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Gestein des Jahres seit 2007

Das Gestein des Jahres wird jeweils von einem Expertengremium unter Leitung des Brufsverbands Deutscher Geowissenschaftler (BDG) ausgewählt, mit dem Ziel, Gesteine, die aufgrund ihrer geologischen Entstehung und wirtschaftlichen Bedeutung bemerkenswert sind, in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die bisherigen Auszeichnungen zum "Gestein des Jahres" sind:

Jahr Gestein
2007 Granit
2008 Sandstein
2009 Basalt
2010 Kalkstein
2011 Tuff
2012 Quarzit
2013 Kaolin
2014 Phonolith
2015 Gneis
2016 Sand
2017 Diabas
2018 Steinkohle

Klimaindikator und schwarzes Gold: Steinkohle - das Gestein des Jahres 2018

Nach dem vulkanischen Diabas jetzt wieder ein Sedimentgestein an der Reihe

Steinkohle: Sedimentgestein und Energierohstoff

Steinkohle - ein Gestein? Aber sicher! Was sonst? Kohle ist ein organisches Sedimentgestein, das durch die Ablagerung von pflanzlichen Resten und den nachfolgenden unterirdischen Inkohlungsprozess entsteht. Bekanntlich unterscheidet man die jüngere Braunkohle (mit geringerem Kohlenstoffgehalt und geringerem Brennwert) von der älteren Steinkohle. In der Regel stammt die Steinkohle aus dem Paläozoikum, dem Erdaltertum. Dessen zweitjüngste Periode heißt wegen der Steinkohlelager auch 'Karbon'.

Das Jahr 2018 wird dabei für die Steinkohle in Deutschland noch eine ganz andere Bedeutung haben. Genau in diesem Jahr werden die letzten beiden deutschen Steinkohlezechen (in Bottrop und Ibbenbüren) stillgelegt. Das lässt erwarten, dass wir in den Medien in diesem Jahr noch einiges über die Steinkohle erfahren werden.


Farn, aus einer Steinkohlegrube von Zwickau-Oberhohndorf in Sachsen (Bild: TU Bergakademie Freiberg/Kogan/Gaitzsch) Das alles kann Steinkohle sein: Klimaindikator der Vergangenheit oder schwarzes Gold der Wirtschaft - allerdings auch Klimakiller der Gegenwart.
Farn, Steinkohlegrube von Zwickau-Oberhohndorf/Sachsen Bild: TU Bergakademie Freiberg/Kogan/Gaitzsch


Die Beurteilung verändert sich je nach fachlichem Blickwinkel, ob naturwissenschaftlich, wirtschaftshistorisch oder vom aktuellen gesellschaftspolitischen Standpunkt.


Steinkohle war mehr als zwei Jahrhunderte lang Lebenselixier und Motor der Industrialisierung in ganz Mitteleuropa. Steinkohle über zwei Jahrhunderte Lebenselixier (Bild: BGR)
Bild: BGR Steinkohle


Infolge der in den letzten Jahrzehnten erkannten negativen Auswirkungen der insbesondere durch fossile Brennstoffe verursachten Treibhausgasemissionen ist der einst begehrte Rohstoff zu einem der am meisten kritisierten Objekte der Umweltbewegung verkommen.

Die Verfügbarkeit alternativer Energiequellen und die Unrentabilität im Vergleich zu Weltmarktpreisen macht Förderung von Steinkohle in Deutschland nunmehr unwirtschaftlich und entbehrlich, weshalb die letzte Zeche 2018 geschlossen wird. Damit wird der Rohstoff Steinkohle aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden und nur noch Gegenstand musealer Präsentation sein.

Für die Geowissenschaften war und bleibt die Steinkohle eine wichtige Quelle von Informationen über die Entwicklungsgeschichte der betreffenden Regionen der Erdkruste. Insbesondere für die Klimageschichte und die Entwicklung von Flora und Fauna ist die heute in Form von Kohlen vorliegende ursprüngliche Moorvegetation ein markanter Indikator. Nicht umsonst hat dieser Abschnitt der Erdgeschichte zwischen 360 und 300 Millionen Jahren den Namen "Karbon" (Namensgebend sind die weltweit verbreiteten Kohleflöze vor allem im Oberkarbon 'lateinisch carbo = Kohle'. In deutschsprachiger Literatur ist teilweise auch die Bezeichnung "(Stein-)Kohlezeitalter" gebräuchlich) erhalten. Durch die exotisch anmutenden Pflanzenfossilien wie Schachtelhalme und Siegelbäume sind viele Laien mit geologischen Fragen bekannt geworden und geologische Forschungen wurden so enorm befruchtet.


Vielen Dank an Frau Tamara Fahry-Seelig vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) für den Pressetext und die zur Verfügung gestellten Bilder.


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- letzte Aktualisierung: Freitag, 02. November 2018 -
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