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Naturparktier des Jahres seit 2003

Die Auszeichnung Naturparktier des Jahres wird seit 2003 vom Naturpark-Verein Holsteinische Schweiz verliehen. Mit dem Titel will dieser auf die Bedeutung der Naturparks in Deutschland für die Landschaft sowie für die darin lebende Flora und Fauna aufmerksam machen.

Die bisherigen Auszeichnungen zum "Naturparktier des Jahres" sind:

Jahr Naturparktier
2003 Laubfrosch
2004 Fischotter
2005 Großer Abendsegler
2006 Eisvogel
2007 Gebänderte Prachtlibelle
2008 Ringelnatter
2009 Dachs
2010 Rotmilan
2011 Nördlicher Kammmolch
2012 Uhu
2013 Kleine Maräne
2014 Schellente
2015 Wasserspitzmaus
2016 Kranich
2017 Moorfrosch

Der Moorfrosch (Rana arvalis) - der, der sich blau färben kann - ist das Naturparktier des Jahres 2017

Der Moorfrosch gehört innerhalb der Ordnung der Froschlurche zur Familie der Echten Frösche und ebenso zur Gattung der Echten Frösche. Außerdem fasst man ihn nach Aussehen und Lebensweise mit anderen Arten, z.B. Grasfrosch, zu den sogenannten Braunfröschen zusammen.

Der Moorfrosch ist ein kleiner, 5 - 6, ausnahmsweise bis 8 Zentimeter, kurzbeiniger, zierlich gebauter Braunfrosch mit relativ spitzem Schnauzenprofil. Bei nach vorn angelegtem Bein reicht das Fersengelenk - zumindest bei mitteleuropäischen Exemplaren - nur bis zum Auge, aber meist nicht über die Schnauzenspitze hinaus. Der Frosch hat einen braunen Schläfenfleck mit gut sichtbarem Trommelfell. Seine Rückenhaut ist glatt mit deutlichen, oft weißlich gefärbten Drüsenleisten. Seine Oberseite ist variabel und relativ kontrastreich gezeichnet, bräunlich, rötlich, gelblich oder graubraun, dunkel gefleckt. Die Flanken sind oft heller bräunlich als der Rücken und meist mit einem breitem, dunkel gesäumtem, hellem Mittellängsband. Es treten aber auch zeichnungslose Tiere auf.

Der Moorfrosch ist das Naturparktier des Jahres 2017 (Bild: Frank Hecker) Die intensive Blaufärbung der Männchen zur Laichzeit ist nicht überall und auch nur an wenigen Tagen zu beobachten.
Der Moorfrosch ist das Naturparktier des Jahres 2017 Bild: Frank Hecker

Während des Höhepunktes in der Paarungszeit kann die Haut der Männchen durch Reflexionen bläulich-violett bis intensiv himmelblau erscheinen - entweder nur an einigen Körperpartien wie um das Trommelfell und an den Flanken oder auch an der gesamten Oberseite einschließlich der Extremitäten. Damit besteht beim Moorfrosch ein saisonaler Geschlechtsdimorphismus (in der Biologie die deutlichen Unterschiede in Erscheinung, Körperfunktionen, Verhalten zwischen männlichen und weiblichen Tieren derselben Art) hinsichtlich der Färbung, wie er bei europäischen Froschlurchen sonst kaum beobachtet wird.

Welche Faktoren diese Umfärbung, bei den männlichen Tieren, sowie die Intensität verursachen, ist nocht nicht im Einzelnen geklärt. Der Paarungsruf der Männchen ist nur ein leises Glucksen (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Der Paarungsruf der Männchen ist nur ein leises Glucksen

Umgebungsbedingungen wie die Region, das einzelne Biotop, die Witterung, die Jahreszeit oder aber auch die Bestandsdichte innerhalb der Laichgesellschaft scheinen dabei eine Rolle zu spielen, den bei der Anwanderung in das Laichgewässer sind die Tiere in der Regel noch braun gefärbt. Erst mit zunehmender Balzaktivität im Gewässer ist eine sukzessive stärker werdende Blaufärbung bei den Männchen zu erkennen, die individuell meist nur wenige Tage andauert. Was für eine Funktion dieser Farbwechsel hat, ist nicht eindeutig bekannt. Vielleicht ist es ein visuelles Signal gegenüber Weibchen oder konkurrierender Männchen.

Fortpflanzung

In Mitteleuropa liegt die Hauptlaichzeit beginnend im März oder Anfang April, bei sehr langen Wintern auch noch später im April. Hier sind die Rufe sowohl tagsüber, bei Sonnenschein intensiv, aber auch nachts zu hören. Die Männchen rufen mit leiser Stimme, die an das Geräusch von Luftblasen erinnert, die aus einer untergetauchten Glasflasche entweichen. Insgesamt werden 800 - 3000 Eier in Form von 1 (-2) Laichballen im Flachwasser an Ästen und Pflanzen abgelegt. Die Zahl der Eier darin ist abhängig vom Lebensalter und der körperlichen Verfassung des Weibchens.

Moorfroschpaar - man beachte die viel stärkeren Arme des Männchens (Bild: Frank Hecker) Die Umklammerung der Männchen bei den Weibchen nennt man in der Fachsprache Amplexus.
Moorfroschpaar - man beachte die viel stärkeren Arme des Männchens Bild: Frank Hecker

Lebensraum

Im nordöstlichen Mitteleuropa sowie in Nord- und Osteuropa bis Sibirien, vor allem im Flachland in Höhen bis 600 m, maximal bis in 1000 m. Hauptsächlich in Niedermooren, Riedgebieten, Feuchtwiesen und Auwäldern mit einem hohem Grundwasserstand. Zur Laichzeit auf überschwemmten Flächen, in Torfstichen oder Teichen und Wassergräben mit gut strukturierten, besonnten Uferbereichen. Die Überwinterung findet an Land statt, nur selten in Gewässern.
Innerhalb Deutschlands liegen die Verbreitungsschwerpunkte im Nord- und Ostteil, insbesondere im Nordostdeutschen Tiefland. In Mittel-, West- und Süddeutschland ist der Moorfrosch nur sehr lückig vertreten. In diesen Regionen ist diese Art vielfach vom Aussterben bedroht.

Der Ruderschwanz der älteren Kaulquappen ist etwa anderthalbmal so lang wie der Rumpf und endet spitz. Ihre Gesamtlänge beträgt maximal 45 Millimeter. Nach etwa dreimonatiger Entwicklungszeit erfolgt die Metamorphose zum Landtier. Moorfrösche zwischen Laich und Artgenossen (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Moorfrösche zwischen Laich und Artgenossen

Gefährdung

Der auf permanent nasse Biotope angewiesene Moorfrosch leidet besonders unter der  großräumigen Trockenlegung und Kultivierung von Mooren und anderen Feuchtgebieten. In von Natur aus schwach gepufferten Laichgewässern innerhalb von Mooren kann "saurer Regen" zu einem Absinken des ph-Wertes und zu einer Verpilzung sowie Absterben des Laiches führen. Die intensive Landwirtschaft, sowie der Straßenverkehr bedingen eine Verinselung der Vorkommen.


Vielen Dank Frau Sonja Fuhrmann, vom Naturpark Holsteinische Schweiz
für den Pressetext. Die Aufnahmen stammen dankenswerterweise von Frank Hecker, Naturfoto Hecker, www.naturfoto-hecker.com

Wer mehr über den Naturpark Holsteinische Schweiz und dessen Flora und Fauna wissen möchte, hier der Link: www.naturpark-holsteinische-schweiz.de


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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 13. Dezember 2017 -
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