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Die Wasserpflanzen des Jahres seit 2003

Gekürt vom Förderkreis-Sporttauchen

Jahr Wasserpflanze wissenschaftlicher Name
2003 Die Krebsschere Stratiotes aloides
2004 Südlicher Wasserschlauch Utricularia australis
2005 Vielstachlige Armleuchteralge Chara polyacantha
2006 Die Seekanne Nymphoides peltata
2007 Großes Nixenkraut Najas marina
2008 Gemeiner Schwimmfarn Salvinia natans
2009 Durchwachsenes Laichkraut Potamogeton perfoliatus L.
2010 nicht gekürt  
2011 Die Wassernuss Trapa natans
2012 Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß Ranunculus aquatilis
2013 Der Igelschlauch Baldellia ranunculoides
2014 Australischer Kleefarn Marsilea mutica
2015 Wasserschlauch Utricularia
2016 Flutender Wasserhahnenfuß Ranunculus fluitans
2017 Weiße Seerose Nymphaea alba

               Sagenumwobenes Gewächs - die Weiße Seerose -  ist die Wasserpflanze des Jahres 2017

Die Weiße Seerose (Nymphaea alba) wird vom Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) zur Wasserpflanze des Jahres 2017 gewählt. Die drei Sportverbände machen damit auf die Gefährdung des Lebensraumes dieser eleganten Schwimmblattpflanzen aufmerksam.

Ein sagenumwobenes Gewächs wurde zur Wasserpflanze des Jahres gekürt - Die Weiße Seerose (Bild: VDST, B.Conrad) Die Weiße Seerose, die zu den Seerosengewächsen gehört, wächst in stehenden und langsam fließenden Gewässern, oft als Gürtel vor dem Schilf. Aus dem armdicken Wurzelstock erscheinen an Stielen, die bis 3 m lang werden, auf dem Wasser zunächst die runden Schwimmblätter, deren Blattnerven am Rand miteinander verbunden sind, dann im Mai - September die 9 - 15 cm großen Blüten.
Die Weiße Seerose ist die Wasserpflanze des Jahres 2017 Bild: VDST, B. Conrad


Die Weiße Seerose ist, mit Ausnahme des hohen Nordens, in ganz Europa verbreitet. Sie ist an nährstoffreiche, stehende und schwach fließende Gewässer angepasst. Die Wurzeln sind in humus- und nährstoffreichem Schlamm verankert. Die bevorzugte Wassertiefe beträgt rund ein bis eineinhalb Meter, die Blattstängel können bis 3 Meter lang werden und damit hält sie in Europa den Rekord der längsten Blattstiele.

Um Schwankungen des Wasserspiegels auszugleichen sind die Blatt- und Blütenstiele elastisch. Als Besonderheit haben sie ein Durchlüftungsgewebe, das ist eine Anpassung an die oftmals vorherrschende Sauerstoffarmut des schlammigen Gewässergrundes und dient gleichzeitig auch für Auftrieb der Schwimmblätter.

Der wissenschaftliche Name Nymphaea alba lässt sich auf Nymphen, weibliche Naturgeister aus der griechischen und römischen Mythologie zurückführen. Der Sage nach verliebte sich eine solche Nymphe, doch ihre Liebe wurde nicht erwidert. So starb sie an gebrochenem Herzen. Die Götter hatten Mitleid mit ihr und ließen sie als Seerose wieder auferstehen. Was sie benötigt sind saubere, schwach fließende Gewässer (Bild: VDST, C.Giese)
Bild: VDST, C. Giese Die Weiße Seerose benötigt saubere Gewässer

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen befinden sich die Spaltöffnungen zur Atmung an der Blattoberfläche und eine wasserabstoßende Wachsschicht sorgt dafür, dass Regentropfen schnell vom Blatt ins Gewässer rutschen. Die dunkelgrünen, herzförmig eingeschnittenen Schwimmblätter können eine Größe von bis zu 30 cm Durchmesser erreichen. Die charakteristischen weißen Blüten sind bis zu 15 cm im Durchmesser groß und lassen sich an warmen Standorten bereits im Mai bis in den September hinein bewundern. Abends und bei Regenwetter schließen sich die Blüten, tagsüber werden sie von vielen Insekten, vor allem Hummeln und Fliegen besucht. Im Spätsommer wachsen dann kleine schwimmfähige Sammelfrüchte heran, die sich nach und nach von der Pflanze lösen. So können die Samen dann durch Wasserbewegungen und Tiere wie Wasservögel verbreitet werden.

Bis zu drei Meter lang können die Blattstängel der Weißen Seerose werden (Bild: VDST, B.Conrad) Die Weiße Seerose gilt als typische Vertreterin der Schwimmblattpflanzen. Daher wird die Schwimmblattzone im Uferbereich von Seen, die auch eine Stufe der Verlandungsreihe bilden kann, als Seerosenzone bezeichnet.
Bis zu drei Meter lang können die Blattstängel werden Bild: VDST, B. Conrad

Mythen und Sagen

Auch in Deutschland ranken sich viele Mythen um die Schwimmblattpflanze. So heißt es, dass wer versucht sie zu pflücken von Nixen in die Tiefe herabgezogen wird und ertrinkt. Tatsächlich gibt es auch immer wieder Unfälle, bei dem sich Badende in den langen und festen Blattstengel verfangen haben. Alle Teile der Seerose sind giftig und früher wurde sie in der Pflanzenheilkunde verwendet. Im Mittelalter galt die Weiße Seerose als Symbol der Keuschheit. Mönche und Nonnen nutzten den Pflanzensaft um ihren Sexualtrieb zu dämpfen und daher wird sie in alten Quellen auch als Vernichter der Liebe beschrieben.

Giftigkeit

Die Weiße Seerose ist, wie schon beschrieben, in allen Teilen giftig.
Die Hauptwirkstoffe sind nicht genau bestimmt. Nach älteren Angaben sind es das Alkaloid Nupharin und das Glykosid Nymphalin. Das Rhizom enthält auch Ellagsäure.

Vergiftungserscheinungen sind: Erregungszustände und Atemlähmung.

Gefährdung

Mit der Wahl der Weißen Seerose zur Wasserpflanze des Jahres möchten die Verbände auf die Gefährdung des Flachwasserbereiches aufmerksam machen. Dieser ist ein wichtiger Lebensraum für viele Wassertiere und -pflanzen.


Wenn Sie mehr über den "Förderkreis Sporttauchen" erfahren möchten, hier der Link: http://foerderkreis-sporttauchen.de


Vielen Dank an den Verband Deutscher Sporttaucher e.V., Frau Natascha Schwagerus, Bundesgeschäftsstelle in Offenbach für die zur Verfügung gestellte Pressemitteilung, sowie die Möglichkeit die Bilder von B.Conrad und C.Giese zeigen zu können.


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- letzte Aktualisierung: Donnerstag, 06. April 2017 -