HW4
Greifvögel
Streuobst
Biotoppflege
Ornithologie
Insekten
Sie sind hier: Insekten > Pilze des Jahres

 

Die Pilze des Jahres seit 1994

Seit 1994 wird von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie jeweils ein "Pilz des Jahres" ausgewählt. Die präsentierte Art soll stellvertretend für die Pilze allgemein den Blick der Öffentlichkeit auf die wichtige Bedeutung der Pilze für unser Ökosystem richten.

Jahr Pilz wissenschaftlicher Name
1994 Eichenrotkappe Leccinum quercinum
1995 Zunderschwamm Fomes fomentarius
1996 Habichtspilz Sarcodon imbricatus
1997 Frauentäubling Russula cyanoxantha
1998 Schweinsohr Gomphus clavatus
1999 Satanspilz Boletus satanas
2000 Königs Fliegenpilz Amanita regalis
2001 Mäandertrüffel Choiromyces maeandriformis
2002 Orangefuchsiger Rauhkopf Cortinarius orellanus
2003 Papageigrüner Saftling Hygrocybe psittacina
2004 Echte Hausschwamm Serpula lacrymans
2005 Wetterstern Astraeus hygrometricus
2006 Ästige Stachelbart Hericium coralloides
2007 Puppenkernkeule Cordyceps militaris
2008 Bronze-Röhrling Boletus aereus
2009 Blauer Rindenpilz Pulcherricium caeruleum
2010 Schleiereule Cortinarius praestans
2011 Rote Gitterling Clathrus ruber Pers.
2012 Graue Leistling Cantharellus cinereus
2013 Braungrüner Zärtling Entoloma incanum
2014 Tiegelteuerling Crucibulum laeve
2015 Becherkoralle Artomyces pyxidatus
2016 Lilastieliger Rötelritterling Lepista personata
2017 Judasohr Auricularia auricula-judae
2018 Wiesen-Champignon Agaricus campestris
2019 Grüne Knollenblätterpilz Amanita phalloides
2020 Gewöhnliche Stinkmorchel Phallus impudicus

Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), ist der Pilz des Jahres 2019


Merkmale die zu diesem Pilz sehr wichtig sind

Bereits der Verzehr kleiner Mengen kann zum Tod führen.

Pilz liefert Bäumen Wasser und Mineralstoffe im Tausch gegen Zucker.

Pilzsachverständige und Pilzberater schützen Sammler vor Vergiftungen.

Ehrenamtliche brauchen mehr Anerkennung und öffentliche Unterstützung.


Die Deutsche Gesellschaft der Mykologie hat während der Tagung zum 30-jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft sächsischer Mykologen den Grünen Knollenblätterpilz als "Pilz des Jahres 2019" vorgestellt.

Der fürs Gesundheitswesen bedeutendste Giftpilz enthält leberschädigende Amatoxine. Schon der Verzehr von 50 Gramm eines Pilzfruchtkörpers ist lebensgefährlich. Ohne medizinische Versorgung droht binnen 3 bis 10 Tagen der Tod durch multiples Organversagen.


Der Grüne Knollenblätterpilz ist der Pilz des Jahres 2019 (Bild: Dr.Matthias Theiss) Vorkommen von Juli bis Oktober in Laubwäldern, auch in Parks, hauptsächlich unter Eichen und Buchen. Im Nadelwald ist der Pilz eher selten anzutreffen. In Europa ist der Grüne Knollenblätterpilz weit verbreitet.

Der Verzehr des Grünen Knollenblätterpilzes schädigt die Leber und kann unbehandelt tödlich enden.
Der Grüne Knollenblätterpilz ist der Pilz des Jahres 2019 Bild: Dr. Matthias Theiss


Lebenspartner von Pflanzen

Der in Deutschland weit verbreitete Symbiont lebt vor allem mit Buchen und Eichen zusammen. Durch sein feines Fadengeflecht (Myzel) im Boden vergrößert der Grüne Knollenblätterpilz die Wurzeloberfläche um das 1.000-fache und liefert seinem Partner Wasser sowie Nährstoffe im Tausch gegen Zuckerverbindungen. Deshalb sind Pilze für gesunde und stabile Ökosysteme unverzichtbar. Die Fruchtkörper erscheinen zwischen Juli und Oktober, vor allem in trockenen und warmen Sommern nach ergiebigen Regenfällen.


Ordnung Familie Gattung Art
Champignonartige Wulstlingsverwandte Wulstlinge Grüner Knollenblätterpilz


Der Grüne Knollenblätterpilz wurde teilweise mit Eichenarten verschleppt. So wird er auch in Australien, Neuseeland, Südafrika, Pakistan und Südamerika gefunden. Er kommt Kleinasien, dem Kaukasus, Japan und China vor, außerdem in Europa, Nordafrika und Nordamerika. In Europa kommt er von Südeuropa bis Großbritannien und Norwegen, von Frankreich bis Polen, Weißrussland und Estland vor. Die Nordgrenze des Grünen Knollenblätterpilzes fällt mit der Nordgrenze der Eichen zusammen.

Merkmale im Überblick

Der olivgrüne, eingewachsen-radialfaserige Hut schirmt bei Reife flach auf und erreicht einen Durchmesser von bis zu 12 cm. Die freien Lamellen auf der Hutunterseite und das Sporenpulver sind weißlich gefärbt. Am bis zu 10 cm langen und an dem 2 cm dicken Stiel hängt ein flüchtiger weißer und geriefter Ring. Die knollige Basis steckt in einer lappigen und offen abstehenden Scheide. Markant ist ein süßlicher, an Kunsthonig erinnernder Geruch.


Die pigmentlose Varietät des Giftpilzes sieht essbaren weißen Champignons noch ähnlicher. Vorsicht ist geboten - es sind Verwechslungen mit Ritterlingen, Champignons und anderen Speisepilzen möglich (Bild: Rainer Wald)
Bild: Rainer Wald Vorsicht ist geboten - es sind Verwechslungen mit Ritterlingen und anderen Speisepilzen möglich


Der Giftpilz wird meist mit essbaren Täublingen und Champignons verwechselt. Durch die freien, weißen Lamellen und die knollige, sackartig umhüllte Stielbasis ist Amanita phalloides aber gut zu erkennen. Das untere Stielende kann jedoch in der Streu verborgen sein. Deshalb sollten Sammler ähnliche Lamellenpilze aus dem Boden hebeln, statt sie abzuschneiden. Außerdem existiert von der Art eine Varietät mit weißen Fruchtkörpern, die aufgrund fehlender Grüntöne noch leichter mit Champignons verwechselt werden kann. Hier sind die Stielbasis und die Lamellen die einzigen sicheren Unterscheidungsmerkmale.

Vorbeugung durch Pilzberatung

Seit mehr als 100 Jahren führen Pilzsachverständige und Pilzberater jedes Jahr tausende Beratungsgespräche, um Pilzfreundinnen und Pilzfreunde in Deutschland ihr Hobby zu fördern und sie vor Vergiftungen zu bewahren. Dabei arbeiten sie bundesweit mit den Giftzentralen zusammen. Die DGfM wünscht sich mehr Anerkennung und eine stärkere öffentliche Unterstützung für diese wichtigen Aufgaben. Das Gesundheitswesen wird in dem Bereich vorwiegend durch ehrenamtlich Tätige gestützt.

Über die Deutsche Gesellschaft für Mykologie

Gegründet 1921, vertritt die gemeinnützige Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) die Interessen von Pilzfreunden und Mykologen in Deutschland. Sie definiert die Qualifikationen zum PilzCoach, Pilzsachverständigen und universitär geprüften Fachberater für Mykologie.

Die DGfM veranstaltet Fachtagungen und gibt die "Zeitschrift für Mykologie" sowie das englischsprachige Journal "Mycological Progress" heraus. Zudem vergibt sie Förderpreise für besondere mykologische Forschungstätigkeiten. Seit 1994 kürt die DGfM alljährlich den "Pilz des Jahres".

Als nichtstaatliche Organisation setzt sie sich für den Arten- und Biotopschutz von Pilzen ein. Sie koordiniert die bundesweite Pilzkartierung und veröffentlicht Verbreitungskarten auf www.pilze-deutschland.de


Vielen Dank an Herrn Andreas Kunze, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. (DGfM), für den zur Verfügung gestellten Pressetext und für die Möglichkeit die Bilder, von Herrn Dr.Matthias Theiss sowie Herrn Rainer Wald, veröffentlichen zu dürfen.

Wer mehr wissen möchte: www.dgfm-ev.de

                                                       
zurück


- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 20. November 2019 -
Unsere Seiten sind optimiert für Internet Explorer 8.0 und Firefox 3.6 bei einer Auflösung von 1024x768 Pixel
© Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt 2018