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Die Spinnen des Jahres seit 2000

Dieser Titel wird seit dem Jahr 2000 von der Arachnologischen Gesellschaft e.V. (AraGes) ausgelobt.
Seit 2006 küren Spinnenexperten aus 26 europäischen Ländern die Europäische Spinne des Jahres, um verstärkt die überaus spannenden Seiten dieser nützlichen Tiere aufzuzeigen.

Jahr Spinne wissenschaftlicher Name
2000 Die Wasserspinne Argyroneta aquatica
2001 Die Wespenspinne Argiope bruennichi
2002 Die Listspinne Pisaura mirabilis
2003 Die Große Zitterspinne Pholcus phalangioides
2004 Die Grüne Huschspinne Micrommata virescens
2005 Die Zebraspringspinne Salticus scenicus
2006 Die Veränderliche Krabbenspinne Misumena vatia
2007 Die (Sand)-Wolfspinne Arctosa cinerea
2008 Die Winkelspinne Tegenaria atrica
2009 Die Dreiecksspinne Hyptiotes paradoxus
2010 Die Gartenkreuzspinne Araneus diadematus
2011 Die Gemeine Labyrinthspinne Agelena labyrinthica
2012 Die Große Höhlenspinne Meta menardi
2013 Die Gemeine Tapezierspinne Atypus affinis
2014 Die Gemeine Baldachinspinne Linyphia triangularis
2015 Die Vierfleck-Zartspinne Anyphaena accentuata
2016 Die Konusspinne Cyclosa conica
2017 Die Spaltenkreuzspinne Nuctenea umbratica

Die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica) ist die Spinne des Jahres 2017

Die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica, Clerck, 1757), gehört zur Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Diese Spinnenfamilie zählt weltweit 3095 und in Europa 128 Arten. Die Gattung Nuctenea ist in (Mittel-) Europa mit 2 Arten vertreten.

Die Spaltenkreuzspinne - gehört zu den Echten Radnetzspinnen - ist die Spinne des Jahres 2017 (Bild: Christian Komposch, Ökoteam Graz) Spaltenkreuzspinnen sind etwa so groß wie die bekannte Gartenkreuzspinne (Spinne des Jahres 2010). Männchen haben eine Körperlänge von 7 bis 10 mm. Weibchen hingegen 13 bis 16 mm.
Der stark behaarte Vorderkörper (Prosoma) ist dunkelbraun und im vorderen Teil rötlich braun aufgehellt
.
Die Spaltenkreuzsspinne, die zu den Echten Radnetzspinnen zählt, ist die Spinne des Jahres 2017 Bild: Christian Komposch, Ökoteam Graz

Die Spaltenkreuzspinne kommt in ganz Europa vor. Ihre Vertikalverbreitung ist vornehmlich planar/kollin (bis 800m Seehöhe) mit nur vereinzelten Funden darüber, z.B. in Tirol bis 1000 m Seehöhe. Sie bewohnt verschiedene Lebensräume: ursprünglich ein Rindenbewohner, besonders von stehendem Totholz mit loser Baumrinde, findet man sie heute auch in urbanem Gebiet an Hausfassaden und Zäunen, gerne in Ritzen und Spalten (Name) von Häusern. Sie kann stellenweise auch sehr häufig angetroffen werden. Die Art gilt in Österreich und Deutschland, ebenso wie in ganz Mitteleuropa als nicht gefährdet.

Die Radnetzspinne (Nuctenea umbratica) weist einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf. Die Körperlänge beträgt bei den Weibchen 13 - 16 mm, bei den Männchen hingegen lediglich 7 - 10 mm. Der Körper wirkt flachgedrückt und breit. Die Grundfärbung ist rotbraun bis schwarzbraun, die Beine sind dunkelbraun und auf dem Hinterleib ist eine dunkle Blattzeichnung zu erkennen, die manchmal hell eingefasst sein kann.

Das Radnetz wird in mittlerer Höhe vor allem an alten Bäume gebaut, aber auch an Holzschuppen und Hauswänden. Die Spaltenkreuzspinne baut ein recht großes Radnetz (Bild: Johan van Hoecke)
Bild: Johan van Hoecke Die Spaltenkreuzspinne baut ein recht großes Radnetz

Nuctenea umbratica baut ein vergleichsweise großes Radnetz (bis 70 cm im Durchmesser) mit einer exzentrischen Form, d.h. die Nabe ist immer zum Schlupfwinkel hin verschoben. Darin hält sich die Spinne untertags verborgen, bei Dunkelheit bzw. in der Nacht sitzt sie in der Netzmitte. Spaltenkreuzspinnen sind fast immer ganzjährig zu finden, vorwiegend aber von Juli bis Oktober.

Nuctenea umbratica wird mitunter mit dunklen Tieren von Larinioides ixobolus (Westeuropa bis Zentralasien verbreitet)verwechselt, ist aber im Vergleich dazu wirklich glänzend schwarz und auch die Blattzeichnung ist stärker (hell) abgesetzt. Jungtiere der Spaltenkreuzspinne können der kleineren (Körperlänge bis 9 mm), aber ungemein selteneren Nuctenea silvicultrix (ist eher östlich verbreitet) ähneln. Diese Art ist aber eher östlich verbreitet und unterscheidet sich durch ihre helleren Seiten und ihren rundlicheren Hinterleib.

Auf der Oberseite sind die relativ großen, paarigen Vertiefungen gut zu sehen (Bild: Paul und Marianne Wouters-Horemans) Auch hier wieder unser Appell: Bitte die alten oder Totholzbestände der Streuobstwiesen stehen lassen.

Die Spaltenkreuzspinne ist ein Bewohner der lichten Laub- und Mischwälder.
Auf der Oberseite sind die relativ großen, paarigen Vertiefungen gut erkennbar Bild: Paul und Marianne Wouters-Horemans

Warum wurde die Spaltenkreuzspinne zur Europäischen Spinne des Jahres gewählt? Dafür gibt es mehrere gute Gründe: 1.) die Art ist relativ häufig. 2.) sie ist trotz der versteckten Lebensweise in der Nähe von Häusern leicht zu entdecken. 3.) sie ist durchaus auffällig und eindeutig zu erkennen. Und 4.) rückt sie als ursprünglicher Rindenbewohner den Lebensraum Totholz / Altbaumbestand in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. (Wir hatten schon sehr oft auf diesen Lebensraum hingewiesen).

Mit der Wahl der Spinne des Jahres soll aber nicht nur eine wenig beliebte Tiergruppe ins rechte Licht gerückt werden, sondern gleichzeitig erhoffen sich die Wissenschaftler, Daten zur aktuellen Verbreitung zu bekommen. In diesem Sinne: erfreuen Sie sich an der Spinne des Jahres und helfen Sie mit ihrer Fundmeldung oder ihrem Foto bei der Dokumentation dieser Art.

Gewählt wurde die "Europäische Spinne des Jahres" von 81 Arachnologen aus 26 europäischen Ländern. Die Koordination der Wahl liegt beim Naturhistorischen Museum Wien, in Zusammenarbeit mit der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) und der European Society of Arachnology (ESA).

Vielen Dank an Herrn Mag. Christoph Hörweg, Leiter Sammlung Arachnoidea, Naturhistorisches Museum Wien, für den Pressetext, sowie die zur Verfügung gestellten Bilder von Herrn Christian Komposch, Ökoteam Graz, Herrn Johan van Hoecke und Paul und Marianne Wouters-Horemans.

Möchten Sie mehr wissen: www.arages.de


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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 13. Dezember 2017 -
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