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Die Stauden des Jahres seit 2000

Eine Aktion Staude des Jahres ist eine Aktivität des Bund Deutscher Staudengärtner im Zentralverband Gartenbau:

Jahr Staude wissenschaftlicher Name
2000 Fetthenne Sedum
2001 Glockenblume Campanula
2002 Astern Aster
2003 Gartensalbei Salvia x memorosa
2004 Storchschnabel Geranium
2005 Anemone (Windröschen) Anemone nemorosa
2006 Phlox (Flammenblume) Phlox
2007 Der Ehrenpreis Veronica
2008 Die Sonnenbraut Helenium
2009 Die Funkie Hosta
2010 Die Katzenminze Nepeta
2011 Die Fetthenne Sedum
2012 Der Knöterich Polygonum (und Aconogonon, Bistorta, Fallopia, Persicaria)
2013 Die Wolfsmilch Euphorbia
2014 Die Elfenblumen Epimedium
2015 Die Segge Carex
2016 Iris Iris (pseudacorus)

Die Staude des Jahres 2016: Iris - die Blume des Regenbogens

Sie können von unverkünstelter Reinheit sein oder sich in opulente Rüschen hüllen, als Miniaturen im Topf becircen oder als Prachtstauden im Beet alle Blicke auf sich ziehen: Iris sind so vielgestaltig, dass sie ihren Titel als Lieblingspflanze vieler Gartenfans selbst in Schwarz-Weiß ganz sicher verteidigen würden. Umso verständlicher ist diese Liebe angesichts der ungalublichen Farbenvielfalt, mit der die Staude des Jahres 2016 aufwartet. "Nicht umsonst wurde die Iris nach der griechischen Göttin des Regenbogens benannt", sagt Aglaja von Rumohr, langjährige Leiterin der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin.

Iris - die Staude des Jahres 2016 (Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin) Die Hohe Bartschwertlilie Iris Barbataelatior erscheint mit ihren Blüten in barocker Fülle und außergewöhnlicher Farbkombination. Sie blüht von Mitte bis Ende Mai mit zartem Duft.
Die Hohe Bartschwertlilie mit barocken Farben Bildnachweis: GMH / Gräfin von Zeppelin

Die Schwertlilien (Iris) bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Iridoideae in der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen.

Die griechische Göttin Iris (Regenbogen) ist Namenspatronin dieser Staude. Neben dem Knallblau dieser Iris sibirica reicht das Farbenspektrum der zahlreichen Iris-Arten von Weiß über Gelb, Orange, Rot und Blau bis fast ganz Schwarz Die griechische Göttin des Regenbogens Iris ist die Namenspatronin (Bild: GMH / Bettina Banse)
Bild: GMH / Bettina Banse Iris sibirica - die Blütezeit reicht von Mai bis Juni

Die an Arten umfangreiche Gattung wurde nach der griechischen Göttin des Regenbogens (Iris) benannt. Der wissenschaftliche Name ist auch im deutschen Sprachgebrauch geläufig. Die Iris-Arten werden wegen ihrer schönen und auffälligen Blüten als Zierpflanzen geschätzt. Schwertlilien sind trotz ihres Namens nur entfernt mit Lilien verwandt.

Die Sumpfschwertlilie schmückt Teich und Garten (Bild: GMH / Christiane Bach) Die heimische Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) ist in der Natur am Ufer zu finden oder schmückt den Teich im Garten. Von Juni-Juli überragt diese Iris mit ihren Blüten im schilfartigen Laub viele andere Stauden am Wasserrand.
Flach wie Schwerter sind die langen Blätter dieser Sumpfpflanze. Bild: GMH / Christiane Bach

Die Sumpfschwertlilie ist eine unverwechselbare Pflanze. Die Blätter sind schwertförmig, 1 -3 cm breit und etwa so lang wie der Blütenstängel. Die 8 -10 cm großen Blüten sind bei den äußeren Blütenhüllblätter dunkel geädert.

Der weiße Dom der Blüte scheint bei der Iris-Barbata-elatior "Ruban Bleu" in die blauvioletten Hängeblätter überzugehen. Der gelb-orangene Bart kontrastriert das Farbspiel. Bis zu einem Meter hoch wird diese Bart-Schwertlilie. Bis zu einem Meter in Höche wachsen kann die Bart-Schwertlilie (Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin)
Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin Bartschwertlilie

Flach wie Schwerter sind die langen Blätter der Sumpfschwertlilie. Und auch die Blüten sind eigenwillig gebaut. Scheinbar bestehen sie aus drei Einzelblüten, die ineinander geschachtelt sind. Doch das täuscht, die Blütenblätter sind nur unterschiedlich gebaut. Innen liegen drei aufrechte schmale "Domblätter", außen drei breite "Hängeblätter". Pflanzen mit solchen Blüten nennt man auch "Kraftblumen", weil nur kräftige Insekten es schaffen, ihre Blüten zu bestäuben. Nur Hummeln gelingt es, hineinzukriechen und an den tief liegenden Nektar zu gelangen. Später entwickeln sich Samenkapseln, die im Herbst aufspringen. Die Samen fallen ins Wasser.

Goldgelb ist die Farbe dieser Iris-Sorte (Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin) Gelb! Außergewöhnlich rein ist die goldgelbe Farbe der Sorte Iris Barbata-elatior "Gold Galore".
Ein ausgeprägter Duft und eine gute Wüchsigkeit sprechen zudem für diese Iris. Sie ist auch trockenheitsverträglich.
Eine Farbe Gelb. Diese außergewöhnliche Sorte hat einen ausgeprägten Duft Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin

Bart-Iris: Königliche Erscheinungen

Mehr als 200 Iris-Arten regen Züchter weltweit immer wieder zu neuen Sorten-Kreationen an. In der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin geben sich einige der schönsten Iris-Züchtungen ein Stelldichein. "Spezialisiert haben wir uns auf die wohl eindrucksvollste Gruppe, die vorwiegend im Mai/Juni blühende Bart-Iris. Die hohen und mittelhohen Sorten - die sogenannten Barbata-elatior- und Barbata-Media-Iris - werden 60 bis 110 cm hoch und kommen in Gruppen gepflanzt am besten zur Geltung", erklärt Aglaja von Rumohr. Auffällige Züchtungen passen besonders gut in Prachtstaudenrabatten, etwa die dreifarbige Barbata-Elatior-Iris "Ruban Bleu". Wie viele Iris punktet die 85 cm hohe Sorte zudem mit wundervollem Duft. Eine angenehme Überraschung versprechen sogenannte Rebloomer wie die zartgelbe Barbata-Elatior-Iris "Total Recall". "Reblommer blühen und duften im Herbst ein zweites Mal - selbst ohne Rückschnitt. In spezialisierten Gärtnereien sind mittlerweile zahlreiche Sorten in den unterschiedlichsten Farben erhältlich.

Die Hohen Bart-Iris bringen Farbe und Höhe in ein Beet. Die Sorte "Honky Tonk Blues" kann auch gut für einen Strauss geschnitten werden. Mit zartem Duft und einer Höhe von bis zu 110 cm bringt sie es auf bis zu 10 Blüten pro Stängel. Durch die Iris-Sorten kommt Farbe und Höhe ins Beet (Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin)
Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin Bis zu einer Höhe von 110 cm bringt es diese Hohe Bart-Iris-Art

Wildarten - einfach bezaubernd

Die schlichteren, aber nicht weniger elegaten Blüten von Wildarten wie Steppen-Schwertlilie (Iris spuria) und Bleicher Schwertlilie (Iris pallida) eignen sich sehr gut für naturnahe Pflanzungen. Aglaja von Rumohr empfiehlt für die Gestaltung Pflanzpartner mit grauem Laub, zum Beispiel Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) und Lavendel (Lavandula). Sie passen sehr gut zum Grüngrau der Irisblätter und bevorzugen wie die meisten gängigen Iris-Arten einen vollsonnigen, eher trockenen Platz im Garten. Vor allem Staunässe muss unbedingt vermieden werden, da sonst die Rhizome - die dicken Speicherorgane - faulen können.

Wunderbare Farben von Blau über Dunkellila bis fast schwarz (Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin) Dunkellila bis fast schwarze Blüten haben viele Liebhaber. Das leuchtend helle Violett des Blütendoms verleiht der Sorte Iris-Barbata-elatior "Mysterieux" mit dem dunkelvioletten Hängeblättern zudem eine strahlende Fernwirkung. Schnuppern lohnt sich auch hier - die Blüte duftet zart.
Wunderbare Farben und ein zarter Duft Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin

Wiesen- und Sumpf-Iris - Galionsfiguren am Teichrand

Iris sibirica, wie der lateinische Name der Wiesen-Iris lautet, ist die Spezialistin für feuchten Untergrund. Die zierlichen blauen oder violetten Blüten, die charakteristisch für diese Iris-Arten sind, sehen in Tuffs gepflanzt am schönsten aus und passen perfekt zu den lechtend gelben Blüten der Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus).

Starke Kontraste: Goldgelbe Bart-Iris und das Gefleckte Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla "Langtrees" bringen sich gegenseitig zum Leuchten. Farbenkontraste Bart-Iris und Vergissmeinnicht (Bild: GMH / Bettina Banse)
Bild: GMH / Bettina Banse Ein Augenschmaus - Iris und Vergissmeinnicht

Am Teichrand fühlen sich die beiden um die 80 cm hohen Arten besonders wohl, wobei Iris pseudacorus Staunässe verträgt, Iris sibirica hingegen nicht. Wiesen-Schwertlilien gedeihen aber auch in normaler Gartenerde an einem sonnigen oder halbschattigen Platz und eignen sich sehr gut für kleine Gärten. Eine Hinweis wert sind die dekorativen Samenkapseln der Wiesen-Iris. Wer Spaß am Experementieren hat, kann alte Blütenstände daher ruhig einmal stehen lassen und sich im Winter über den hübschen Blickfang freuen.

Werden sie blühfaul muss man sie teilen (Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin) Bart-Iris werden mit den Jahren blühfaul. Dann ist es Zeit sie zu teilen.
Iris werden geteilt Bild: GMH / Gräfin von Zeppelin

Zwerg-Iris - zum Niederknien

"Die verschiedenen Miniaturformen der Iris sind noch viel zu wenig bekannt, aber von ganz besonderem Liebreiz", verrät Aglaja von Rumohr. Kleine Netzblatt-Iris ( Iris reticulata), Iris histrioides und Amerikanische Zwerg-Iris (Iris lacustris) beispielsweise zählen zu den Arten, die Zwiebeln anstelle von Rhizomen ausbilden und bereits im Februar/März erblühen. Sie werden im zeitigen Frühjahr als Topfpflanzen angeboten und können nach der Blüte in den Garten gepflanzt werden.

Wie von einer Meisterhand gezeichnet: Die Blüten der Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica) sind schlicht und raffiniert zugleich. Iris sibirica - wunderschöne Farben (Bild: GMH / Christiane Bach)
Bild: GMH / Christiane Bach Die Blüte einer Wiesen-Schwertlilie

Diese kleinen aber feinen Iris-Vertreterinnen verzichten auf Rüschen und extragroße Blüten, verfügen jedoch über eine schöne Blütenzeichnung und jene Leuchtkraft, nach der man sich nach einem grauen Winter sehnt. Genau wie die koketten. im April/Mai blühenden Niedrigen Bart-Iris (Barbata-Nana-Gruppe) adeln sie jeden Steingarten und verleihen Pflanzgefäßen einen Hauch von Göttlichkeit.

Auch im Winter zaubern die Iris-Arten wunderbare Farbenspiele (Bild: GMH / Christiane Bach) Eine besondere Zier: Die korallenroten Samen von Iris foetidissima sind deutlich auffälliger als ihre Blüten. Die wiederum stinken ganz und gar nicht, auch wenn die lateinische Artbezeichnung foetidissima dies nahelegt. Diese Wildart verträgt Halbschatten.
Wunderbare Natur - Samen von Iris foetidissima Bild: GMH / Christiane Bach

Bart-Iris - erfolgreich pflegen und vermehren

"Damit Bart-Iris erfolgreich anwachsen, sollten sie in lehmigen Boden vor dem Pflanzen reichlich gewaschenen Sand einarbeiten", empfiehlt Aglaja von Rumohr von der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. Sicherheitshalber kann man die Rhizome zusätzlich auf eine zwei bis drei Zentimeter hohen Sandschicht betten.

Dank ihrer attraktiven Samenkapseln ist die Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica) auch im Winter eine Bereicherung für den Garten. Samenkapsel einer Wiesen-Schwertlilie (Bild: GMH / Christiane Bach)
Bild: GMH / Christiane Bach Samenkapsel einer Wiesen-Schwertlilie

Grundsätzlich gilt: Die Rhizome werden flach gepflanzt, ungefähr die obere Hälfte sollte noch aus der Erde herausschauen. Für eine optimale Pflanzenentwicklung empfehlen die Spezialisten der Zeppelin-Gärtnerei einen kalibetonten Dünger zum Frühjahrsaustrieb. Welke Blütenstände sollten bodennah zurückgeschnitten werden, damit die Pflanzen keine unnötige Kraft in die Samenbildung stecken.

Schon früh im Jahr zeigt sich die Kleine Netzblatt-Iris (Bild: GMH / Christiane Bach) Frühaufsteherin: Die Kleine Netzblatt-Iris (Iris reticulata) wird nur 10 bis 15 cm hoch, schiebt ihre Blütentriebe aber schon im Februar/März aus dem noch kalten Boden.
Die Kleine Netzblatt-Iris ist schon im Februar/März zu sehen Bild: GMH / Christiane Bach

Besonders wichtig: "Nach einigen Jahren haben sich die Rhizome kreisförmig ausgebreitet und die Bart-Iris werden zunehmend blühfaul. Dann ist es an der Zeit, sie zu teilen": Dazu hebt man zum Sommerende die Rhizome mit einer Grabegabel aus der Erde. Die am Rand befindlichen Stücke sind am vitalsten. Sie werden mit einem scharfen, sauberen Messer an einer der deutlich sichtbaren Einschnürungen abgetrennt und wieder eingepflanzt. Ihre Blätter kürzt man mit einer Schere dachförmig ein - das senkt die Verdunstung, bis die Rhizome wieder eingewurzelt sind.

Vielen Dank an Frau Tina Banse vom Bund deutscher Staudengärtner (BdS), für das Überlassen der Texte und der  Bilder von der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin, Bettina Banse, und Christiane Bach.


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- letzte Aktualisierung: Donnerstag, 01. Dezember 2016 -