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Die Seevögel des Jahres seit 2014

Der Austernfischer ist Seevogel des Jahres 2014


Jahr Seevogel Familie wissenschaftlicher Name
2014 Austernfischer Austernfischer Haematopus ostralegus
2015 Brandseeschwalbe Seeschwalben Thalasseus sandvicensis
2016 Basstölpel Tölpel Morus bassanus

Der Basstölpel ist der Seevogel des Jahres 2016

Der Basstölpel ist der Seevogel des Jahres 2016. Das teilte der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur in Ahrensburg bei Hamburg mit. Der größte Seevogel an der deutschen Küste brütet mit 684 Paaren nur auf Helgoland. Der etwa ein Meter große Fischjäger leidet besonders unter der Vermüllung der Nordsee mit Plastik. Vor allem Reste von Fischernetzen sind eine große Gefahr. Außerdem können die Vögel in den Meeres-Windparks in die Rotoren fliegen und bisherige Nahrungsgründe verlieren.

Der Basstölpel hatte sich erst 1991 auf Helgoland angesiedelt (Bild: Felix Timmermann) Der deutsche Name des bekannten Meeresvogels bezieht sich auf die berühmte Brutkolonie auf dem Bass Rock, einem Felsen am Eingang des Firth of Forth vor der Ostküste Schottlands. Bereits 1447 wurde diese Kolonie erstmals erwähnt.
Der Basstölpel hat sich erst seit 1991 auf Helgoland angesiedelt. Bild: Felix Timmermann

Da die Meeresvögel ihre Beute mit rasanten Sturzflügen in die See fangen, geraten viele in Fischernetze und ertrinken. Oder Leinen verschließen den Schnabel, so dass sie nicht mehr fressen können. Außerdem schleppen sie Reste von Nylonnetzen als Nistmaterial in die Nester. Darin verfangene Vögel werden stranguliert. Eckart Schrey, Vorsitzender des Vereins Jordsand, stellte dazu fest: "Auch aus diesem Grund muss die Fischerei umweltverträglicher werden". Denn, so sagte er weiter: "In diesem Meeresmüll verstrickte Tiere gehen elend zugrunde. Der Todeskampf dauert oft mehrere Tage".

Das Forschungs- und Technologiezentrum Küste der Universität Kiel in Büsum ermittelte 2014: In über 90 Prozent von 265 untersuchten Basstölpelnester auf Helgoland steckte Plastikmüll, vor allem Netzreste. 7 junge und 5 alte Tölpel starben darin. Aber auch 25 der nahebei in den Felsen brütenden Trottellummen fielen dieser Vermüllung zum Opfer.

Die Nester der Basstölpel sind flache Mulden, die mit Pflanzenmaterial ausgekleidet werden. Sie stehen in großen Brutkolonien oft dicht beieinander und nicht selten geschieht es, dass der Nachbar etwas davon stibitzt. Reste von Fischernetzen stellen eine tödliche Gefahr für die Vögel dar (Bild: Helmut Mittelstädt)
Bild: Helmut Mittelstädt Reste von Naylonnetzen werden als Nistmaterial ins Nest eingetragen - das kann tödlich enden

Eine weitere Gefahr bilden Offshore- Windparks in der Nordsee. Davon sind auch drei rund 25 Kilometer vor Helgoland in Betrieb oder im Bau. Untersuchungen in Nordsee-Ländern zeigen, dass die meisten Basstölpel diese Industrieanlagen meiden, andere fliegen aber hinein. Dort besteht Kollisionsgefhar mit den über 60 Meter langen Rotoren, die eine hohe Geschwindigkeit an der Rotorspitze aufweisen. Die Scheuchwirkung der Großanlagen kann zudem traditionelle Nahrungsgebiete abschotten.

Merkmale des Basstölpels
Größe: etwa einer Gans
Maße: Länge: ca. 87cm - 100 cm; Flügelspannweite: ca. 165 cm - 180 cm
Gewicht: 2300 g - 3600 g
Stimme: Innerhalb der Kolonie lärmend, auf dem Meer stumm
Brutzeit: ab Anfang April, weiter nördlich ab Mai; 1 Jahresbrut
Größe des Geleges: 1 Ei - selten 2
Färbung des Eis: matt kalkig-weiße Außenschicht, stellenweise bläulich-grün
Brutdauer: Mittelwert 44 Tage
Nestlingszeit: 84 - 97 Tage (Mittelwert 90 Tage)

Schrey sieht deshalb die Technisierung der Meeresumwelt Nordsee mit Bedenken. Sie beeinflusse das gesamte Ökosystem. "In den kommenden Jahren werden große Flächen der Nordsee mit Windkraftanlagen überbaut. Ob diese Gebiete für die Basstölpel künftig als Nahrungsgebiete ausfallen, wissen wir noch nicht genau. Auch die Kollisionsgefahr mit den Rotoren muss genauer ermittelt werden". Studien auf den Britischen Inseln gehen davon aus, dass an einigen ungünstigen Standorten jährlich einige tausend Vögel sterben können.

Das fertige Federkleid wird erst im vierten bis sechsten Lebensjahr angelegt (Bild: Helmut Mittelstädt) Während die Altvögel auch den Winter über etwa in den Breiten ihrer Brutplätze bleiben, ziehen die Jungen nach Süden und überwintern vor den Küsten des tropischen Westafrika. Von dort kehren sie erst nach zwei oder auch mehreren Jahren in die Brutgebiete zurück.
Das fertige Federkleid wird erst im vierten bis sechsten Lebensjahr angelegt Bild: Helmut Mittelstädt

Der Basstölpel, wissenschaftlicher Name Morus bassanus, hatte sich erst 1991 auf Helgoland angesiedelt. Dort ist der gänsegroße Vogel nah am Felsrand zu bewundern. Auffällig sind das schneeweiße Gefieder der Altvögel und ihr gelber bis apricot-farbener Kopf. Der Gesamtbestand auf Inseln im Nordatlantik wird auf 950.000 bis 1,2 Millionen geschätzt. Davon brüten etwa 80 Prozent in Europa, der Rest an Kanadas Ostküste.

Die größten Kolonien, in denen die Vögel oft nur im Meterabstand nisten, beherbergt Großbritannien. Sie sind erst mit 5 Jahren brutreif und können 37 Jahre alt werden. Spektakulär sind die bis zu 100 Stundenkilometer schnellen Sturzflüge aus 10 bis 40 Metern Höhe nach Beute. Das sind vor allem Sandaale, Heringe und Makrelen.


Vielen Dank an Verein JORDSAND zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V., hier an Herrn Thorsten Harder, Geschäftsführer, für den Pressetext und die Möglichkeit Bilder von Herrn Felix Timmermann und Herrn Helmut Mittelstädt veröffentlichen zu können.


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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 30. Oktober 2016 -