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Die Lebendigen Seen des Jahres seit 2011

Der Globale Nature Fund (GNF) kürt jährlich am Weltwassertag, dem 22. März einen "Lebendigen See Deutschland". Diese Auszeichnung macht zugleich auf Seen und Feuchtgebiete als wertvolle Ökosysteme und einzigartige Naturschätze aufmerksam. Die Initiative beruht auf den langjährigen und erfolgreichen Erfahrungen der internationalen Aktion "Bedrohter See des Jahres". Verbunden mit Aktivitäten rund ums Jahr, trägt die Aktion zur Lösung von Problemen an Seen und in Feuchtgebieten bei. Die Wahl zum See des Jahres erfolgt im Rahmen des 2009 gegründeten Netzwerks "Lebendige Seen Deutschland.

Die bisherigen Lebendigen Seen des Jahres sind:

Jahr Lebendiger See Bundesland
2011 Der Plauer See Mecklenburg-Vorpommern
2012 Der Stechlin See Brandenburg
2013 Der Mindelsee Baden-Württemberg
2014 Der Chiemsee Bayern
2015 Der Schweriner See Mecklenburg-Vorpommern
2016 Der Bodensee Baden-Württemberg / Bayern
2017 Das Steinhuder Meer Niedersachsen
2018 Die Oberschwäbischen Seen Baden-Württemberg

Anlässlich des Weltwassertages am 22.März ernennen die internationale Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) und das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland (NLSD) die "Oberschwäbischen Seen" zum "Lebendigen See des Jahres 2018". Mit dieser Auszeichnung betonen die Netzwerkpartner die ökologische Bedeutung des Sees und der mit dem See verbundenen Lebensräume für den Natur- und Artenschutz und die vorbildliche Zusammenarbeit von behördlichem und verbandlichem Naturschutz.

Netzwerk Lebendige Seen Deutschland

Die Oberschwäbischen Seen sind Mitglied im Netzwerk Lebendige Seen Deutschland, vertreten durch das 1989 ins Leben gerufene "Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen", das sich in der Region Oberschwaben für insgesamt 113 Seen engagiert. Das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland wurde vom Global Nature Fund 2009 gegründet und ist mit dem weltweit aktiven Living Lakes-Netzwerk verknüpft, das eine Plattform für die Zusammenarbeit zu einer dauerhaften und nachhaltigen Entwicklung von Seen bildet. Das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland wurde 2016 als offizielles Projekt der UN-Dekade für Biologische Vielfalt ausgezeichnet.


Die Oberschwäbischen Seen - Lebendige Seen des Jahres 2018

Die Region im Dreieck zwischen Bodensee, Donau und Iller wird heute als Oberschwaben bezeichnet. In den am "Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen" beteiligten Landkreisen Biberach, Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen liegen etwas über die Hälfte der ungefähr 4.500 stehenden Wasserflächen Baden-Württembergs.


Oberschwäbische Seen - Lebendige Seen des Jahres 2018 - hier der Häcklerweiher (Bild: Frank Hofmann) Insgesamt 113 dieser Stillgewässer werden im Seenprogramm betreut. Neben natürlichen Seen, die während der letzten Eiszeit entstanden sind, zählen hierzu auch die vom Menschen im Hoch- und Spätmittelalter ...
Oberschwäbische Seen - der Häcklerweiher Bild: Frank Hofmann


 ... angelegten ablassbaren Weiher sowie Torf- und Kiesabbauseen aus heutiger Zeit. Die Gewässer sind zwar von vergleichsweise geringer Größe (zwischen 0,5 und etwa 70 Hektar) haben jedoch große Bedeutung für Natur und Menschen. So zum Beispiel für ihn:

Der von vielen Menschen als der schönste Vogel angesehene Eisvogel (Alcedo atthis) verbringt den größten Teil seines Tages damit, unter Wasser Fische zu fangen - dabei kann er nicht einmal schwimmen. Tiere an den Oberschwäbischen Seen - der Eisvogel (Bild: Olav Krüger)
Bild: Olav Krüger Tiere an den Oberschwäbischen Seen - der Eisvogel



Der Eisvogel

Der prächtige Eisvogel ist hervorragend an das Leben an Flußufern angepaßt. Seine schillernde blaugrüne Oberseite ist eine erstaunliche Tarnung, da er, auf der Suche nach Fisch, schnell und tief über dem Wasser fliegt und dann kaum zu erkennen ist.
Trotz ihrer auffallenden Farben sind Eisvögel nicht leicht zu entdecken. Zum Glück ist ihr Ruf sehr typisch, besonders während des Flugs. Das hohe "tji" oder "tii-tü" unterscheidet sie von anderen Vögeln und ist leicht zu merken. Während der Brutzeit findet man Eisvögel an Flüssen und Teichen mit steilen, sandigen Klippen, in die sie ihre Tunnel graben können. Sie bauen ihre Bruthöhlen, die 1 Meter tief sein können, auch in Uferböschungen von Seen und Steinbrüchen.
Länge: ca. 16 - 17 cm; Flügelspannweite: ca. 24 - 26 cm.
Länge des Schnabels: 4 cm.
Gewicht: 35 - 55 g.
Brutzeit: Ende April, manchmal bis Juni / Juli.
2 Jahresbruten.
Gelegegröße: 6 - 7 weiße, glatte und stark glänzende Eier.
Brutdauer: 18 - 21 Tage.
Nestlingszeit: 23 - 27 Tage.
Verhalten: einzelgängerisch.
Nahrung: kleine Fische, Krebstiere, Frösche, Wassertiere und einige Arten von Landinsekten.
Lebenserwartung: ca. 2 Jahre.
Stabile Bestände des Eisvogels, sind ein Qualitätsanzeiger für den guten Zustand einer Fluss- oder Seenlandschaft.
Die Population in Europa wird mit weniger als 160.000 BP angegeben, sie ist relativ klein und nahm zwischen 1970 und 1990 mäßig ab. Die Population gilt als nicht erholt, da die Größe des Brutbestands auch wesentlich von einer Winterstrenge bestimmt wird. In strengen Wintern können die Bestände des Eisvogels, bis zu 90 Prozent, zusammenbrechen, wenn Bäche, Flüsse und Seen zugefroren sind.
Der Eisvogel benötigt nach wie vor einen ganzjährigen Schutz.
Der Eisvogel war in den Jahren 1973 und 2009 "Vogel des Jahres".


Die herausragende ökologische Bedeutung der Seen und Weiher ist unumstritten. Viele davon stehen unter Naturschutz, einige sind Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und sind als FFH-Gebiet oder Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Zusammen mit den sie umgebenden Schilfgürteln, Bruchwäldern, Streuwiesen und Niedermoorflächen stellen sie für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten einzigartige Rückzugsflächen dar und bieten einem breiten Artenspektrum jeweils angepasste Lebensräume. Wie ihr:


Pflanzen an den Oberschwäbischen Seen - die Zypergras-Segge (Bild: Frank Hecker - Naturfoto) Die Zypergras-Segge (Carex bohemica) ist eine Art aus der Gattung der Seggen und damit der Familie der Sauergrasgewächse.
Pflanzen an den Oberschwäbischen Seen - Die Zypergras-Segge Bild: Frank Hecker



Die Zypergras-Segge

Die Zypergras-Segge ist eine ausdauernde krautige Pflanze, mit einer Wuchshöhe von 5 bis 30, selten bis zu 60 Zentimetern. Sie entwickelt zahlreiche, bis 2 mm diche, glatte, dreikantige und unbeblätterte Stängel. Die hellgrünen Laubblätter sind 1,5 - 2,5 mm breit. Unterhalb des Blütenstandes befinden sich 2 - 5 Hüllblätter, die den Blütenstand weit überragen. Das unterste Hüllblatt ist 3 - 15 cm lang und setzt die Richtung des Stängels fort. Der Blütenstand ist ein grünes, später hellbraunes Köpfchen aus zahlreichen Ährchen. Die Ährchen selbst sind vielblütig, dicht und tragen am Grunde die männlichen Blüten. Die Spelzen sind nur halb so lang wie die Schläuche, am Rand weißhäutig und mit grünem Mittelnerv. Die Schläuche sind 7 - 10 mm lang, grün, später hellgelb, kahl und oben in einen zweizähnigen Schnabel verschmälert. Die weiblichen Blüten haben 2 Narben. Die Frucht ist glänzend hellbraun. Die Art blüht zwischen Juni und September.
Die Zypergras-Segge gedeiht auf nassen, nährstoffreichen, sandigen Ton- oder Schlammböden an trocken gefallenen See- oder Teichufern und an Flüssen. Sie kann plötzlich zahlreich auftreten und auch bald wieder verschwinden, da die Pflanzen nur wenige Jahre ausdauern. Ihr Verbreitungsgebiet ist außer Europa, in Asien. In Europa meidet sie den Norden und ist im Süden äußerst selten. In Mitteleuropa ist sie ebenfalls selten.


Auch für Hochwasserschutz, Klimaausgleich und Energiegewinnung sind die Gewässer unersetzbar. Die Seen und Weiher stellen wichtige Bestandteile des oberschwäbischen Tourismuskonzepts dar und werden zum Baden, Angeln, Wandern und für verschiedene Wassersportarten genutzt. Auf Naturerlebniswegen können sich Besucher über die Lebensräume und deren Gefährdung informieren.


Die Oberschwäbischen Seen und Weiher werden zum Baden und Wandern genutzt und können für Jung und Alt zu Naturerlebniswelten werden. Lebendige Seen - die Oberschwäbischen Seen und Weiher - Erlebniswelt für Jung und Alt (Bild: Albrecht Trautmann)
Bild: Albrecht Trautmann Lebendige Seen - die Oberschwäbischen Seen und Weiher - Erlebniswelt für Alt und Jung


All diese Gewässer werden durch Einträge von Pflanzennährstoffen und erodiertem Bodenmaterial stark beeinflusst, ihr ökologischer Wert ist gefährdet. Gravierend zugenommen haben diese Belastungen seit den 1960er/1970er Jahren durch angestiegene Abwassereinträge und die intensivere Landbewirtschaftung. Die Gewässer wurden nährstoffreicher, der Verlandungsprozess wurde beschleunigt. Unter diesen Bedingungen nahm die Artenvielfalt ab und es kam immer wieder zu Fischsterben - Seen und Weiher "kippten um".


Oberschwäbische Seen - der Häcklerweiher (Bild: Albrecht Trautmann) Ziel des "Aktionsprogrammes zur Sanierung Oberschwäbischer Seen" ist, die zunehmende Eutrophierung und Verlandung aufzuhalten, die Gewässer langfristig zu erhalten und ihre ökologische Wertigkeit wieder zu verbessern.
Oberschwäbische Seen - der Häcklerweiher Bild: Albrecht Trautmann


Die Sanierungsmaßnahmen dieses Projektes umfassen die Bereiche:

Verbesserungen der häuslichen Abwasserentsorgung

Renaturierung der Seezuflüsse

Bau von Schlammfangbecken vor Gewässern oder nachgeschaltet für das Ablassen von Weihern

Anpassung der fischereilichen Nutzung und Bewirtschaftung

Pflege der Verlandungsbereiche

Beratung der in den Einzugsgebieten wirtschaftenden Landwirte

Vertragliche Extensivierung von sogenannten "kritischen Flächen".

Insbesondere die Maßnahmen im landwirtschaftlichen Bereich, die nur mit intensiver Beratung und Überzeugungsarbeit umgesetzt werden können, haben bei der Sanierung der Seen und Weiher die größten Erfolge hervorgebracht.


Daten zu den 113 Seen und Weihern des Seenprogramms
Lage: Region Oberschwaben zwischen Bodensee, Donau und Iller
Seespiegel: 450 m über NN bis 720 m über NN
Fläche: Insgesamt ca. 1.000 ha
Tiefe: 1 m bis 17 m
Volumen: Insgesamt ca. 34 Mio. Kubikmeter
Eigentümer: Die am Seenprogramm beteiligten Seen und Weiher sind im Eigentum des Landes Baden Württemberg, von Kommunen, Vereinen, Verbänden oder Privatpersonen



Der Haubentaucher war früher sehr bedroht, weil seine Federn als Schmuck für Damenhüte herhalten mussten. Inzwischen haben sich die Bestände wieder erholt. Da er Fisch frisst, ist er jedoch bei den Fischereiverbänden nicht gerne gesehen. Tiere an den Oberschwäbischen Seen - der Haubentaucher (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Tiere an den Oberschwäbischen Seen - der Haubentaucher



Der Haubentaucher

Dank konsequenter Schutzmaßnahmen zählt der Haubentaucher heute nicht mehr zu den gefährdeten Arten. Vor etwa hundert Jahren waren seine Zahlen dramatisch gesunken. Seitdem stiegen die Populationen stetig an und nun ist der Haubentaucher in unseren Breiten wieder ein vertrauter Anblick.
Der Haubentaucher ist ein Süßwasservogel und man sieht ihn auf Seen, Weihern, träge dahin fließenden Flüssen, sowie an Bergseen. Lebensräume sind dichte Schilf- oder Binsenflächen die ihm den Schutz bieten.
Der Vogel brütet zwischen Mai bis Juni und kann zwei Jahresbruten hervorbringen. Das Nest ist eine flache Plattform aus nassem und verrottendem Pflanzenmaterial und steht dicht am oder schwimmt auf dem Wasser, oft verankert und versteckt in der Vegetation der Uferzone. Die Jungen erleben normalerweise auf dem Rücken eines Altvogels ihre ersten Ausflüge.
Fische, zumeist bis zu einer Länge von maximal 20 cm, bilden seine wichtigste Nahrungsquelle. Die Jungvögel erhalten zunächst Wasserinsekten. Bis zu 6 m tief tauchen die Altvögel normalerweise auf ihrer Fischjagd.
Haubentaucher sieht man im Winter, in bestimmten Gebieten in beträchtlicher Anzahl. Jedoch sind viele Brutvögel Zugvögel, die vor allem in Mittel-, West- und Südeuropa auf großen Binnengewässern mitunter zu Hunderten den Winter verbringen. In milden Wintern bleiben in Mitteleuropa wohl auch viele in der Nähe ihrer Brutplätze.

Länge: ca. 46 - 51 cm; Flügelspannweite: ca. 85 - 90 cm;
Gewicht: 600 - 1490 g;
Brutzeit: Mai bis Juni, seltener April bis September; 1 oder 2 Jahresbruten;
Gelegegröße: 2 - 6, zumeist aber 4;
Brutdauer: 27 - 29 Tage;
Nestlingszeit: Die Jungen sind Nestflüchter, können ab dem 1.Tag schwimmen und tauchen, werden aber bis zu 20 Tagen in den Flügeltaschen und auf dem Rücken der Elterntiere mitgetragen. Die Jungvögel sind 10 - 11 Wochen abhängig von den Alttieren.
Nahrung: Fische, Kaulquappen, Frösche, Krebstiere, Spinnen und Wasserinsekten, sowie Samen.
Feide des Haubentauchers sind Aaskrähen, Elster und Rohrweihe die Gelege vernichten können. Dunenküken werden oftmals von Raubfischen, wie Hecht und Wels, erbeutet.

Der europäische Bestand wird auf 300.000 - 450.000 BP geschätzt.


Nutzung und Herausforderungen

Nachhaltige Sanierung und Erhaltung der Seen und Weiher in gutem ökologischen Zustand.

Klimatische Veränderungen mit Zunahme von Starkniederschlägen erhöhen die Abschwemmung und Erosion aus der umliegenden Landschaft.

Die zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion erhöht die Belastung der Stillgewässer über die Düngung.


Lebendige Seen 2018 - Oberschwäbische Seen und Weiher - der Blindsee (Bild: Albrecht Trautmann) Agrarpolitische Vorgaben verhindern die großflächige Extensivierung, sogenannter "kritischer Flächen" z.b. Moor-, Hangflächen, Gewässerrandstreifen.

Ungünstige fischereiliche Bewirtschaftung mit nicht heimischen Fischarten führen zur Artenverarmung und zu ökologischen Beeinträchtigungen.
Lebendige Seen 2018 - der Blindsee Bild: Albrecht Trautmann


Höhere Einträge aus Regenwasserentlastungen durch fortschreitende Bebauung und zunehmende Starkniederschläge.

Freizeitnutzung auf unproblematische Gewässerbereiche beschränken.

Naturvielfalt

Die Seen und Weiher Oberschwabens mit ihren Verlandungsbereichen sind Lebensraum zahlreicher, gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Wasservögel, Fische, Amphibien, Insekten, Wirbeltiere und Säugetiere finden hier ihren Lebens-, Nahrungs-, Fortpflanungsraum.


Der Bitterling (Rhodeus amarus) ist eine Art aus der Familie der Karpfenfische und ca. 5 - 8 cm lang. Der selten gewordene Bitterling lebt in pflanzenreichen stehenden bis langsam fließenden Gewässern. Tiere der Oberschwäbischen Seen - der Bitterling (Bild: Frank Hecker - Naturfoto)
Bild: Frank Hecker Tiere der Oberschwäbischen Seen - der Bitterling


Der Bitterling

Für seine Fortpflanzung ist der Bitterling auf eine - vom Männchen zum Revier "erklärte" - Teich- oder Malermuschel angewiesen. In deren Kiemenraum legt das Weibchen mit seiner Legeröhre die Eier ab, während das Männchen über der Muschel eine Spermawolke ausstößt, die diese mit dem Atemwasser einsaugt. Die Jungen bleiben bis zur Länge von gut 1 cm in der Muschel. Die Muschel profitiert wiederum vom Fisch, in dem sich ihre Larven an die Fische anheften und somit weiter verbreitet werden. Der Bitterling ist eine Art der Roten Liste gefährdeter Tierarten.
Der Bitterling ernährt sich von Wirbellosen (z.B. Würmer, Schnecken und Käfer) und von Algen des Planktons. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in Mitteleuropa nördlich der Alpen, westlich bis zum Rhonegebiet, östlich bis zum Kaspischen Meer. Die Art fehlt in Skandinavien, Dänemark und einem Großteil Großbritanniens.
Der Bitterling war in Deutschland 1985 und 2008, sowie in Österreich 2008 "Fisch des Jahres".
Die Laichzeit beim Bitterling findet zwischen April und Juni statt. In dieser Zeit wächst den Weibchen hinter der Afteröffnung eine 5 bis 6 cm lange Legeröhre.
Aufgrund seiner speziellen Fortpflanzungsbiologie, also der Abhängigkeit vom gleichzeitigen Vorkommen bestimmter Muschelarten, ist der Bitterling in manchen Regionen Mitteleuropas eine bedrohte Fischart geworden.
Rote Liste - Einstufung in Deutschland: 2 - "stark gefährdet" - Österreich: 3 - "gefährdet" - Schweiz: EN - entspricht "stark gefährdet".


In zwei der oberschwäbischen Seen kommt als einziger Standort in Baden-Württemberg das hier seltene Langblättrige Laichkraut vor.


Pflanzen der Oberschwäbischen Seen - die Schwertlilie (Bild: Albrecht Trautmann) Die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), ist die häufigste der wild wachsenden Schwertlilien. Sie ist verbreitet an stehenden und fließenden Gewässern und bevorzugt nährstoffreiche, nasse, schlammige Böden. Ihre Blühzeit ist von Mai - Juni und sie kann bis zu 120 cm groß werden.
Flach wie Schwerter sind die langen Blätter dieser Sumpfpflanze und auch die Blüten sind eigenwillig gebaut. Scheinbar bestehen sie aus drei Einzelblüten, die ineinander geschachtelt sind. Doch das täuscht, die Blütenblätter sind nur unterschiedlich gebaut. Innen liegen drei aufrechte "Domblätter", außen drei breite "Hängeblätter". Pflanzen mit solchen Blüten nennt man auch "Kraftblumen", weil nur kräftige Insekten es schaffen, ihre Blüten zu bestäuben. Nur Hummeln gelingt es, hineinzukriechen und an den tief liegenden Nektar zu gelangen. Später entwickeln sich Samenkapseln, die im Herbst aufspringen. Die Samen fallen ins Wasser.
Pflanzen der Oberschwäbischen Seen - die Schwertlilie Bild: Albrecht Trautmann


Bei der Sömmerung, (Ablassung) von Weihern werden regelmäßig, teils stark gefährdete Arten der Teichbodenvegetation gefunden. Im Besonderen sind hier verschiedene Tännel-Arten (ein- bis mehrjährige krautige Pflanzen) oder z.B. die Zypergras-Segge zu nennen. Am Häcklerweiher ist der einzige Standort Baden-Württembergs der Wurzelnden Simse, einer sich vegetativ vermehrenden Uferpflanze.


Die Weiße Seerose (Nymphaea alba) wächst in stehenden und langsam fließenden Gewässern, oft als Gürtel vor dem Schilf. Aus dem armdicken Wurzelstock erscheinen an Stielen, die bis 3 m lang werden, auf dem Wasser zunächst die runden Schwimmblätter, deren Blattnerven am Rand miteinander verbunden sind, dann (V-VIII) die 9-12 cm großen Blüten. Die gelben Narben werden von kleinen Käfern bestäubt. Nach der Reifung schwimmen die Samen und sinken später ab. Die Pflanze ist schwach giftig und nach BAVO eine geschützte Art. Pflanzen der Oberschwäbischen Seen - die Seerose (Bild: Albrecht Trautmann)
Bild: Albrecht Trautmann Pflanzen der Oberschwäbischen See - die Seerose


In einigen wenigen oberschwäbischen Gewässern gibt es noch Vorkommen des europäischen Bitterlings, einer Fischart, deren Fortbestand an die Teichmuschel gebunden ist.

Natur erleben

Tourismus ist für den Bodenseeraum, Oberschwaben und das Alpenvorland ein bedeutender Faktor. Die Menschen genießen hier die Erholungsmöglichkeiten, die ihnen die Seen, Weiher und Moore bieten.


Tiere der Oberschwäbischen Seen und Weiher - die Blauflügel-Prachtlibelle (Bild: Frank Hecker - Naturfoto) Die Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo), kommt nur in schnellfließenden und sauberen Bächen und Gewässern vor. Mit 30-40 mm Länge zählt sie zu den größten Vertretern unter den Kleinlibellen oder Wasserjungfern.
Tiere der oberschwäbischen Seen - die Blauflügel-Prachtlibelle Bild: Frank Hecker



Die Blauflügel-Prachtlibelle

Die Blauflügel-Prachtlibelle, auch Gemeine Seejungfer genannt, ist eine Libellenart aus der Familie der Prachtlibellen innerhalb der Kleinlibellen. Sie ist neben der Gebänderten Prachtlibelle (Calopteryx splendens) die einzige Art der Prachtlibellen in Mitteleuropa und fällt vor allem durch die namengebenden blauen Flügel auf.
Auffallend ist bei dieser Art vor allem die Flügelfärbung. So sind die Flügel der Männchen vollständig blaugrün und die der Weibchen durchscheinend bräunlich bis kupfern gefärbt.
Ende April tauchen an warmen Tagen die ersten Libellen auf, im August oder September verschwinden die letzten. Nach einem eindrucksvollen Balzflug erfolgen Paarung und Eiablage. Das Weibchen sticht seine Eier stets im Revier des Männchens in Wasserpflanzen ein, wobei es ganz unter Wasser gehen kann.
Wie alle Libellenlarven leben auch diese räuberisch. Sie ernähren sich vor allem von Insektenlarven, wie denen der Zuckmücken, Stein- und Eintagsfliegen und anderer, sowie von Flohkrebsen.
Das Larvenleben dauert zwei Jahre. Als fertige Libelle erbeutet sie dann Mücken und andere Insekten. Bei der Jagd orientiert sich die Libelle mit ihren außerordentlich großen Komplexaugen, die bis zu 30.000 Einzelaugen zählen. Dazu können die Libellen ihren Kopf wegen des sehr dünnen "Halses" um fast 180 Grad drehen, so dass ihnen kaum etwas entgeht.
In Deutschland ist die Blauflügel-Prachtlibelle eine Art der Roten Liste und wird als "gefährdet" eingestuft. In einigen Bundesländern ist sie sogar "vom Aussterben bedroht". Ähnlich verhält es sich auch in Österreich und der Schweiz.


Dabei wird aber nicht auf einen Massentourismus gesetzt, sondern ausschließlich auf einen sehr sanften Naturgenuss. Wo sonst ist es möglich, an einem lauen Sommermorgen einen See für sich allein zu haben und dort ein frisches Bad zu genießen oder ein Picknick-Frühstück einzunehmen?


Vielen Dank an Frau Bettina Schmidt, Programme Manager, von Global Nature Fund, Radolfzell, für den Pressetext und die Möglichkeit, Bilder von Herrn Albrecht Trautmann und Herrn Frank Hofmann zeigen zu dürfen. Vielen Dank auch an Herrn Gunther Zieger, Herrn Olav Krüger und Herrn Frank Hecker für die zur Verfügung gestellen Aufnahmen.


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- letzte Aktualisierung: Montag, 22. Oktober 2018 -
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