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Gestein des Jahres seit 2007

Gestein des Jahres ist eine Auszeichnung, die seit 2007 von der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) verliehen wird. Die Verleihung erfolgt nach Vorschlag durch ein Gremium, in dem neben Vertretern von DGG und BDG aus solche aus Denkmalschutz, Architektur, Geotourismus, Rohstoff- und Natursteinwirtschaft sitzen. Ziel ist es, Gesteine sowohl in ihrer naturräumlichen Funktion als auch in ihrer Anwendung in der menschlichen Gesellschaft darzustellen.

Die bisherigen Auszeichnungen zum "Gestein des Jahres" sind:

Jahr Gestein
2007 Granit
2008 Sandstein
2009 Basalt
2010 Kalkstein
2011 Tuff
2012 Quarzit
2013 Kaolin
2014 Phonolith
2015 Gneis
2016 Sand

Sand ist das Gestein des Jahres 2016 - Samd ein allgegenwärtiger und doch knapper unverzichtbarer Rohstoff

Sand begegnet uns überall. Er füllt Sandkästen und Strände, versteckt sich aber auch im Beton, in Halbleitern oder Glas. Inzwischen verbraucht die Menschheit so viel Sand, dass dieser unverzichtbare Rohstoff trotz seiner scheinbaren Fülle knapp zu werden droht. Um darauf aufmerksam zu machen, haben Geowissenschaftler den Sand zum Gestein des Jahres 2016 gekürt.

Sand ist auch ein unentbehrlicher Roh- und Baustoff und somit für alle Volkswirtschaften von wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung. Keine Betonkonstruktion und kein Mauerwerk, weder Stahlbeton-Wolkenkratzer, noch Straßen, Fenster oder Glasflaschen kommen ohne den Zusatz von Sand aus.

Sand - das Gestein des Jahres 2016 - Tagebau Nochten ( Bild: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler - BDG) Sand kennt jedes Kind. Ein mit Sand gefüllter Kinderspielkasten ist das beliebteste Spielobjekt nicht nur im Kindergarten, sondern auch für Zuhause. 
Sand - Gestein des Jahres 2016 - Tagebau Nochten Bild: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) 

Sand ist unerlässlich bei der Herstellung von elektronischen Bauteilen wie Solarzellen oder elektronischen Platinen. Er wirkt als Schleif- und Poliermittel und wird in der Wasserreinigung in Kläranlagen und Wasserwerken eingesetzt. Sand speichert aufgrund seiner hohen Porosität (sie dient als klassifizierendes Maß für die tatsächlich vorliegenden Hohlräume) auf natürliche Art und Weise Grundwasser, aber auch Erdöl und Erdgas.

Was ist Sand und wie entsteht er?

Sand ist ein nicht verfestigtes Sediment, ein Lockergestein unterschiedlichster Zusammensetzung und Gestalt. Aufgrund seiner vielgestaltigen Natur definiert man Sand über seine Korngröße.

Als geowissenschaftliche Kategorie gehört Sand zu den Lockergesteinen und ist das Ergebnis von Verwitterung und Erosion von Festgesteinen.  Sand gehört zu den Lockergesteinen - hier im Bild Saharasand (Bild: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler - BDG) 
Bild: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG)   Sand gehört zu den Lockergesteinen - hier im Bild Saharasand 

Sand kann mit Hilfe technischer Vorgänge (Brechen und Sieben) aus unterschiedlichsten Rohgesteinen hergestellt werden, weswegen man in diesem Falle von Brechsanden spricht.

Andererseits gibt es Sand als ein reines Naturprodukt, das durch die Verwitterung und Erosion von Gesteinen entsteht. Jedes Sandkorn legt Zeugnis ab über sein Alter, seine Herkunft und über seinen Transport. Ein Sandkorn erzählt eine Geschichte. Es teilt mit, ob es aus einem Gebirge, von einem Riff oder aus der Wüste stammt. Es berichtet, wie es durch Wind, Wasser oder Eis bewegt wurde und welchen Weg es genommen hat. Sand ist ein Verwitterungsprodukt aus Gesteinen und kann genauso durch Verfestigung (Diagenese) wieder zu Gestein werden. Er ist damit eine Zwischenstufe im sogenannten Kreislauf der Gesteine. Sand ist, wie der amerikanische Geologe Raymond Siever es ausdrückte, "ein Archiv der Erdgeschichte".

Sand der unentbehrliche Rohstoff - Tagebau Nochten (Bild: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler - BDG) Allein in Deutschland bestand im Jahr 2014 ein Bedarf von 240 Millionen Tonnen Bausanden und -kiesen, weiteren 10,4 Millionen Tonnen an Quarzsanden und -kiesen sowie von 211 Millionen Tonnen gebrochenen Natursteinen.
Sand der unentbehrliche Rohstoff - Tagebau Nochten Bild: Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG)

Quarzsand ist am häufigsten

Auch wenn Sand aus ganz verschiedenen Mineralen bestehen kann: Der größte Teil des Sandes auf unserem Planeten besteht aus Siliziumdioxid - Quarz. Dieses Mineral ist in der Erdkruste besonders häufig und zudem sehr hart. Deshalb widersteht es der chemischen Verwitterung sehr lange und wird im Laufe der Zeit einfach nur durch die Einwirkung von Wind und Wasser immer kleiner. Reiner Quarzsand bildet den Rohstoff für Glas, aber auch für die Halbleiter der Elektronik.

Der Rohstoff wird knapp

Trotz dieser scheinbaren Fülle des Sands auf der Erde gibt es ein Problem: Sand ist keine schnell nachwachsende Ressource. Bis ein Gestein durch die Kraft von Wind und Wasser zu Sand zermahlen ist, vergehen zehntausende und mehr Jahre. Und die Menschheit nutzt mehr Sand als nachwachsen kann - der Rohstoff wird knapp. Weltweit wird nach Angaben der UNESCO mit Ausnahme von Wasser keine andere Ressource in so großen Mengen verbraucht wie Sand.

Um die Nachfrage zu decken, wird an immer mehr Küsten und Meeresgebieten Sand vom Meeresgrund gefördert. Doch dies hat für die sensible Meeresökologie fatale Folgen. Die Tiere verschwinden, das Wasser verschlammt und tötet alles Leben. Und entlang der Strände frisst die Erosion sich immer weiter ins Land vor. In Europa gibt es deshalb strenge Schutzbestimmungen, in vielen anderen Gebieten der Welt wird aber legal oder illegal so viel gefördert, wie nur geht - und das zerstört einzigartige Landschaften.

Umgekehrt sorgen Wind und Wasser dafür, dass der Sand auch von Natur aus genau dort verschwindet, wo er dringend gebraucht wird, beispielsweise an Stränden Sylts und anderer Inseln. Hier versucht man durch Umlagerung und Aufspülung von Sand, die Strände zu erhalten - aber das ist ein stetiger Kampf gegen die Zeit.

Um auf all das aufmerksam zu machen und die große Bedeutung des Sandes in Erinnerung zu rufen, hat ein Expertengremium unter Leitung des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler (BDG) den Sand zum Gestein des Jahres 2016 ernannt.


Vielen Dank an Frau Tamara Fahry-Seelig für die zur Verfügung gestellten Bilder, sowie die Texte vom
Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG).



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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 08. Januar 2017 -