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Die Stauden des Jahres seit 2000

Eine Aktion Staude des Jahres ist eine Aktivität des Bund Deutscher Staudengärtner im Zentralverband Gartenbau:

Jahr Staude wissenschaftlicher Name
2000 Fetthenne Sedum
2001 Glockenblume Campanula
2002 Astern Aster
2003 Gartensalbei Salvia x memorosa
2004 Storchschnabel Geranium
2005 Anemone (Windröschen) Anemone nemorosa
2006 Phlox (Flammenblume) Phlox
2007 Der Ehrenpreis Veronica
2008 Die Sonnenbraut Helenium
2009 Die Funkie Hosta
2010 Die Katzenminze Nepeta
2011 Die Fetthenne Sedum
2012 Der Knöterich Polygonum (und Aconogonon, Bistorta, Fallopia, Persicaria)
2013 Die Wolfsmilch Euphorbia
2014 Die Elfenblumen Epimedium
2015 Die Segge Carex
2016  Die Iris Iris (pseudacorus)
2017 Die Bergenie Bergenia
2018 Die Taglilie Hemerocallis
2019 Edle Disteln (Gold- u. Kugeldisteln, Mannstreu Carlina, Echinops, Eryngium
2020 Das Ziergras Rutenhirse Panicum

Die Staude des Jahres 2019: Sind die Edlen Disteln (Gold- und Kugeldisteln, Mannstreu)


Die Staude des Jahres 2019 Edle Disteln - kühne Recken für den Garten!


"Die" Distel ist ein klassischer Fall von "wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" Bei der Staude des Jahres 2019 handelt es sich nämlich nicht um eine einzelne Pflanzengattung, sondern um eine ganze Gruppe.

Die Gemeinsamkeit sticht, Pardon, liegt auf der Hand. "Disteln besitzen Dornen. Mal mehr, mal weniger, mal sind nur die Blattränder mit piksenden Fortsätzen bewehrt, mal auch die Stängel und Blütenkelche. In jedem Fall wissen sich die meisten Disteln ganz gut vor potenziellen Fressfeinden zu schützen", fasst Georg Uebelhart zusammen, Geschäftsführer des Staudensamenproduzenten Jelitto.


Das Alpen-Mannstreu gehört zu den Edlen Disteln - Staude des Jahres 2019 (Bild: GMH / Markus Hirschler)  Platzhirsch: das Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) findet im Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) den perfekten Partner für starke Farbkontraste. 
Das Alpen-Mannstreu gehört zu den Edlen Disteln - Staude des Jahres 2019  Bild: GMH / Markus Hirschler 


Als Disteln werden umgangssprachlich mit Dornen bewehrte, "stachelige" Pflanzen bezeichnet. Das Wort geht auf indogermanische Ursprünge zurück und bedeutet etwa "spitz" oder "stechen".

Wer je versuchte, die Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare) mit bloßen Händen zu jäten, kann von ihrer Wehrhaftigkeit ein Lied singen. Dennoch sind viele Disteln alles andere als fiese Kratzbürsten. Richtig eingesetzt haben sie das Zeug zum Gartenstar - wunderschön, robust und ausgesprochen nützlich.


AC/DC: Ein blaues Blitzlichtgewitter zündet der Flachblättrige Mannstreu 'Blue Glitter' (Eryngium planum) von Juni bis September. Geradezu elektrisierend wirkt die Kombination mit gelbgrünen Blättern und Blüten.  Ein blaues Blitzlichtgewitter - der Flachblättrige Mannstreu (Bild: GMH / Bettina Banse) 
Bild: GMH / Bettina Banse  Ein blaues Blitzlichtgewitter - der Flachblättrige Mannstreu 


Distel ist in der Botanik kein eindeutiger Name, sondern ein Namensbestandteil bei verschiedenen Arten und Gattungen der Carduoideae, einer Unterfamilie der Korbblütler (Asteraceae).

Vielseitige Gartenstauden

In Bauerngärten und den späteren Freizeitgärten finden sich seit jeher diverse Distelarten, vor allem aufgrund ihrer schönen Optik - so unterschiedlich eben jene auch sein mag, oder vielleicht auch gerade wegen dieser Bandbreite.


Elfenbein-Mannstreu - Silver Ghost (Bild: GMH / Bettina Banse) Ebenbürtig: Elfenbein-Mannstreu - Silver Ghost (Eryngium giganteum) und Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora) ergänzen sich zu einem ausdrucksstarken Stillleben

Um den ungewöhnlichen Namen rankt sich eine skurrile Geschichte, wie sie wohl nur bei leicht versnobten britischen Gartenliebhaberinnen vorkommen kann. Eine extentrische upper class lady, die in ihrem Garten nicht das allerkleinste Hälmchen am falschen Platz duldete, bei Besuchen in fremden Gärten aber, so erzählte man sich, pflegte sie stets eine Handvoll Samen der Elfenbeindistel Eryngium giganteum in ihrer Rocktasche bei sich zu tragen. Unauffällig, fast schon geisterhaft, ließ sie hier und da ein paar Samenkörner zu Boden fallen. Sie war der Meinung, dass diese Edle Distel Blickfänge und ordnende Elemente bieten könne. Seit dieser Zeit erfreut sich diese Elfenbeindistel großer Beliebtheit auf der Insel.
Elfenbein-Mannstreu - Silver Ghost Bild: GMH / Bettina Banse


Die Elfenbeindistel hat eine sehr lange Blütezeit, ist nach der Blüte noch lange schön und ist wunderbar zum Trocknen geeignet. Die kunstvoll gemasterten Hüllblätter sind elfenbeinfarben bis silbern, wirken filigran und erlesen, sind jedoch mit kräftigen Stacheln bewehrt. Sie bewahren ihre Schönheit und Form bis weit in den Herbst hinein. Die großartige Strukturpflanze bevorzugt sonnige, trockene, durchlässige, auch nährstoffarme Lagen, gedeiht aber auch auf feuchteren Böden.

Der Riesen-Mannstreu (Eryngium giganteum) kommt vom Kaukasus über den Osten der Türkei bis Iran in Gebirgsstandorten vor. In Großnritannien und dem Süden Schwedens gilt er als eingebürgerter Neophyt. In Mitteleuropa tritt er gelegentlich und unbeständig neophytisch in der Nähe von Siedlungen auf. In Deutschland wird die Art als in Einbürgerung befindlich eingestuft.

Mannstreu (Eryngium) trivial auch Edeldistel, ist mit rund 230 Arten die artenreichste Gattung der Pflanzenfamilie der Doldenblütler (Apiaceae). Insgesamt handelt es sich meistens um distelähnliche Pflanzen mit harten, dornigen Blättern. Obwohl es sich teilweise um einjährige krautige Pflanzen handelt, erreichen einige Arten Wuchshöhen von mehreren Metern, die meisten Arten allerdings nur 50 bis 100 cm.


Ordnung Familie Gattung Wissenschafrlicher Name
Doldenblütlerartige Doldenblütler Mannstreu Eryngium


Viele Mannstreu-Arten etwa erinnern an stolze Ritter, die sich zum Turnier rüsten. Metallisch glänzend funkelt beispielsweise das Elfenbein-Mannstreu, Silver Ghost (Eryngium giganteum) dem Betrachter entgegen. Hocherhobenen Hauptes präsentiert es seine aus unzähligen Einzelblüten zusammengesetzten Blütenhelme, jeder gesäumt von einem zackigen Kragen über grün-silbrigem Laub. Den Platz sowohl in modernen gestalteten Gärten als auch in naturnahen Anlagen musste sich der edle Recke allerdings gar nicht erst erkämpfen, er wurde und wird ihm ganz und gar freiwillig gewährt, weiß Georg Uebelhart, selbst ein bekennender Distel-Fan.

Bwundernde Blicke rufen auch Gefolgsleute wie das faszinierende Flachblatt-Mannstreu (Eryngium planum) hervor, dessen Blütenstände in pulsierendem Stahlblau leuchten, oder die zahlreichen Arten und Sorten der Kugeldistel (Echinops). Deren morgensternähnliche bläuliche oder weiße Blütenstände sind für architektonisch gestaltete Gärten wie geschaffen, aber auch in Prärie- und Steppenpflanzungen sehr gefragt.


Die Stranddistel, auch See-Mannstreu genannt, hat sich ein unverwechselbares Design zugelegt. Ein Hingucker für naturnah gestaltete Kiesgärten. Stern der Dünen - Die Stranddistel (Eryngium maritimum) (Bild: Bettina Banse)
Bild: GMH / Bettina Banse Stern der Dünen - Die Stranddistel (Eryngium maritimum)


Wild vorkommend
Der bis 60 cm hohe einjährige, von Juni - August blühende distelartige Doldenblütler steht zerstreut auf lückig bewachsenen Weißdünen (auch Sekundärdünen oder Haldendüne, - ist oft mehrere Meter hoch und besteht aus reinem Quarzsand aus der Primärdüne) der Nord- und Ostsee. Oft für Trockensträuße gesammelt, ist die Art stark gefährdet. Als "Bodenroller" werden die Sprosse vom Wind über den Boden getrieben und streuen dabei die reifen Früchte aus. Die Wildbestände dieser Pflanze sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Auf der Roten Liste Deutschland der gefährdeten Pflanzenarten ist sie als stark gefährdet eingestuft.


Die Gefährdung der Stranddistel wird insbesondere durch das illegale Abpflücken und Ausgraben sowie durch Kaninchenverbiss begründet. Abgepflückte Blütenstände kann die Pflanze nicht über nachwachsende, neue Triebe ausgleichen. Die Stranddistel ist auf Standorte angewiesen, deren Böden noch Nährsalze des Meeres enthalten. Die Bepflanzung der Weißdünen, um den Flugsand zu binden und so den Schutz vor Sturmfluten zu erhöhen, zerstören die Standorte der Stranddistel.

1987 wurde die Stranddistel zur Blume des Jahres gekürt.


Sternenglitzer - Der Dreigeteilte Mannstreu (Bild: GMH / Andre Stade) Sternenglitzer: Im Hochsommer zündet der Dreigeteilte Mannstreu (Eryngium tripartitum) an den sparrig verzweigten Trieben unzählige silberblaue Blütenfeuerwerke.

Sternenglitzer - der Dreigeteilte Mannstreu Bild: GMH / Andre Stade


Perfekt gestylt für Beet und Vase

"Gerade die hohen Arten von Eryngium und Echinops sind hervorragende Strukturbildner, die sowohl in Einzelstellung als auch in Gruppen großartig wirken. Es gibt aber auch niedrigere Arten und Sorten, die sich für die vorderen Beetreihen eignen", erklärt der Samenproduzent und Staudenzüchter.

Mannstreu und Kugeldisteln lassen sich effektvoll mit Ziergräsern kombinieren: Die sich sanft im Wind wiegenden Ähren und Halme von Federgras (Stipa tenuissima), Indianergras (Sorghastrum nutans) oder Reitgras (Calamagrostis) schmeicheln den wehrhaften Staudenschönheiten und betonen ihre markanten Konturen. Eine ähnliche Wirkung haben filigrane Blütenstauden wie Prachtkerze (Gaura), Blauraute (Perovskia) oder Skabiose (Scabiosa): Ihre zierlichen Einzelblüten umflirren die hoch aufgerichteten Disteln wie die tatsächlich in großer Zahl anzutreffenden Insekten, die sich am Nektar und Pollen laben.


Spektakulärer Auftritt: Mit seinem fein geschlitzten Kragen strahlt und funkelt das Alpen-Mannstreu 'Blue Star' wie eine Wunderkerze.

Wild vorkommend: Die 30 - 80 cm hohe, distelähnliche Staude mit im Blütenbereich verzweigten, gerillten Stängeln. Die Grundblätter sind sehr lang gestielt, weich, ungeteilt, dreieckig oder ovel mit herzförmigem Grund. Die Blüten 2 - 3 mm lang, dicht gedrängt sitzend in einem rundlich-walzenförmigen Blütenstand. Die Blütezeit ist von Juli - September.
Ihr Standort ist von 1200 - 2500 m, sind kalkhaltige Böden. Hochstauden- und Karfluren, Wildheuplanggen.
Verbreitung in den West- und Süd-Alpen und im Balkan. Die Art steht unter Schutz.
Die stachelige "Halskrause" des Alpen-Mannstreu schließt sich bei Nässe und Dunkelheit und wehrt Raupen, Schnecken und das Weidevieh ab.
Das Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) (Bild: GMH / Andre Stade)
Bild: GMH / Andre Stade Das Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)


Überhaupt lassen sich Disteln dank ihrer einzigartigen Gestalt erstaunlich vielseitig kombinieren - zu den Blütensonnen von Sonnenhut (Rudbeckia), Sonnenbraut (Helenium) oder Rotem Sonnenhut (Echinacea) passen sie ebenso gut wie zu doldenförmigen Blütenständen - etwa der Schafgarbe (Achillea) oder verschiedener Wolfsmilcharten (Euphorbia) - oder zu den Blütenkerzen von Fingerhut (Digitalis), Königskerze (Verbascum) oder Fackellilie (Kniphofia).


Die Banater Kugeldistel (Echinops bannaticus) (Bild: GMH / Christiane Bach) Mystisch: das pulsierende Schwarzblau von 'Taplow Blue' (Echinops bannaticus) und die strenge Symmetrie von 'Arctic Glow' (Echinops niveus) rücken die Kugeldisteln auf eine eigene Ebene. Gebannt verfolgen sie das Schauspiel der tanzenden Skabiosen, Gräser und Glockenblumen.
Die Banater Kugeldistel (Echinops bannaticus) Bild: GMH / Christiane Bach


Wild vorkommend
Die Banater Kugeldistel ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 50 - 120 Zentimetern und ihre Blütezeit reicht von Juli bis September.
Ihre Hauptverbreitungsgebiete hat sie auf der Balkanhalbinsel, in Rumänien und Bulgarien. In Großbritannien und in Deutschland ist sie ein Neophyt. Die Banater Kugeldistel wächst an Wald- und Wegrändern in der Hügelstufe. In Mitteleuropa kommt die Art vorübergehend verwildert in Schuttunkrautgesellschaften vor.


Kugeldisteln

Die Kugeldisteln (Echinops) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie sind ausdauernde krautige Pflanzen. Als Überdauerungsorgane bilden sie Rhizome aus. Die selbstständig aufrechten Stängel sind kantig. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind ein- bis zweifach fiederteilig und unterseits weiß-wollig-filzig.



Ordnung Familie Gattung Wissenschafrlicher Name
Asternartige Korbblütler Kugeldisteln Echinops



Herbstzauber: Das warme Sonnenlicht lässt die verblühenden Kugeldisteln (Echinops ritro) 'Veitch`s Blue' noch einmal aufleuchten. Selbst im komplett trockenen Zustand sind sie noch eine Zierde. Herbstzauber - Verblühende Kugeldisteln (Bild: GMH / Andre Stade)
Bild: GMH / Andre Stade Herbstzauber - Verblühende Kugeldisteln


Die deutlich niedrigeren Gold- und Silberdisteln (Carlina vulgaris, Carlina acaulis) glänzen vor allem in Stein- und Naturgärten - wortwörtlich, denn ihre harten Hüllblätter reflektieren das Sonnenlicht, wohingegen sie sich bei aufziehendem Regen oder Nebel schützend über dem Kreis von Röhrenblüten schließen.

Auch in der Vase glänzen edle Disteln mit ihrem extravaganten Aussehen. Zudem sind sie wie gemacht für lange haltbare Trockensträuße und -gestecke. Kugel-, Gold- und Silberdisteln werden geschnitten, sobald sich die ersten Röhrenblüten öffnen, Mannstreu sollte voll erblüht sein.


Das Riesen-Mannstreu - eine stattliche Erscheinung (Bild: GMH / Bettina Banse) Held in schimmernder Rüstung: Das Riesen-Mannstreu (Eryngium giganteum) ist eine stattliche Erscheinung. Hier wacht der Recke über Bleiwurz (Ceratostigma, links) und das gelb blühende Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus).
Das Riesen-Mannstreu - eine stattliche Erscheinung Bild: GMH / Bettina Banse


Allen edlen Disteln gemein sind die Blütezeit im Hochsommer und die attraktiven Fruchtstände. "Sie bringen einen fantastischen Herbst- und Winteraspekt in den Garten, gerade in Verbindung mit Raureif oder Schnee. Das sollte man unter keinen Umständen versäumen und sie darum erst im Frühjahr zurückschneiden", betont Georg Uebelhart. "Vorm Versamen muss keine Angst haben, das hält sich in gärtnerfreundlichen Grenzen". Zumal sich nicht nur die Menschen an den Fruchtständen erfreuen: Der Distelfink und viele andere Vögel, aber auch Insekten und Kleinsäuger lieben die nahrhaften Samen, die sie geschickt aus den starren Hüllen picken, anbohren oder vom Erdboden aufsammeln.


Der wissenschaftliche Name des Stieglitz (Carduelis) kommt von dem lateinischen Wort Cardus, was Distel bedeutet. Denn, seine Lieblingsspeise sind die Samen dieser Pflanzen. Zwischen Juni und März ernährt sich der Distelfink vor allem von Distelsamen. Dabei benutzt er die Distelpflanze als eine Art Vorratskammer. Er pickt zuerst alle Samenkapseln vom Boden weg, bis dieser vom Schnee bedeckt wird, dann geht er wieder an die Pflanze selbst. Das macht er geschickt, der Fink. Der Distelfink oder Stieglitz ist ein vertrauter Brutvogel und Wintergast in unseren Naturgärten (Bild: Maximilian Dorsch)
Bild: Maximilian Dorsch Der Distelfink oder Stieglitz ist ein vertrauter Brutvogel und Wintergast in unseren Naturgärten


"Disteln sind für Naturliebhaber ohnehin geradezu ein Muss im Garten - auch die früher als Unkraut verpönten, aber ebenfalls sehr hübschen Wildarten", erläutert Georg Uebelhart. "Sie alle produzieren im Sommer Unmengen an Nektar und Pollen, weshalb sie unzählige Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten anlocken. Ihre Blätter dienen obendrein vielen Schmetterlingsraupen als Futter - denen des Distelfalters zum Beispiel. "Von wegen also olle Kratzbürsten! Viele Disteln sehen nicht nur edel aus, sie verhalten sich auch ausgesprochen ritterlich.


Der Distelfalter - dessen Futterpflanzen vor allem Disteln sind (Bild: Olav Krüger) Der Distelfalter (Vanessa cardui) ist eigentlich in Afrika beheimatet, nördlich der Sahara und macht sich jedes Jahr in den Norden auf. Die Eier werden an Gemeiner Kratzdistel, Eselsdistel und Kohldistel abgelegt.
Der Distelfalter - dessen Futterpflanzen vor allem Disteln sind Bild: Olav Krüger


Edle Disteln
"Disteln sind Kosmopoliten, man findet sie vom Sumpf bis zur Steppe nahezu auf der ganzen Welt", erklärt Distelfan Georg Uebelhart, der auf seinen Reisen zahlreiche Arten schon am Naturstandort gesehen hat.

Ritter mit Herz: Bienen und andere Insekten lassen sich vom wehrhaften Äußeren des Garten-Mannstreu (Eryngium bourgatii) nicht täuschen - er versorgt sie zuverlässig mit Nektar und Pollen. Hat ein wehrhaftes Äußeres - der Garten-Mannstreu (Bild: GMH / Bettina Banse)
Bild: GMH / Bettina Banse Hat ein wehrhaftes Äußeres - der Garten-Mannstreu


"Die gängigen Disteln fürs Staudenbeet haben eines gemeinsam: Sie tolerieren Halbschatten, bevorzugen aber einen Platz in der vollen Sonne und durchlässigen Boden mit gutem Wasserabzug. Staunässe mögen sie überhaupt nicht. Wird das beachtet, sind sie ausgesprochen robust und pflegeleicht".


Das Garten-Mannstreu ist unkompliziert (Bild: GMH / Erich Luer) Heavy Metal: das Garten-Mannstreu (Eryngium zabelii) spielt die E-Gitarre im Blütenorchester. Aufs Headbangen verzichtet es freundlicherweise und kommt auch nach langen Partys ohne Stütze aus.
Das Garten-Mannstreu ist unkompliziert Bild: GMH / Erich Luer


Arten wie die Gold- und die Silberdistel (Carlina vulgaris, Carlina acaulis) wachsen in der Natur auf eher mageren Böden. Spart man sie beim jährlichen Düngen aus, gedeihen die faszinierenden Pflanzen aber auch in normaler Gartenerde.


Regen in Sicht? Die Hüllblätter der Silberdistel (Carlina acaulis) schließen sich bei steigender Luftfeuchtigkeit über den dicht an dicht sitzenden Röhrenblüten. Die unter Naturschutz stehende Art gilt daher als Wetterprophetin. Die Silberdistel steht unter Naturschutz (Bild: GMH / Markus Hirschler)
Bild: GMH / Markus Hirschler Die Silberdistel steht unter Naturschutz


Die Eberwurzen oder Golddisteln (Carlina) sind eine kalkliebende, distelartige Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Hüllblätter des Blütenstandes schließen oder öffnen sich in Abhängigkeit von der aktuellen Luftfeuchtigkeit.

In Mitteleuropa sind zwei Arten verbreitet: die Silberdistel (Carlina acaulis), auch Stängellose Eberwurz genannt und die Golddistel (Carlina vulgaris), auch Gemeine Eberwurz genannt.


Ordnung Familie Gattung Wissenschafrlicher Name
Asternartige Korbblütler Eberwurzen Carlina


Die ausdauernde Silberdistel ist auf wärmeliebenden Hängen, Trockenrasen und in lichten Trockenwäldern zu finden. Der Stengel ist meist verkümmert, die Grundrosettenblätter sind ungleichmäßig stachelig gezähnt, steif und oberseits hellgrün.
Die großen Blütenköpfe werden bis 15 cm breit. Die äußeren Hüllblätter sind blattförmig, die mittleren bräunlich und kammartig stachelig gezähnt. Die inneren Hüllblätter sind linealisch, zugespitzt, an der Oberseite glänzendweiß, an der Unterseite gelblich. Bei sonnigem Wetter weichen sie sternförmig auseinander. Deshalb nennt man sie auch "Wetterdistel". Die Blüten wachsen aus dem fleischigem Korbboden und sind gewöhnlich weiß, manchmal auch weißrosa.

Die Silberdistel ist in Europa verbreitet. In Deutschland erstreckt sie sich über die Alpen und das Alpenvorland, den Bayerischen Wald, die Schwäbische Alb, die Frankenalb, das Thüringer Becken, die Rhön und nordwärts bis an den Rand des Harzes. Stark zurückgegangen ist die Art in der Oberlausitz. Im Westen, Norden und Osten Deutschlands ist die Art sehr selten bis vollständig verschwunden. Die Silberdistel ist in Deutschland gesetzlich geschützt und gehört zu den gefährdeten Arten.

Im Jahre 1997 wurde die Silberdistel (Carlina acaulis) zur Blume des Jahres gekürt.


Kugeldisteln ziehen zur Blütezeit unzählige Insekten an (Bild: GMH / Erich Luer) Verlockend: Kugeldisteln (Echinops) ziehen zur Blütezeit unzählige Hummeln, Honigbienen und andere Insekten an.
Kugeldisteln ziehen zur Blütezeit unzählige Insekten an Bild: GMH / Erich Luer


Dort fühlen sich auch die elganten Kugeldisteln (Echinops), das bizarr anmutende Mannstreu (Eryngium) und die meisten anderen Disteln ausgesprochen wohl. "Auf sehr nährstoffreichen Böden sind sie über eine Stütze zum Anlehnen dankbar, in der Regel bewahren sie aber von ganz alleine Haltung".

Viele Distelarten besitzen wertvolle Inhaltsstoffe. Die Mariendistel (Silybum marianum) beispielsweise gelangte bereits in der Antike als Heilpflanze zu Ruhm und Ehren. Die attraktive zweijährige Art mit den weiß geaderten Blättern und den magentafarbenen Blüten wird bis heute gezielt als Arzneipflanze angebaut und geerntet, auch hierzulande.


Leuchteffekte: Die Stängel und Blütenstände des Flachblättrigen Mannstreu (Erybgium planum) erstrahlen in dunklem Neon-Violett - besonders die der Sorte 'Blaukappe'. Das Flachblättrige Mannstreu deren Blütenstände in dunklem Neon-Violett erstrahlen (Bild: GMH / Erich Luer)
Bild: GMH / Erich Luer Das Flachblättrige Mannstreu deren Blütenstände in dunklem Neon-Violett erstrahlen


Wie die Mariendistel wurde auch die Färberdistel (Carthamus tinctorius) jahrhundertelang zunächst in Klostergärten kultiviert und später in größerem Umfang auf dem freien Feld angebaut. "Begehrt war sie nicht in erster Linie als Heilpflanze, sondern weil man aus ihren attraktiven goldgelben Blüten rote und gelbe Farbstoffe gewinnen konnte. Diese waren damals rar und damit kostbar", erklärt Georg Uebelhart. "Ihre Samen wiederum dienen bis heute der Gewinnung des wertvollen Färberdistelöls".


Vielen Dank an Frau Bettina Banse vom Bund deutscher Staudengärtner (BdS), für das Überlassen der Texte und einiger Ihrer Bilder, sowie Bilder von Frau Christiane Bach, Herrn Markus Hirschler, Herrn Andre Stade und Herrn Erich Luer. Vielen Dank auch an meine Bildreferenten Herrn Maximilian Dorsch und Herrn Olav Krüger.

Textauszüge auch von Wikipedia


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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 20. November 2019 -
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