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Die Wildbienen des Jahres seit 2013

Warum die Wildbiene des Jahres?

Wildbienen spielen im Naturhaushalt eine Schlüsselrolle. Sie sorgen gemeinsam mit der Honigbiene wie keine anderen Insekten für die Bestäubung unserer Wild- und Kulturpflanzen.
Viele Wildbienen sind heute in hohem Maße bedroht, weil ihre Lebensräume vielfach verloren gegangen sind und Pestizide in der Landwirtschaft zu erheblichen Bestandsverlusten geführt haben.
Wildbienen gehören trotz ihrer hohen Artenzahl von über 500 allein in Deutschland zu den weithin unbekannten Wesen unserer Tierwelt. Das soll sich ändern!
Mit der "Wildbiene des Jahres" machen der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster am Stuttgarter Naturkundemuseum und die Landesanstalt für Bienenkunde sowie die Imkerverbände Badens und Württembergs auf das Schicksal einer Art aufmerksam, deren Lebensweise besonders spannend und die auch für Laien gut zu erkennen ist.

Gehen wir also auf die Suche nach der Wildbiene des Jahres, lernen wir ihre Lebensweise kennen und kümmern wir uns um ihren Schutz!

Jahr Wildbiene wissenschaftlicher Name
2013 Die Zweifarbige Schneckenhausbiene Osmia bicolor
2014 Die Garten-Wollbiene Anthidium manicatum
2015 Die Zaunrüben-Sandbiene Andrena florea
2016 Die Bunte Hummel Bombus sylvarum

Die Bunte Hummel ist die "Wildbiene des Jahres 2016".

"Mit der Bunten Hummel haben wir eine Wildbiene ausgewählt, die als sympathische Botschafterin dafür wirbt, unsere Landschaften bienenfreundlicher zu machen", so Hans Schwenninger vom Kuratorium "Wildbiene des Jahres".

Die Bunte Hummel ist die Wildbiene des Jahres 2016 (Bild: R. Prosi) Die Bunte Hummel (Bombus sylvarum) ist auffallend kontrastreich gezeichnet, trägt in der Grundfarbe einen gelblich-weißen Pelz mit einem breiten schwarzen Streifen auf der Oberseite des Brustteils und ein orangerotes Hinterleibsende.
Die Bunte Hummel - Wildbiene des Jahres 2016 Bild: R. Prosi

Die Bunte Hummel verdeutlicht stellvertretend für alle Wildbienen, wie problematisch heute die Lebensumstände für Insekten sind, die auf ein reiches Blütenangebot in der Landschaft angewiesen sind. Da das Hummelvolk über den langen Zeitraum von Anfang Mai bis in den Herbst hinein aktiv ist, müssen während dieser Zeit fortwährend ausreichend Pollen- und Nektarquellen vorhanden sein. Es fehlen jedoch heute die blühenden Landschaften, welche die Bunte Hummel braucht und so ist die Initiative zur Vorstellung der Bunten Hummel zugleich ein dringender Appell, an Wegrändern, auf Wiesen aber auch in Gärten und Parks für ein reiches Blütenangebot aus heimischen Pflanzen zu sorgen.

Aussehen

Der deutsche Name "Bunte Hummel" ist gut gewählt. Ihr Pelz ist abwechslungsreich hell gelblich, schwarz und orange gestreift. Das Gesicht und die Körperseiten sind bei beiden Geschlechtern gelbgrau behaart, oben ist das Bruststück in der Mitte ausgedehnt schwarz, vorne und hinten gelblich gezeichnet. Der Hinterleib zeigt eine abwechselnd gelbliche und schwarze Querstreifung. Das Körperende ist orangerot. Die Königinnen werden bis zu 18 mm groß, Arbeiterinnen bleiben deutlich kleiner (bis 15 mm). Die Männchen messen 12-14 mm, sie sind schlanker als Königinnen und Arbeiterinnen und tragen längere Antennen.

Lebensweise


Der wissenschaftliche Name Bombus sylvarum, der früher mit "Waldhummel" übersetzt wurde, ist irreführend, denn die Tiere leben nicht im Wald, sondern im Offenland, vor allem auf blütenreichen Wiesen oder Streuobstwiesen, gelegentlich auch in Gärten und Parks. Die Bunte Hummel ist beim Blütenbesuch wenig wählerisch, denn mit ihrem mittellangen Saugrüssel kann sie sehr verschiedene Blütentypen nutzen. Sie ist aber während der ganzen Flugsaison auf ein hinreichend großes und gestaffeltes Angebot an Pollen und Nektar im Umkreis ihres Nestes angewiesen.
An den Blüten ist die Bunte Hummel ungemein flott unterwegs. Ihr Summen, das einen für Hummeln ungewöhnlich hohen Ton hat, hört man oft, bevor man die Tiere bei ihrer emisgen Sammelarbeit entdecken kann.
Nach dem Überwintern erscheinen die Königinnen Anfang April und bauen dann unterirdisch, oft in alten Mäusenestern, oder in der dichten Krautschicht ihre Nester.
Die Königin legt ca. acht Eier in eine große Gemeinschaftszelle aus Wachs, die sie regelrecht bebrütet. Innerhalb rund eines Monats entwickelt sich daraus die erste Generation von Arbeiterinnen, die nun die Brut im Nest und die Königin mit Nahrung versorgen. Wenn die ersten Arbeiterinnen ausfliegen, um Pollen zu sammeln und Nektar zu "tanken", verlässt die Königin ihr Nest nicht mehr.
Das Volk kann im Laufe des Sommers bis auf 150 Tiere anwachsen. Ab Ende Juli schlüpfen die Männchen und Jungköniginnen, die das Nest verlassen und sich verpaaren. Nur die begatteten jungen Hummelköniginnen überwintern, während das übrige Volk abstirbt. Im Frühling des Folgejahres gründen die jungen Königinnen wieder neue Hummelvölker - der Kreis schließt sich!

Die Bunte Hummel verdeutlicht stellvertretend für alle Wildbienen, wie problematisch heute die Lebensumstände für Insekten sind, die auf ein reiches Blütenangebot in der Landwirtschaft angewiesen sind. Das schlankere Männchen - hier an der Wiesen-Flockenblume (Bild: R. Prosi)
Bild. R. Prosi Ein Männchen an der Wiesen-Flockenblume

Hilfe für die Bunte Hummel

Die Bunte Hummel leidet besonders unter dem zunehmenden Verlust von blütenreichem Grünland und blühenden Säumen in der intensiv genutzten Feldflur. Die Erhaltung blütenreicher Wiesen und Weiden ist daher die wichtigste Schutzmaßnahme. Einfach und sehr wirksam ist es, auf Düngung zu verzichten. Das Aussähen von Wiesenblumen-Mischungen aus heimischen Wildpflanzen oder das gezielte Anpflanzen von Blumen, die gern von der Bunten Hummel angeflogen werden, sind aktive Hilfsmaßnahmen. Viele Kleearten, der Gewöhnliche Natternkopf, Die Futter-Esparsette oder Korbblütler wie Wiesen-Flockenblume oder die Nickende Distel bieten dann ideale "Tankstellen" für die Bunte Hummel - übrigens auch im eigenen Garten.


Herzlichen Dank an Herrn Hans Schwenninger, Sprecher des AK Wildbienen-Kataster, für den Pressetext und die Möglichkeit zwei Bilder von der Wildbiene des Jahres von R. Prosi, zeigen zu können.


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- letzte Aktualisierung: Donnerstag, 29. Dezember 2016 -