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Die "Vögel des Jahres" seit 1970

Seit 1971 führt schon der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) bundesweit die Kampagne zum "Vogel des Jahres" durch. Seither ist für die Jahresvögel und ihren jeweiligen Lebensräumen Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit geschaffen worden, und viele sind für den Schutz des Vogels und seines Lebensraumes resensibilisiert. Vor allem hat die Kampagne auch zur Verbesserung rechtlicher Regelungen geführt, wie z.B. das Bundesnaturschutzgesetz 1976 und spezielle Artenschutzregelungen, wie der Schutz von Nestern, Horsten von Greifen und Graureihern sowie von Brutkolonien, etwa der Saatkrähe. Eine nachhaltige Verbesserung erfuhren dadurch die direkt unter Verfolgung leidenden Großvögeln wie Weißstorch, Graureiher oder die Greifvögel. Auch die Sensibilisierung für den Schutz von jahreszeitlich wandernden Arten, wie Rauch- und Mehlschwalbe, Goldregenpfeifer usw. war einer der Motoren für die Bonner Konvention und die EG-Vogelschutzrichtlinie 1979.

Hier die Liste der Vögel des Jahres:

Jahr Vogelart wissenschaftlicher Name
1970 Graureiher Ardea cinera
1971 Wanderfalke Falco peregrinus
1972 Steinkauz Athene noctua
1973 Eisvogel Alcedo atthis
1974 Mehlschwalbe Delichon urbica
1975 Goldregenpfeifer Pluvialis apricaria
1976 Wiedehopf Upupa epops
1977 Schleiereule Tyto alba
1978 Kranich Grus grus
1979 Rauchschwalbe Hirundo rustica
1980 Birkhuhn Tetrao tetrix
1981 Schwarzspecht Dryocopus martius
1982 Großer Brachvogel Numenius arquata
1983 Uferschwalbe Riparia riparia
1984 Weißstorch Ciconia ciconia
1985 Neuntöter Lanius collurio
1986 Saatkrähe Corvus frugilegus
1987 Braunkehlchen Saxicola rubetra
1988 Wendehals Jynx torquilla
1989 Teichrohrsänger Acrocephalus scirpaceus
1990 Pirol Oriolus oriolus
1991 Rebhuhn Perdix perdix
1992 Rotkehlchen Erithacus rubecula
1993 Flussregenpfeifer Charadrius  dubius
1994 Weißstorch Ciconia ciconia
1995 Nachtigall Luscinia megarhynchos
1996 Kiebitz Vanellus vanellus
1997 Buntspecht Dendrocopos major
1998 Feldlerche Alauda arvensis
1999 Goldammer Emberiza citrinella
2000 Rotmilan Milvus milvus
2001 Haubentaucher Podiceps cristatus
2002 Haussperling Passer domesticus
2003 Mauersegler Apus apus
2004 Zaunkönig Troglodytes troglodytes
2005 Uhu Bubo bubo
2006 Kleiber Sitta europaea
2007 Turmfalke Falco tinnunculus
2008 Kuckuck Cuculus canorus
2009 Der Eisvogel Alcedo atthis
2010 Der Kormoran Phalacrocorax carbo
2011 Der Gartenrotschwanz Phoenicurus phoenicurus
2012 Die Dohle Coloeus monedula
2013 Die Bekassine Gallinago gallinago
2014 Der Grünspecht Picus viridis
2015 Der Habicht Accipiter gentilis
2016 Der Stieglitz Carduelis carduelis
2017 Der Waldkauz Strix aluco
2018 Der Star Sturnus vulgaris
2019 Die Feldlerche Alauda arvensis

Die Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019

Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist für mich einer der typischen Vogelarten unerer offenen Feldflur und einer der faszinierendsten Vogelarten überhaupt. Sie ist ein "Frühheimkehrer" und ein "Frühaufsteher" und erhebt sich in der Morgendämmerung bereits singend in die Lüfte. Dabei steigt sie fast senkrecht empor, "hängt" hoch oben in der Luft und singt dabei ununterbrochen, dies kann bis zu 10 Minuten andauern (Habe ich einmal gestoppt).

Die Feldlerche ist nach 1998 zum zweiten Mal zum "Vogel des Jahres" ernannt worden und das hat auch seinen berechtigten Grund. Eine falsche Agrarpolitik vernichtet das Zuhause des "Vogel des Jahres 2019". Leider hilft ihr da ihre ausgezeichnete Tarnung wenig. Schon 1998 warnten viele Ornithologen, dass der "Himmelsvogel" in viele Gebieten Deutschlands schon selten geworden, oder komplett verschwunden ist. Intensivkulturen mit Raps und Mais, inzwischen die Gülle verseuchtesten Böden Europas, zu viel Pestizide und die fehlenden Ackerrandstreifen sowie Brachflächen haben neben der Feldlerche vielen Feldvogelarten den Lebensraum genommen. Dabei hätte es jeder aus der Agrarlobby und auch die Politiker erkennen können, als  Anfang der 1990er Jahre sich die Bestände kurzzeitig erholten, Grund: die Einführung der Flächenstilllegungen in der Landwirtschaft. Die steigende Überproduktion sollte hiermit bekämpft werden. Seit der Jahrtausendwende gehen die Bestandszahlen wieder deutlich nach unten.


Es gibt eine neue erschreckende Studie über den Zustand der Feldvogelarten in der EU: Demnach ist der Bestand an Feldvögeln in EU-Staaten in den vergangenen Jahrzehnten um mehr als die Hälfte gesunken. Von 1980 bis 2016 sind in der EU rund 56% aller Feldvögel wie Feldlerche, Kiebitz, Feldsperling oder Star verschwunden. Dies geht aus einer Statistik des europaweiten Vogelmonitorings hervor. Die Daten veröffentlichte der Vogelzählrat, ein Zusammenschluss europäischer Vogelexperten in Nijmegen. Diese Zahlen decken sich mit Beobachtungen des Umweltbundesamts für Deutschland, das den Bestand repräsentativer Vogelarten in der Landschaft im Sinkflug sieht.



Die Feldlerche, auch als Himmelsvogel bekannt - ist "Vogel des Jahres 2019" (Bild: Markus Gläßel) Die Feldlerche ist keineswegs nur eine Europäerin, denn sie brütet von Portugal und Irland im Westen bis hin zur Kamtschatka-Halbinsel und Japan im Osten. Im Winter verlagert sich ihr Vorkommen nach Süden. Dann kommt sie auch im afrikanischen Mittelmeerraum vor.
Die Feldlerche - der Himmelsvogel ist "Vogel des Jahres 2019" Bild: Markus Gläßel


In Deutschland kommt die Feldlerche vom Tiefland bis auf über 2000 Metern Höhe vor. Sie ist in den neuen Bundesländern durchgehend deutlich häufiger anzutreffen, als im Westen und Süden. Für Deutschland wurden für 2008 2,1 bis 3,2 Mio. BP geschätzt. In Bayern in der Erfassung von 2005 - 2009 ist von 54.000 - 135.000 BP die Rede. Dabei ist die Feldlerche bis an den Alpenrand flächig verbreitet. Dabei liegt ihr Verbreitungszentrum in den Mainfränkischen Platten. Aber auch hier gehen die Bestandszahlen zurück. Nirgendwo gibt es eine positive Entwicklung und die intensive Landwirtschaft mit immer weniger Brachflächen und blühenden Ackerrandstreifen unterstützt diese negative Bestandsentwicklung.


Die Feldlerche die etwas größer als unser Haussperling ist, ist die größte der heimischen Lerchen. Ihr Gefieder ist oberseits hell- und dunkelbraun gefleckt. Die Unterseite ist weißlich. Sie besitzt eine angedeutete Federhaube, die allerdings gesträubt werden kann. Die Feldlerche ist eine der typischen Vogelarten unserer Feldflur (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Die Feldlerche ist einer der typischen Vögel unserer Feldflur


Die Feldlerche bevorzugt weite, offene baumlose Flächen, grasbewachsene Hügel und Weiden, aber auch Moore und Dünengelände, ebenso offene Feuchtwiesen. In Bayern findet man häufig die Feldlerche in der offenen Feldflur, auf größeren Rodungsinseln und Kahlschlägen. Für sie wären günstig die Brachflächen in der Kulturlandschaft, Extensivgrünland und Sommergetreide, da hier am Beginn der Brutzeit die Vegetation noch niedrig und lückenhaft ist. Die Höhe der umgebenden Pflanzen dürfen nicht höher als 40 cm sein.

Die Männchen beginnen bereits im Februar, da liegt oft noch Schnee, mit dem Gesang. Wie oft habe ich das beobachtet und gedacht: Die Vögel spüren das viel eher, als wir Menschen, wenn der Frühling Einzug halten will. Kommt dann doch noch einmal der Winter mit Schnee und eisiger Kälte zurück, dann kann es sein, dass die Feldlerche wieder in wärmere Gefilde zurückfliegt, um es später wieder zu probieren.


Eine atemtechnische Höchstleistung vollbringt die Feldlerche mit "Aufstieg und Gesang" (Bild: Olav Krüger) Das Männchen steigt einige Meter fast senkrecht und stumm hoch und fliegt dann ununterbrochen singend in immer kleiner werdenden Spiralen steil empor, meist in 60 - bis 100 Meter Höhe. Dann "hängt" die Feldlerche mit flachen Flügelschlägen und gespreiztem Schwanz minutenlang singend in der Luft.
Eine atemtechnische Höchstleistung vollbringt die Feldlerche mit "Aufstieg und Gesang" Bild: Olav Krüger


Hier können Sie die Stimme der Feldlerche hören


Zuerst treffen die Männchen in ihrem Revier ein und besetzen wieder das Revier vom Vorjahr. Erst Wochen später treffen dann auch die Weibchen ein, um dann ab Mitte April mit dem Nestbau zu beginnen. Das Weibchen baut in einer Mulde am Boden das Nest aus Gras und kleinen Wurzeln, für die Auspolsterung des Nestes werden feine Würzelchen und Moos verwendet. Erst mit der Ablage des letzten Eies, beginnt das Weibchen zu brüten.


Merkmale der Feldlerche:

Größe: Etwas größer als ein Haussperling
Länge: ca. 18 - 19 cm;
Flügelspannweite: ca. 30 - 36 cm;
Gewicht: 29 - 52 g.
Brutzeit: Mitte April, es werden zwei Jahresbruten, manchmals sogar drei durchgeführt;
Gelegegröße: 2 - 5 weißliche, rostbräunliche oder grünlich getönte, kräftig mittelbraun oder oliv gesprenkelt. Die Grundfärbung wird dabei völlig überdeckt.
Brutdauer: 11 - 12 Tage;
Nestlingszeit: 7 - 11 Tage. Die Jungen sind mit 15 - 20 Tagen flügge.
Verhalten: außerhalb der Brutzeit gesellig. Zur Brutzeit territorial.
Nahrung: Würmer, Insekten, Samen und grüne Pflanzenteile
Lebenserwartung: 5 - 6 Jahre, in der Gefangenschaft älter.
Verwandtschaft: In Mitteleuropa kann man drei weitere Lerchenarten antreffen, wie Heide-, Hauben- und Ohrenlerche.
Vorkommen: In ganz Europa, mit Ausnahme des hohen Nordens (Skandinavien und Russland), sowie in Nordafrika und großen Teilen Asiens. Die Feldlerche wurde in Australien (Süden) und in Neuseeland eingebürgert. Die Feldlerche überwintert in Mitteleuropa nur in sehr milden Gebieten.



Feldlerchen ernähren sich von Insekten, Samen und grünen Pflanzenteilen. Im Winterhalbjahr fast ausschließlich von Samen und zarten Blättern. Die Jungen werden zumeist mit Insekten, Würmern, Spinnen und kleinen Schnecken gefüttert. Die Feldlerche bewohnte früher Steppengebiete - deswegen ihr Vorkommen in der offenen Feldflur (Bild: Markus Gläßel)
Bild: Markus Gläßel Die Feldlerche bewohnte früher Steppengebiete - deswegen Vorkommen in der offenen Feldflur



Feldlerche - Feldbeobachtung

Die Feldlerche tarnt ihr Nest, indem sie es gut geschützt im Gras baut und niemals direkt am Nest landet. Auch die Jungen verlassen schon sehr bald das Nest und halten sich gut versteckt in der Nähe auf. Das Männchen ist leicht beim Singflug zu entdecken, da es im Flug laut und ununterbrochen singt, auch dann hört man das Männchen noch, wenn es nur noch als Punkt zu erkennen ist. Diese außerordentliche Leistung ist einmalig in der Vogelwelt, denn das gleichzeitige Fliegen und der pausenlose Gesang dabei, bedarf einer speziellen Atemtechnik. Die Feldlerche singt auch am Boden, bei der kleinsten Störung fliegt sie jedoch sofort laut singend davon. Die Feldlerche singt während der ganzen Balz- und in der Brutzeit. Nur bei schlechtem Wetter, starkem Wind oder Nebel verstummt sie. Auch während der Mauser schweigt sie.



Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ob man gewillt ist ihr ihre Lebensräume wieder zu geben (Bild: Gunther Zieger) Außerhalb der Brutzeit sind Feldlerchen recht gesellig und treten in großen Schwärmen auf, oft vergesellschaftet mit Finken und Ammern.
Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ob man ihr ihre Lebensräume lässt Bild: Gunther Zieger


Die Feldlerchen Mittel-, Nord- und Nordosteuropas sind in der Regel Zugvögel, die Feldlerchen der Britischen Inseln jedoch verlassen dagegen die Inseln nicht, sondern wandern dort umher. Die Winterquartiere liegen in Gebieten mit milden Wintertemperaturen in Süd- oder Westeuropa. Es gibt aber eine Flugbewegung nach Nordafrika. In milden Wintern harren viele Feldlerchentrupps sogar in Mitteleuropa aus.


Was wir benötigen ist ein neues Naturschutzgesetz, das eine Lebensversicherung für die Artenvielfalt wäre. Hecken, Blühstreifen und Ackerränder, blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben, dies muss möglich sein, für eine Artenvielfalt in unserer Feldflur. Das Verschwinden der Feldlerche, steht für eine Verarmung unserer offenen Kulturlandschaft. Ihr Verschwinden aus unserer Feldflur würde unsere Natur um ein Vielfaches ärmer machen (Bild: Olav Krüger)
Bild: Olav Krüger Ihr Verschwinden aus unserer Feldflur würde unsere Natur um ein Vielfaches ärmer machen


In Bayern verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten, das ist wissenschaftlich belegt und kann auch nicht mehr wegdiskutiert werden. In Bayern leben nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren! Können Sie es sich ausmalen, wenn nichts geschieht, wie es dann in weiteren 20 Jahren aussieht?


Die Verwandtschaft - Teil 1: Die Heidelerche

Die etwas kleinere, kurzschwänzigere und kurzschnäbeligere Heidelerche, lebt im Gegensatz zu anderen Lerchenarten weniger in Ödland, als vielmehr in Heidelandschaften, Kahlschlägen und lichtem Kiefernwald, sowie auf ausgedehnten und trockenen Waldlichtungen. Für mich gehört ihr Gesang zu den schönsten in der Vogelwelt. Die unauffällige Heidelerche entdeckt man am besten, wenn sie singt. Der stimmungsvolle und für mich volltönende Gesang der Heidelerchen-Männchen ist schon etwas ganz "Besonderes". Die Heidelerche kann mehr als eine Stunde laut singend in der Luft verbringen. Ihr Gesang enthält eine große Anzahl von verschiedenen Strophen (wohl mehr als 100), die zumeist trillernd oder melancholisch klingen. Dabei wird eine festgelegte Reihenfolge in einer nahezu identischen Anordnung vorgetragen. Ich hatte schon beobachtet, wenn ein Männchen in dieser Reihenfolge einmal "durcheinander" gerät, so wird der Gesang abgebrochen und die "richtige" Strophe wieder eingefügt. Die Heidelerche singt auch nachts.


Auffallend bei der Heidelerche sind ihre kräftigen weißen Überaugenstreifen (Bild: Gunther Zieger) Der Gesang wird auch von einer Singwarte aus vorgetragen.
Die Heidelerche - ihr Gesang gehört zum schönsten in der Vogelwelt Bild: Gunther Zieger


Heidelerchen sind brutorttreu. Ab Anfang März treffen die Vögel, dabei sind sie zumeist schon verpaart, wieder an ihrem Brutplatz ein. Im Gegensatz zu den etwas einfachen Bauten ihrer mitteleuropäischen Verwandten baut die Heidelerche ein ordentliches Bodennest mit einer tiefen Mulde aus trockenen Gräsern, kleine Wurzeln und Pflanzenwolle. Nur das Weibchen brütet, beide Partner füttern den Nachwuchs mit Insekten und Spinnen. Um ihren Brutstandort nicht zu verraten, wird das Nest nicht direkt angeflogen, sondern die Alttiere gehen die letzten Meter, sprichwörtlich zu Fuß weiter und treffen in geduckter Haltung am Neststandort ein.


Hier können Sie den wunderbaren Gesang der Heidelerche hören (Autor: Stefan Wehr)


Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegen auf der Iberischen Halbinsel und Südosteuropa. In Mitteleuropa ist die Art nur lückig verbreitet. Hier leben die meisten Heidelerchen in Deutschland und Polen. Ende September verlässt uns die Heidelerche wieder. Ihr Überwinterungsgebiete liegen im Mittelmeerraum. Es gibt aber auch Überwinterer hier in Mitteleuropa. Vögel aus den nördlicheren Brutgebieten wandern in südwestlichen Richtungen und befinden sich dann oft im Areal der südlicheren Populationen.

Der Rückgang der Populationen in den allermeisten Brutgebieten ist besorgniserregend. Ganz besonders ist dies in Deutschland geschehen, wo bereits Anfang des 20. Jahrhunderts abnehmende Bestände zu beklagen waren und das sich dann besonders in den 1960er Jahren stark fortsetzte. Es gibt aber auch Neuansiedlungen, z.B. in Militärsprerrgebieten, dort wo selten ein Mensch hinkommt. Die Gründe für die rückläufigen Bestände sind vielschichtig, vor allem aber ist die Intensivierung der Landwirtschaft zu nennen, die Biotopzerstörungen vor allem von Ödflächen und Brachland. Aber auch Störungen durch intensive Freizeitaktivitäten, sowie die Bejagung in Südwesteuropa während der Zugzeiten. Es liegt an uns Menschen, ob dieser hervorragende Sänger überlebt, ob wir ihm seinen Lebensraum zurückgeben und ob bald gelingen wird, die Wilderei auf den Zugstrecken zu beenden.


Merkmale der Heidelerche:

Länge: ca. 15 cm;
Flügelspannweite: ca. 27 - 30 cm;
Gewicht: 26 - bis 32 g;
Brutzeit: Ende März, selten früher, 2 manchmal sogar 3 Jahresbruten;
Gelege: 3 - 6 gräulich bis weißlich-sandfarben, versehen mit rötlichbraunen, olivfarbenen oder auch grauvioletten Punkten und blassen Flecken. Die Eier sind glatt und glänzen mäßig.
Brutdauer: 13 - 15 Tage;
Nestlingszeit: 10 - 13 Tage. Ab 12 Tagen kurze Flüge. Ab dem 16. Tag voll flugfähig.
Nahrung: Insekten, Spinnen, aber auch Samen und grüne Pflanzenteile. Der Insektenanteil ist im Sommer verhältnismäßig höher, dann werden auch Raupen, Käfer und Blattwespenlarven erbeutet.



Heidelerchen sind sehr brutorttreu. Ab Anfang März treffen die Vögel wieder am Brutplatz ein. Die Heidelerche nistet gerne unter dichtem Gebüsch in einer Bodenmulde (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Die Bestände der Heidelerche sind besorgniserregend zurückgegangen


Die Heidelerche ist in Bayern regional verbreitet, vor allem nördlich der Donau. Während es in Südbayern zu weiteren Arealabnahmen gekommen ist, konnten im Norden neue Nachweise gemeldet werden. Eines der Hauptverbreitungsschwerpunkte sind der Mittelfränkische Becken, sowie in den Muschelkalkregionen entlang des Mains. Die Bestandsschätzung liegt bei 550 - 850 BP. Damit gilt die Heidelerche in Bayern als ein sehr seltener Brutvogel. Allerdings liegt die Bestandsschätzung über der von 1996-1999. Damit die Heidelerche wieder in ihren Beständen zunimmt, wäre es notwendig, kurzrasige, lückige Bodenvegetationen, sprich Halbtrockenrasen, versehen mit lockeren Beständen von Bäumen als Sitzwarten aufzubauen.


Die Verwandtschaft - Teil 2: Die Haubenlerche

Die Haubenlerche ursprünglich ein Bewohner der warmen, spärlich und niedrig bewachsenen, trockenen Steppenlandschaften, sowie Halbwüsten hat sich dann bei uns in Mitteleuropa, extensive Kulturlandschaften, sowie Weingärten, Ödlandschaften wie Truppenübungsplätze und Brachland als Lebensraum erobert. Leider kommt die Haubenlerche in unserer intensiven und monotonen Landwirtschaft, unserer Kultursteppe, nicht zurecht. So sind die Bestände in Mitteleuropa dramatisch zusammengeschrumpft. In Deutschland sind bis auf kleinere Vorkommen nahezu haubenlerchenfrei. In Bayern ist die Haubenlerche nur noch lokal verbreitet und das besiedelte Brutareal hat sich dramatisch verkleinert. Das Verbreitungszentrum der Haubenlerche bezieht sich auf Mainfranken. Ansonsten gibt es nur einige Einzelvorkommen entlang der Isar.

Die Bestandsschätzung für Bayern liegen bei 50 - 70 Brutpaaren. Sie ist damit in Bayern ein seltener Brutvogel. Hatten wir in Bayern für den Zeitraum 1996 - 1999 noch einen BP-Bestand von bis zu 150, so hat sich dieser Brutpaarbestand halbiert. Damit ist die Haubenlerche in Bayern vom Aussterben bedroht.


Gefieder und Gestalt der Haubenlerche wirken unscheinbar - ihr Gesang jedoch eindrucksvoll (Bild: Gunther Zieger) Ob hoch am Himmel, am Boden oder von niedrigen Warten aus, die Haubenlerche wird des Singens nicht müde. Es sind ihre eindrucksvollen Zwitscher-, Pfeif- und Flötentöne die ihr Gesangesrepertoire bilden. Daneben wird immer wieder überrascht, dass sie auch Imitationen anderer Vögel miteinfließen läßt, z.B. Star, Feldsperling und der Amsel.
Gefieder und Gestalt der Haubenlerche wirken unscheinbar - ihr Gesang ist jedoch eindrucksvoll. Bild: Gunther Zieger


Die Haubenlerche findet ihre Nahrung vor allem am Boden, mit ihrem massiven, leicht abwärts gebogenen Schnabel (damit unterscheidet sie sich hier von der Feldlerche), mit eben diesem wird nach Raupen, Heuschrecken, Ameisen und Käfern gesucht.   Aber auch kleine Würmer und Spinnen, sowie Samen und Pflanzennahrung verschmäht sie nicht. Nahrungsrivalen werden durch ein heftiges "Ansingen" aus ihrem Revier vertrieben.


Hier können Sie die Stimme der Haubenlerche hören (Autor: Stefan Wehr)


Die meisten Haubenlerchen unserer Breiten sind Standvögel, allerdings ziehen manche der Populationen z.B. des Baltikums in Richtung Süden, in Gebiete Südeuropas. Es gibt natürlich auch bei der Haubenlerche den Kälte- sowie Schneeflucht, wie bei der Feldlerche.

Die Weibchen bauen ein einfaches und lockeres Bodennest aus Halmen und Pflanzenmaterial in einer flachen Mulde, oft im Schutze eines Strauches oder eines Erdhügels. Das Männchen hilft zwar nicht beim Nistbau, begleitet das Weibchen bei der Nahrungssuche und hält Nestwache. Im Übrigen können Partnerschaften bei den Haubenlerchen etliche Jahre halten. Die Jungen verlassen das Nest, schon ehe sie fliegen können, werden aber von beiden Elterntieren noch einige Zeit gefüttert. Erst im Alter von 16 Tagen werden sie flugfähig.


Nesträuber werden abgelenkt, indem das Weibchen vor diesen herläuft und so tut als ob es krank wäre, oder einen gebrochenen Flügel hat. Dies nennt man "Verleiten". Die Haubenlerche wurde nach ihrem spitzen Federschopf benannt (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Die Haubenlerche wurde nach ihrem spitzen Federschopf benannt.


Merkmale der Haubenlerche (Galerida cristata)

Länge: ca. 17 cm;
Flügelspannweite: ca, 29 - 38 cm;
Gewicht: 39 - 52 g;
Brutzeit Anfang bis Mitte April; 2 miunter 3 Jahresbruten.
Gelegegröße: zumeist 3 - 5 gräuliche oder bräunlich-weiße und entweder gelblich, bräunlich oder hellgrau gesprenkelte Eier.
Brutdauer: 12 - 13 Tage;
Nestlingszeit: 9 Tage - Beginn des Fliegens mit ca. 14 - 16 Tagen.
Verhalten: paarweise oder im Trupp.


Wie können wir dieser Vogelart helfen: Die Kommunen sollten dringlichst vorhandenes Ödland nicht kultivieren. Sämtliche kosmetische Eingriffe in solchen Flächen wirken der Besiedlung von Haubenlerchen entgegen. Auch sollten z.B. noch vorhandene Flachdächer einer Grünordnungsplanung unterliegen. Hier sollten nur eine lockere Begrünung stattfinden. Ruderalflächen und Brachestadien in Bauerschließungsgelände dürfen nicht beseitigt werden.


Die Verwandtschaft - Teil 3: Die Ohrenlerche

Die Ohrenlerche ist eine Vogelart der Tundralandschaften und höheren Gebirgen oberhalb der Baumgrenze. Dabei zeigt sie ein interessantes Verbreitungsgebiet. Einerseits kommt die Ohrenlerche in Europa und Asien in den arktischen Tundren vor, andererseits weit südlich davon in den steinigen Steppen- und Hochsteppen. In Nordamerika, wo die in der Alten Welt voneinander getrennten Vegetationsgürtel (Tundren und Steinsteppen) durch die von Süd nach Nord verlaufenden Gebirgszüge verbunden sind, hat die Ohrenlerche auch dazwischen liegende Zonen besiedelt.

Im Winter ist die Ohrenlerche an der mitteleuropäischen Nord- und Ostseeküste regelmäßiger Gast auf abgeernteten Feldern in Küstennähe, von Schafen beweideten Strandwiesen, Sandstränden und Salzwiesen, im Binnenland erscheint sie fast gar nicht. Der Zug beginnt Mitte Oktober und erreicht seinen Höhepunkt rund vier Wochen später. Viele Vögel überwintern auch hier, allein mehrere tausend an der Küste Schleswig-Holsteins.


Die Ohrenlerche - hier ein Männchen im Prachtkleid - ist eine Vogelart der Tundren und Steinsteppen (Bild: Stefan Pfützke) Die Nahrung der Ohrenlerchen besteht im Brutgebiet aus Insekten und kleinen Weichtieren, auf dem Zug und im Winter vorwiegend aus Samen , an den Küsten  auch aus Krebstierchen.
Die Ohrenlerche - Vertreterin der Vogelfauna der Tundren und Steinsteppen hier ein Männchen Bild: Stefan Pfützke


In den nordischen Brutgebieten jagen die Ohrenlerchen ähnlich den Bachstelzen in einem schnellen Lauf, aber auch mit plötzlicher Beschleunigung nach Fliegen und Schnaken und anderen Zweiflüglern, die ihre Hauptnahrung darstellen. Außerdem werden Käfer erbeutet. Schmetterlingen verfolgen sie in der Luft und mit ihrem Schnabel graben sie am Boden nach Insektenlarven. Im Winter, wenn es keine Insekten gibt, fressen Ohrenlerchen die Samen von Gänsefuß (eine Pflanze innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse, von denen es weltweit nur noch etwa 90 Arten gibt. Diese Arten gedeihen in trockenen Regionen oder auf salzreichen Böden), Beifuß (eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler, die fast überall anzutreffen - und in Deutschland in den Alpen bis auf ca. 1.650 Metern anzutreffen ist).
Die Samen werden entweder vom Boden aufgepickt oder werden direkt aus den Samenständen genommen. Höhere Stauden werden umgeknickt oder die Ohrenlerchen springen an ihnen hoch, um die Samen zu ernten. An der Küste suchen sie nach kleinen Krebstierchen und Weichtieren.


An einer versteckten Stelle gräbt das Weibchen mit Füßen und Schnabel eine Mulde in den Boden und baut darin ein Nest aus Halmen. Ohrenlerchen überwintern auch bei uns an den Küsten von Nord- und Ostsee (Bild: Stefan Pfützke)
Bild: Stefan Pfützke Ohrenlerchen treffen in den Wintermonaten an der Küste ein, auch an Nord- und Ostsee


In den Proportionen entspricht die Ohrenlerche in etwa der Feldlerche, sie ist aber etwas kleiner. Im Brutkleid ist sie durch die schwarzgelbe Gesichtszeichnung und das schwarze Brustband unverkennbar, aber trotzdem auf dem kontrastreich mit Flechten bewachsenen steinigen Untergrund oft schwer zu entdecken. Den Jungvögeln fehlen die namengebenden "Federohren" des Brutkleides, die wohl besser "Federhörnchen" heißen müssten.


Merkmal der Ohrenlerche (Eremophila alpestris)

Länge: ca. 15 - 17 cm;
Flügelspannweite: ca. 30 - 35 cm;
Gewicht: 26 - 46 g;
Brutzeit: Mitte Mai, gewöhnlich sind es zwei Jahresbruten;
Gelegegröße: 3 - 5 blass grünlichweiße, mit kräftigen Punkten oder rötlichbraunen Sprenkeln versehenen, glatten und glänzenden Eiern.
Brutdauer: 10 - 14 Tage; Es brütet nur das Weibchen. Das Weibchen hudert auch die Nestlinge in den ersten fünf Tagen. Die Jungen werden von beiden Elterntieren gefüttert.
Nestlingszeit: 12 oder 13 Tage. Das Nest wird aber schon früher verlassen. Ab 12 Tagen werden Flugübungen durchgeführt, ab 15 Tagen sind die Jungen dann voll flugfähig.



Die Jungen verlassen das Nest bereits vor dem Flüggewerden (Bild: Stefan Pfützke) Droht dem Nest Gefahr, so lockt das Weibchen den vermeintlichen Nesträuber, durch das sogenannte "Verleiten", mit einem hängenden Flügel vom Nest weg. Die Jungvögel verlassen das Nest schon ehe sie fliegen können.
Die Jungen sind gut versteckt und halten sich geduckt in Bodennähe Bild: Stefan Pfützke


Der Gesang wird von einem Felsblock aus, gelegentlich auch im Singflug vorgetragen. Zum Singflug steigt die Ohrenlerche zunächst stumm und steil auf und fliegt dann singend in Stufen höher. Dabei wechselt die Ohrenlerche zwischen Phasen mit Flügelschlägen und Gleitphasen ab. Der Schwanz ist zusammengelegt und wird schräg nach unten gehalten.


Skandinavien wurde von der Ohrenlerche erst im 19.Jahrhundert besiedelt. Seit Beginn des 20.Jahrhunderts findet aber ein stetiger Rückgang statt, vor allem in Finnland kann man von einem Zusammenbrechen des Gesamtbestandes sprechen. Typischer Singflug der Ohrenlerche, zuerst stumm dann singend in Stufen aufwärts (Bild: Stefan Pfützke)
Bild: Stefan Pfützke Ohrenlerche - hier ein Männchen im Singflug


Ursachen für den Rückgang der Bestände in Skandinavien könnten die Überweidungen der Flechten durch Rentiere, oder landwirtschaftliche Veränderungen in den Überwinterungsgebieten, sein. Im Gegensatz dazu steigen die Zahlen mitteleuropäischer Überwinterer eher an, diese Vögel stammen wohl aus Nordrussland. Auch ist bekannt, dass die Populationen des Balkans und der Karpaten eher zunehmen.


Die Verwandtschaft Teil 4: Die Kurzzehenlerche

Die Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla) ist kleiner und kurzschnäbliger, sowie heller als die Feldlerche. Außerdem erinnert sie mit ihrem finkenartigen Schnabel etwas an ein Haussperlings-Weibchen. Ihr Flug wirkt leicht und etwas hüpfend.

Die Art besiedelt Gebiete von Nordafrika über weite Teile der Iberischen Halbinsel (außer dem Nordwesten), Südfrankreich, Italien und Südeuropa, bis nach China. In West- und Mitteleuropa befinden sich ihre nördlichsten Brutvorkommen in Mittelfrankreich und in Ungarn.

Im nördlichen Mitteleuropa ist die Kurzzehenlerche ein sehr seltener, aber regelmäßiger Durchzügler, vor allem im April und Mai, sowie im Oktober und November.

Der europäische Bestand der Art ist seit den 1970er Jahren rückläufig.


Die Kurzzehenlerche ist ein seltener Gast in Mitteleuropa (Bild: Gunther Zieger) Kurzzehenlerchen, sind kleine, hell graubraune und weißlich gefärbte Lerchen mit einem kurzem kegelförmigen Schnabel. Die Schirmfedern sind sehr lang, so dass die Handschwingenspitzen nur wenig darunter hervorstehen.
Ein weiteres Mitglied der Verwandtschaft - die Kurzzehenlerche Bild: Gunther Zieger


Die Art zeigt einen kräftigen, schmutzigweißen Überaugenstreif, der an der Hinterkante der Ohrdecken endet und nach unten durch einen feinen dunklen Augenstreif, oben schön zu sehen, begrenzt wird.

Kurzzehenlerchen bewohnen sandiges, halbwüstenartiges Gelände, Steppen, Ödland, Felder, Dünen und Strandgebiete. Ihre Nahrung besteht im Sommer aus Insekten, zumeist Käfer und Spinnen. Im Winter besteht die Nahrung nur aus Samen.

Der Gesang besteht aus trockenen Rufen und erinnert an die Feldlerche. Während des Singfluges steigt die Kurzzehenlerche in größere Höhen auf und beschreibt dort fliegend Kreise und Spiralen. Die etwas monotonen, feldlerchenartigen Strophen enthalten mehrfach wiederholte Rufe, sowie Imitationen.

Das tiefmuldige Bodennest aus locker verbautem Pflanzenmaterial wird allein vom Weibchen zusammengefügt, es ist meist direkt an einen Grasbüschel, einer Staude oder an einem Stein gebaut. Die Innenauskleidung des Nestes besteht aus Rosshaar, Schafwolle, aber auch aus feinen pflanzlichen Stoffen.


In Süddeutschland sind Kurzzehenlerchen bereits regelmäßige Gäste, vor allem in den Monaten Mai und Juni. Es wird sich zeigen, ob die neuen Gäste in Mitteleuropa sich auf Dauer behaupten können. Die Kurzzehenlerche bewohnt sandiges, fast schon wüstenartiges Gelände (Bild: Stefan Wehr)
Bild: Stefan Wehr Auf dem Boden können Kurzzehenlerchen schnell laufen, oft in kurzen Sprints


Die Eiablage erfolgt je nach geografischer Lage sehr variabel. In Nordafrika zum Teil bereits Anfang März, meist aber Anfang April, in Südwesteuropa überwiegend ab Mitte April, in Südeuropa ab Ende April und in Ungarn frühestens Anfang Mai, überwiegend in der zweiten Maihälfte. Durch die Intensivierung in der Landwirtschaft, kommt die Kurzzehenlerche immer schlechter zurecht. In Frankreich schrumpft das Brutareal, die ungarische Population ist in den letzten Jahrzehnten auf nur noch wenige Dutzend Paare dahingeschmolzen.
In der Regel werden zwei Jahresbruten durchgeführt. Das Gelege besteht 4 Eiern (mitunter können es auch nur drei, oder sogar fünf sein), die unterschiedlich gefärbt sein können. Gewöhnlich weiß, gelblich, aber auch oliv oder sandbraun, versehen mit hellbraunen, grauen oder rötlichen Flecken, gesprenkelt oder gefleckt. Die Eier sind glatt und glänzend. Die Brutdauer dauert in der Regel 13 Tage. Die Bebrütung der Eier erfolgt ebenso wie das Hudern der Nestlinge ausschließlich durch das Weibchen. Beide Elternteile füttern, wobei der Anteil des Männchens jedoch geringer ist. Die Jungvögel verlassen das Nest bereits nach 8 - 10 Tagen und können nach 11 - 12 Tagen schon niedrig fliegen.


Merkmale der Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla)

Länge: ca. 13 - 14 cm;
Flügelspannweite: ca. 25 - 30 cm;
Gewicht: 19 - 24 g;
Brutzeit: Mitte April bis Mai - 2 Jahresbruten;
Gelegegröße: zumeist 4, gewöhnlich weiße oder sandfarbene rötlich gefleckte oder gesprenkelte, glatte und glänzende Eier;
Brutdauer: 13 Tage;
Nestlingszeit: 8 - 10 Tage, nach 11 - 12 Tagen können die Jungvögel niedrig fliegen.
Höchstalter: Nach Beringung nachgewiesen 8 Jahre.


Europäische Kurzzehenlerchen überwintern vor allem am Südrand der Sahara im Übergangsbereich zwischen Sahelzone und Wüste, außerdem auch an günstigen Stellen innerhalb der Sahara.

Den europäischen Bestand einschließlich der Türkei schätzte Birdlife International im Jahr 2004 auf 7,3 bis 14 Millionen Brutpaare. Die größten Bestände haben die Türkei mit 3 bis 6 Millionen Brutpaaren, das europäische Russland mit 2 bis 5 Millionen und Spanien mit 2,2 bis 2,6 Millionen Brutpaaren. Was man weiß, ist, dass die Bestände in Spanien und Russland abnahmen. 2008 wurde Calandrella brachydactyla auf der Roten Liste gefährdeter Arten geführt.





- letzte Aktualisierung: Freitag, 12. Juli 2019 -
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