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Die Lebendigen Seen des Jahres seit 2011

Der Globale Nature Fund (GNF) kürt jährlich am Weltwassertag, dem 22. März einen "Lebendigen See Deutschland". Diese Auszeichnung macht zugleich auf Seen und Feuchtgebiete als wertvolle Ökosysteme und einzigartige Naturschätze aufmerksam. Die Initiative beruht auf den langjährigen und erfolgreichen Erfahrungen der internationalen Aktion "Bedrohter See des Jahres". Verbunden mit Aktivitäten rund ums Jahr, trägt die Aktion zur Lösung von Problemen an Seen und in Feuchtgebieten bei. Die Wahl zum See des Jahres erfolgt im Rahmen des 2009 gegründeten Netzwerks "Lebendige Seen Deutschland.

Die bisherigen Lebendigen Seen des Jahres sind:

Jahr Lebendiger See Bundesland
2011 Der Plauer See Mecklenburg-Vorpommern
2012 Der Stechlin See Brandenburg
2013 Der Mindelsee Baden-Württemberg
2014 Der Chiemsee Bayern
2015 Der Schweriner See Mecklenburg-Vorpommern

Der Schweriner See - Lebendiger See des Jahres 2015

 Der Schweriner See ist der viertgrößte See Deutschlands. Die umliegende Jungmoränenlandschaft entstand während der letzten Eiszeit. Moränenzüge erheben sich bis auf 100 m NN und auch der See ist in eine Vielzahl von Halbinseln und Inseln, wie Kaninchenwerder, Ziegelwerder und Lieps zergliedert. Am Westufer liegt malerisch die Landeshauptstadt Schwerin (91.000 Einwohner), die rund ein Viertel der Uferlänge des Schweiner Innensees einnimmt und dem See teilweise einen urbanen Charakter verleiht.

Die größten Greifvögel Nordeuropas sind die beeindruckenden Seeadler (Foto: Gunther Zieger) Die Art wurde in Mittel- und Westeuropa durch menschliche Verfolgung und die Vergiftung durch das Insektizid DDT fast ausgerottet. Seit Mitte der 1980er Jahre nimmt der Bestand in weiten Teilen Europas jedoch wieder stark zu.
Als größte Greifvögel Nordeuropas beeindrucken Seeadler Foto: Gunther Zieger

Der Seeadler ( Haliaeetus albicilla)
Als größte Greifvögel Nordeuropas (nur die Geier Südeuropas sind mit ihnen vergleichbar) beeindrucken Seeadler jeden Betrachter. Bei diesen Adlern wird erst nach 5 Jahren das Alterskleid erreicht. Den für Altvögel etwas helleren Kopf und die helle Iris erreichen sie sogar erst nach 8-10 Jahren. Der mächtige und hohe Schnabel wird bei den Altvögeln blassgelb, bei den Jungvögeln ist er zunächst dunkel.
Wassernähe ist eine wichtige Voraussetzung im Lebensraum der großen Adler. Die Adler ernähren sich überwiegend von Fischen, Wasservögeln und Aas. In Europa spielen Fische besonders im Frühjahr eine wichtige Rolle. Im Sommer und Winter vor allem Wasservögel.
Die oft riesigen Nester stehen in Mitteleuropa in der Regel auf hohen Bäumen. In Nordeuropa auch auf Felsen. Erst mit etwa fünf Jahren haben Seeadler Aussicht, erfolgreich zu brüten. Wahrscheinlich leben viele Paare in Dauerehe. Beide Geschlechter brüten, das Weibchen sitzt jedoch mehr auf den Eiern, als das Männchen.

Länge: ca. 77 - 92 cm; Flügelspannweite: ca. 200 - 245 cm;
Gewicht: Männchen 4100 g - Weibchen 5500 g;
Brutzeit: Ende Februar im Süden, bis Mitte Mai im Norden; 1 Jahresbrut;
Gelegegröße: 2 Eier;
Brutdauer: 38 - 42 Tage;
Nestlingszeit: 80 - 90 Tage; mit ca. 70 Tagen erste Flüge.

Ihr Brutplatz wird von diesen Vögeln immer weider aufgesucht. Der Horst der einen Durchmesser von bis zu 3 Metern erreichen kann, findet somit jedes Jahr aufs Neue Verwendung.
Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 575 BP gezählt. Wieder besiedelt wurde Niedersachsen im Jahr 1987 und Bayern im Jahr 2006. In Bayern wird der Bestand auf ca. 10 BP geschätzt.


Der See wurde 1842 durch den Paulsdamm in den südlichen Innen- und den nördlichen Außensee geteilt. Es gibt zahlreiche kleine Zuflüsse aus einem über 400 km2 großen Einzugsgebiet, Stör und Elde entwässern den See. Ein Kanal führt nach Wismar zur Ostsee. Die so entstandenen Schweriner Seen sind für den Erhalt der Biologischen Vielfalt von größter Bedeutung. Ein etwa 190 km2 großes EU-Vogelschutzgebiet "Schweriner Seen" sichert große Teile des Gebiets. Hier leben See- und Fischadler, Eisvogel, Gänsesäger, Haubentaucher, Kolbenente, Kormoran, Rohrdommel, Rohrweihe, Singschwan und Zwergschwan. Der Schweriner Außensee ist wegen Fischotter und Windelschnecken als FFH-Gebiet ausgewiesen. Auf der Insel Kaninchenwerder gibt es ein bedeutendes Vorkommen eines seltenen Grases in Mecklenburg-Vorpommern: der Täuschenden Wiesentrespe.

Der Fischadler ist bekannt für seine beeindruckende Jagdtechnik. Er taucht im Sturzflug ins Wasser und greift mit seinen mächtigen Klauen nach Fischen, die nahe der Oberfläche schwimmen. Fischreiche Binnengewässer umgeben von Wäldern bevorzugt der beeindruckende Fischadler (Foto: Gunther Zieger)
Foto: Gunther Zieger Der Fischadler bevorzugt fischreiche Binnengewässer von Wäldern umgeben


Der Fischadler (Pandion haliaetus)
Der Fischadler ist fast weltweit verbreitet. In Europa brütet er vor allem im Norden und Osten des Kontinents. Als einziges Mitglied seiner Familie ist der Fischadler einer der auffälligsten Greifvögel. Er lebt fast ausschließlich vom Fischen, die er an der Wasseroberfläche fängt. Viele seiner Eigentümlichkeiten sind im Zusammenhang mit seiner einmaligen Lebensweise als Fischjäger zu verstehen. Besondere Körpermerkmale sind die relativen langen Beine zum Eintauchen ins Wasser. Die dornartigen Schuppen an den Füßen und eine äußere Wendezehe helfen, die schlüpfrige Beute zu fassen. Ein dichtes, wie leicht eingeölt wirkendes Gefieder und verschließbare Nasenlöcher erlauben das kurzzeitige Eintauchen ins Wasser beim Zugriff auf die Beute.
Bei adulten Vögeln sind Rücken und Flügeloberseite einfarbig dunkelbraun nur der Schwanz ist auf der Oberseite helldunkel gebändert und zeigt eine breite dunkle Endbinde. Die Unterseite ist weiß gefärbt.
Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus kleinen bis mittelgroßen, meist bis 300 g schweren Süß- und Seewasserfischen.
Bis Mitte der 1950er Jahre wurde der Fischadler in weiten Teilen Europas und Nordamerikas durch menschliche Verfolgung ausgerottet. Weitere Bestandseinbußen erlitt diese Greifvogelart, wie viele andere auch, von den 50er bis 70er Jahre durch das Pestizid DDT.
Nur langsam erholen sich die Populationen wieder. Der deutsche Bestand stieg von 70 BP um 1975, auf 470 BP um 2003 herum. Die deutsche Population ist zumeist auf den Nordosten Deutschlands beschränkt. Thüringen und Rheinland-Pfalz wurden 2003, Niedersachsen 2004 wieder besiedelt. In Bayern ist der Fischadler nur an wenigen Brutplätzen anzutreffen. Man nimmt einen Bestand von 5 BP an.
Der Fischadler fängt bei einem Stoßflug gelegentlich auch zwei Fische auf einmal.
Zum besseren Packen der Beute kann der Fischadler die innere Zehe nach hinten drehen (Wendezehe).
Der Fischadler schlägt seine Klauen so fest in die Beute, dass es schon vorgekommen sein soll, dass große Fische einen Fischadler unter Wasser gezogen und ertränkt haben.
Meist erst in der letzten halben Sekunde vor dem Eintauchen streckt der Fischadler seine gespreizten Füße vor und kann noch wenige Zentimeter über dem Wasser den Beutestoß abbrechen, wenn er sich etwa in Richtung oder Größe des Fisches verschätzt hat.
Der Ruf des Fischadlers besteht aus einer Reihe hoher, nach und nach tiefer werdender Pfeiftöne.

Länge: ca. 55 -69 cm; Flügelspannweite: ca. 145 - 160 cm;
Gewicht: Männchen 1200 - 1600 g - Weibchen 1600 - 2000 g;
Brutzeit: Mitte März im Süden, bis Anfang Juni im Norden; 1 Jahresbrut;
Gelegegröße: zumeist 3;
Brutdauer: 34 - 40 Tage;
Nestlingszeit: 44 - 59 Tage; Familienzusammenhalt mindestens 65 - 93 Tage.

Die Verbesserung der Wasserqualität ist ein großer Erfolg. Die Nährstoffgehalte haben sich auf ein Zehntel reduziert, das Wasser im Schweriner See hat damit beinahe natürliche Messwerte. Davon profitieren seltene Wasserpflanzen wie Froschlöffel und Schwanenblume. Der Weg hierhin war lang und aufwendig. Seit 1991 entlastet eine Kläranlage den See, bis 2000 wurden umliegende Gemeinden angeschlossen. Noch bis zur Wende wurden alle Abwässer in den See geleitet, eine Fischzucht führte zu zusätzlichem Nährstoffeintrag. Eine sichtbare Folge der zunehmenden Eutrophierung im See war das Fischsterben. Das Seewasser wird nur alle 50 Jahre ausgetauscht, in den Sedimenten lagern auch heute noch große Mengen Nährstoffe und die umliegende Landwirtschaft sorgt durch ihre Düngung für weiteren Eintrag. Bei langen Schönwetterperioden treten Blaualgenteppiche auf, von den Schwerinern "Spinat" genannt.

Der Eisvogel, von vielen auch der fliegende Edelstein genannt, benötigt saubere Fließgewässer (Foto: Olav Krüger) Der von vielen Menschen als der schönste Vogel angesehene Eisvogel verbringt den größten Teil seines Tages damit, unter Wasser Fische zu fangen - dabei kann er nicht einmal schwimmen.
Der prächtige Eisvogel ist hervorragend an das Leben an Flußufern angepasst. Seine schillernde blaugrüne Oberseite ist eine erstaunlicheTarnung.
Blau funkelt sein Gefieder wie ein Saphir, moosgrün wie ein Smaragd und rot wie ein Rubin Foto: Olav Krüger

Der Eisvogel (Alcedo atthis)
Der etwa sperlingsgroße, gedrungen wirkende, aber mit einem kräftigen und langen Schnabel ausgestattete Eisvogel ist an klaren, flachen Gewässern anzutreffen. Diese Gewässer müssen ihm aber auch noch steile, lehmige Uferböschungen oder Abbrüche bieten, damit er eine bis zu einem Meter lange, meist etwas ansteigende Röhre "bohren" kann. Diese Höhlen bestehen meistens aus einem 50-100 cm langen Tunnel, der in einer rundlichen Nistkammer endet.
Da sich der Eisvogel hauptsächlich von kleinen Fischen ernährt, muss er sich in der Nähe möglichst sauberer und fischreicher Gewässer aufhalten. Das Revier eines Eisvogels ist ca. 3-4 Kilometer Bachstrecke groß. Zum Jagen bevorzugt er flache Stellen des Baches mit überhängenden Zweigen, auf denen er seine Beute fixieren kann. Neben kleinen Fischen stehen auch Flohkrebse, Wasserasseln und Libellenlarven auf seinem Speisezettel.
Der Eisvogel ist bei uns ein Jahresvogel. Nach der Brutzeit und im Winter ist er oft weitab von seinem Brutplatz. Er ist inzwischen eine Art der "Roten Liste", als "extrem selten" und "potentiell gefährdet" eingestuft.

Länge: ca. 16 - 17 cm; Flügelspannweite: ca. 24 - 26 cm; Länge des Schnabels: 4 cm;
Gewicht: 35 - 55 g;
Brutzeit: Ende April, manchmal bis Juni/Juli; 2 Jahresbruten;
Gelegegröße: meist 6 - 7;
Brutdauer: 18 -21 Tage;
Nestlingszeit: 23 - 27 Tage.

Der Eisvogel war 1973 und 2009 "Vogel des Jahres" in Deutschland. Außerdem, 2006 "Vogel des Jahres" in der Schweiz.
Die Geschlechter kann man am besten beim Blick auf den Schnabel unterscheiden: Das Männchen hat einen schwarzen Schnabel, der an der Unterseite leicht aufgehellt sein kann. Das Weibchen zeigt einen orangefarbenen Unterschnabel, dessen Färbung sich mindestens von der Basis bis zum vorderen Drittel erstreckt.
Die bayerische Population (abhängig von der Winterwitterung) wird auf 1.600 - 2.200 BP geschätzt.


Daten zum See

Lage: Land Mecklenburg-Vorpommern; Landkreise Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und kreisfreie Landeshauptstadt Schwerin
Seespiegel: 37,8 m über NN, mittlerer Wasserstand
Fläche: 61,54 km2
Größte / Mittlere Tiefe: 52,4 m / 12,8 m
West-Ost-Ausdehnung: 6 km
Nord-Süd-Ausdehnung: 24,8 km
Volumen: ca. 787 Mio. m3
Besitzer: Land Mecklenburg-Vorpommern
Herausforderungen: Kombination von Vogelschutzgebiet und Siedlungsraum
Seenpartner: Verein Naturschutzstation Zippendorf e.V. mit der BUND-Ortsgruppe Schwerin

 
Der Gänsesäger ist der größte Entenvogel Europas und zeichnet sich durch seinen langen, an den Rändern gesägten Schnabel aus.
(Hier ist ein weiblicher Vogel zu sehen. Der Kopf des Männchens ist schwarz mit grünlichem Glanz).
Der größte Entenvogel Europas und ein beeindruckender Unterwasserjäger - der Gänsesäger (Foto: Markus Gläßel)
Foto: Markus Gläßel Gänsesäger sind auf die Unterwasserjagd nach Fischen spezialisiert

Der Gänsesäger ( Mergus merganser)
Der größte Säger der sieben Sägerarten der Welt ist deutlich größer als eine Stockente. Die Männchen im Prachtkleid kann man frühestens ab Oktober bis in den Juni hinein beobachten. Die Weibchen ähneln denen des kleineres Mittelsägers.
Waldgesäumte Seen und Flüsse mit ausreichendem Nahrungsangebot sind die bevorzugten Brutplätze. In Mitteleuropa haben sich neuerdings auch Gänsesäger mit den Menschen teilweise arrangiert. An viel belebten Alpenseen führen manche Weibchen ihre Jungen an den Campingplätzen und Uferpromenaden vorbei und manchen brüten sogar in Parks.
In Bayern brütet der Gänsesäger an der Donau, an den Stillgewässern im Alpenvorland, in mehreren Alpentälern sowie in den Stadtgebieten von München und Augsburg. Der Bestand wird auf 420 - 550 BP geschätzt.
Gänsesäger sind Höhlenbrüter.

Länge: ca. 58 - 66 cm; Flügelspannweite: 82 - 97 cm;
Gewicht: 898 - 2160 g;
Brutzeit: Mitte Mai bis Ende Juni; 1 Jahresbrut;
Gelegröße: zumeist 8 - 12 (größere Gelege stammen meistens von 2 Weibchen);
Brutdauer: 30 - 32 Tage;
Nestlingszeit: Nestflüchter, das Weibchen führt; mit 60 - 70 Tagen sind die Jungen flügge, werden aber oft schon vorher verlassen.

Die Nahrung der Jungen bilden zunächst vor allem Wasserinsekten und wohl auch Fischbrut des Seichtgewässers. Altvögel leben in erster Linie von Fischen, die meist weniger als 10 cm lang sind.
Mitten im Sommer verlassen in der Regel die Männchen ihre Weibchen, um ein Mauserquartier aufzusuchen. Einer der großen Mauserplätze liegt im Norden Norwegens.

Gefährdung des Schweriner Sees

Sorge macht Naturschützern am Schweriner See der ungeklärte Rückgang des Schilfs. Insgesamt sind die Ufer nur mäßig beeinträchtigt, die größten Beeinträchtigungen gibt es in Schwerin. Das Einzugsgebiet des Schweriner Sees wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Hoher Düngereinsatz beeinträchtigt die natürlichen Prozesse im See erheblich, hier sind Lösungen erforderlich. Natur und Naherholung sind bisher gut vereinbar. Es gibt Angelplätze, Badestellen, Zeltplätze, in ausgewiesenen Zonen darf man Wasserski fahren. Der See ist ein beliebtes Segelrevier mit regelmäßigen Regatten. Für die touristische Entwicklung am See soll neue Infrastruktur für den Wassersport und sollen attraktive Siedlungsflächen am Seeufer geschaffen werden. Naturschützer befürchten durch zusätzliche Aktivitäten eine Gefährdung der bestehenden Balance zwischen den derzeitigen Nutzern des Sees (Wassersportler, Naturbeobachter, Fischer, Touristen).

Der Haubentaucher war schon 2001 Vogel des Jahres (Foto: Gunther Zieger) Der Haubentaucher, der größte und bekannteste Lappentaucher, ist im Prachtkleid mit seiner Haube unverwechselbar. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Ein Schauspiel ist seine ritualisierte Balz, die im "Pinguintanz" ihren Höhepunkt erreicht.
Der Haubentaucher war der Vogel des Jahres 2001 Foto: Gunther Zieger

Der Haubentaucher (Podiceps cristatus)
Dank konsequenter Schutzmaßnahmen zählt der Haubentaucher heute nicht mehr zu den gefährdeten Arten. Vor etwa hundert Jahren waren seine Zahlen dramatisch gesunken. Seitdem stiegen die Populationen stetig an und nun ist der Haubentaucher auch bei uns am Main wieder ein vertrauter Anblick. Er war früher auch gefährdet, weil seine Federn als Schmuck für Damenhüte verwendet wurden.
Der Haubentaucher ist bei uns ganzjährig auf großen Süßwasserseen und -flüssen zu finden. Im Winter auch in Mündungsgebieten und auf dem Meer in Küstennähe. Meist weit vom Ufer entfernt wird er leicht verwechselt. Durch ein Fernglas erkennt man ihn im Winterkleid am rosa Schnabel, der schwarzen Kappe und dem weißen Streifen über dem Auge. Am besten bestimmt man ihn im Flug anhand der weißen Flügelfelder. Mit seinem langen Hals und den weit nach hinten ausgestreckten Füßen unterscheidet er sich deutlich von Gänsesägern, mit denen er häufig verwechselt wird.

Länge: ca. 46 - 51 cm; Flügelspannweite: ca. 85 - 90 cm;
Gewicht: 596 - 1490 g;
Brutzeit: Mai bis Juni, seltener April bis September; 1 oder auch 2 Jahresbruten;
Gelegegröße: zumeist 2 - 6;
Brutdauer: 27 - 29 Tage;
Nestlingszeit: Nestflüchter, ab 1.Tag können die Jungen schwimmen und tauchen. Bis zu 20 Tagen werden die Jungen in Flügeltaschen und auf dem Rücken der Eltern mitgetragen. 10 - 11 Wochen sind die Jungvögel abhängig von den Elterntieren.

Fische, meist bis zu einer Länge vom max. 20 cm bilden die Nahrung der Haubentaucher. Die Jungvögel erhalten zunächst Wasserinsekten. Wie bei allen Lappentauchern finden sich in den Mägen auch Federn, die bei Haubentauchern richtiggehende Ballen formen. Die Bedeutung dieser Ballen ist noch noch nicht befriedigend geklärt. Sie können bis zu 6 m tief tauchen bei Jagd nach Fischen. Unter Wasser bewegen sich die Haubentaucher schwimmend schneller als auf der Oberfläche.
Der Ordnungsname "Podicipediformes", den die Lappentaucher bekommen haben, bezieht sich darauf, dass die Füße bei diesem Vogel so weit hinten am Körper ansetzen.
Obwohl auch in Bayern seine Bestandszahlen steigen, ist er immer noch ein spärlicher Brutvogel, mit ca. 2000 - 3200 BP.

Naturvielfalt des Schweriner Sees

Der Schweriner See ist für die Biologische Vielfalt von größter Bedeutung. Die natürliche Umgebung des Schweriner Sees ist von Waldmeister- und Perlgras-Buchenwald, sowie Erlen-Eschenwäldern geprägt, am Seeufer gibt es ausgedehnte Schilfgürtel. Diese Röhrichte sind Brutplatz zahlreicher Vogelarten wie Haubentaucher, Blässralle und Teichrohrsänger. Bis zu fünf Seeadler- und zwei Fischadlerpaare brüten in der Umgebung und nutzen den See als Fischgrund. Der Schweriner See gehört damit zu den wichtigsten Brut- und Rastvogelgebieten Norddeutschlands, für Haubentaucher, Reiherente, Blässralle hat der See sogar internationale Bedeutung. Er gehört zu den bedeutenden Winterrastplätzen der Schellente. Etliche einheimische Fischarten leben im See, darunter der Flussbarsch, Hecht, Zander, Barsch und Aal, sowie die häufigen Weißfischarten Brasse, Rotfeder, Rotauge und Laube.

Die Rohrdommel gehört zur gleichen Familie wie der Graureiher und ist für den dumpfen Ruf des Männchens während der Paarungszeit bekannt. Heute wird dieser interessante Vogel seltener, da sein Lebensraum die Schilfwälder, vielfach zur Gewinnung von Ackerland trockengelegt wurden. Wie lange wird man den Ruf der Rohrdommel noch hören? (Foto: Gunther Zieger)
Foto: Gunther Zieger Ihr Nest liegt gut versteckt und weit entfernt von anderen Reihern im Schilf

Die Rohrdommel (Botaurus stellaris)
Die Rohrdommel ist bei uns sehr selten geworden und brütet nur noch in wenigen Schilfgebieten. Sie klettert langsam und schleichend durch das Schilf und verharrt bei Gefahr in der "Pfahlstellung", d.h. sie reckt den Kopf und Hals in die Luft und rührt sich nicht von der Stelle. Sie verrät ihre Anwesenheit vor allem durch ihren typischen Ruf, aber auch dann ist sie immer noch schwer zu entdecken. Manchmal hat man Glück und sieht sie tief über dem Schilf fliegen, ein brauner, etwas eulenartiger Vogel mit langem Schnabel im gemächlichem, direkten Flug.

Länge: ca. 70 - 80 cm; Flügelspannweite: ca. 125 - 135 cm;
Gewicht: 870 - 1940 g; dabei ist das Weibchen etwas leichter;
Brutzeit: Beginn oder Ende März im Süden, bis Ende Mai im Norden; 1 Jahresbrut;
Gelegegröße: zumeist 5 - 6;
Brutdauer: 25 - 26 Tage;
Nestlingszeit: nach 15 - 20 Tagen mitunter neben dem Nest, die Jungvögel sind nach 50 - 55 Tagen flügge.

Im frühen 18. Jahrhundert wurden Rohrdommeln noch zum Verzehr gejagt.
Gerade flügge gewordene Junge geben Blubbergeräusche von sich, wie man sie erzeugt, wenn man mit einem Strohhalm ins Wasser bläst.
Das Rohrdommelweibchen kann erbittert kämpfen. Es greift zur Verteidigung der Jungen sogar eine Rohrweihe an.
Rohrdommeln sind so nah mit Reihern verwandt, dass manche Zoologen der Meinung sind, sie sollten nicht als getrennte Unterfamilie eingestuft werden.
Obwohl sie in der Regel einzelgängerisch leben, kommt es vor, dass die Männchen, die sich mit mehreren Weibchen paaren, während der Balz einige Kilometer weit fliegen und mit bis zu sechs anderen eine Art Balzflug vollführen.
Die Rohrdommel ist in Bayern ein sehr seltener Brutvogel mit ca. nur 9 BP.

Naturerleben am Schweriner See

Am Schweriner See wird die Biologische Vielfalt im Rahmen eines nachhaltigen Tourismus geschützt, erhalten und entwickelt. Die Naturschutzstation Zippendorf lockt mit einer Ausstellung zum Naturreichtum des Schweriner Sees. Hier kann man auch Kurse und Ausflüge in der Schweriner Seenlandschaft buchen. Den Schweriner See entdeckt man besonders eindrücklich auf dem 60 km langen Radweg um den See, den man über den Paulsdamm auf 40 km abkürzen kann. Informationen zum Naturerleben ermöglichen hier tiefe Einblicke in die Biologische Vielfalt am See. Vom Wasser aus bieten die Dampfer der Weißen Flotte und Charterboote organisierte Touren an. Mit eigenem Boot ist der Schweriner See über die Stör-Elde-Elbe-Wasserstrasse zu erreichen. Ankern ist auch über Nacht in vielen Bereichen erlaubt, Wassersportvereine bieten Gastliegeplätze. Auf der Insel Kaninchenwerder ermöglicht der Aussichtsturm mit einer spannenden Ausstellung zum Seeadler eine einzigartige Aussicht und spannende Informationen.

Der Singschwan - seine Bestände nehmen in Deutschland zu (Foto: Gunther Zieger) Seinen Namen verdankt der Singschwan seinen lauten, trompetenden, oft 3- oder 4-silbrigen Rufen. Feinste akustische und optische Unterschiede ermöglichen es den Vögeln sich untereinander individuell zu erkennen.
Der Singschwan hat 1994 um ersten Mal im Nordosten Deutschlands gebrütet Foto: Gunther Zieger

Der Singschwan (Cygnus cygnus)
Die Brutbestände des Singschwans haben in den letzten Jahrzehnten in Nordeuropa deutlich zugenommen, nachdem die Art um die Mitte des letzten Jahrhunderts einen Tiefstand erreicht hatte. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der nordische Schwan sogar Brutvogel Deutschlands. In Sachsen brüten mittlerweile acht bis zehn BP. Der Bestand für Deutschland wurde 2005 mit 21 BP angegeben, Tendenz steigend. Im Herbst 2015 blieben über 300 Singschwäne in der Gegend um die Mecklenburger Seenplatte.
Die Brutplätze des Singschwans sind Tümpel und größere schilfreiche Seen. Wie Höckerschwäne verteidigen die Brutpaare ihr Revier. Die Familien bleiben oft den ganzen Winter über zusammen. Singschwäne ernähren sich überwiegend von Wasserpflanzen.

Länge: ca. 145 - 160 cm; Flügelspannweite: ca. 218 - 243 cm;
Gewicht: 7500 - 12700 g - die Weibchen sind kleiner;
Brutzeit: Anfang Mai in südlichen Gebieten - Ende Mai bis Juni weiter nördlich; 1 Jahresbrut;
Gelegegröße: 4 - 7;
Brutdauer: 31 - 42 Tage;
Nestlingszeit: Nestflüchter beide Eltern führen - mit 78 - 96 Tagen flügge.

Das Nest des Singschwans ist gewöhnlich ein großer Haufen aus Schilfrohr und anderen Pflanzen. Das Weibchen polstert die Nistmulde oft mit Dunen aus. Nur das Weibchen brütet. Das Männchen hält sich in der Nähe auf und bewacht das Nest. Nach dem Schlüpfen und dem trocknen werden die Jungschwäne von den Elterntieren sofort aufs Wasser geführt. Die Jungen ernähren sich auch von Wasserinsekten und deren Larven.


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- letzte Aktualisierung: Samstag, 02. Januar 2016 -