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Die Flusslandschaften des Jahres seit 2000

Die "Flusslandschaft des Jahres" wird seit dem Jahr 2000 immer für zwei Jahre von den NaturFreunden Deutschlands zusammen mit dem Anglerverein Deutschland ausgelobt.

Bisherige Flusslandschaften des Jahres:

Jahr Flusslandschaft
2000 - 2001 Die Gottleuba
2002 - 2003 Die Ilz
2004 - 2005 Die Havel
2006 - 2007 Die Schwarza
2008 - 2009 Die Nette
2010 - 2011 Die Emscher
2012 - 2013 Die Helme
2014 - 2015 Die Argen
2016 - 2017 Die Trave

Die Trave ist die Flusslandschaft des Jahres 2016/2017

Die Trave ist vom deutschen Angelfischerverband und den NaturFreunden Deutschlands als "Flusslandschaft der Jahre 2016/17" ausgewählt worden. Eine "Flusslandschaft des Jahres" sensibilisiert für die Bedeutung der Flüsse für Mensch und Natur. Es wird die erste "Flusslandschaft" in Norddeutschland.

Die Trave - Flusslandschaft der Jahre 2016/17 (Bild: Sven Gaedtke / Flickr CC BY 2.0) Die Trave, entstanden am Ende der letzten Eiszeit, entspringt in Gießelrade im Kreis Ostholstein und fließt über weite Strecken durch uralte Schmelzwasserstraßen, bis sie bei Travemünde in die Ostsee mündet.
Die Trave - Flusslandschaft der Jahre 2016/17 Bild: Sven Gaedtke / Flickr (CC BY 2.0)

Die Trave könnte es sich viel leichter machen. Von ihrem Quellreich in Gießelrade, einem ostholsteinischen 140-Seelen-Dorf mit Biogasanlage und Heuherberge, wären es kaum zehn Kilometer bis zur Ostsee. Doch dieser Wasserlauf, der in Bad Oldesloe als Flusslandschaft der Jahre 2016/17 ausgerufen wurde, fließt zuerst landeinwärts, bevor er nach 124 Kilometer und einem großen Bogen durch Schleswig-Holstein, vorbei an Bad Segeberg und der Hansestadt Lübeck mit ihrem UNESCO-Weltkulturerbe, die Ostsee am Badeort Travemünde erreicht.

Die "Flusslandschaft des Jahres", eine gemeinsame Kampagne der NaturFreunde Deutschland und des Deutschen Angelfischerverbandes, will die Öffentlichkeit für die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Bedeutung von Flüssen sensibilisieren. Die Trave zum Beispiel ist als zweitlängster Fluss Schleswig-Holsteins komplett unter Schutz gestellt. Die hiesige Landesregierung hat den gesamten Flusslauf einschließlich anliegender Naturschutzgebiete als sogenannte Flora-Fauna-Habitate (FFH) gemeldet und damit in das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 integriert.

Die Trave entwässert auf ihrem Weg 80 Seen. Dieses Flusssystem hat ein Einzugsgebiet von 2.676 Quadratkilometern, das im Holsteinischen zu 70 Prozent landwirtschaftlich genutzt wird. Trave - Stadtarm in Bad Oldesloe (Bild: Sigrid Kuhlwein / NFD)
Bild: Sigrid Kuhlwein / NFD Trave - Stadtarm in Bad Oldesloe

Für den Naturschutz ist die Flusslandschaft Trave insbesondere durch ihre weiträumig miteinander verbundenen Lebensraumtypen interessant. Zum Beispiel kommen im Unterlauf der Trave das vom Aussterben bedrohte Meer-, sowie das stark gefährdete Flussneunauge vor, stellenweise die streng geschützte Gemeine Flussmuschel, nachgewiesen wurde auch der ebenfalls streng geschützte Moorfrosch. Das gesamte Gewässersystem Trave - der Fluss entwässert 80 Seen und hat ein Einzugsgebiet von 2.676 Quadratkilometern - ist zudem Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Fischotters.

Trave - auch der vom Aussterben bedrohte Fischotter hat hier noch einen Lebensraum (Bild: Gunther Zieger) Ein Otter kann mindestens 400 Meter unter Wasser schwimmen, ohne zum Atmen aufzutauchen. Dabei schafft er auf kurzen Strecken eine Geschwindigkeit von etwa elf bis 14 Stundenkilometern.
Der vom Aussterben bedrohte Fischotter hat einen unermüdlichen Bewegungsdrang Bild: Gunther Zieger

Die NaturFreunde Schleswig-Holsteins haben nun ein zweijähriges Trave-Projekt auf den Weg gebracht, das für den Schutz dieser großartigen Flusslandschaft werben und deren Schönheit den Menschen nahebringen möchte. Geplant sind insbesondere Mitmachaktionen mit Schulen, Kitas und Jugendgruppen.

Wesentliche Projektziele sind die Werbung für das Natura-2000-Programm, Umweltbildung mit dem Schwerpunkt Gewässerschutz, die Werbung für einen sanften Tourismus sowie die Begleitung der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Auch die schleswig-holsteinischen NaturFreunde-Ortsgruppen wollen einen Teil ihrer Aktivitäten um dieses große Gemeinschaftsprojekt organisieren. Dabei werden das Naturfreundehaus Priwall, wird vollbewirtschaftet auch sind Übernachtungsplätze vorhanden, an der Travemündung ebenso eingebunden wie das "Umweltdetektiv-Projekt" der NaturFreunde Lübeck.

Die Trave, als Flusslandschaft der Jahre 2016/17 soll sensibilisieren und herausstellen, was diese Flussläufe für Mensch und Natur bedeuten. Trave - am Dummersdorfer Ufer nahe der Ostsee (Bild: Jan Lobik / NFD)
Bild: Jan Lobik / NFD Trave - am Dummersdorfer Ufer nahe der Ostsee

Um die Bedeutung der Trave auch der Politik bewusster zu machen, ist ein Parlamentarischer Abend in der Landeshauptstadt Kiel geplant, zudem mehrere Wasserkonferenzen, zu denen bundesweit die Fachwelt eingeladen wird. Vorgesehen sind auch geführte Wanderungen, Exkursionen und Kanutouren, Schwimmtage mit jungen Menschen in der Trave und Aktionstage.

Sämtliche Aktionen werden stets flankiert durch Informationen zum Umwelt- und Gewässerschutz, für Schulen werden dabei spezifische Trave-Unterrichtsmaterialien erstellt. Zudem soll eine Ausstellung organisiert und mehrere neue Natura Trails ausgewiesen werden. Gemeinsam mit den Angelfischern, anderen Naturschutzvereinen und lokalen Initiativen sowie den Naturschutzbehörden sollen Konzepte zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Trave auf den Weg gebracht werden.

Unterstützer und großes Interesse gibt es bereits vor Projektbeginn: neben den Angelfischern etwa das schleswig-holsteinische Umweltministerium, benachbarte Kreise und Behörden wie auch lokale Vereine. Der Kreis Stormarn hält das Projekt übrigens für hervorragend geeignet als Modell für eine nachhaltige Entwicklung, unter der Naturschutz und Nutzungsinteressen naturgerecht umgesetzt werden können.

Genau unter dieser Maxime werden die NaturFreunde Schleswig-Holstein jetzt mit viel Elan für die Trave als "Flusslandschaft der Jahre 2016/17" durchstarten.
 

Vielen Dank an Herrn Samuel Lehmberg, NaturFreunde Deutschland, Berlin, für die Übermittlung des Pressetextes von Frau Dr. Ina Walenda, NaturFreunde Schleswig-Holstein und die Erlaubnis die Bilder von Frau Sigrid Kuhlwein und von Herrn Sven Gaedtke sowie Herrn Jan Lobik veröffentlichen zu dürfen. Vielen Dank auch an Gunter Zieger.
Mehr erfahren Sie unter www.naturfreunde.de
oder unter www.naturfreunde-sh.de


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- letzte Aktualisierung: Montag, 26. Dezember 2016 -