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Die Libellen des Jahres seit 2011

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), sowie die Fachgesellschaft der Libellenkundler und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) wählten erstmals 2011 die "Libelle des Jahres".

Jahr Libelle wissenschaftlicher Name
2011 Die Feuerlibelle Crocothemis erythraea
2012 Die Blaugrüne Mosaikjungfer Aeshna Cyanea
2013 Die Speer-Azurjungfer Coenagrion hastulatum
2014 Die Kleine Moosjungfer Leucorrhinia dubia
2015 Die Gefleckte Heidelibelle Sympetrum flaveolum
2016 Die Gemeine Binsenjungfer Lestes sponsa
2017 Die Gemeine Keiljungfer Gomphus vulgatissimus
2018 Die Zwerglibelle Nehalennia speciosa
2019 Die Schwarze Heidelibelle Sympetrum danae

Die Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) ist die Libelle des Jahres 2019


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Schwarze Heidelibelle zur "Libelle des Jahres 2019" gekürt. Damit wählen der Umweltverband und die Libellenkundler zum achten Mal in Folge die "Libelle des Jahres".

Ziel ist es, auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen - denn 48 der insgesamt rund 80 heimischen Libellenarten stehen auf der Roten Liste gefährdeter Insekten. Mit der ehemals häufigen Schwarzen Heidelibelle droht nun eine weitere Art in eine bundesweite Gefährdung zu geraten.


Die Schwarze Heidelibelle - hier ein Männchen - ist die Libelle des Jahres 2019 (Bild: Michael Post / GdO) Die ausgefärbten Tiere können wegen der schwarzen Färbung des Hinterleibs der Männchen und der ausgedehnten schwarzen Zeichnungen der im Alter dunkelbraungrauen Weibchen nicht verwechselt werden.
Jungtiere unterscheiden sich von den anderen
Sympetrum-Arten durch die kräftige schwarze Zeichnung der Brust.
Die Schwarze Heidelibelle, hier ein Männchen, ist die Libelle des Jahres 2019 Bild: Michael Post / GdO


Die Schwarze Heidelibelle ist die kleinste der heimischen Großlibellen und ein selten werdender Schatz der deutschen Landschaft. Sie steht als Symbol nicht nur für die bedrohten Moorgewässer Deutschlands, sondern auch für die Notwendigkeit eines starken nationalen Artenschutzes jenseits der gesamteuropäischen Schutzbemühungen, begründen BUND und GdO ihre gemeinsame Wahl. Vor allem die rasante Abnahme von noch vor wenigen Jahren häufigen Arten ist kritisch und fordert besondere Aufmerksamkeit, um die Ursachen zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.


Zuordnung der Schwarzen Heidelibelle

Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Gattung: Heidelibellen (Sympetrum)
Art: Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae)

 
Die Schwarze Heidelibelle ist aufgrund ihrer geringen Größe von 4,5 bis 5,5 cm und der namensgebenden Schwarzfärbung der erwachsenen Männchen unverwechselbar. Noch vor wenigen Jahren war die Art weit verbreitet und vielen Menschen bekannt. Heute steht sie jedoch in vielen Roten Listen der Bundesländer, in Bayern auf der Vorwarnliste, und gilt dort als "gefährdet" oder musste in die Vorwarnliste aufgenommen werden.


Die Flugzeit bei der Schwarzen Heidelibelle umfasst die Monate Juli bis September. Ihr Lebensraum sind stehende Gewässer aller Art, im Südwesten mehr im Gebirge. In Moorgewässern meist häufiger anzutreffen. Die Schwarze Heidelibelle sonnt sich gerne auf dem Boden, auf Steinen und Hölzern. Paarungsrad bei der Schwarzen Heidelibelle (Bild: Michael Post / GdO)
Bild: Michael Post / GdO Paarungsrad bei der Schwarzen Heidelibelle


Bei der Eiablage sind die Partner verbunden und bilden wie bei allen Heidelibellen ein Tandem. Nach der Eiablage überwintern die Eier und die Larven schlüpfen erst im folgenden Frühjahr. Dabei halten sich die Larven im flachen Wasser in Ufernähe auf, welches sich im Laufe des Frühjahres stark erwärmt. Die Larven vollenden ihre Entwicklung noch im gleichen Jahr zur Libelle.


Schwarze Heidelibelle - hier ein Weibchen (Bild: Michael Post / GdO) Die Schwarze Heidelibelle benötigt nährstoffarme und saure Gewässer. Daher ist der Erhalt geschützter Biotope unter anderm in Mooren für diese Art überlebenswichtig.
Schwarze Heidelibelle, hier ein Weibchen Bild: Michael Post / GdO


"Beim Erstellen der bundesweiten Roten Liste durch die GdO musste für die Schwarze Heidelibelle ein sehr deutlicher und signifikanter Rückgang bereits zwischen 1995 und 2009 festgestellt werden. Im Vergleich der älteren Zeitspanne von vor 1980 und den aktuellen Werten liegt der Rückgang sogar bei fast 40 Prozent, das ist mit der höchste Wert unter allen ausgewerteten Libellenarten", stellt der Verbreitungsatlas der Libellen Deutschlands der GdO heraus.

Die genauen Gründe für den starken Rückgang der Schwarzen Heidelibelle sind nicht bekannt. Die Forscher der GdO vermuten eine Kombination aus verschiedenen Ursachen, wie der zunehmenden Anreicherung der Gewässer mit Stickstoff aus Abgasen und Düngemitteln, Einflüsse des Klimawandels und direkte Lebensraumverluste. Die Schwarze Heidelibelle braucht nährstoffarme und saure Gewässer, oft sind ihre Vorkommen nur temporär und die Art verschwindet an diesen Standorten nach wenigen Jahren wieder. Der Erhalt besonders geschützter Biotope unter anderem in Mooren ist für diese Art daher ebenso wichtig wie das regelmäßige Entstehen neuer Kleingewässer.


Von den 80 heimischen Libellenarten stehen 48 auf der Roten Liste gefährdeter Insekten.


Herzlichen Dank an Frau Nehle Hoffer, BUND-Libellenexpertin für den Pressetext, sowie die Erlaubnis die Bilder von Herrn Michael Post veröffentlichen zu dürfen.


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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 08. Mai 2019 -
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