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Die Kakteen des Jahres seit 2008

Seit 2008 wird der Kaktus des Jahres ausgelobt. Eine Aktion der Deutschen Kakteen-Gesellschaft e.V. Pforzheim.
Es gibt nicht nur einen Vogel des Jahres, ein Unwort des Jahres oder einen Truck des Jahres, es gibt auch einen Kaktus des Jahres. Jedes Jahr verleiht die Deutsche Kakteen-Gesellschaft diesen Titel einem Kaktus, der allgemein bekannt ist, pflegeleicht und bestens dafür geeignet, das Hobby "Kakteensammeln" zu repräsentieren.

Jahr Deutscher Name wissenschaftlicher Name
2008 Goldkugelkaktus "Schwiegermuttersitz" Echinocactus grusonii
2009

Königin der Nacht

Selenicereus grandiflorus
2010

"Bauernkaktus"

Echinopsis eyriesii
2011  "Blattkaktus" Epicactus
2012  Seeigelkaktus Astrophytum asterias
2013 Silberkerzenkaktus Cleistocactus strausii
2014 Weihnachtskaktus Schlumbergera truncata
2015  Muttertagskaktus Mammillaria zeilmanniana
2016   Discocactus horstii
2017   Carnegiea gigantea
2018 Erdnusskaktus Echinopsis chamaecereus
2019 Feigenkaktus Opuntia ficus-indica

Der Feigenkaktus ist zum Kaktus des Jahres 2019 gekürt worden.

 
Der Gewöhnliche Feigenkaktus wurde von den Kakteengesellschaften der drei deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zum Kaktus des Jahres 2019 gewählt.


Kein anderer Kaktus spielt wirtschaftlich gesehen eine größere Rolle als der Gewöhnliche Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica). Die Art ist in Mexiko seit urgeschichtlicher Zeit eine wichtige Nutzpflanze und wird auch heute noch in großen Plantagen angebaut. Genutzt werden einerseits die Früchte als Obst (Frischgenuss, Saft, Sirup, Marmelade), andererseits auch die zarten Jungtriebe, die gekocht ein schmackhaftes Gemüse (unter dem Namen Nopalitos bekannt) liefern. Die Triebe des Feigenkaktus werden darüber hinaus auch als Viehfutter genutzt oder dienen der Kultur der Cochenillelaus, die den roten Farbstoff Karmin liefert.


Der Gewöhnliche Feigenkaktus, ist der Kaktus des Jahres 2019 (Bild: Archiv Sukkulenten-Sammlung Zürich) Die spanischen Konquistadoren brachten erste lebende Pflanzen des Gewöhnlichen Feigenkaktus aus Mexiko mit.
Der Gewöhnliche Feigenkaktus ist der Kaktus des Jahres 2019 Bild: Archiv Sukkulenten-Sammlung Zürich


Der Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Opuntien aus der Familie der Kakteengewächse. Das Artepitheton ficus-indica bedeutet indische Feige. Die oft als Kaktusfeigen bezeichneten Früchte und die jungen Triebe sind essbar und gehören zur mexikanischen Standardküche.


Reife, aufgeschnittene Früchte des Gewöhnlichen Feigenkaktus.
Verzehrt wird das Innere der Frucht mit den ebenfalls essbaren Kernen.
Die Früchte von Opuntia ficus-indica werden als Obst genutzt, z.B. zum Frischverzehr (Bild: Urs Eggli)
Bild: Urs Eggli Die Früchte werden als Obst genutzt, z.B. als Frischgenuss


In Europa ist der Gewöhnliche Feigenkaktus seit der frühen Renaissance bekannt, als die spanischen Konquistadoren erste lebende Pflanzen aus Mexiko mitbrachten. Aus dieser Zeit stammt auch der wissenschaftliche Artname der Pflanze: ficus-indica dies bedeutet "indische Feige". Er nimmt auf die feigenähnliche Form der Früchte Bezug sowie auf die Herkunft wobei "Indien" damals die Neue Welt bezeichnete. Der Gattungsname Opuntia wurde 1548 erstmals in Italien benutzt - er bezieht sich auf eine rätselhafte Pflanze in den frühen griechischen und römischen Kräuterbüchern, die aus den Blättern Wurzeln schlägt.


Reife und unreife Früchte des Gewöhnlichen Feigenkaktus (Bild: Urs Eggli) Was wie Blätter aussieht, sind wasserspeichernde Triebe, also eher grüne Äste.
Unreife und reifende Früchte des Gewöhnlichen Feigenkaktus Bild: Urs Eggli


Opuntia ficus-indica, wächst strauchig oder baumartig und erreicht Wuchshöhen zwischen einem und sechs Metern. Meist ist ein deutlicher Stamm von bis zu 35 Zentimetern vorhanden. Die unterschiedlich geformten grünen Triebabschnitte sind schmal bis breit, oder länglich. Sie sind 20 bis 60 Zentimeter lang und bis zu 25 Zentimeter breit. Sie sind mit braunen oder gelben Glochiden (feine, borstenartige Dornen) besetzt, die bald abfallen. Die Dornen sind unauffällig und fehlen oft ganz.


Opuntia ficus-indica ist die im Obstbau am häufigsten kultivierte Opuntienart weltweit. Unterschiedlich reife Früchte am Gewöhnlichen Feigenkaktus (Bild: Urs Eggli)
Bild: Urs Eggli Unterschiedlich reife Früchte am Gewöhnlichen Feigenkaktus


Was beim Gewöhnlichen Feigenkaktus wie Blätter aussieht, sind allerdings botanisch gesehen gar keine Blätter, sondern abgeflachte, wasserspeichernde Triebe, also gewissermassen flache und grüne Äste. Und wie für die Verwandtschaft der Feigenkakteen typisch, sind über die Trieboberfläche kleine Büschelchen mit ganz feinen, borstenähnlichen Dörnchen verteilt - diese als Glochiden bezeichneten Dörnchen machen das Hantieren mit den Feigenkakteen etwas mühsam: Sie sind mit mikroskopisch feinen Widerhäkchen versehen und lassen sich dehalb nur schwer aus der Haut entfernen. Am besten geht es mit einer Pinzette und viel Geduld, oder mit einem Klebeband, das vorsichtig über die betroffenen Hautstellen gestrichen wird.


Verwildert oder kultiviert der Gewöhnliche Feigenkaktus gehört inzwischen zum Landschaftsbild Italiens (Bild: Urs Eggli) Verwildert oder kultiviert: In Italien trifft man in frostfreien Gebieten immer wieder auf die typischen Pflanzen des Gewöhnlichen Feigenkaktus.
Verwildert oder kultiviert - in frostfreien Gebieten sogar in Italien antreffend Bild: Urs Eggli


Zweitwichtigstes Land von kultivierten Opuntienarten ist Italien. Dort befinden sich über 96% der derartig bewirtschafteten Flächen auf Sizilien. 2011 wurde eine Gesamtfläche von 8300 Hektar mit einem Ertrag von 87.000 Tonnen ausgewiesen. In geringem Umfang wird Opuntia ficus-indica in zahlreichen weiteren Staaten zur Obsterzeugung angebaut. (Südafrika, Chile und Argentinien).


Der Gewöhnliche Feigenkaktus wird in Mexiko und Italien auf großen Plantagen zur Obsterzeugung angepflanzt. Reife, aufgeschnittene Früchte des Gewöhnlichen Feigenkaktus (Bild: Urs Eggli)
Bild: Urs Eggli Reife, aufgeschnittene Früchte des Gewöhnlichen Feigenkaktus


Wegen der vielen unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten wurde der Gewöhnliche Feigenkaktus im Laufe der Jahrhunderte in vielen Ländern mit geeignetem Klima angepflanzt. Vielerorts hat er sich als invasive Pflanze (Neophyt) etabliert - insbesondere auf den Kanaren, in Südafrika und ganz besonders in Australien. Weil auch Fragmente einzelner Triebsegmente leicht Wurzeln schlagen, ist die Ausrottung schwierig.


Die zarten Jungtriebe werden in Mexiko als Gemüse - Nopalitos - genutzt (Bild: Archiv Sukkulenten-Sammlung Zürich) Jungtriebe des Gewöhnlichen Feigenkaktus werden entdornt, in Streifen geschnitten und in Salzwasser gedünstet - und fertig sind die traditionellen mexikanischen Nopalitos.
Die zarten Jungtriebe werden in Mexiko als Gemüse - Nopalitos - genutzt Bild: Archiv Sukkulenten-Sammlung Zürich


Für die Kultur nördlich der Alpen - zumindest für das Fenstersims - wird der Gewöhnliche Feigenkaktus als bis 6 Meter hoher, ausladender Strauch oder kleiner Baum rasch zu groß. Topfkultur ist jedoch möglich, wenn man ihn z.B. in einem Wintergarten trocken und kühl, aber frostfrei überwintert. Bereits an Pflanzen von 1,5 Metern können dann Blüten erwartet werden.


Topfkultur beim Gewöhnlichen Feigenkaktus ist möglich, doch muss dieser frostfrei überwintert werden (Bild: Daniel Bühlmann) Der Gewöhnliche Feigenkaktus lässt sich auch gut im Topf kultivieren und trägt dann zum mediterranen Ambiente auf dem Sitzplatz bei.
Topfkultur beim Gewöhnlichen Feigenkaktus ist möglich, doch muss dieser frostfrei überwintert werden Bild: Daniel Bühlmann


Dank der großen Wasserspeicher in den Triebsegementen können die Feigenkakteen auch unter sehr trockenen Bedingungen gut gedeihen und vielerorts haben sie sich als invasive Pflanzen etabliert. Auch in Europa fühlt sich der Gewöhnliche Feigenkaktus in den weitgehend frostfreien Mittelmeergebieten wohl. Kultivierte wie verwilderte Pflanzen, gehören schon fast zum charakteristischen Landschaftsbild der italienischen Küsten - zusammen mit der ebenfalls aus der Neuen Welt eingeführten und verwilderten Amerikanischen Agave (Agave americana).


Die mit wenigen Ausnahmen zweigeschlechtigen Blüten entspringen an den Rändern der Triebabschnitte. Blüten des Gewöhnlichen Feigenkaktus Opuntia ficus-indica (Bild: Daniel Bühlmann)
Bild: Daniel Bühlmann Blüten des Gewöhnlichen Feigenkaktus


Die Blüten stehen für gewöhnlich einzeln und sind von ganz variabler Farbe. Die äußeren Tepalen (Blatt der Blütenhülle) sind grün bis gelb und an den Rändern mit der Farbe der inneren Tepalen getönt, die blass gelb bis orange und rosa bis rot bzw. violett gefärbt sind. Selten sind die Blüten weiß oder weisen an der Basis eine andere Farbe auf.

Die Blüten der Opuntien werden von zahlreichen Hautflüglern, einigen Käfern, wenigen Schmetterlingen und ca. zehn Vogelarten aufgesucht, die jedoch nicht alle zur Bestäubung beitragen. Bei den meisten Opuntien erfolgt die Bestäubung durch Bienen, da die Blüten der Opuntien an diese Bestäuber besonders gut angepasst sind. Um Pollen von den unteren Staubbeuteln zu sammeln, laufen die Bienen den Griffel entlang und nehmen dadurch die Bestäubung vor.


Ordnung Familie Gattung Art
Nelkenartige Kakteengewächse Opuntien Opuntia ficus-indica

 
Kakteenfans sind in der Deutschen Kakteen-Gesellschaft (DKG) mit 5.000 Mitgliedern und 100 Ortsgruppen organisiert. In den Ortsgruppen trifft man sich zum Erfahrungsaustausch, zu Vorträgen rund um die Flora und zum geselligen Beisammensein. Gäste sind dort herzlich willkommen. Ein Verzeichnis der Ortsgruppen ist zu finden unter www.dkg.eu

Vielen Dank an Herrn Cay Kruse, Vizepräsident, Deutschen Kakteengesellschaft, für die Erlaubnis den Pressetext von "Sukkulenten-Sammlung Zürich", sowie die Bilder von Archiv Sukkulenten-Sammlung Zürich, Herrn Urs Eggli und Herrn Daniel Bühlmann veröffentlichen zu dürfen.

Textteile auch von Wikipedia.



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- letzte Aktualisierung: Montag, 15. Juli 2019 -
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