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Die Flusslandschaften des Jahres seit 2000

Die "Flusslandschaft des Jahres" wird seit dem Jahr 2000 immer für zwei Jahre von den NaturFreunden Deutschlands zusammen mit dem Anglerverein Deutschland ausgelobt.

Bisherige Flusslandschaften des Jahres:

Jahr Flusslandschaft
2000 - 2001 Die Gottleuba
2002 - 2003 Die Ilz
2004 - 2005 Die Havel
2006 - 2007 Die Schwarza
2008 - 2009 Die Nette
2010 - 2011 Die Emscher
2012 - 2013 Die Helme
2014 - 2015 Die Argen
2016 - 2017 Die Trave
2018 - 2019 Die Lippe

Die Lippe ist die Flusslandschaft des Jahres 2018/2019


Die Lippe ist als "Flusslandschaft des Jahres 2018/2019" vom Beirat für Gewässerökologie ausgezeichnet worden. Das gemeinsame Fachgremium des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV) und der NaturFreunde Deutschlands (NFD) hebt mit dieser Auszeichnung die Besonderheiten und den Schutzbedarf des nordrhein-westfälischen Flusses hervor.

Die Lippe, ein rechter Nebenfluss des Rheins, ist ein typischer Flachlandfluss. Sie entspringt am Südrand des Teutoburger Waldes, durchfließt das nördliche Ruhrgebiet und mündet nach 220 Kilometern bei Wesel in den Rhein. Ihr Einzugsgebiet ist knapp 4.880 Quadratkilometer groß.


Die Lippe ist die Flusslandschaft der Jahre 2018/19 (Bild: Bezirksregierung Arnsberg) Die Lippe wurde bereits erfolgreich renaturiert. Der Lippeverband konnte in den 1990er Jahren die Wassergüte der Lippe durch den Ausbau der Kläranlagen erheblich verbessern. Seit 1995 werden in vielen kleinen Schritten die Uferabschnitte umgestaltet.
Die Lippe - Flusslandschaft für die Jahre 2018/19 Bild: Bezirksregierung Arnsberg


Typisch für den Fluss, der einer Karstquelle entspringt, hat die Lippe im Oberlauf eine relativ starke Wasserführung und eine - verglichen mit anderen Flüssen - geringe Schwankung der Wassertemperatur. Nach umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen während der letzten 20 Jahre konnten sich längere Abschnitte der Lippe wieder zu einem naturnahen Fluss entwicklen. Unter anderem sind mittlerweile Störche und Biber an die Lippe zurückgekehrt.


Der europäische Biber entwickelte sich vor etwa fünf Millionen Jahren. Früher war er in vielen europäischen Ländern verbreitet. Die Jagd auf diesen vielseitigen Nager brachte ihn an den Rand der Ausrottung. Der Biber ist das größte europäische Nagetier und der fleißigste Baumeister der Welt (Bild: Markus Gläßel)
Bild: Markus Gläßel Der Biber ist das größte europäische Nagetier und der fleißigste Baumeister der Welt

Tiere der Lippeaue - der Biber (Castor fiber)

Der Biber gehört in die Ordnung der Nagetiere, in die Familie der Biberartigen und sein lateinischer Gattungsname lautet: Castor fiber. Biber erreichen eine maximale Kopf-Rumpf-Länge von 1,10 Meter, dazu kommt eine Schwanzlänge von ca. 34 cm. Er kann ein Höchstgewicht von 40 kg erreichen. Biber sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich Sommer übers mit Blättern, Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen.
Die Geschlechtsreife errreicht der Biber mit 2 Jahren, die Paarungszeit liegt im Februar, die Trächtigkeitsdauer beträgt rund 105 Tage. Anzahl der Jungen zumeist 3.
Neben dem dichten Fell mit ca. 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter (im Vetrgleich hat der Mensch ca. 300 Haare pro Quadratzentimeter) und dem beschuppten Schwanz, sind die orangegelben sich selbst schärfenden Schneidezähne typisch.
Biber lieben gewässerreiche Landschaften und naturnahe Flussabschnitte. Als sehr anpassungsfähige Tiere können sie auch Gräben oder Fischteiche besiedeln, selbst in unmittelbarer Siedlungsnähe. Biber werden durchschnittlich 10 Jahre alt. Eine Biberfamilie besteht aus dem Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren. Sie halten keinen Winterschlaf und sind dämmerungs- und nachtaktiv.
Kostenlos und "Hand in Pfote" mit der Wasserwirtschaft renaturiert der Biber begradigte Flüsse und Bäche. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Die Artenzahl in seinem "Revier" steigt sprunghaft an. Viele Fisch-, Amphibien- und Libellenarten kehren zurück.
In Deutschland gibt ein Bibermanagement für die wieder rund 30.000 Tiere, um die Interessen zwischen Geschädigten und Schützern auszugleichen. In Bayern sind mittlerweile alle Naturräume und fast alle Landkreise besiedelt (ca. 4.500 Reviere mit ca. 17.000 Individuen). In rund 70 Prozent der Biberreviere funktioniert die Nachbarschaft zwischen Nager und Mensch nahezu problemlos. Da der Biber seine Aktivität in einem schmalen Streifen entlang des Gewässers ausführt, tauchen Konflikte meist nur dort auf, wo die Landnutzung direkt an das Gewässer angrenzt. Lt. Bayerischem Landesamt für Umwelt treten 90 Prozent aller Probleme in Biberrevieren mit weniger als zehn Meter entfernt vom Gewässer auf, so z.B. überschwemmte Wiesen, Biberfraß in Mais- und Zuckerrübenfelder. Gefällte Uferbäume, oder Biber im Fischweiher. In vielen Fällen können Lösungen gefunden werden, wenn der Wille zur Lösung besteht. Wenn nicht, muss der Biber umgesiedelt werden.

Wussten Sie: Dass die römisch-katholische Kirche in früheren Zeiten den Biber aufgrund seiner Schwimmkünste und seines geschuppten Schwanzes als Fisch einstufte. Auf diese Weise konnte der Verzehr seines Fleisches während der Fastenzeit gestattet werden.
Biber schlagen zur Warnung anderer bei Gefahr laut mit dem Schwanz auf das Wasser.


Vor hundert Jahren war die Lippe in großen Teilen kanalisiert.
Schon für die Römer war die Lippe ein wichtiger Transportweg. Sie nahmen erste Veränderungen an der Gestalt des Flusses vor, um besser ihre Lager versorgen zu können. Ab dem 13. Jahrhundert wurde der Fluss vielfach gestaut, um Mühlen zu betreiben. Später erfolgten immer stärkere Begradigungen, um die landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen zu verbessern, aber auch um den Fluss für den Schiffsverkehr nutzbar zu machen.
Anfang des 20. Jahrhunderts war die Lippe ein massiv beeinträchtigtes Gewässer. Es gab kaum noch natürliche Bereiche, der Großteil des Flusses war kanalisiert. Hinzu kamen immer mehr Abwässer auch aus der Industrie und dem Bergbau. Im Jahr 1926 wurde daraufhin der Lippeverband gegründet, welcher erstmals Maßnahmen zur Abwasserreinigung und zum Hochwasserschutz einleitete.


Einzelne Paare sind wieder in die Lippeaue zurückgekehrt. Die Knäkente brütet an offenen Stillgewässern (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Die Knäkente brütet an offenen Stillgewässern

Tiere der Lippeaue - die Knäkente (Anas querquedula)

Die Knäkente (Anas querquedula) gehört zu den kleinsten Enten Europas. Sie ist eine Art aus der Ordnung der Gänsevögel, der Familie der Entenvögel und der Gattung der Eigentlichen Enten. Sie brütet nur vereinzelt in Mitteleuropa.
Sie ist ca. 37 - 41 cm lang, hat eine Flügelspannweite von ca. 63 - 69 cm und ist 290 - 480 g schwer. Ihre Brutzeit ist Mitte April im Süden, Ende Mai im Norden und es gibt nur eine Jahresbrut. Die Gelegegröße beträgt zumeist 8 - 11 satt rostbräunlich, rahmfarbene und glatte Eier. Die Brutdauer beträgt 21 - 23 Tage. Die Jungen sind Nestflüchter. Das Weibchen führt die Jungen, diese sind dann mit 35 - 40 Tagen flügge.
Die Knäkente hat ungefähr die Größe einer Taube und ernährt sich hauptsächlich von Wasserpflanzen und -tieren. Je nach Angebot verzehren die kleinen Enten Knospen, Blätter, Wurzeln und Samen. Sie erbeuten aber auch viele Kleintiere wie Kleinkrebse, Insektenlarven und kleine Schnecken.
Knäkenten sind die ausgeprägtesten Zugvögel unter den Enten der Nordhalbkugel und überwiegend Langstreckenzieher. Die Winterquartiere liegen vor allem in den nördlichen Tropen Afrikas. In Europa ist im August und September mit dem Wegzug zu rechnen, die meisten der Vögel erreichen dann im Oktober ihr Winterquartier. Der Rückzug von dort, beginnt ab Februar.
In Deutschland ist die Knäkente in der Regel ein Durchzügler. Ihre wenigen deutschen Brutgebiete begrenzen sich auf das Tiefland und einzelne Brutreviere sind nur unregelmäßig besetzt. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art in der Kategorie 2 als "stark gefährdet" geführt. In Bayern gibt es lediglich ca. 60 BP.


Das Fließgewässer wurde bereits erfolgreich renaturiert.
Der Lippeverband konnte in den 1990er-Jahren die Wassergüte der Lippe durch den Ausbau der Kläranlagen erheblich verbessern. Mit dem Lippeauenprogramm werden seit 1995 in vielen kleinen Schritten Uferabschnitte umgestaltet: Steinerne Befestigungen werden durch Uferabbrüche, kleine Aufweitungen und Inseln im Fluss ersetzt. Seit 1995 werden auch die Bestandsdaten der Fische systematisch erhoben.


Die Natur erobert sich ihre ursprünglichen Räume zurück (Bild: Bezirksregierung Arnsberg) Ökologisch intakte Flusslandschaften sind äußerst wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, haben einen hohen Erholungswert, binden Treibhausgase und bieten einen natürlichen Hochwasserschutz.
Die Natur erobert sich ihre ursprünglichen Räume zurück Bild: Bezirksregierung Arnsberg


Doch unsere Gewässer sind noch nicht intakt.
93 Prozent der Fließgewässer in Deutschland verfehlen auch weiterhin den von der EU-Wasserrahmenrichtlinie geforderten "guten ökologischen Zustand", kritisiert Joachim Schröder, NaturFreunde-Koordinator der Flusslandschaft des Jahres. "Die Bundesregierung hat hier noch viel zu tun".

In den Jahren 2005 bis 2015 hat der Lippeverband gemeinsam mit der Stadt Hamm das "LIFE-Projekt Lippeaue" umgesetzt. Dabei wurden weite Auenbereiche reaktiviert und naturnah gestaltet. Es zeigte sich, dass viele Fischarten sehr schnell auf die Verbesserungen reagierten. Beispielsweise tauchten bereits im ersten Sommer nach Baumaßnahmen in der Hellinghauser Mersch Äschen auf, die vorher in diesem Flussabschnitt fehlten, auch Schmerlen gab es nun fünfmal häufiger als in der alten, begradigten Lippe. Zudem wurden Fische wie zum Beispiel die Quappe erfolgreich wieder angesiedelt.


Der europäische Fischotter hat einen geschmeidigen Körper und einen unermüdlichen, verspielten Bewegungsdrang. Früher traf man ihn überall in Europa an. Heute sieht man ihn nur noch selten. Der Otter ist zurück und besucht wieder regelmäßig die Lippeaue (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Der Otter ist zurück und besucht wieder regelmäßig die Lippeaue

Tiere der Lippeaue - der Europäische Fischotter ( Lutra lutra)

Der Europäische Fischotter gehört in die Familie der Marder und in die Gattung der Altweltotter. Er ist ein an das Wasserleben hervorragend angepasster Marder, der zu den besten Schwimmern unter den Landraubtieren zählt. Den Fischotter kann man in Süßwassergebieten und sogar an felsigen Stellen an der Meeresküste antreffen. Er lebt vor allem dort, wo Bäume und Büsche ihm genügend Schutz an Flüssen und Kanälen geben. Der Mensch, Gewässerverschmutzungen, der Straßenverkehr sind auch heute noch seine schlimmsten Feinde.
Der Fischotter hat eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 90 cm, dazu kommen 40 cm Schwanzlänge. Er wird ca. 6 - 15 kg schwer.
Die Geschlechtsreife setzt bei den Männchen mit 18 Monaten ein, bei den Weibchen mit 2 Jahren. Weibchen sind 12 Monate nach dem letzten Wurf wieder empfängnisfähig. Die Trächtigkeitsdauer sind 61 - 74 Tage. Die Wurfgröße umfasst im Durchschnitt 2 - 3 Junge. Nur 15 Prozent der Jungtiere eines Jahres werden älter als drei Jahre. Er kann in freier Wildbahn 10 Jahre alt werden.
Sein Verhalten ist eher einzelgängerisch und seine Nahrung besteht überwiegend aus Fischen.
Interessant ist der Pelz des Fischotters: Seine Haut wird niemals nass, weil die ungewöhnliche Struktur seiner Haare - verhält sich wie ein Reißverschluss, ineinander greifende Keile und Rillen sind miteinander verzahnt - eine großartige und wirkungsvolle Isolation gegen Nässe und Kälte ist.
Ein neugeborener Otter ist blind und unbehaart, 12 Zentimeter lang und wiegt ca. 60 Gramm. Ein Otter kann mindestens 400 Meter unter Wasser schwimmen, ohne zum Atmen auftauchen zu müssen. Dabei schafft er auf kurzen Strecken eine Geschwindigkeit von etwa 14 Stundenkilometern. Beim Tauchen schließt der Otter automatisch seine Ohren und Nasenlöcher. Die Augen bleiben jedoch geöffnet, damit er seine Beute erspähen kann. Insgesamt schützen 80 bis 100 Millionen Haare den Fischotter, das sind bis zu 50.000 Haare pro Quadratzentimeter. Das Revier eines Ottermännchens muss mindestens 16 Kilometer sauberes, ungestörtes Flussufer umfassen. Er kommt in ganz Europa vor, bis auf Island und den Inseln des Mittelmeeres. In Deutschland ist die Jagd auf ihn seit 1968 untersagt.


Aber nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch die Menschen haben von den Entwicklungen profitiert: Mit der Renaturierung hat sich der Hochwasserschutz deutlich verbessert. Heute wird die Lippe und ihre angrenzende Landschaft als Naherholungsgebiet geschätzt und genutzt, zum Beispiel für Kanu- oder Radtouren (Römer-Lippe-Route) oder zum Wandern.

Der Otter besucht wieder regelmäßig die Lippeaue. Auf der Lippe und ihren Nebengewässern leben das ganze Jahr über Enten, Gänse, Schwäne, Taucher und Rallen. Einzelne Paare der bedrohten Arten wie Knäk-, Löffel- und Schnatterente brüten regelmäßig dort, ebenso der Eisvogel.


Die Löffelente ist die einzige Vertreterin ihrer Gattung auf der nördlichen Erdhalbkugel (Bild: Gunther Zieger) Frühjahr und Herbst sind die günstigsten Zeiten, Löffelenten zu beobachten, da ihre Zahl durch die rastenden Zugvögel aus Nordeuropa dann zunimmt.
Die Löffelente ist die einzige Vertreterin ihrer Gattung auf der nördlichen Erdhalbkugel Bild: Gunther Zieger

Tiere der Lippeaue - die Löffelente (Anas clypeata)

Die Löffelente ist eine Art die zur Ordnung der Gänsevögel gehört, in die Familie der Entenvögel und in die Gattung der Eigentlichen Enten. Sie ist außerdem eine Art der nördlichen Erdhalbkugel.
Sie hat die Größe eines Huhns ca. 49 - 52 cm lang mit einer Flügelspannweite von ca. 70 - 84 cm. Sie ist 410 - 1100 g schwer. Die Brutzeit beginnt ab Mitte April bis Anfang Juni. Es kommt nur zu einer Jahresbrut. Das Gelege umfasst zumeist 8 - 12 rahmfarbene oder grünlichgraue, glatte bis spindelförmige Eier. Die Brutdauer beträgt bei dieser Entenart 22 - 23 Tage. Die Jungen sind Nestflüchter, das Weibchen führt die Jungen. Diese sind dann mit 40 - 45 Tagen flügge.
Die Löffelente verfügt in ihrem großen, breiten und ihr typischen Schnabel, über einen besonders hoch entwickelten Seihapparat. Daher ist ihre bevorzugte Art der Nahrungsaufnahme das Durchschnattern der Wasseroberfläche. Als Nahrung werden kleine Krebstiere, Weichtiere, Insekten und auch Samen von Wasserpflanzen aufgenommen.
Die Löffelente ist ein Zugvogel, der in wintermilden Gebieten wie Bereiche von Westeuropa, des gesamten Mittelmeergebiets, aber auch im tropischen Afrika überwintert. Es gibt aber Tendenzen, dass bereits einige Individuen in Mitteleuropa überwintern.
Die Löffelente ist ein geselliger Vogel der auf seichten Süßwasserseen und in Überschwemmungsgebieten vorkommt. Das Nest von Löffelenten wird zumeist in Wassernähe am Boden errichtet. Oft liegt es gut geschützt zwischen Gräsern. Die Vertiefung wird mit Gras, Laub und weichen Federn ausgepolstert. Für den Nestbau, das Bebrüten und die Pflege der Jungen ist das Weibchen zuständig. Das Männchen hält meist in der Nähe Wache.
In Europa ist die Löffelente Brutvogel im Osten Islands, der Britischen Inseln (Schottland). Sie brütet auch in Teilen Westeuropas, Südskandinavien, Mittel- und Osteuropa. In Deutschland ist sie überwiegend am Wattenmeer und auf den vorgelagerten Inseln anzutreffen. Der Brutbestand der Löffelente wird für Mitteleuropa mit 13.000 bis 16.000 BP geschätzt. Für Deutschland wird der Brutbestand mit 2.100 bis 3.300 angegeben. In Bayern ist sie ein sehr seltener Brutvogel mit höchstens 40 BP.
In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art in die Kategorie 3 als "gefährdet" eingestuft.


An der Lippe gibt es zudem zunehmend Tiere, die aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten gewässerökologischen Verbesserungsmaßnahmen den Fluss als Lebensraum wiederentdecken. Beispiele sind die Rückkehr des Bibers, des Weißstorchs, der Großlibelle Gemeine Keiljungfer und der Uferaas oder Kornmotte genannten Eintagsfliege. Auch der Otter besucht inzwischen wieder regelmäßig die Lippeaue.

Mit ihrer relativ hohen Wasserqualität bietet die Lippe Lebensraum für Fischarten wie Quappe und Steinbeißer, auch die Flußkahnschnecke und die Glanzleuchteralge konnten nachgewiesen werden. In Feuchtwiesen und anderen naturnahen Lebensräumen entlang der Aue kommen z.B. Wachtelkönig, Laubfrosch und Lauch-Gamander vor.

Seit dem Jahr 2003 weiden auch polnische Konikpferde in der Lippeaue, ein Geschenk der niederländischen Forstverwaltung. Koniks sind die letzten Nachfahren der europäischen Wildpferde. Sie schaffen gemeinsam mit Rindern in einigen Bereichen ein Mosaik unterschiedlicher Wiesen- und Weiderasen und damit ideale Lebensräume für z.B. den Weißstorch.


Als verborgen lebender Vogel ist die Wasserralle eher zu hören als zu sehen. Ihr ungewöhnlicher Ruf ähnelt in der Dämmerung einem Grunzen, das in Quieken übergeht. Auch läuft sie lieber als zu fliegen. Ihr schmaler Rumpf erlaubt es ihr, rasch durch den dichten Uferbewuchs zu eilen. Die Wasserralle ist ein Vogel der Sumpfgebiete und der schilfbestandenen Ufer (Bild: Olav Krüger)
Bild: Olav Krüger Die Wasserralle ist ein Vogel der Sumpfgebiete und der schilfbestandenen Ufer

Tiere der Lippeaue - die Wasserralle (Rallus aquaticus)

Die Wasserralle ist eine Vogelart aus der Ordnung der Kranichvögel und der Familie der Rallen. In Europa sind Wasserrallen in Feuchtgebieten der Tiefländer weit verbreitet. Durch das Trockenlegen und Vernichten von Feuchtgebieten sind die Bestände im Abnehmen begriffen. Die Art ist bedroht. Die Wasserralle kommt von Südskandinavien an, in ganz Europa vor. In kleinen Teilen in Nordafrika, sowie bis Mittelsibirien.
Sie ist so groß wie eine Amsel, hat eine Länge von ca. 22 - 28 cm und eine Flügelspannweite von ca. 38 - 45 cm. Männchen werden in der Regel zwischen 90 - 190 g schwer, die Weibchen 75 - 140 g.
Die Brutzeit beginnt Anfang April, oft bis in den Juni. Nachgelege sind häufig. Das Gelege umfasst in der Regel 6 - 11, rahmweiße bis sehr hell gelblich gefärbte mit blaugrauen Punkten und Tupfen versehene Eier. Die Brutdauer beträgt 19 - 22 Tage. Die Jungen sind Nestflüchter. Das Nest wird aber zumeist erst nach Tagen verlassen. Nach 7 - 8 Wochen sind sie dann flugfähig.
Wasserrallen zählen zu den versteckt in dichter Ufervegetation lebenden Vögeln, die durch ihre Körperform hervorragend durch dichte Vegetation schlüpfen können.
Europäische Brutvögel sind in der Regel Standvögel und Kurzstreckenzieher. Ihr Winterquartier umfasst Mittel- und Westeuropa bis in den Mittelmeerbereich.
Die Nahrung der Wasserrallen bestehen aus Kleintieren, besonders Insekten und deren Larven, kleine Schnecken, Würmer, Krebstiere, aber auch Amphibien, Fische, Kleinsäuger. Sogar Kleinvögel werden erbeutet. Der lange Schnabel kann in weichen Untergrund bohren und auch von Pflanzen Beutetiere ablesen.
Die Nester der Wasserrallen sind in der Regel zwischen Röhrichthalmen gut versteckt und sind mit bis zu 16 Zentimeter Durchmesser verhältnismäßig groß. Das Nest wird ein wenig über dem Wasserspiegel errichtet und ist dadurch gegen das Ansteigen des Wasserspiegels gesichert. Männchen und Weibchen brüten. Die Männchen füttern auch die Weibchen. Die Altvögel verlassen die Jungen, Sommermauser, oft schon bevor diese flugfähig sind.
In Island überlebt die Wasserralle die Winterkälte, indem sie Sumpfland in der Nähe von Lavaströmen aufsucht. Der Sumpf wird durch heißes Quellwasser aufgeheizt.
Der Brutbestand in Mitteleuropa wird mit bis zu 69.000 BP angegeben. Der Brutbestand in Deutschland mit mehr als 10.000 BP. In Bayern ist sie mit 800 - 1200 BP ein seltener Brutvogel.


Im Gegensatz zu anderen Flusssystemen ist die Lippe für Fische und andere Wasserlebewesen verhältnismäßig durchgängig, insbesondere gilt dies für die ersten 80 Kilometer ab der Mündung. Wanderfische finden dort zudem in den vielen kleinen Zuflüssen potenzielle Laichbereiche. Wasserkraftanlagen gibt es im gesamten Flussverlauf kaum und die wenigen Querbauwerke im Oberlauf verfügen meist über Fischaufstiegsanlagen, die allerdings teilweise veraltet oder ungünstig angelegt sind. Gerade im Oberlauf besteht noch Handlungsbedarf, damit auch die Zuflüsse Alme, Pader und Beke für Fische erreichbar werden.

Weitere Maßnahmen sind geplant.
Auch in den nächsten Jahren sollen vielfältige Maßnahmen durchgeführt werden, damit sich der Zustand des Gewässers weiter verbessert. Durch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist die Bundesrepublik Deutschland dazu verpflichtet: Die WRRL legt fest, dass alle Mitgliedsstaaten oberirdische Gewässer so zu bewirtschaften haben, dass ein guter ökologischer und chemischer Zustand erhalten oder erreicht und eine nachteilige Veränderung vermieden wird.


Die Schnatterente mit ihrem auffälligen weißen Flügelfleck (Bild: Gunther Zieger) Erst Anfang des 20.Jahrhunderts hat die Schnatterente Mitteleuropa erobert und sich nach Westen ausgebreitet. Wahrscheinlich profitierte sie durch den steigenden Nährstoffgehalt, der das üppige Pflanzenwachstum förderte.
Die Schnatterente mit ihrem auffälligen weißen Flügelfleck Bild: Gunther Zieger

Tiere der Lippeaue - die Schnatterente (Mareca strepera)

Die Schnatterente ist eine Vogelart aus der Familie der Entenvögel und eine Brutvogelart die an flachen Seen und Teichen, die gut entwickelte Unterwasservegetationen aufweisen, vorkommt.
Die Schnatterente ist ungefähr so groß wie ein Huhn, hat eine Länge von ca. 46 - 56 cm und eine Flügelspannweite von ca. 84 - 95 cm. Ein Gewicht von 850 - 990 g.
Die Brutzeit ist bei dieser Entenart schwankend - Beginn Anfang Mai bis in den Juni hinein. Es kommt nur zu einer Jahresbrut. Das Gelege besteht zumeist aus 8 - 12 rahmfarbenen, oder schwach grünen und glatten Eiern. Die Brutdauer beträgt zwischen 24 - 26 Tagen. Die Jungen sind Nestflüchter, das Weibchen führt die Jungen. Diese sind dann mit 45 - 50 Tagen flügge.
Das zusammenhängend besiedelte Brutgebiet liegt in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel, reicht von Europa durch ganz Asien bis an den Pazifik. In Europa dünnen die Vorkommen nach Westen und Süden sehr deutlich aus.
In Deutschland ist die Schnatterente ein regelmäßiger Brutvogel des Küstenhinterlandes der Nordsee, der schleswig-holsteinischen und mecklenburgischen Seenplatten, sowie der Flusstäler Vorpommerns.
In Mitteleuropa brüten ca. 13.000 bis 18.000 BP. In Bayern ist die Schnatterente ein seltener Brutvogel mit etwa 450 - 700 BP.
Zu den Überwinterungsplätzen der mittel- und westeuropäischen Brutvögel zählt die Camarque.
Schnatterenten brüten bevorzugt an Uferzonen die nicht bewaldet sind. Sie ernährt sich überwiegend von Wasserpflanzen wie Laichkräuter, sowie Samen von Riedgräsern. Nur in geringem Umfang werden auch Wasserinsekten, Amphibien, Käfer und Würmer erbeutet. Ihre Nahrung wird bevorzugt von der Wasseroberfläche aufgenommen, oder sie durchseiht das Wasser. Auch gründelt sie, aber nicht in dem Maß wie z.B. Stockenten. Wie viele Schnatterenten in Europa - sicher zum Teil als "Stockenten" ausgemacht - geschossen werden, ist nicht bekannt.


Im Rahmen der Flusslandschaft des Jahres 2018/19 haben sich viele Akteure und Nutzergruppen gefunden, die als Kooperationspartner die Lippe als Flusslandschaft des Jahres öffentlichkeitswirksam präsentieren und mit verschiedenen Aktionen unterschiedliche Zielgruppen erreichen möchten. Kooperationspartner aus der Tourismusbranche, Vereine, Umweltbildungs-, Natur- und Umweltschutzeinrichtungen planen vielfältige Aktionen wie zum Beispiel den Besuch einer Fischtreppe und andere Exkursionen, Bootstouren, Seminare und Vorträge.

Über die "Flusslandschaft des Jahres"
Die im Zweijahresrhythmus ausgezeichnete "Flusslandschaft des Jahres" geht auf eine Vereinbarung zwischen Angelfischern und NaturFreunden zurück. Der Titel soll auf die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der sie umgebenden Landschaft aufmerksam machen. Ausgezeichnet werden jeweils Flüsse, die entweder besonders gefährdet sind oder an denen hervorragende Renaturierungsmaßnahmen stattfinden. Um die komplexen ökologischen Zusammenhänge des jeweiligen Fließgewässers mit seiner Umwelt zu erfassen, wird explizit eine Flusslandschaft gewürdigt und nicht allein der Fluss.

Die "Flusslandschaft des Jahres" wird durch das Bundesumweltministerium in die Liste der "Natur des Jahres" aufgenommen. Diese soll auf bedrohte Natur aufmerksam machen und angestrebte Gegenmaßnahmen veranschaulichen, welche stellvertretend auf bestimmte Missstände verweisen.
 
Vielen Dank an Herrn Samuel Lehmberg, NaturFreunde Deutschlands e.V., Berlin, für die Übermittlung des Pressetextes  und die Erlaubnis die Bilder der Bezirksregierung Arnsberg veröffentlichen zu dürfen. Vielen Dank auch an Gunter Zieger, Olav Krüger und Markus Gläßel, für die von Ihnen zur Verfügung gestellten Aufnahmen.
Mehr erfahren Sie unter www.naturfreunde.de
oder unter www.naturfreunde-sh.de


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- letzte Aktualisierung: Donnerstag, 22. November 2018 -
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