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Die Waldgebiete des Jahres seit 2012

 

Bisherige Waldgebiete des Jahres:

Jahr Waldgebiet
2012 Der Meulenwald
2013 Der Solling
2014 Der Schönbuch
2015 Der Berliner Grunewald
2016 Küstenwald Usedom
2017 Der Frankenwald

Das "Waldgebiet des Jahres 2017" ist der Frankenwald

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) - die Vertretung aller Forstleute in Deutschland - verlieh den Titel an das länderübergreifende Waldgebiet, wie der Verband in Berlin mitteilte. Der BDF entschied sich für den Frankenwald, weil es dort besonders gut gelinge, die Waldbewirtschaftung mit Naturschutz und Tourismus in Einklang zu bringen.


Das Waldgebiet des Jahres 2017 - der Frankenwald (Bund Deutscher Forstleute / BDF) Der Frankenwald ist etwa 100.000 Hektar groß. Mehr als drei Viertel der Bäume sind Fichten, nur 12% Buchen. 60% des Waldes gehören Privatwaldbesitzern. 20.000 Hektar sind Staatswald.
Der Frankenwald in Nordbayern und Thüringen ist das "Waldgebiet des Jahres 2017" Bund Deutscher Forstleute / BDF


Der Frankenwald ist zum größten Teil Naturpark und damit geschützte Natur- und Kulturlandschaft. Er besticht durch seinen für deutsche Mittelgebirge ungewöhnlich schnellen Wechsel von Hochflächen, dicht bewaldeten Bergrücken und Wiesentälern. Mehr als die Hälfte seiner Fläche von über 100.000 Hektar ist bewaldet - mit der Fichte als "Brotbaum" des Frankenwaldes. Grauwacke, Tonschiefer, Kalkgesteine und Eisenstein bestimmen das Relief und Diabas ist noch heute Zeuge des urzeitlichen Vulkanismus. Zahlreiche Flüsse und Bäche durchziehen das Gebiet und waren einst Transportwege für die Holzwirtschaft. Das Klima ist teilweise herb und markant wie die Landschaft und bietet im Winter in der Regel ausreichende Schneemengen gerade für nordischen Wintersport. Höchster Berg im Frankenwald ist der Döbraberg bei Schwarzenbach a. Wald mit 794 Metern ü. NN.


Das Große Mausohr jagt in offenem und bewaldetem Gelände und schläft in großen Kolonien in Dachstühlen, in Kellern und verlassenen Stollen. Es fliegt geradlinig mit langsamen, rudernden Flügelschlägen. Neben einer Reihe anderer Fledermausarten hat das Große Mausohr Sommerquartiere im Frankenwald (Bild: Matthias Hammer)
Bild: Matthias Hammer  Tiere des Frankenwaldes - Sommer-Mausohrkolonie 



Das Große Mausohr

Wenn in Deutschland von "Mausohren" die Rede ist, ist immer das Große Mausohr gemeint. Kleines Mausohr, hier liegt für Deutschland bisher kein sicherer Nachweis vor. (Hier scheint der Bodensee die nördliche Grenze zu sein).
Das Mausohr verbringt die Zeit von Oktober bis April an seinem Winterschlafplatz, der oft in einer Felshöhle liegt. Im Sommer beziehen die Weibchen eine Wochenstube in einem Dachstuhl oder in einem warmen unterirdischen Raum.
Jede hat ab Ende Mai oder im Juni Einzelnachwuchs. Nackt, rosa und blind, klammert sich das Neugeborene an die Mutter. Im Alter von drei Wochen ist es soweit herangewachsen, dass es ausfliegen kann. Am 1. Tag wiegt ein solches Neugeborene um die 6 g. Die Augen öffnen sich am 4 - 7 Tag. Behaarung am 22. Tag. Mit 40 Tagen ist die junge Fledermaus selbständig.
Ein mir bekanntes Höchstalter liegt bei 22 Jahren. Nach Angaben eines Fledermausexperten gab es in der Schweiz ein Mausohrmännchen, das über 30 Jahre alt wurde. Durchschnittlich werden Große Mausohren 4 - 5 Jahre alt.
Wie die meisten insektenfressenden Fledermäuse spürt das Mausohr seine Beute durch Echoortung auf und nicht durch Geruchssinn. Es fliegt über der Vegetation oder streicht auf der Suche nach Laufkäfern dicht darüber hin und her. Wird ein Insekt erbeutet, wird dieses mit der Flughaut eingehüllt und zur Schnauze geführt. Eine Spezialität dieser Tiere ist es, große Laufkäfer vom Boden aufzunehmen.
In England war das Große Mausohr bis in die 1960er Jahre nicht heimisch. Dann entdeckte man kleine Kolonien in den Grafschaften Dorset und Sussex. Beide Mausohrverbände waren wohl über den Ärmelkanal zugewandert, wohl auf der Suche nach einem Winterquartier.


Das Waldgebiet des Jahres

Der Wald mit all seinen Funktionen, seine Bedeutung für unsere Gesellschaft und insbesondere das Wirken und die Leistungen der Forstleute müssen kommuniziert werden. Die Anstrengungen der Förster/innen und der hohe Stellenwert, den der Wald verdient, sollen verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangen. Wir, das ist der Bund Deutscher Forstleute (BDF), sind Berufsverband und Gewerkschaft und vertreten die Interessen der Forstleute in allen Waldbesitzarten und auch die Interessen des Waldes im Allgemeinen. Im "Internationalen Jahr der Wälder 2011" wurden dem Wald und den Forstleuten große Aufmerksamkeit geschenkt. Doch was kommt danach?


Die Mopsfledermaus hat sich auf Fluginsekten - Nachtfalter - spezialisiert - (Bild: Matthias Hammer)  Mopsfledermäuse bevorzugen waldreiche Gebirgs- und Vorgebirgsregionen. Sie kommt auch in Ortschaften vor. 
Tiere des Frankenwaldes - die Mopsfledermaus  Bild: Matthias Hammer 


Die Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus ist eine mittelgroße Fledermaus mit einer Größe von Kopf-Rumpf 45 - 58 mm. Die Schnauze ist bei dieser Fledermausart mopsartig gedrungen, die Nasenlöcher öffnen sich nach oben. Die Ohrmuscheln sind breit und öffnen sich nach vorne. Diese Fledermausart bevorzugt waldreiche Gebirgs- und Mittelgebirgsregionen, sie ist auch in Ortschaften anzutreffen. Ihre Sommerquartiere (Wochenstuben) befinden sich in Spalten an Gebäuden, auch hinter Fensterläden. In Stollen und Kellern sucht sie ihre Winterquartiere. Sie gilt als eine kälteharte Art. Die Mopsfledermaus gilt eigentlich als ortstreu oder sie unternimmt nur kurze Wanderungen von bis zu 15 Kilometern. Es sind aber auch Wanderungen von bis zu 290 Kilometern bekannt. Das bekannteste Höchstalter einer Mopsfledermaus war 21 Jahre.
Ihre Jagdausflüge unternimmt sie in der frühen Dämmerung. Ihrer schneller Flug gilt als gewandt. Sie jagt dicht über Baumkronen, an Waldrändern oder auch in Gärten. Fluginsekten sind ihr Beutespektrum. Ihre Nahrung besteht zu fast 100% aus Kleinschmetterlingen, darunter wohl die hörfähigen. Die Mopsfledermaus scheint auf die hörfähigen Nachtfalter spezialisiert zu sein.


Aufmerksamkeit für Wald und Forstleute
Um die positiven Botschaften auch über das "Internationale Jahr der Wälder 2011" hinaus zu transportieren, wurde die Idee entwickelt, jährlich ein "Waldgebiet des Jahres" zu küren und bekannt zu machen. Am 30. November 2011 wurde das "Waldgebiet des Jahres" zum ersten Mal für das Jahr 2012 ausgerufen. Ähnlich dem Konzept "Baum des Jahres" bietet sich über viele Jahre die Chance, in der Öffentlichkeit Wald und Forstleute zu präsentieren.
Dass der Wald kein Randthema ist, zeigen die immer brisanter werdenden Themen Klimawandel und Erneuerbare Energien. Wir zeigen, dass im Wald und in der Art des Wirtschaftens der Forstleute viele Antworten auf gesellschaftliche Fragen und Probleme von heute und morgen liegen.


Kulturlandschaft

Der 1973 gegründete und ca. 100.000 ha große Naturpark Frankenwald ist eine seit Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft, die in starkem Maße von Forstwirtschaft, Flößerei, Holzverarbeitung, Bergbau,Eisenerz-verarbeitung, Schieferabbau sowie Glas-, Textil- und Porzellanpro-duktion gprägt wurde. 
Der Frankenwald - Kulturlandschaft - Höllental - Lichtenberg (Bild: Thomas Krämer)
Bild: Thomas Krämer  Frankenwald - Höllental - Lichtenberg 


Unsere Wälder gäbe es in dieser Form ohne die Forstleute nicht. Denken Sie nur an die Verwüstungen im Mittelalter, die weiteren Rodungen im Industriezeitalter oder die Reparationshiebe nach dem Krieg.
Forstleute haben die Flächen wieder aufgeforstet, Jahrhunderte bewirtschaftet und weiterentwickelt. Sie schützen und pflegen wertvolle Biotope. Forstleute machen Wälder attraktiv und ermöglichen insbesondere im Wirtschaftswald Walderleben und Erholung, da er den Bürgern gänzlich offen steht.

Forstliches
Der Frankenwald umfasst auf Bayerischer Seite in den Grenzen des "Naturparks Frankenwald" eine Fläche von ca. 100.000 Hektar. Davon entfällt mit 52.000 Hektar etwa die Hälfte auf Waldflächen. Der Landkreis Kronach steht mit insgesamt fast 60% Bewaldung an zweiter Stelle in Bayern, wobei einzelne Frankenwaldgemeinden noch deutlich höhere Bewaldungsprozente aufweisen.


Tiere des Frankenwaldes - Der Tannenhäher (Bild: Gunther Zieger)  Der Tannenhäher ist in Bayern regional verbreitet. Sein Bestand wird auf ca. 3400 BP geschätzt. Schwerpunkte seiner Verbreitung sind die Alpen, sowie in Mittelgebirgslagen.
 Tiere des Frankenwaldes - Der Tannenhäher, ein Rabenvogel, ist mit Eichelhäher und Elster verwandt Bild: Gunther Zieger 


Der Tannenhäher

In den schneereichen nordischen und alpinen Wäldern, in denen es nur kurze Zeit ausreichend Nahrung gibt, sind viele Vögel während des strengen Winters gezwungen, in wärmere Gegenden zu ziehen. Der Tannenhäher legt sich aus der Nahrungsfülle des Sommers verborgene Vorratslager an für die harten Wintermonate.
Der Tannenhäher ist den ganzen Herbst über mit dem Sammeln von Nadelbaumsamen und Nüssen sowie dem Anlegen von Vorrtaslagern für den Winter beschäftigt. Dazu stopft er sich den Kehlsack mit Nahrung voll und benetzt sie gut mit Speichel, damit er sie ohne Mühe wieder hervorwürgen kann. Die Samen transportiert er in sein angestammtes Revier, dessen Grenzen er über die Jahre genau kennt, vergräbt die Nahrung, deckt die Stelle zu und fliegt wieder los, um die nächste "Ladung" zu holen.
Es ist nicht ganz erforscht, wie der Tannenhäher eigentlich seine Vorratslager wiederfindet. Es gab Vermutungen, er finde sie über Gerüche wieder, doch dürfte dieses System nicht funktionieren, wenn beispielsweise Schnee liegt. 


Rund 22.000 Hektar Wald liegen im Eigentum des Freistaates Bayern und werden jeweils etwa zur Hälfte von den Forstbetrieben Rothenkirchen und Nordhalben der Bayerischen Staatsforsten AöR bewirtschaftet. Damit weist der Frankenwald einen deutlich höheren Staatswaldanteil auf als der Rest Bayerns mit etwa einem Drittel Staatswaldanteil. Die Privat- und Kröperschaftswälder des Frankenwaldes werden von der Bayerischen Forstverwaltung mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach (Bereich Forsten in Stadtsteinach) und Münchberg (Bereich Forsten in Bad Steben) betreut.
Forstliche Nachbarn in Thüringen sind die Forstämter Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und Schleiz, ebenfalls mit Anteilen am Naturraum bzw. dem Forstlichen Wuchsbezirk Frankenwald.


Baumartenverteilung

Der Waldanteil im Frankenwald liegt bei ca. 50%, dies liegt erheblich über dem Bayerischen Durchschnitt von 35%. Der Frankenwald iat also durch Wald, Forst- und Holzwirtschaft geprägt. Bereits in früheren Jahrhunderten wurde der Holzreichtum des Frankenwaldes genutzt, dies führte zu einer deutlichen Veränderung der ursprünglichen Baumartenzusammensetzung der Wälder. Heute besteht der Frankenwald aus ca. 78% Fichte, 12 % Buche, 2% Tanne und 8% anderer Baumarten.

 
Frankenwald - Holzfällung im Forstbezirk Rothenkirchen (Bild: Bund Deutscher Forstleute BDF)
Bild: Bund Deutscher Forstleute (BDF)  Frankenwald - Holzfällung im Forstbezirk Rothenkirchen 


Die im Frankenwald geschichtlich gewachsene Bedeutung der Fichte - hier vor dem Eingriff des Menschen eher eine seltene Baumart - liegt in ihrer wirtschaftlichen Verwendbarkeit. Sie war und ist der "Brotbaum des Frankenwaldes". Gleichzeitig sind der künftige Umgang mit der Fichte und ihre Sensibilität gegenüber den Auswirkungen des aktuellen Klimawandels gleichzeitig die größte forstliche Herausforderung auf dem Weg in die Zukunft des Frankenwaldes. Die Ausrufung der Fichte als "Baum des Jahres 2017" ergänzt deshalb erstklassig die Ausrufung des Frankenwaldes als "Waldgebiet des Jahres 2017".


Tiere des Frankenwaldes - Der Fichtenkreuzschnabel (Bild: Gunther Zieger)  Der Fichten-Kreuzschnabel ist einer der wenigen Vögel ohne feste Zugbewegungen. Sobald eine Nahrungsquelle versiegt, zieht er in das nächste geeignete Nadelgehölz.
Er ist in Bayern zerstreut anzutreffen und ist ein spärlicher Brutvogel. Sein Bestand wird auf 10.000 - 18.500 BP geschätzt. 
Tiere des Frankenwaldes - der Fichtenkreuzschnabel  Bild: Gunther Zieger 


Der Fichtenkreuzschnabel

Es hat wenig Sinn, in Fichtenschonungen nach dem Fichtenkreuzschnabel Ausschau zu halten, ebensowenig ist er im nahezu fichtenfreien Nordwestdeutschland anzutreffen. Regelmäßig kann man ihn in den tieferen Lagen der Alpen beobachten, dem ursprünglichen Lebensraum der Fichten. In manchen Wintern tritt, besonders in Nordostdeutschland, auch der Kiefern-Kreuzschnabel als Gastvogel auf.
In mageren Jahren bleibt der Fichtenkreuzschnabel bei uns überwiegend in den Mittelgebirgszonen und in den Alpen. Dort, im natürlichen Verbreitungsgebiet der Fichte, sind die Bäume altersmäßig stärker gestuft, so dass immer Zapfen vorhanden sind.
In Bayern ist der Fichtenkreuzschnabel ein spärlicher Brutvogel und bayernweit zerstreut, wobei im Alpenraum und in einigen Mittelgebirgsregionen es zu einer flächigen Verbreitung kommt. Sein Brutbestand wird auf 10.000 - 18.500 BP geschätzt.


Forstwirtschaft, Einschlag, Nachhaltigkeit, Zertifizierung
Etwa die Hälfte des Frankenwaldes ist Wald, dies zeigt die große Bedeutung der Forstwirtschaft in dieser Region. Rund 40% des Waldes gehört dem Staat, 2% den Kommunen und fast 60% des Waldes hat private Besitzer. Der Staatswald und der in Waldbesitzervereinigungen organisierte Privatwald sind nach PEFC (Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes, auf deutsch: Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung, ist ein internationales Waldzertifizierungssystem. Nach eigenen Angaben ist es die weltweit größte unabhängige Organisation zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung unter Gewährleistung ökologischer, sozialer und ökonomischer Standards) zertifiziert. Insbesondere der öffentliche Wald erfüllt viele Funktionen außerhalb der Holzgewinnung, hier spielt Schutz und Erholung eine große Rolle. Daher werden die Wälder des Frankenwaldes "naturnah" und "nachhaltig" bewirtschaftet.
Die Nachhaltigkeit wurde vor mehr als 300 Jahren von Carl von Carlowitz eingeführt, sie beschreibt eine Wirtschaftsweise, die von den Zinsen lebt ohne das Kapital anzugreifen. Wir ernten aus unseren Wäldern also maximal das, was jährlich zuwächst. Sie erhält auf diese Weise auch den nachkommenden Generationen den Vorteil, die Erzeugnisse und den Schutz des Waldes.


Das Bachneunauge ist bis zu 20 cm lang. Es steht für saubere Bachoberläufe, wo es von April - Juni an seichten Schlamm-, Sand- oder Kiesbänken etwa 1500 Eier ablaicht. Danach sterben die Elterntiere ab... Tiere des Frankenwaldes - Das Bachneunauge (Bild: Naturfoto Frank Hecker)
Bild: Naturfoto Frank Hecker Tiere des Frankenwaldes - Das Bach-Neunauge


Das Bach-Neunauge

... Danach sterben die Elterntiere ab. Die Larven des Bachneunauges ernähren sich 3 - 5 Jahre lang von Kleinlebewesen. Die ausgewachsenen Tiere nehmen keinerlei Nahrung mehr zu sich. Ihr Maul besteht aus einer trichterförmigen Saugscheibe und schwachen, stumpfen Zähnchen. Das Bach-Neunauge gilt als "stark gefährdet".
Das Bachneunauge ist eine Art der Gattung Lampetra der Neunaugen.
Das Bachneunauge ist von den sonst als Wanderfische bekannten Neunaugen-Arten die einzige stationär lebende Art der Gattung Lampetra in Deutschland.
Das Bachneunauge gilt als gefährdet und zählt zu den bedrohten Tierarten, da aufgrund der besonderen Lebensweise der Larven eine heterogene Verteilung der Bodensubstrate nötig ist. Die Zerstörung der Lebensräume und die erheblichen Veränderungen der Lebensbedingungen in Fließgewässern sowie unangemessene Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung sind verantwortlich für den Rückgang der Art. Insbesondere durch die Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen der Gewässer werden die lebensnotwendigen Schlick- und Feinsedimentbänke ausgeräumt. Um einer weiteren Vernichtung seiner Lebensräume entgegenzuwirken, ist das Bachneunauge in den Anhang der FFH-Richtlinie aufgenommen worden.


Geologie, Klima
Der Frankenwald besteht geologisch aus unterkarbonischen Tonschiefern, Grauwacken und Quarziten. Diabas spielt im Osten des Gebietes eine gewisse Rolle. Die Böden sind meist sehr skelettreiche, tiefgründige Lockerlehme unterschiedlichen Wasserhaushaltes und mäßiger Mineralkraft. Bedingt durch die geologisch alten Gesteine und vor allem durch Solifluktionsvorgänge während der Eiszeiten ist der Frankenwald standörtlich relativ einheitlich.


Der Frankenwald - Blick vom Döbraberg nach Schwarzenbach a. Wald (Bild: Thomas Krämer) Höchster Berg im Frankenwald ist der Döbraberg bei Schwarzenbach a.Wald mit 794 Metern ü. NN 
Blick vom Döbraberg nach Schwarzenbach a.Wald Bild: Thomas Krämer 


Die mittlere Höhenlage beträgt 500 - 600 m über NN, die höchsten Erhebungen des Frankenwaldes bilden der Döbraberg mit 794 m und der Wetzstein in Thüringen mit 792 m. Charakteristisch für die Frankenwaldlandschaft sind die Hochebenen, die immer wieder von engen Kerbtälern mit extremen Hangneigungen unterbrochen werden. Als Folge der Besiedlungs- und Nutzungsgeschichte sind diese Hanglagen im Frankenwald fast ausschließlich bewaldet. Klimatisch ist der Frankenwald durch ein feucht-kühles Mittelgebirgsklima geprägt.

Die Niederschläge schwanken je nach Höhenlage und Exposition zwischen 725 und 1100 mm, im Durchschnitt 975 mm. In den Wachstumsmonaten April bis Juni fallen etwa 200 bis 220 mm Niederschläge. Wegen der oft ausgeprägten Frühjahrs- und Sommertrockenheit und der durchlässigen Schieferböden kommt es häufig zu periodischem Wassermangel vor allem auf den Hochflächen und an den Oberhängen. Weitere klimatische Gefährdungen für den Wald bilden Sturmereignisse (zuletzt "Kyrill" 2007) und Schneebrüche infolge von Nassschnee- oder Eisanhang.


Der Schwarzspecht ist der größte europäische Specht. Er ist etwa krähengroß und ein scheuer, aber ruffreudiger Vogel, der oft zu hören, jedoch nur selten sich blicken läßt. Tiere des Frankenwaldes - Der Schwarzspecht (Bild: Maximilian Dorsch)
Bild: Maximilian Dorsch Tiere des Frankenwaldes - Der Schwarzspecht mit Nachwuchs


Der Schwarzspecht

Das Schwarzspechtmännchen kann man an seiner intensiv roten Kopfplatte (Bild oben) erkennen, das Weibchen am roten Fleck am Hinterkopf. Schwarspechte zimmern ihre Bruthöhlen in lebende und tote Bäume und schaffen so geräumige Nistmöglichkeiten für viele andere Waldvögel.
Schwarzspechte benötigen für das "Zimmern" einer Bruthöhle mit den Ausmaßen von 40 Zentimeter Tiefe und 22 Zentimetern Weite drei bis vier Wochen.
Die Zunge des Schwarzspechtes hat eine hornige Spitze, die mit vier bis fünf Paaren nach hinten zeigender Widerhaken besetzt ist. Auf diese Weise kann er Insekten tief aus ihren Nestern hervorholen. In einigen Teilen seines Verbreitungsgebietes besteht seine Nahrung zu 99 Prozent aus Ameisen. Ansonsten Käfer-, Schmetterlings- und Fliegenlarven.
Der Schwarzspecht trinkt indem er Regenwasser aus Löchern aufnimmt, das sich in alten Bäumen gesammelt hat.
Der Schwarzspecht ist in Bayern nahezu flächendeckend verbreitet und ein häufiger Brutvogel mit geschätzten 6500 - 10.000 BP.
Der Schwarzspecht war "Vogel des Jahres 1981".


Wälder
Von Natur aus ist die Buche die Hauptbaumart des Frankenwaldes. Großflächig käme im Frankenwald der Waldmeister-Tannen-Buchenwald (Galioodorati - Fagetum, Hochlagenform) im Wechsel mit dem Hainsimsen-Tannenbuchenwald (Luzulo-Fagetum, Hochlagenform) vor. Weitere natürliche Waldgesellschaften auf kleinerer Fläche wären Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion), Auenwälder mit Schwarzerle und Esche sowie in den höchsten Lagen der Bergreitgras-Fichtenwald (Calamagrostio-villosae-Piceetum).


Der Frankenwald - kleine Tanne die einmal groß werden will (Bild: Thomas Krämer) Reste dieser natürlichen Waldgesellschaften sind als Lebensraumtypen in mehreren NATURA 2000-Gebieten kartiert und geschützt.
Frankenwald - kleine Tanne die wachsen will Bild: Thomas Krämer


Geschützte Tierarten die im Frankenwald vorkommen nach Anhang II der FFH-Richtlinie: Mopsfledermaus - Großes Mausohr - Steinkrebs - Bach-Neunauge und Groppe.

Mittels einer Information der Koordinationsstelle für den Fledermausschutz in Norbayern konnte ich in Erfahrung bringen, dass es im Frankenwald neben der Mopsfledermaus und dem Großen Mausohr noch eine ganze Reihe anderer Fledermausarten anzutreffen sind und ihr Winterquartier im Frankenwald haben, das sind: Braunes Langohr - Bartfledermaus (unbestimmt) - Wasserfledermaus - Fransenfledermaus - Nordfledermaus - Zwergfledermaus - Breitflügelfledermaus - Graues Langohr (selten) - Bechsteinfledermaus (sehr selten) - Kleine Hufeisennase (sehr selten) und die Zweifarbfledermaus (sehr, sehr selten).

Vielen weiteren - teilweise andernorts bedrohten - Tier- und Pflanzenarten bieten die Wälder wertvollen Lebens- und Rückzugsraum, die ich Ihnen hier auch vorstelle. Bei den Tieren haben sich besonders Schwarzstorch und Gartenschläfer, bei den Pflanzen wohl Mondviole und Waldgeißbart zu echten "Charakterarten" des Frankenwaldes entwickelt.
Weitere für den Frankenwald typische waldbewohnende Tierarten sind Wildkatze, Tannenhäher, Fichtenkreuzschnabel, Schwarz- und Grauspecht, Waldkauz (Vogel des Jahres 2017), Raufuß- und Sperlingskauz, Feuersalamander, Fadenmolch, Kreuzotter.


Der Stein- oder Bachkrebs (Austro-potamobius torrentium) ist die kleinste europäische Flusskrebsart. Er besiedelt typischerweise kleine sommerkalte Fließgewässer mit steinigem Substrat, die frei sind von organischer Belastung und kommunalen Abwässern. Tiere des Frankenwaldes - Der Steinkrebs (Bild: Naturfoto Frank Hecker)
Bild: Naturfoto Frank Hecker Tiere des Frankenwaldes - Der Steinkrebs


Der Luchs und der Fischotter wurden in den vergangenen Jahren immer mal wieder beobachtet, sind aber noch nicht wirklich heimisch geworden.
Für den Frankenwald typische waldbewohnende Pflanzenarten  sind Zwiebeltragende Zahnwurz, Hasenlattich, Christophskraut, Gelappter Schildfarn, Stacheliger Schildfarn und mehrere Stachelbart-Arten bei den Pilzen.
Die meisten dieser Tier- und Pflanzenarten benötigen als Lebensräume möglichst vielfältige und naturnahe Wälder mit einem hohen Anteil an Biotopbäumen. Den Anteil solcher Wälder im Frankenwald zu erhalten und nach Möglichkeit zu vermehren, ist das Ziel aller Forstleute der Region.


Tiere des Frankenwaldes - Die Groppe (Bild: Naturfoto Frank Hecker) Die Groppe, gehört in die Ordnung der Barschartigen und ist ein kleiner, auch in Deutschland vorkommender Süßwasserfisch. Sie bevorzugt kühle, klare, sauerstoffreiche Gewässer mit steinigem Grund und starker bis mittelstarker Strömung.
Die Groppe, auch Kaulkopf, Roßkopf,Westgroppe, Koppe, Mühlkoppe, Dickkopf oder Dolm genannt, hat einen überproportionalen großen Kopf mit breitem Maul und kleinen hoch am Kopf liegenden Augen.
Tiere des Frankenwaldes - Die Groppe Bild: Naturfoto Frank Hecker


Die Groppe

Wenn die Groppe rasch vor einem ihrer beiden Hauptfeinde - Aal oder Forelle - flüchtet, macht sie sich eine Art Strahlantrieb zu Nutze: Sie saugt Wasser ein und stößt es explosionsartig durch die Kiemen wieder aus. Bei der Forelle revanchiert sie sich, indem sie gelgentlich deren Laich dezimiert. Hauptsächlich frisst die Groppe Würmer und Insektenlarven. Die Groppe ist ein schlechter Schwimmer, schon niedere Schwellen stellen für sie unüberwindbare Hindernisse dar.
Tagsüber liegt sie meist unter Steinen und entfernt sich gewöhnlich nie sehr weit. Nachts geht sie auf  Nahrungssuche. Zur Paarungszeit gräbt der Milchner (Männchen) ein Loch unter einen Stein, in die der Rogner (Weibchen) 100 - 500 (2,5 mm große) klebrige Eier legt. Diese werden vom Männchen bewacht, bis sie nach 3 - 4 Wochen schlüpfen. Die Jungfische leben 10 - 12 Tage von ihren Dottersäcken, danach von Kleintieren. Die Groppe wird im zweiten Jahr geschlechtsreif und lebt vermutlich 3 - 5 Jahre.


Bäche, Teiche
Von ihren zahlreichen Quellen bis zu den Mündungen in die drei Hauptflüsse des Frankenwaldes Haßlach, Kronach und Rodach zählen die Frankenwaldbäche zu den saubersten Fließgewässern Bayerns. Das macht sie zu wertvollen Lebensräumen für speziell angepasste Tier- und Pflanzenarten. Genannt seien hier Charakterarten für den Frankenwald wie Groppe, Bachneunauge, Steinkrebs, Bernsteinschnecke sowie die Bewohner der typischen bachbegleitenden Pestwurzfluren, Pestwurzeule und Pestwurzrüsselkäfer. Diese Lebensgemeinschaften sind wiederum Grundlage für das Vorkommen andernorts bedrohter Arten wie Schwarzstorch, Wasseramsel und Fischotter.


Der zu den Marderartigen zählende Fischotter hat einen geschmeidigen Körper und einen unermüdlichen, verspielten Bewegungsdrang. Früher traf man ihn überall in Europa an - heute sieht man ihn nur noch selten. Tiere des Frankenwaldes - Der Fischotter (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Tiere des Frankenwaldes - Der Fischotter


Der Fischotter

Der Fischotter ist ein an das Wasserleben angepasster Marder, der zu den besten Schwimmern unter den Landraubtieren zählt. Er kommt in fast ganz Europa vor und wird einschließlich des Schwanzes etwa 130 Zentimeter lang.
Den Fischotter findet man in fast ganz Europa. Er fehlt lediglich auf Island und auf den Inseln des Mittelmeeres. Im Gebirge kommt er in Höhen bis 2500 Metern vor. Innerhalb des Verbreitungsgebietes ist er jedoch in vielen Regionen bedroht. In Mitteleuropa gibt es noch größere Bestände in Tschechien, im Osten Deutschlands und im Bayerischen Wald, sowie noch einige Restpopulationen in Österreich. In der Schweiz ist er seit 1989 ausgestorben.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) listet den Fischotter in Deutschland unter der Gefährdungsstufe 1 als "vom Aussterben bedroht".
Der Fischotter frisst das, was er am leichtesten erbeuten kann. Einen großen Teil seines Beutespektrums stellen Fische dar, wobei er überwiegend kleine Fischarten erbeutet und darunter langsame und geschwächte Tiere. Ihm kommt daher eine Rolle bei der Gesunderhaltung der Fischbestände zu. Auch andere Tiere werden vom Fischotter gejagt: Blässhühner, Enten, Möwen, Bisamratten, Schermäuse, Schnecken, Frösche, Flusskrebse und Insekten. Gelegentlich nimmt er auch Aas und verzehrt Muscheln. Kleinere Beutetiere werden im Wasser gefressen, größere erst an Land gebracht.
Zu seinen Feinden zählen der Wolf, der Luchs, der Seeadler und freilaufende Hunde. Fast 70% der tot aufgefundenen Otter sind Opfer der Verkehrs.


Eng verbunden mit den Frankenwaldbächen, die bis auf wenige Ausnahmen für die Flößerei oder die Blöchertrift ausgebaut und befestigt wurden, sind die zugehörigen Floßteiche. Wo früher das für den Holztransport notwendige Wasser aufgestaut wurde, steht heute der Natur- und Artenschutz im Vordergrund. Auch aus kulturhistorischen Gründen werden die früheren Staudämme und "Floßziehanlagen" erhalten. Das ist mit erheblichem Aufwand verbunden, da die früheren Bauwerke nur immer für die zeitlich begrenzten Stauzeiten funktionieren mussten. Heute werden dagegen die "Frankenwald-Floßteiche" ganzjährig gefüllt gehalten. Zum einen für den Naturschutz, zum anderen als echte "Naturschönheiten" und Anlaufpunkte für Wanderer und andere Erholungssuchende.


Der Frankenwald - Erholungsgebiet - Blick auf die Burg Lauenstein (Bild: Frankenwald Tourismus / Andreas Hub) Der Frankenwald liegt im Regierungsbezirk Oberfranken und wird eingegrenzt von den Landschaften Vogtland, Fichtelgebirge, Obermaintal, Coburger Land und dem Thüringer Wald.
Der Frankenwald - Blick auf Burg Lauenstein Bild: Frankenwald Tourismus / Andreas Hub


Schwarzstorch
Seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist der Schwarzstorch zurück im Frankenwald. Sein Bestand hier ist nicht nur stabil, er hat es vielmehr mit einer für Deutschland einmaligen Siedlungsdichte zu einer Art "Wappenvogel des Frankenwaldes" gebracht.


Ganz anders als Weißstörche brüten Schwarzstörche vor allem in ungestörten offenen Waldlandschaften, in Europa besonders in naturnahen Laub- und Mischwäldern. Tiere des Frankenwaldes - Der Schwarzstorch (Bild: Gunter Zieger)
Bild: Gunther Zieger Tiere des Frankenwaldes - Der Schwarzstorch


Der Schwarzstorch ist eine herausragende Waldart und steht für große, unzerschnittene Waldgebiete mit sauberen Gewässern, extensiv genutzten Freiflächen und naturnaher Waldbewirtschaftung. Im Gegensatz zum Weißstorch ist er ein scheuer Kulturflüchter, der vor allem während der Brut- und Aufzuchtzeit sehr störungsempfindlich ist.


Junger Schwarzstorch - ihm fehlt noch das Rot (Bild: Gunther Zieger) Schwarzstörche sind Langstreckenzieher, die meist allerdings nicht so weit ziehen wie Weißstörche. Das Winterquartier der europäischen Brutvögel liegt in Afrika südlich der Sahara. Der Äquator wird nicht überflogen.
Tiere des Frankenwaldes - junger Schwarzstorch - das Rot fehlt ihm noch Bild: Gunther Zieger


Die Bayerischen Forsten (BaySF) haben eine örtliche Initiative von Vogelschützern und Forstleuten im Frankenwald aufgegriffen und in den Jahren 2011 bis 2014 eine systematische Kartierung von Schwarzstorchbrutpaaren zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) durchführen lassen. Dieses Gemeinschaftsprojekt erbrachte herausragende Ergebnisse für alle Waldbesitzarten.


Der Schwarzstorch ist in Bayern immer noch ein sehr seltener Brutvogel. Seine Verbreitungsschwerpunkte liegen im Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge, der Oberpfälzer und Bayerische Wald bis zur Donau, Spessart, Rhön, sowie das Voralpine Hügel- und Moorland. Der Bestand wird auf 150 - 160 BP geschätzt. Ziehender Schwarzstorch (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Tiere des Frankenwaldes - ziehender Schwarzstorch


Die im Vergleich zu anderen Brutgebieten hohe Dichte mit Abständen zwischen den Horsten von nur 1 bis 2 Kilometern ist wahrscheinlich auf die idealen Bedingungen für den Schwarzstorch im Frankenwald mit sehr kurzen Wegen zwischen geeigneten Brutplätzen und den zahlreichen Bächen als Nahrungsbiotop zurück zu führen. Dem Schutz und der Erhaltung dieser Bedingungen dienen eine naturnahe Waldbewirtschaftung und gezielte Maßnahmen:
Gezieltes Belassen möglicher Horstbäume (breitkronige Laubhölzer, kronengebrochene Nadelbäume)
Horstschutzzonen um bekannte Horste (keine Veränderungen im engeren Umfeld, keine forstlichen Maßnahmen in der weiteren Zone während der Brut und Aufzucht)
Naturnahe Erhaltung von Quellen, Bächen, Floßteichen als Nahrungsbiotope
Schulung und Sensibilisierung aller im Wald Beschäftigten.


Der Frankenwald - Wandergebiet - Wilhelmsthal (Bild: Alexander Kelle) Charakteristisch für den Naturpark Frankenwald ist ein reizvoller Dreiklang aus gerodeten Hochflächen, bewaldeten Hängen und romantischen Wiesentälern.
Der Frankenwald - Wilhelmsthal Bild: Alexander Kelle


Historisches
Vor- und Frühgeschichte
Bodenfunde sowie die vorgeschichtlichen Anlagen der Heunischenburg westlich von Kronach und der Grünburg bei Stadtsteinach bezeugen, dass schon während der Stein-, Eisen- und Bronzezeit keltische und germanische Stämme das Gebiet des Frankenwaldes durchzogen und vereinzelt hier siedelten.


Der Gartenschläfer ist etwas kleiner als der Siebenschläfer, hat schwarze Gesichtsstreifen um Auge und Ohr. Die Wangen und die Unterseite sind bei ihm rein weiß. Tiere des Frankenwaldes - Der Gartenschläfer (Bild: Naturfoto Frank Hecker)
Bild: Naturfoto Frank Hecker Tiere des Frankenwaldes - Der Gartenschläfer


Der Gartenschläfer

Der Gartenschläfer ist eine Säugetiergattung in der Familie der Bilche. Die Gartenschläfer leben primär in Bäumen und Büschen, aber auch in Wein- und Obstgärten, in Hütten und Ställe und sind nachtaktiv, außerdem sind sie hervorragende Kletterer. Im Gegensatz zu den anderen Bilchen (Siebenschläfer) bevorzugt der Gartenschläfer tierische Nahrung, wie Insekten und Schnecken, aber auch kleine Lurche, Kriechtiere, Nager und Jungvögel stehen auf seinem Nahrungsplan. Bei niedrigen Temperaturen hält der europäische Gartenschläfer einen Winterschlaf, die anderen beiden Arten nur eine Winterruhe.
In den letzten Jahrzehnten waren für den Gartenschläfer in Zentral-, Süd- und Osteuropa erhebliche Bestandsrückgänge, sogar regionales Aussterben zu verzeichnen. Die Gründe dafür sind noch unklar. Der Gartenschläfer wird auf der Vorwarnliste geführt.


Frühes Mittelalter
Gegen Ende des 8.Jahrhunderts n. Chr. entstand der ostfränkische Radenzgau mit dem Frankenwald als Ostgrenze. Karl der Große drängte zu Beginn des 9. Jahrhunderts eingefallene slawische Völkerschaften zurück, legte entlang der Saale Burgen an und begründete das Regnitzland um Hof als südliche Bastion der Sorbenmark.
Zur Zeit der fränkischen Landnahme von 900 - 1000 n. Chr. durch die Schweinfurter Markgrafen wurde das Werk der Rodung, Besiedlung und Verwaltung von den Walpoten und anderen Adelsgeschlechtern vorangetragen. Kaiser Heinrich II. stiftete 1007 das Bistum Bamberg und schenkte ihm große Teile des Nordwaldes, wobei sich Kronach mit der Festung Rosenberg zu einem Eckpfeiler bischöflicher Macht entwickelte.


Tiere des Frankenwaldes - Der Grauspecht (Bild: Olav Krüger) Der Grauspecht ist etwas kleiner und zierlicher als der Grünspecht. Rücken und Schwanz sind olivgrün, Kopf und Hals sowie die Unterseite sind grau. Das Rot ist beim Männchen auf den Vorderscheitel beschränkt, beim Weibchen fehlt es völlig. Die Augen sind dunkel.
Tiere des Frankenwaldes - Der Grauspecht Bild: Olav Krüger



Der Grauspecht

Zusammen mit dem Grünspecht gehört er zu den "Erdspechten", die ihre Nahrung vor allem auf dem Boden suchen. Grauspechte erbeuten vorwiegend Ameisen und deren Puppen, sowie andere Insekten, aber auch Beeren, Samen und Obst stehen auf seinem Speiseplan.
Seine Bruthöhle zimmert der Grauspecht meist in alte, morsche Laubbäume (Eiche und Buche). Es werden aber auch "Althöhlen" von anderen Spechten übernommen.
Viele Grauspechte leben das ganze Jahr über in den Grenzen ihres Reviers. Die Voraussetzung aber ist, dass es hier genügend Nahrung gibt. Im Winter suchen sie häufiger als im Sommer nach Insekten, die sich hinter der Baumrinde verstecken.
Vor allem im Flachland hat der Grauspecht unter der intensiven Forstwirtschaft zu leiden, wodurch alter Baumbestand verschwindet. Aber auch die Beseitigung alter Streuobstwiesen, sowie der Verlust von Auwäldern verringern seinen Lebensraum.
Der Grauspecht ist in Bayern lückig verbreitet und ein spärlicher Brutvogel. Seine Verbreitungsschwerpunkte sind die Auwälder entlang der Donau, Lech und Isar, in den Laubwäldern Frankens, sowie im voralpinen Hügel- und Moorland und den Alpen. Sein Bestand wird auf 2300 - 3500 BP geschätzt.


Hochmittelalter
Eine zweite Machtkomponente im oberfränkischen Raum und im Frankenwald entstand durch die Andechs-Meranier, die 1057 die Herrschaft Plassenburg erwarben und in der Folgezeit den gesamten östlichen Frankenwald. Nach ihrem Aussterben 1248 übernahmen die hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth die Regierung. Die oberfränkische Bipolarität - hier Bischof, dort Markgraf - ließ eine scharfe Religions- und Sprachgrenze entstehen, die sich durch Jahrhunderte auch auf dem wirtschaftlichen Sektor auswirkte. Man sprach von einem Flößer- und einem Handweberfrankenwald.


Der Waldkauz ist der Vogel des Jahres 2017 und ist in ganz Europa bekannt. Seine Farbe variiert stark von einem Grau bis zu Rotbraun. Tiere des Frankenwaldes - Der Waldkauz (Bild: Raimund Linke)
Bild: Raimund Linke Tiere des Frankenwaldes - Der Waldkauz - hier sind Jungkäuze zu sehen


Der Waldkauz

Waldkäuze sind nur selten zu sehen. Mit etwas Glück kann man sie beim Sonnenbaden vor ihren Tagesschlafplätzen beobachten. Noch größer ist die Chance in der Dämmerung, wenn sie als dunkle Schatten zur Beutejagd ausfliegen.
Die Bezeichnung Kauz ist eine Besonderheit im deutschen Sprachraum, denn in anderen europäischen Ländern gibt es gar kein eigenes Wort für Eulen mit runden Kopf ohne Federohren. Sie werden wie andere Eulenarten allgemein als "Eulen" bezeichnet.
Weit vor der Waldohreule ist der Waldkauz mit 43.000 - 75.000 BP die häufigste Eulenart Deutschlands.
In Bayern ist der Waldkauz fast flächendeckend verbreitet und ein häufiger Brutvogel. Lediglich in den waldfreien Landschaften dürfte der Waldkauz örtlich fehlen. Sein Bestand in Bayern wird mit 6000 - 9500 BP angenommen.


Moderne und Gegenwart
Das Hochstift Bamberg mit all seinen Gebieten wurde 1803 bayerisch, die Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth kam 1810 zur Krone Bayerns. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands sind Gebiete jenseits des Rennsteigs - seit dem Mittelalter dem Kloster Saalfeld und später dem Geschlecht der Orlamünder sowie den reußischen Fürstenhäusern zugehörig - erneut mit dem diesseitigen Frankenwald eng verbunden. Die Wiedervereinigung rückte den Frankenwald von einem Zonenrandgebiet in die Mitte Deutschlands und Europas.



Vielen Dank an die Bundesgeschäftsstelle Bund Deutscher Forstleute (BDF) für den Pressetext und die Möglichkeit die Bilder zeigen zu dürfen. Vielen Dank auch an meine Fotografen Olav Krüger, Raimund Linke, Maximilian Dorsch und Gunther Zieger, sowie Naturfoto Frank Hecker. Vielen Dank an Herrn Hammer von der Koordinationsstelle für den Fledermausschutz in Nordbayern, der Universität Erlangen.



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- letzte Aktualisierung: Dienstag, 30. Januar 2018 -
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