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Die Abstimmung hat ergeben, dass das Persönliche Gartentier des Jahres 2019 - der Distelfalter - ist.


Der Distelfalter: Wer in seinen Gärten die Gemeine Kratzdistel, Kohldistel, Große Brennnessel, oder Stachelbeere angepflanzt hat, hilft dem Distelfalter. Ebenso kommt der Distelfalter gerne an die blühenden Sommerflieder-Sträucher. Der Wanderfalter erobert sich neue Siedlungsgebiete durch sein großes Spektrum an Futterpflanzen. Helfen Sie ihm durch das Anpflanzen obiger Pflanzen.

Die Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt und die Besucher der Homepage wählen seit 2018 das "Persönliche Gartentier" des Jahres. Und dies alles ohne große Ausschreibung und Glanzbroschüren. Es gibt drei Vorschläge, welches Tier die meisten Stimmen bekommt, wird vorgestellt.

Für das Jahr 2019 ist dies der "Distelfalter".

Jahr Persönliches Gartentier Wissenschaftlicher Name
2018 Der Gartenschläfer Eliomys quercinus
2019 Der Distelfalter Vanessa cardui


Immer wenn ich diesen Wanderfalter auch in meinem Garten sehe, am Sommerflieder (Buddleja), denke ich daran, dass dies eigentlich nicht sein Habitat darstellt. Der Distelfalter bevorzugt trockene Lebensräume, Trockenwiesen, Kiesgruben oder an sonnigen Wegrändern. Leider fehlen ihm diese Lebensräume mehr und mehr und da sich dieser Falter anscheinend gut anpassen kann, sehen wir ihn auch in unseren Gärten. Es kann aber auch sein, dass ihn der Hunger hierher treibt.


Der Distelfalter - das Persönliche Gartentier des Jahres 2019 (Bild: Olav Krüger) Der Distelfalter, der zu den Edelfaltern zählt, kann eine Flügelspannweite von 45 bis 60 mm erreichen. Er kann bei uns auch in Parks und Gärten kommen, solange dort für ihn nektarreiche Blüten vorzufinden sind.
Der Distelfalter - Ihr persönliches Gartentier des Jahres Bild: Olav Krüger


Distelfalter bevorzugen trockene Lebensräume. Man trifft diese Schmetterlingsart, die zu den Edelfaltern gehört, unter anderem auf Trockenrasen an. Darüber hinaus leben sie in Gebieten, in denen es viele Disteln gibt, was sich auch im Namen diesen Schmetterlings widerspiegelt. Im Siedlungsraum lassen sich Distelfalter mitunter in Parks und Gartenanlagen beobachten, Voraussetzung ist aber, dass dorrt nektarreiche Nahrung vorhanden ist.

Beim Distelfalter handelt es sich wie beim Admiral um einen Wanderfalter, der jedes Jahr in unsere Gefilde in Mitteleuropa einfliegt. Da dieser Schmetterling hier bei uns im winterkalten Mitteleuropa nicht überwintern kann, erfolgt der Zuzug aus dem Mittelmeergebiet jedes Jahr aufs Neue. In Deutschland, Schweiz und Österreich, sowie im restlichen Mitteleuropa fliegen die Distelfalter von Main bis Juli ein. In manchen Jahren, sehr wenig, in anderen Jahren fast schon invasionsartig.

Der Distelfalter kann in unserem Klima den Winter nicht überstehen und fliegt deshalb jedes Jahr über das Mittelmeer und die Alpen hinweg aus Nordafrika, nördlich der Sahara, nach Mitteleuropa ein. Die ersten Einwanderer erreichen Ende März das südliche Europa. Einige von ihnen fliegen gleich weiter, andere bringen dort eine Nachfolgegeneration hervor, die meist im Mai die Alpen überquert. Diese Tiere vermischen sich mit denen in Mitteleuropa geborenen Falter und können hier nocheinmal 1 - 2 Generationen hervorbringen. Einzelne Falter wandern bis zum Polarkreis, sogar auf Spitzbergen hat man schon diesen Wanderfalter nachweisen können.


Ab Juli wandern einzelne Exemplare dann wieder nach Süden. Die Rückwanderung vollzieht sich unauffällig und über eine längere Zeit hin. Distelfalter saugt Nektar an Blüten (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Distelfalter saugt Nektar an den Blüten einer Vogelkirsche


Die Eier legen die Weibchen einzeln an den Blättern der Futterpflanze (vowiegend an Gemeiner Kratzdistel, Kohldistel und anderen Distelarten, aber auch an der Großen Brennnessel und anderen Kräutern), ab.

Vielleicht ist es Ihnen möglich, solche Futterpflanzen in Ihrem Garten zu pflanzen, oder aber auch an einem sonnigen Plätzchen, der nicht so in das Blickfeld gerät, eine Anzahl von Brennnesseln wachsen zu lassen. Sie würden vielen Schmetterlingen helfen! Die Kratzdistel z.B. ist auch Futterpflanze für den Flockenblumen-Scheckenfalter und Purpurbär. Die Kohldistel auch für den Schönbär. Die Große Brennnessel ist Futterpflanze für über 20 Schmetterlingsarten unter anderem für den Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, C-Falter, Landkärtchen u.v.a.


Die Raupe des Distelfalters - grau-schwarz mit gelben Rückenlinien (Bild: Frank Hecker) Die Raupe ist bis zu 40 mm lang, sehr variabel gefärbt, von grau-schwarz über ockerbraun bis dunkelbraun, stets mit feinen, gelblichen Längslinien versehen.
Raupe des Distelfalters - grau-schwarz mit gelben Rückenlinien Bild: Frank Hecker


Die daraus schlüpfenden Raupen spinnen dann die Blattspitze und später das ganze Blatt zusammen, somit können sie geschützt fressen. Bei Disteln spinnen sie ein Gespinst zwischen Blattansatz und Stiel. Die grau-schwarzen Raupen mit den gelben Rückenlinien und kurzen, gelblichen bis grauen Dornen leben den Juni über in einzeln zusammengesponnenen Blättern. Nach etwa vier Wochen verpuppen sie sich in ihren Blatttüten. Die Verpuppung zu einer schlanken Stürzpuppe mit goldglänzeden Flecken erfolgt meist etwas abseits der Fraßpflanze.


Nach einer Puppenruhe von ca. zwei Wochen entschlüpft aus der graubraunen Puppe schließlich der fertige Falter. Die Verpuppung erfolgt etwas abseits der Futterpflanze (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Verpuppung zum fertigen Distelfalter


Im August wächst dann die zweite Generation heran, die, sobald es bei uns kälter wird, den Rückweg in den warmen Süden antritt. Aber nicht alle Distelfalter schaffen es und die zurückgebliebenen Distelfalter haben in unseren kalten Wintern in der Regel keine Chance. Nur im äußersten Süden des Mittelmeerraumes können die Schmetterlinge als Imago überwintern.


Nach einer 14-tägigen Puppenruhe schlüpft der fertige Falter (Bild: Frank Hecker) Der Distelfalter saugt gerne an den Blüten der Disteln. Man kann die Falter aber auch an vielen anderen Blüten und an Fallobst antreffen.
Distelfalter schlüpft aus der Puppe Bild: Frank Hecker


Erwachsene Falter suchen im Sommer oft Distelblüten und den in unseren Gärten mit etlichen Arten vorkommenden sehr beliebten Schmetterlingsflieder (Buddleja) zum Trinken von Nektar auf.

Das Zugverhalten der Distelfalter wird aktuell noch intensiver erforscht. Bislang ist bekannt, dass die Tiere sich den Wind zu Nutze machen und sich von ihm tragen lassen. So gelingt es ihnen, mit geringem Kraftaufwand weite Strecken zurückzulegen und so in entfernte Regionen vorzudringen. Man kann davon ausgehen, dass sie sich in den so erreichten Gebieten vermehren. Später im Jahr wandern die erwachsenen Tiere dann aber wieder gen Süden, um in wärmeren Regionen zu überwintern.

Wir alle können den Schmetterlingen helfen! Pflanzen Sie in Ihren Gärten die Pflanzen an, die die Schmetterlinge als Fraßpflanze für die Raupen zur Entwicklung benötigen. Fordern Sie Ihre Kommune auf, bei der Neuanlage eines Neubaugebietes auch an Blühstreifen mit vielen Nektar spenden Pflanzen zu denken und auf kommunalen Wiesen oder Gelände Hochstaudenfluren entstehen zu lassen. Machen Sie Eingaben an Ihre Gemeinden und fordern Sie dies ein.

Für das Jahr 2020 stehen folgende "Persönliche Gartentiere" zur Wahl: Rotkehlchen - Blindschleiche - Maulwurf

Ab sofort können Sie abstimmen! Einfach Mail an bernd.neckermann@lbv-wue.de mit dem Vermerk "Persönliches Gartentier des Jahres 2020".


Quelle: NABU und BUND


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- letzte Aktualisierung: Samstag, 06. April 2019 -
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