Dornenmuster der Triebe erinnert tatsächlich an ein Bündel frisch geernteter Erdnüsse. Der Name kommt aus dem Amerikanischen, wo der Peanut Cactus schon seit langem ein Begriff ist. Auch die Pflanze selber kommt aus Amerika und zwar aus der nordwestlichen Ecke von Argentinien. Dort entdeckte der italienische Entomologe Philippo Silvestri vor über hundert Jahren den Erdnusskaktus und grub ein paar Pflanzen aus. Ein befreundeter Botaniker, Carlos Spegazzini, beschrieb 1905 den Erdnusskaktus als "eine kleine Kaktusart, rasenförmig wachsend mit schlanken Zweigen und roten Blüten" und gabe der Pflanze zu Ehren des Entdeckers den Namen "Cereus silvestrii". Später wurde daraus "Chamaecereus silvestrii", Silvestris Zwergsäulenkaktus und heute heißt die Art "Echinopsis chamaecereus".



Eine kleine Kaktusart mit schlanken Zweigen und roten Blüten, so beschrieb ihn der Botaniker Spegazzini (Bild: Bruno Kindler) Nichtsdestotrotz hat der Erdnusskaktus seit seinem Fund eine wahren "Siegeszug" quer über den gesamten Globus angetreten. Er ist pflegeleicht, wächst rasch und bildet großzügig Sprossen.
Eine kleine Kaktusart mit schlanken Zweigen und roten Blüten, so der Botaniker Spegazzini Bild: Bruno Kindler



Das Wissen, wo genau die Heimat dieses Kaktus liegt, ist dabei sehr bald verlorengegangen. Die Beschreibung des Fundortes ist zu unbestimmt und die Stelle liegt in einer weitläufigen, schwer zugänglichen Gegend. Es wurde zwar durchaus versucht, die Pflanzen in der Natur wiederzufinden, aber leider bis heute erfolglos.


In puncto Standort stellt der Erdnusskaktus ebenfalls keine allzu großen Ansprüche. Zwar bevorzugt er Sonne, verträgt aber auch Halbschatten und im Winter sogar leichte Minusgrade. Überwintert der Kaktus kühl und trocken zeigt er im Frühjahr seine ganze Farbenpracht (Bild: Bruno Kindler)
Bild: Bruno Kindler Überwintert der Kaktus an einem kühlen Ort, zeigt er im Frühjahr kräftige Farben



Es gibt aus diesem Grund auch keine Fotos, die den Erdnusskaktus in seiner natürlichen Umgebung zeigen. Alle verfügbaren Aufnahmen des Erdnusskaktus stammen von Kulturpflanzen. Ob und welche der Erdnusskakteen von heute noch der ursprünglichen Wildform entsprechen, kann niemand mit Sicherheit sagen, denn die Vermehrung der Originalpflanzen wurde lange Zeit nicht dokumentiert.


Neben den ursprünglich roten Farben kommen heute auch andere Farbnuancen vor (Bild: Jaroslav Prochazka) Überwintert der Kaktus an einem kühlen und trockenen Ort, zeigt er im folgenden Frühjahr Blüten in kräftigen Farben, die sich in Schüben bis in den Herbst hinein erneuern. Unkompliziert ist außerdem die Aussaat von Samen.
Neben den ursprünglich roten kommen heute auch andere Blütenfarben vor Bild: Jaroslav Prochazka



Dass aus dieser ersten Aufsammlung von Wildpflanzen vor über 100 Jahren ohne weitere Entnahme aus der Natur bis heute Erdnusskakteen überlebt haben, ist eigentlich ein kleines Wunder. Das noch größere Wunder ist, dass er nicht nur überlebt, sondern millionenfach auf der ganzen Welt verbreitet wurde, sei es in der Obhut seiner Pfleger oder ausgewildert, wie z.B. in der südlichen Schweiz.


Neben den ursprünglich roten Blüten, kommen heute durch Einkreuzen anderer Blütenfarben mit Ausnahme von Blau, Grün und Schwarz fast sämtliche Nuancen vor - in Abstufungen von zart pastellig bis satt oder sogar grell. Selbst Erdnusskakteen mit zweifarbigen, geflammten oder gestreiften Blüten sind seit wenigen Jahren zu finden. Der Erdnusskaktus - millionenfach weltweit verbreitet (Bild: Adrian Lüthy)
Bild: Adrian Lüthy Erdnusskaktus - millionenfach weltweit verbreitet



Es sind seine überragenden Eigenschaften, die den Erdnusskaktus zu dieser Weltreise befähigt haben: Er ist bei regelmäßiger Wasser- und Düngergabe pflegeleicht, wächst rasch und sprosst großzügig. Die Sprosse lassen sich leicht ablösen und neu bewurzeln. Der Erdnusskaktus ist auch nicht heikel, was die Aufstellung betrifft: Er hat zwar gerne Sonne, ist aber auch im Halbschatten zufrieden und erträgt im Winter sogar leiche Minusgrade. Nach einem kühlen und trockenen Winterstand blüht er im Frühling in kräftigen Farben und in Schüben weiter bis in den Herbst hinein. Auch die Aussaat von Samen gelingt leicht.


Rotorange, gelbe und violette Blütenfarben sind die Klassiker (Bild: Jaroslav Prochazka) Bei all diesen Vorzügen kamen Kakteenliebhaber schon früh auf die Idee, andere Blütenfarben einzukreuzen. Rotorange, Gelb und Violett als Blütenfarbe sind schon seit Jahrzehnten Klassiker.
Rotorange, gelbe und violette Blütenfarben sind die Klassiker Bild: Jaroslav Prochazka


Inzwischen gibt es außer Blau, Grün und Schwarz fast jede Farbnuance, von zartem Pastell bis grellem Neonpink. Seit wenigen Jahren gibt es auch Erdnusskakteen mit zweifarbigen, geflammten oder gestreiften Blüten, ein Ende der Vielfalt ist nicht abzusehen! Diese Züchtungen wiederum werden weitergereicht und finden neue Liebhaber rund um den Erdball. Und so ist die Weltreise des Erdnusskaktus noch lange nicht zu Ende!

 
Kakteenfans sind in der Deutschen Kakteen-Gesellschaft (DKG) mit 5.000 Mitgliedern und 100 Ortsgruppen organisiert. In den Ortsgruppen trifft man sich zum Erfahrungsaustausch, zu Vorträgen rund um die Flora und zum geselligen Beisammensein. Gäste sind dort herzlich willkommen. Ein Verzeichnis der Ortsgruppen ist zu finden unter b> www.dkg.eu

Vielen Dank an Frau Heike Schmid von der Deutschen Kakteengesellschaft für die Erlaubnis den Pressetext von Herrn Cay Kruse, sowie die Bilder von Herrn Adrian Lüthy, Herrn Bruno Kindler und Herrn Jaroslav Prochazka veröffentlichen zu dürfen.


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- letzte Aktualisierung: Samstag, 10. November 2018 -
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