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Die Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt und die Besucher der Homepage wählen seit 2018 das "Persönliche Gartentier" des Jahres. Und dies alles ohne große Ausschreibung und Glanzbroschüren. Es gibt drei Vorschläge, welches Tier die meisten Stimmen bekommt, wird vorgestellt.

Für das Jahr 2018 ist dies der "Gartenschläfer".

Jahr Persönliches Gartentier Wissenschaftlicher Name
2018 Der Gartenschläfer Eliomys quercinus


Der Gartenschläfer ist ein Säugetier aus der Familie der Bilche. Der Gartenschläfer ist über fast ganz Europa verbreitet. Er fehlt nur in Nordeuropa, Britischen Inseln und Island. In Richtung Osten gibt es voneinander isolierte Vorkommen. Die Art bevorzugt die Mittelgebirge und geht sogar bis über 2000 m hinauf.


Das erste persönliche Gartentier des Jahres - der Gartenschläfer (Bild: Naturfoto Frank Hecker) Anders als der Name es sagt, lebt der Gartenschläfer kaum in Gärten, sondern in lichten Wäldern. Das Nest wird aus Gras und Moos gebaut. Die Jungen kommen im Frühsommer blind zur Welt. Gartenschläfer ernähren sich überwiegend mit tierischer Nahrung.
Das erste persönliche Gartentier - der Gartenschläfer Bild: Naturfoto Frank Hecker


Der Gartenschläfer, ist hauptsächlich ein Nachttier, das tagsüber in seinem kugeligen Nest lebt, bewegt sich viel am Boden, auf dem er sich sehr gewandt bewegen vermag, außerdem ist er ein ausgezeichneter Kletterer. Er ist wenig gesellig, in Gruppen zumeist geräuschvoll und hat eine klangvolle Stimme mit klagenden und knurrenden Lauten. Als Nahrung nimmt er viel tierische Kost zu sich, diese besteht zumeist aus Insekten, Schnecken, aber auch Eier und Jungvögel, auch schwächere Kleinsäuger bis zur Größe einer Maus. Bei der Jagd orientiert sich der Gartenschläfer viel nach seinem Gehör. Er ernährt sich aber auch von Obst, Eicheln, Bucheckern, Beeren und Sämereien, wobei er in Gärten zuweilen schon Schaden anrichten kann, indem er eben sehr viel Obst annagt.

Der Gartenschläfer ist ein ausgesprochener Kulturfolger. Er überwintert zuweilen sogar auf Dachböden bewohnter Häuser. Auch im Sommer und Herbst dringt er nicht selten in Scheunen ein, haust in Obstkellern und Dachböden. Sonst hält er sich gerne in hausnahen Obstgärten auf, wo er in ausgebrachten Nistkästen, sich diese als Zufluchts- und Wurfplatz ausgewählt hat. Normalerweise legt er sein Nest in hohlen Bäumen oder Felsspalten an (Bild: Naturfoto Frank Hecker)
Bild: Naturfoto Frank Hecker Normalerweise legt er sein Nest in hohlen Bäumen und Felsspalten an


Äußerlich ist der Gartenschläfer der farbigste mitteleuropäische Bilch. Aber seine Fellfärbung löst sich in der Dämmerung gut auf. Oberseits ist das Fell aschgrau bis rötlichbraun, die Unterseite ist scharf abgegrenzt weiß. Seine Augen sind von einem schwarzen Ring umgeben, der fast bis zur Nase reicht und rückwärts in einem schwarzen Strich ausläuft. Hinten befindet sich unter jedem Ohr ein größerer schwarzer Fleck. Vor und hinter den Ohren, als Kontrast, je ein weißer Fleck. Sein fast körperlanger Schwanz ist am Ende zu einer buschigen, oben schwarz unten weiß, Quaste verbreitert.

Merkmale des Gartenschläfers:

Ordnung: Nagetiere
Familie: Bilche
Gattung und Art: Gartenschläfer

Gesamtlänge: 19 - 28 cm, davon Körper 10 - 15 cm, Schwanz 9 - 13 cm
Gewicht: 50 - 140 g - vor dem Winterschlaf bis zu 210 g.
Ohrlänge: 22 - 25 mm
Paarungszeit: April und Mai, manchmal noch später.
Tragzeit: 23 Tage
Wurfgröße: 2 - 8 nackte und blinde Junge
Würfe: 1 - 2 jährlich
Junge öffnen mit 18 Tagen die Augen und werden etwa 4 Wochen gesäugt. Mit 2 Monaten selbständig und mit einem Jahr fortpflanzungsfähig.


Der Gartenschläfer hält etwa von September/Oktober bis Mitte April einen echten Winterschlaf. In Südeuropa dauert dieser nur ein bis zwei Monate.
Der Gartenschläfer hat auch natürliche Feiunde. Diese sind vor allem: Katzen, Marder, Wiesel und Eulen. Seine Lebensdauer beträgt ca. 6 - 8 Jahre.

Der Gartenschläfer ist in Osteuropa gebietsweise schon verschwunden (Bild: Naturfoto Frank Hecker) Ein angegriffener Gartenschläfer, vermag wie auch andere Schläfer, seine Schwanzhaut abzustreifen, so dass nur diese im Besitz des Feindes bleibt. Der Gartenschläfer kann den nicht lebenswichtigen Schwanzwirbel dann sich selbst abbeißen.
Der Gartenschläfer ist inzwischen eine Art der "Vorwarnliste" geworden Naturfoto: Frank Hecker


In den letzten Jahrzehnten waren für die Art in Zentral-, Süd- und Osteuropa erhebliche Bestandsrückgänge zu verzeichnen. Im Süden Spaniens, im Osten Deutschlands, in Tschechien, im angrenzenden Österreich sowie in den baltischen Staaten ist der Gartenschläfer heute nur noch selten anzutreffen. Die Art ist im slowakischen Teil der Karpaten und auf dem kroatischen Festland ausgestorben, auch in Rumänien erfolgte die letzte sichere Beobachtung vor 1988. Vermutlich hat sich das Verbreitungsgebiet in den letzten 30 Jahren um mehr als 50% verkleinert, insgesamt ist der Gartenschläfer damit wohl das am stärksten im Bestand zurückgegangene Nagetier Europas. Die Gründe für diesen Rückgang sind bisher unbekannt. Da die westeuropäischen Bestände bisher noch stabil sind, gilt der Gartenschläfer als Art der "Vorwarnliste".
In Deutschland wurde der Gartenschläfer als eine "nationale Verantwortungsart" innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt eingestuft.


Quelle: Wikipedia


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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 01. Juli 2018 -
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