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Die Höhlentiere des Jahres seit 2009

Der Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher wählte erstmals ein "Höhlentier des Jahres.

Jahr Höhlentiere wissenschaftlicher Name
2009 Höhlenflohkrebs Niphargus spec.
2010 Die Zackeneule Scoliopteryx libatrix
2011 Das Große Mausohr Myotis myotis
2012 Die Große Höhlenspinne Meta menardi
2013 Die Höhlenpilzmücke Speolepta leptogaster
2014 Die Höhlenwasserassel Proasellus cavaticus
2015 Die Keller-Glanzschnecke Oxychilus cellarius
2016 Das Höhlenlangbein Amilenus aurantiacus
2017 Die Vierfleck-Höhlenschlupfwespe Diphyus quadripunctorius
2018 Der Schwarze Schnurfüßer Tachypodoiulus niger

Der Schwarze Schnurfüßer ist das "Höhlentier des Jahres 2018".

Der Schwarze Schnurfüßer wurde vom britischen Zoologen William Elford Leach erstmals im Jahr 1815 beschrieben. Die Tiere können ganzjährig in Naturhöhlen, Bergwerksstollen und Felsenkellern gefunden werden, wo sie standortbezogen auch feste Populationen bilden. Diese Tatsache führte dazu, dass diese Tausendfüßerart zum "Höhlentier 2018" gewählt wurde. Der Schwarze Schnurfüßer steht für eine große Zahl von Tierarten, die auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind.


Der Schwarze Schnurfüßer ist das Höhlentier des Jahres 2018 (Bild: Klaus Bogon, Sontra / www.bogon-naturfoto.de) Beim Schwarzen Schnurfüßer handelt es sich um eine 20 bis 50 mm lange Tausendfüßerart, die zur Tierklasse der Doppelfüßer (Diplopoda) gehört
Der Schwarze Schnurfüßer - Höhlentier des Jahres 2018 Bild: Klaus Bogon, Sontra / www.bogon-naturfoto.de


Beim Schwarzen Schnurfüßer handelt es sich um eine 20 bis 50 mm lange Tausendfüßerart, die zur Tierklasse der Doppelfüßer (Diplopoda) und hier zur Familie der Schnurfüßer (Julidae) gehört. Die schwarzbraun bis tiefschwarz gefärbte Art besitzt auffallend helle Beine. Die Jungtiere sind hellbraun, seitlich dunkler und haben eine dunkle Längslinie auf dem Rücken. Der Körper besteht aus 41 - 56 Rumpfringen.

Der Schwarze Schnurfüßer ist eine Waldart, die aber auch ins Offenland vordringen kann, wo sie besonders Gebüschkomplexe besiedelt. An kalkreichen Standorten dringt er bis in Zwischenräume und Höhlen vor. Schwarze Schnurfüßer können ein Lebensalter von 6 bis 7 Jahren erreichen, die Geschlechtsreife ist nach 1,5 bis 2 Jahren erreicht. Tachypodoiulus niger ist ein nachtaktiver Streuschicht- und Rindenbewohner und hat einen nächtlichen Aktionsradius von etwa 10 Metern.


Diese Tausendfüßerart kann 6 bis 7 Jahre alt werden Detailansicht eines Schwarzen Schnurfüßers (Bild: Klaus Bogon, Sontra / www.bogon-naturfoto.de)
Bild: Klaus Bogon, Sontra / www.bogon-naturfoto.de Detailansicht eines Schwarzen Schnurfüßers


Hierbei klettert er sogar an Bäumen, Sträuchern und Steinen hoch. Mit einer Geschwindigkeit bis zu 24 mm in der Sekunde ist die Art der schnellste einheimische Doppelfüßer. Bei Gefahr zeigt die Art eine Schreck- und Fluchtreaktion, bei welcher sie sich, auf der Seite oder dem Rücken liegend, schlangenähnlich windet um sich dem Feind zu entwinden und einen Unterschlupf zu finden.

Der Schwarze Schnurfüßer kommt außer im Norden des Norddeutschen Tieflands fast überall in Deutschland vor. Außerdem ist der Schwarze Schnurfüßer noch in Frankreich, Spanien, den Benelux-Staaten, der Schweiz, Österreich, Tschechien, Irland und Großbritannien verbreitet. In Deutschland ist die Art aus allen Höhlengebieten bekannt, wo die Art bis weit in die Tiefenregionen der Höhlen vordringen kann.

Der Schwarze Schnurfüßer steht für eine große Zahl an Tierarten, die auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. will mit der Wahl des Höhlentieres darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.


Herzlichen Dank an Herrn Stefan Zaenker für den Pressetext und die Möglichkeit die Bilder von Herrn Klaus Bogon, Sontra (www.bogon-naturfoto.de) zeigen zu dürfen.

Möchten Sie mehr vom Verband Deutscher Höhlen- und Karstforscher wissen: Das können Sie, wenn Sie hier klicken: www.hoehlentier.de


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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 01. Juli 2018 -
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