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Die Wasserpflanzen des Jahres seit 2003

Gekürt vom Förderkreis-Sporttauchen

Jahr Wasserpflanze wissenschaftlicher Name
2003  Krebsschere Stratiotes aloides
2004 Südlicher Wasserschlauch Utricularia australis
2005 Vielstachlige Armleuchteralge Chara polyacantha
2006  Seekanne Nymphoides peltata
2007 Großes Nixenkraut Najas marina
2008 Gemeiner Schwimmfarn Salvinia natans
2009 Durchwachsenes Laichkraut Potamogeton perfoliatus L.
2010 nicht gekürt  
2011  Wassernuss Trapa natans
2012 Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß Ranunculus aquatilis
2013  Igelschlauch Baldellia ranunculoides
2014 Australischer Kleefarn Marsilea mutica
2015 Wasserschlauch Utricularia
2016 Flutender Wasserhahnenfuß Ranunculus fluitans
2017 Weiße Seerose Nymphaea alba
2018  Stern-Armleuchteralge Nitellopsis obtusa
2019 Europäische Froschbiss Hydrocharis morsus-ranae

               Der Europäische Froschbiss -  ist die Wasserpflanze des Jahres 2019


Mit der Wahl des Europäischen Froschbisses zur Wasserpflanze des Jahres 2019 möchten wir auf die Gefährdung des Flachwasserbereiches aufmerksam machen, der ein ganz wichtiger Lebensraum für Wassertiere und Wasserpflanzen ist.


Der Europäische Froschbiss ist die Wasserpflanze des Jahres 2019 (Bild: Ralph Schill) Der Froschbiss bevorzugt langsam fließende und warme nährstoffreiche Gewässer.
Der Europäische Froschbiss ist die Wasserpflanze des Jahres 2019 Bild: Ralph Schill


Die herzförmigen Schwimmblätter des Europäischen Froschbisses ähneln kleinen Seerosenblättern. Die Blätter sind rundlich bis nierenförmig und an der Oberseite glänzend grün. Die Unterseite ist leicht rötlich. Die Blattnerven verlaufen beidseits des Stielansatzes mit 2 bogigen- unverzweigten Hauptnerven. Der Durchmesser der Schwimmblätter beträgt 1,5 - 5 cm. Am Anfang des Blattstieles sitzen auch zwei ca. 2 cm lange, schmale Nebenblätter. Die zahlreichen Wurzeln hängen frei im Wasser und nehmen dort die Nährstoffe auf. Nur an flachen Stellen haften sie im Sediment. Die Pflanze selbst bildet Rosetten, die durch die Erzeugung von Ausläufern von 5 - 20 cm Länge entstehen, an deren Enden sich neue Rosetten (Tochterpflanzen) bilden. Dadurch hängen die Pflanzen als dichte Verbände in Schwimmblatt-Teppichen zusammen.


Die herzförmigen Schwimmblätter des Europäischen Froschbisses ähneln Seerosenblättern und können rundlich bis nierenförmig aussehen. Wie ein grüner Teppich auf der Wasseroberfläche der Froschbiss (Bild: Ralph Schill)
Bild: Ralph Schill Schwimmblatt-Teppich aus Froschbiss


Die Art ist einhäusig, bildet aber weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze aus. Die weiblichen Blüten (1 - 2 cm) sind etwas kleiner und einzeln stehend. Die männlichen Blüten sind bis zu 3 cm groß und können einzeln oder bis zu dritt an 2 - 6 cm langen Stielen stehen. Die 3 weißen Kronenblätter haben einen gelben Grund.


Die weißen Kronenblätter haben einen gelben Grund (Bild: Ralph Schill) Die Pflanze bildet männlich und weibliche Blüten auf einer Pflanze aus.
Die weißen Kronenblätter haben einen gelben Grund Bild: Ralph Schill


In kälteren Gewässern wie z.B. in Finnland blüht der Froschbiss manchmal gar nicht. Für die Vermehrung der mehrjährigen Pflanze ist das auch nicht notwendig. Es bilden sich meist in der Wachstumszeit viele Ausläufer mit kleinen Grundrosetten, die sich dann von der Mutterpflanze lösen. Die schwimmenden Rosetten können sich so langsam ausbreiten. Im Herbst bilden sich dann Überwinterungsknospen. Wenn sich im Frühling und Frühsommer die Gewässer wieder erwärmen, steigen diese aus ihren frostsicheren Winterquartieren am Gewässergrund an die Oberfläche und können beispielsweise an Wasservögeln hängen bleiben. So findet eine Verbreitung auch über größere Strecken hinweg statt.


Der Uferbereich in dem der Europäische Froschbiss vorkommt, ist auch Lebensraum vieler Amphibien. In einigen Bundesländern ist der Froschbiss stark gefährdet (Bild: Ralph Schill)
Bild: Ralph Schill In einigen Bundesländern ist der Europäische Froschbiss stark gefährdet


Vorkommen und Verbreitung

Der Froschbiss bevorzugt langsam fließende und geschützt stehende, warme und nährstoffreiche Gewässer bis 1 Meter Wassertiefe. Er ist in ganz Europa verbreitet. In Deutschland ist er häufiger im norddeutschen Tiefland zu finden.

Gefährdung

In Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ist der Froschbiss gefährdet. In Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist er stark gefährdet und in Thüringen sogar vom Aussterben bedroht. Nur in Schleswig-Holstein gilt die Pflanze als nicht gefährdet.
In Österreich kommt der Froschbiss in allen Bundesländern, außer Tirol und Vorarlberg vor ist aber stark gefährdet. Nachdem er für Oberösterreich als verschollen geführt wurde, gab es 1998 einen Wiederfund bei Steyregg. Nur in Kärnten ist er ausgestorben bzw. verschollen. Da der Froschbiss aber gerne in Gartenteichen gehalten wird, können einzelne Funde auch auf eine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Verwilderung zurückzuführen sein.
In der Schweiz ist der Froschbiss im Kanton Thurgau und Waadt vollständig geschützt.

Als Teichpflanze ist der Froschbiss sehr beliebt (Bild: Ralph Schill) Der Froschbiss wird im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt.
Als Teichpflanze ist der Europäische Froschbiss sehr beliebt Bild: Ralph Schill


Interessantes

Der botanische Name Hydrocharis morsus-ranae wurd künstlich aus den griechischen Wörtern für "Wasser" sowie "Anmut und Schönheit" gebildet. Der Froschbiss wird zum ersten Mal bei den niederländischen Botanikern Lobelius und Dodonaeus in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts erwähnt. Der Name Froschbiss ist natürlich nicht darauf zurückzuführen, dass Frösche in die Blätter beißen. Er bezieht sich vielmehr auf den Lebensraum der Schwimmblattpflanze im Uferbereich, der ebenfalls gerne von Fröschen besiedelt wird. Der "-biss" erklärt sich mit den am Grund eingebuchteten Blätter, die wie "ausgebissen" erscheinen. Auch die niederländischen (kikkerbeet), englischen (frogbit) oder norwegischen (froskebitt) Namen bedeuten genau dasselbe wie Froschbiss im Deutschen.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Froschbisses reicht von Europa bis zum Kaukasus und umfasst auch Nordafrika.

In Deutschland tritt der Froschbiss mit Schwerpunkten in den Talauen der größeren Flüsse auf.
Der Begriff "-biss" erklärt sich aus den eingebuchteten Blättern (Bild: Ralph Schill)
Bild: Ralph Schill Der Begriff "-biss" erklärt sich aus den eingebuchteten Blättern


Der Froschbiss als Neobiot

Als Teichpflanze kam der Froschbiss 1938 erstmals in die Region von Ottawa in Kanada. Seither breitet sich der invasive Neophyt in verschiedene Regionen Kanadas aus. 1993 wurde er erstmals in dem US-Bundesstaat Vermont entdeckt. Weitere Vorkommen gibt es zur Zeit in Maine, Michigan, New York, Ohio, Pennsylvania und Washington.


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Vielen Dank an den Verband Deutscher Sporttaucher e.V., Frau Natascha Schwagerus, Verband Deutscher Sporttaucher e.V. für die zur Verfügung gestellte Pressemitteilung und Bilder von PD Dr. Ralph O. Schill.


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- letzte Aktualisierung: Dienstag, 26. März 2019 -
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