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Naturkundliche Wanderung rund um Aub!

Die Würzburg-Gerbrunner Fa. Wagner, Sicherheitstechnik unternahm am 17.05.14 mit ihrer Belegschaft eine Naturbegehung durch das Gollachtal mit dem mittelalterlichen Städtchen Aub als Ausgangspunkt. Rund 20 Naturinteressierte trafen sich am Auber Schloss, bei strahlendem Sonnenschein, um mit mir einen "Naturtag" zu begehen.

Naturkundliche Wanderungen sind auch immer Kulturwanderungen (Bild: Simon Wagner)

Zu den anmutigsten, geschichtlich bedeutsamsten Orten des südlichen Frankens, zählt unzweifelhaft im Tal der Gollach das mittelalterliche Städtchen Aub.

Kurz wurde die Geschichte Aub's umrissen

Bild: Simon Wagner

Bevor es mit der Wanderung los geht, wird zuerst kurz die Geschichte der Stadt Aub Revue passieren lassen, dessen beste Tage schon etwas zurückliegen. Schon im achten Jahrhundert gab es hier menschliche Ansiedlungen. Aber wer waren diese Menschen, die es damals in eine unwirtliche und für Menschen gefährliche Wildnis verschlug. Mögen die Beweggründe vielschichtig gewesen sein: Vertreibung, neue Herausforderung oder einfach ein neues Leben beginnen, letztendlich wird dies im Dunkeln der Geschichte bleiben. Was wir wissen ist, dass es vertriebene Kelten waren, teils auch Zuwanderer aus den östlichen Ländern, Siebenbürgen, Böhmen und Ungarn. Später gab es auch einen Zuzug aus Italien.

Im Hintergrund ist ein Ausschnitt des Auber Schlosses zu sehen: Bereits 1369 ist von einer Veste im Besitz des Geschlechts der von Hohenlohe die Rede. Der heute älteste erhaltene Teil des Schlosses besteht aus Resten der Burg mit Burghaus und Bergfried.
1602 fiel das Schloss an das Hochstift Würzburg. Bischof Julius Echter von Mespelbrunn baute es im Stil der Renaissance zum Sitz des Amtes Aub aus und machte es zu einem seiner Jagdschlösser.

Das Auber Schloss - bereits um 1369 ist von einer Veste die Rede (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Das Auber Schloss mit seiner alten Geschichte

Ich versprach den Naturinteressierten, sollte ich eine Vogelstimme erkennen, meinen geschichtlichen Vortrag zu unterbrechen. Als erstes nach den Meisen war der Zaunkönig zu hören. Dieser interessante kleine Vogel ist es wert, einmal auf ihn etwas näher einzugehen: dieser winzige gerade einmal 9,5 cm große Kerl, ist zwar einer unserer kleinsten, aber mit der lautesten Klappe.

Sein lauter und schmetternder Gesang ist nicht zu überhören (Bild: Olav Krüger)

Der Zaunkönig hat nur eine Größe von ca. 9,5 cm und eine Flügelspannweite von 13-17 cm; sein Gewicht beträgt ganze 7-12 g. Die Brutzeit beginnt Ende April mit zumeist 2 Jahresbruten. Die Gelege bestehen meistens aus 4-8 weißen Eiern. Die Brutdauer beträgt 13-15 Tage und die Nestlingszeit 15-19 Tage.

Der winzige, kecke Zaunkönig hat eine laute und durchdringende Stimme

Bild: Olav Krüger

 

Wissenswertes über den Zaunkönig:

Vielen ist der Zaunkönig zumindest dem Namen nach bekannt, da er in unseren Breiten in allen Landschaftsteilen flächendeckend vorkommt. Die letzten Bestandszählungen zeigen einen positiven Trend, doch können kalte und schneereiche Winter zu Bestandseinbrüchen führen. Momentan haben wir in Bayern einen Bestand von ca. 235.000 - 630.000 BP. Der große Unterschied ist eben den Wintermonaten geschuldet.
Die mitteleuropäischen Populationen sind Teilzieher und überwintern im Mittelmeergebiet. Kleine Vögel mit niedrigem Gewicht haben in strengen Wintern eine niedrigere Überlebenschance, als größere. Ich weiß von einem Nistkasten der im Winter von einem guten Dutzend Zaunkönigen bevölkert war um sich gegenseitig zu wärmen und über den Winter zu kommen. Die Fachliteratur bestätigt dies mit einer Sichtung von 60 Zaunkönigen in einem einzigen Nistkasten.
Der Zaunkönig huscht am Boden wie eine Maus herum, aber oft kann man seinen Standort durch seinen Gesang, das ist ein lautes melodisches Trillern und ein schimpfendes "tscherr" ausmachen. Der Zaunkönig ist dabei meist nahe dem Erdboden in Sträuchern, Bäumen oder im Unterholz anzutreffen. Am ehesten kann man ihn in Mischwäldern, Parks und nicht so aufgeräumten Naturgärten beobachten.
Sie können dem Zaunkönig auch über den Winter helfen, wenn Sie im Herbst in Ihrem Garten das Laub ein wenig aufhäufen und nach Frostnächten umkehren, im unteren Bereich des Laubhaufens sammeln sich Regenwürmer und Insekten, die dann der Zaunkönig dankend aufnimmt.


Zurück zum Geschichtlichen:
Schon seit 803 bestand eine Siedlung namens Lemmerheim, (die Endung -heim führt auf die fränkische Landnahme vom 5. bis in das 8. Jahrhundert zurück) die mit dem kleinen Ort Awe zusammenwuchs. Keimzelle für die Entwicklung Aubs war eine zur Abtei St. Burkard in Würzburg gehörige Benediktinerprobstei, über deren Gründungszeit jedoch nichts bekannt ist. Die älteste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1275. Aus dem Namen der zur Probstei gehörenden Kirche "Unser Lieben Frauen Münster und Kloster in der Au" entwickelte sich später der gemeinsame Name dieser beiden frühen Ansiedlungen. Die Insassen des Klosters kamen z.T. auch aus Italien und brachten verbesserte Kenntnisse von Ackerbau mit. Sie pflanzten Obstbäume, legten Weinberge an. Die Überreste sind noch heute entlang der Gollach sichtbar. Auch im Handwerk hatten sie großen Einfluss, mit Erneuerungen.

Ganz in der Nähe ist der schöne Ruf der Mönchsgrasmücke zu hören: Die Mönchsgrasmücke sieht man meistens eher zufällig, wenn sie vorübergehend eine Singwarte wählt, die nicht durch Zweige oder Blattwerk verborgen ist. Der wohlklingende Gesang ist ab April eine charakteristische Lautäußerung in allen Laubwäldern und dichtbewachsenen Gärten. Ab Juni werden diese Vögel leiser, die Reviere sind abgesteckt und die Männchen helfen beim Füttern der Nimmersatten jungen Vögel.
Interessant ist, dass ein Teil der Brutvögel die Zugrichtung geändert und im Herbst nicht mehr in Südwestrichtung aufbricht, sondern nach Nordwesten auf die Britischen Inseln. Insgesamt erstrecken sich die Überwinterungsgebiete von England und Irland über Westfrankreich und den Mittelmeerraum sowie südlich der Sahara. Einige der Vögel bleiben sogar im Brutgebiet. So überwinterte eine weibliche Mönchsgrasmücke vor zwei Jahren bei mir im Garten, da ich den Winter über auch für die Bodenfresser Futter rausstelle und ich sie täglich am Futterteller beobachten konnte.

Der Gesang der Mönchsgrasmücke gehört zu den schönsten heimischen Vogelstimmen, da wundert es einen nicht, dass diese Art früher ein beliebter Käfigvogel war. Diese Zeiten sind aber glücklicherweise vorbei.

Ihr wohlklingender Gesang ist ab April auch in Gärten zu hören (Bild: Gunther Zieger)

Bild: Gunther Zieger

Die Mönchsgrasmücke gehört zu den Insektenfressern, die aber auch Früchte nicht verschmäht

 

Wissenswertes über die Mönchsgrasmücke:

Die Mönchsgrasmücke hat ungefähr die Größe eines Sperlings, ca. 13 cm, mit einer Flügelspannweite von ca. 20-23 cm, und ist sage und schreibe 15 - 25 g schwer. Die Brutzeit beginnt Ende Mai, selten früher, in manchen Gebieten kommt es zu zwei Jahresbruten. Das Gelege besteht zumeist aus 4 -5 (3-6), weißen oder rostbräunlichen Eiern. Die Brutdauer beträgt bei diesen Singvögeln zumeist zwischen 10 - 16 Tage, wobei beide brüten und auch hudern. Die Nestlingszeit beträgt 10 -15 Tage, werden danach aber noch mindestens 2 Wochen von den Eltern betreut.

Die Männchen der Mönchsgrasmücke imitieren bisweilen auch fremde Stimmen, z.B. die Nachtigall, Amsel, Singdrossel, Gartengrasmücke und Rotkehlchen.
Der Name der Mönchsgrasmücke ist eine Verballhornung eines mittelhochdeutschen Wortes, das eigentlich "graue Schmiegerin" bedeutet und sich auf das Verhalten im Zweigwerk bezieht.
Früher wurden sie als Stubenvögel gehalten. Man nannte sie liebevoll Schwarzplättchen. Die Nerven der Vogelhalter wurden jedoch durch den lauten Gesang des Zimmergenossen arg strapaziert.
Mönchsgrasmücken ziehen meistens nachts. Da ihnen dann keine Leitlinien helfen, denen sie folgen können, dient der Polarstern als Orientierungspunkt. Beim Südwärtsfliegen lassen sie ihn hinter sich.
Mönchsgrasmücken sind berühmt für ihren laut jubilierenden Überschlag, eine Art Solo nach dem schwätzenden Vorgesang. In manchen Regionen ersetzen sie diese klangvollen Liedteil durch leiernde Lautfolgen.

Bei keiner anderen Grasmückenart ist der Anteil an Beerennahrung so groß wie bei der Mönchsgrasmücke. Allein in Mitteleuropa weisen die Nahrungslisten Früchte von über 60 verschiedenen Pflanzenarten aus.
In Bayern ist die Mönchsgrasmücke ein häufiger Brutvogel. Unter den häufigsten 20 Arten nimmt sie Platz 6 ein. Ihre Bestandsschätzung wird mit 350.000 - 910.000 BP angegeben.

Hier können Sie die Stimme der Mönchsgrasmücke hören


Nachdem ich einige Verhaltensweisen über die Mönchsgrasmücke zum Besten gab, begannen wir mit unserem Naturgang. Unser Weg führte uns stadtabwärts. Alsbald bogen wir ab in eine der alten Seitengassen des ehemaligen jüdischen Viertels. Die Gärten der Häuser liegen hinter der meterdicken jahrhunderte alten Stadtmauer. Auch in Aub sind die "Stolpersteine" zu sehen, die an die grauenhaften Jahre des unmenschlichen NS-Regimes erinnern. Im gesamten Stadtgebiet wurden im Januar 2010, 20 Stolpersteine verlegt.

Teile der alten Auber Stadtmauer sind noch recht gut erhalten (Bild: Simon Wagner)

Platz gab es wenig im alten jüdischen Viertel zu Aub. So wurden die Gärten außerhalb der Stadtmauer angelegt.

Die Gärten wurden außerhalb der Stadtmauer angelegt

Bild: Simon Wagner

Wir haben den westlichen Teil der Stadtmauer erreicht und können erahnen wie eng es im ehemaligen jüdischen Viertel zuging. Jahrhundertelang durften die jüdischen Mitbürger baulich ihr Viertel nicht verlassen. Später wurden Gärten außerhalb der Stadtmauer angelegt. Dieses imposante Bauwerk ist noch in großen Teilen erhalten. Die Stadtmauer wurde in der Zeit von 1404 bis 1436 errichtet. Sie ist 1.200 Meter lang und hatte eine durchschnittliche Höhe von 11 Metern und eine Stärke von bis zu 1,5 Meter.

Am Dreikönigstag 1404 verlieh König Rupprecht von der Pfalz den "Herren von Aub" Konrad von Weinsberg und Hans Truchseß von Baldersheim, das Recht, dass sie ihren Markt "mit murren undt Graben zu umbführen mögen und eine Stadt machen". Über dreißig Jahre wurde an diesem Bauwerk gearbeitet.

Über 30 Jahre wurde an ihr gebaut und hatte eine durchschnittliche Höhe von 11 Metern (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Am westlichen Ausgang verlassen wir das jüdische Viertel zu Aub

Nachdem wir den von der alten Stadtmauer geschützten Stadtkern von Aub verlassen gehen wir in westlicher Richtung auf den Wald zu. Begleitet werden wir bis zu den letzten Häusern Aub's von vielen Mehl- und Rauchschwalben, sowie von Mauerseglern die in der Luft nach Insekten jagen.
Am Wiesengrund entlang gelangen wir nun zur Gollach und an den Waldrand. Dort unmittelbar hinter den letzten Häusern wollen wir nach Spuren eines Tieren suchen, das sich hier erst in den letzten Jahren angesiedelt hat: den Biber.

Einfach einmal mit offenen Augen die Natur erleben - ist das verloren gegangen? (Bild: Simon Wagner)

Die Häuser der Stadt Aub liegen hinter uns. Am Übergang von Wiesengrund und Wald liefern sich Grasmücken und Drosseln einen Sängerwettstreit. Wir halten kurz inne um ein wenig zuzuhören.

Reges Leben in und über der Wiese und am Fluss

Bild: Simon Wagner

Bevor wir am Bach nach Biberspuren Ausschau halten, erreichen wir den Waldrand und ich erzähle den Naturfreunden, dass sich gerade hier zwei unserer besten Sänger einmal einen Wettstreit lieferten, der mich gefangen nahm und mich die Zeit vergessen ließ. Auf der einen Seite die Singdrossel und gegenüber am Bachrand die Nachtigall. Ein einmaliges Konzert, kostenlos. Vielen ist nicht bekannt, dass eines der Hauptvorkommen der Nachtigall am Main und seinen Nebenflüssen liegt.
Der Hauptverbreitungsschwerpunkt der Nachtigall für Bayern ist Mainfranken. Ich erzähle, dass ich schon des Öfteren aus Oberbayern angerufen wurde, mit der Bitte: "Informieren Sie uns, wann die Nachtigall bei Ihnen eintrifft, wir würden dann nach Ochsenfurt kommen". Südlich der Donau gibt es nur noch einige lokale, isolierte Vorkommen.

Der wunderschöne Gesang der Nachtigall ist nur von April bis Juni zu hören. Tagsüber singt das Männchen zur Verteidigung seines Reviers gegen männliche Rivalen, doch sein Lied fällt erst recht an warmen Sommerabenden auf, wenn es ohne die Begleitung anderer Vogelstimmen erklingt.

Aus München reisen Naturinteressierte an um die Nachtigall zu hören (Bild: Fotonatur.de/W.Groemping)

Bild: Fotonatur.de / W. Groemping

Die Nachtigall ist berühmt für ihren wohlklingenden Gesang

Während die Nachtigall in der Norddeutschen Tiefebene westlich der Elbe weit verbreitet ist, brütet sie in Süddeutschland fast ausschließlich in den Senken von Rhein, Main und Neckar. Der Vogel ist etwas größer und schlanker als ein Rotkehlchen, bewegt sich sehr elegant und stelzt häufig den Schwanz.
Berühmt ist der Gesang der Nachtigall. Ihr Lied erklingt von der Mitte bis zum Ende des Frühlings. Zur Verteidigung seines Reviers und zum Anlocken eines Weibchens singt das Männchen an warmen Abenden, manchmal auch tagsüber. Das Territorium wird meistens in dichtem Unterholz etabliert, oft in der Nähe eines Gewässers. Wissenschaftler haben über 200 verschiedene Strophen im Nachtigallengesang gefunden.

An einem Frühlingsmorgen dem Vogelkonzert zu lauschen - es gibt nichts Schöneres (Bild: Simon Wagner)

Einfach einmal stehen bleiben und zuhören. Wir müssen das wieder lernen. Die vielstimmige Waldgesellschaft lädt ein zum kostenlosen Konzert.

Einmal innehalten und zuhören, das haben wir verlernt

Bild: Simon Wagner

 

Wissenswertes über die Nachtigall:

Länge: ca.16,5 cm;
Flügelspannweite: ca. 23 - 26 cm;
Gewicht: 17 - 24 g;
Brutzeit: Anfang bis Mitte Mai; 1 Jahresbrut;
Sofort nach der Ankunft im Brutgebiet beginnen ältere Männchen durch anhaltenden Gesang ihre Brutreviere zu etablieren. Wegen der Überzahl der Männchen bleibt ein Teil davon stets unverpaart. Andererseits verpaart sich ein Männchen manchmal mit zwei Weibchen.
Gelegegröße: 4 - 6 Eier;
Das Weibchen bebrütet die gut getarnten Eier allein. Das Männchen bleibt allerdings in der Nähe und ruft es, um mit ihm zusammen auf Nahrungssuche zu gehen.
Brutdauer: 13 - 14 Tage;
Wenn die Jungvögel nach 13 bis 14 Tagen schlüpfen, schafft zunächst das Männchen den Hauptteil der Nahrung heran. Es bringt dem Weibchen Spinnen, Ameisen und andere Insekten, mit denen es dann die Jungen füttert.
Nestlingszeit: 10 - 11 Tage;
Die Jungen verlassen das Nest,  - das vom Weibchen aus altem Laub gebaut und mit Gras und Haaren ausgepolstert wird. Das Nest liegt gut versteckt in dichtem Gebüsch oder Gras - wenn sie noch nicht fliegen können, und verstecken sich in der Nestumgebung. Erst nach vier Tagen folgen sie den Altvögeln, die sie allmählich vom Brutplatz wegführen.
Verhalten: Nahrungssuche am Boden;
Nahrung: Würmer, Insekten, Larven, Früchte und Beeren;
Lebenserwartung: der älteste bekannte Vogel wurde acht Jahre alt.
Der nah verwandte Sprosser, sieht der Nachtigall sehr ähnlich, ist aber im Gesamterscheinungsbild etwas dunkler.
Die Überwinterungsgebiete der Nachtigall liegen in Afrika südlich der Trockensavannen bis an den Rand der tropischen Regenwälder. Senegal und Guinea, Somalia, Kenia und Tansania.
Im Gegensatz zu den wohltönenden Gesangsstrophen ist der Warnruf hart und knarrend.
Männchen und Weibchen halten wie viele Singvögel das Nest gemeinsam sauber. Sie säubern das Nest von Kot, indem sie diesen schlucken oder vom Nest wegtransportieren.
Wenn die Nestlinge das Nest verlassen, kümmert sich jeder Altvogel vorübergehend um einen Teil der Brut, wenn sich die Familie später auch umgruppiert.
Die Bestandsschätzung wird für Bayern mit 3.400 - 5.500 BP angenommen.

 

Die Nachtigall ist berühmt für ihren wohlklingenden Gesang. Will man diesen Sänger jedoch auch einmal sehen, muss man mit sehr viel Geduld vorgehen und sich ruhig verhalten. Sie versteckt sich in der Regel in dichtem Gebüsch und ist kaum auszumachen.

Um diesen scheuen Vogel zu Gesicht zu bekommen benötigt es viel Geduld (Bild: Fotonatur.de / H.Duty)

Bild: Fotonatur.de / H.Duty

Die Nahrung wird in der Laubschicht oder am blanken Boden gesucht

Die Singdrossel ist in vielen Teilen Mittel-, Nord- und Westeuropas ein vertrauter Anblick. Ich mag ihren melodischen und runden Gesang sehr. Er wird meist von einer Baumspitze vorgetragen und besteht aus verschiedenen Motiven, die jeweils zwei bis dreimal wiederholt werden. Die Singdrossel ist drauf und dran auch bei uns ein Standvogel zu werden und siedelt sich immer häufiger in Parks und auch in großen Gärten an.

Es würde mir etwas fehlen sollte ich ihren flötenden Gesang nicht mehr hören können (Bild: Fotonatur.de / S.Morsch)

Die Singdrossel ist einer unserer beliebtesten Gartenvögel, mit ihrem flötenden Gesang. Ihre Spuren sind leicht zu verfolgen, denn ihre Wege säumen verstreute leere Schneckenhäuser.

In vielen Teilen Mitteleuropas ist sie ein vertrauter Anblick und ein großer Sänger

Bild: Fotonatur.de / S. Morsch

Die wenig gesellige Singdrossel ist oberseits braun, unterseits rahmfarben und bis zu den Flanken dicht schwärzlich gefleckt. Ihr Gesang ist laut, und sehr abwechslungsreich, jede der flötenden und zwitschernden Strophen wird typischerweise 3- bis 4-mal wiederholt. Dabei imitiert sie andere Vogelstimmen. Ihre Nahrung sucht die Singdrossel auf Wiesen, oft in der Nähe von Büschen, in die sie bei Gefahr schnell flüchtet. Je nach Jahreszeit variiert die Nahrung, sind es im Frühjahr vor allem Regenwürmer, erbeutet sie im Sommer vor allem Käferlarven, Raupen sowie einen relativ hohen Anteil an Schnecken. Typisch ist das Aufschlagen von Gehäuseschnecken auf harten Unterlagen, wie Steinen, den "Drosselschmieden". Im Herbst verzehrt sie gerne Beeren, am liebsten Heidelbeeren.
Die mitteleuropäischen Brutvögel ziehen von Mitte September bis Oktober in Südwestrichtung nach Frankreich, auf die Iberische Halbinsel bis nach Nordafrika. Zurück in die angestammten Brutgebiete kehren sie oft schon Ende Februar.
 

Wissenswertes über die Singdrossel:

1863 wurde die Singdrossel in Australien eingeführt und hat einen sicheren Bestand entwickelt. Zwei Jahre später brachte man sie auch nach Neuseeland.
Einige Vögel besitzen ein so umfangreiches Repertoire, dass dasselbe Liedmotiv erst nach 85 Strophen wiederholt wird.
Im kraftvollen Geradeausflug kann die Singdrossel bis zu 48 Stundenkilometer erreichen.
Wenn sich auf kurzrasigen Wiesen gemischte Drosseltrupps einfinden, zieht die relativ friedfertige Singdrossel Nahrungskonkurrenten gegenüber oft den kürzeren.
In Bayern ist die Singdrossel ein häufiger Brutvogel mit geschätzten 110.000 - 310.000 BP.

Unser Weg führt uns nun weiter an der Gollach entlang, wir laufen nicht in Richtung Wald sondern halten rechts dem Wiesengelände zu. Hier sind nun auch die ersten Biberspuren zu entdecken. Wasserrutschen sind zu sehen auch deuten Spuren in der Wiese daraufhin, dass der Biber sich hier aufhält.

Der Biber ist an die Gollach zurückgekehrt. Die Natur profitiert vom Biber, denn die abgenagten Äste bieten der Fischbrut gute Versteckmöglichkeiten. Hier hat auch der Kormoran schlechte Karten auf Beute. Während sich die kleinen Fische wie auch die Kaulquappen der Frösche, Kröten und Molche in den flachen Gewässerabschnitten tummeln, stehen in den tieferen Stellen die größeren Fische und warten auf Nahrung.

 

Kein Baum ist ihm zu dick um an die Nahrung zu kommen (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Biberspuren - die hellen Stellen verraten den aktiven Biber

 

Wissenswertes und Interessantes über den Biber:

Seit 15 Millionen Jahren nagen Biber in Bayern. Über 350 Orts-, Flur- und Gewässernamen belegen seine einstmals weite Verbreitung. Wahrscheinlich lebten früher über 100.000 Biber in Bayern.
Seit 1867 waren die größten Nager, zweitgrößte der Welt nach dem südamerikanischen Wasserschwein, in Bayern ausgerottet.
In Franken soll der letzte Biber bereits 1838 gelebt haben.
Seit 1966 ist der Nager wieder dabei, sein angestammtes Terrain zurückzuerobern. Mit menschlicher Hilfe, denn der Bund Naturschutz, unter seinem damaligen Vorsitzenden Hubert Weinzierl wurden die ersten Biber im Gebiet der Donau wieder eingebürgert. Bis 1980 waren es etwa 120 Biber. Von dort eroberten die Tiere, Nachkommen von wenigen überlebenden Exemplaren aus dem Elberaum, fast ganz Bayern. Später wurden auch Tiere aus Finnland und Russland ausgesetzt.
Heute beträgt der Biberstand schätzungsweise 12.000 Tiere in etwa 3.000 Biberrevieren.
Neben dem dichten braunen Fell mit ca. 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter (zum Vergleich unsere Kopfhaut bringt es auf 300 Haare pro Quadratzentimeter.

Kopf-Rumpf-Länge: 83 - 110 cm; Schwanz: 31 - 34 cm;
Gewicht: 17 -30 kg;
Geschlechtsreife: mit 2 Jahren;
Paarungszeit: Februar;
Trächtigkeitsdauer: etwa 105 Tage;
Anzahl der Jungen: 1 - 5, meist 3.
Verhalten: In Familiengruppen, besteht aus dem Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren, an waldgesäumten Flüssen oder Seen.
Nahrung: Baumrinde, Wurzeln, Zweige, Blätter, Wasserpflanzen.
Lebenserwartung: 10 - 15 Jahre.

Die römisch-katholische Kirche ordnete den Biber in früheren Zeiten aufgrund seiner Schwimmkünste und seines geschuppten Schwanzes als Fisch ein. Auf diese Weise konnte der Verzehr seines Fleisches während der Fastenzeit gestattet werden.
Biber schlagen zur Warnung anderer bei Gefahr laut mit dem Schwanz auf das Wasser.
Der größte Biberdamm wurde mit 120 Metern Länge, einem Meter Höhe und bis zu einem Meter Breite in Russland gemessen. In Nordamerika hat es schon Dämme von bis zu 500 Metern Länge gegeben.

 

Der Biber der größte Nager Europas und ein fleißiger Baumeister (Bild: Markus Gläßel)

Der Biber (Castor fiber) ist das größte europäische Nagetier und der fleißigste Baumeister der Welt. Er errichtet mächtige Dämme, kümmert sich fürsorglich um seine Familie und baut ihr ein sicheres Heim.

Die Jagd auf diesen vielseitigen Nager brachte ihn an den Rand der Ausrottung.

Bild: Markus Gläßel

Nachdem über das Für und Wider des Bibers diskutiert wurde, setzen wir unseren Weg fort indem wir auf den Wiesenweg zurückkehren am Fischgewässer unterhalb der Reichelsburg auf den Hauptweg stoßen. Wir biegen links ab, gegenüber die alte Mühle, und steuern wieder auf den Wald zu. Wir nehmen von den beiden Pfaden den rechten und gelangen so in herrlichen Eichen- Buchen-Mischwald mit altem Baumbestand. Vorbei an Baum-Veteranen, Höhlenbäumen gespickt mit Spechthieben und Bäumen die liegen bleiben dürfen, gut für unsere Großkäferlarven nehmen wir nach dem Verlassen des Waldstückes den Weg rechts abwärts. Wir biegen gleich wieder links ab und laufen diesen Weg ein Stück wieder der Gollach zu. Nach ca. 100 Metern gehen wir die steile Böschung abwärts zu einer Brücke.

Nach dem wir die Ruine Reigirberc, dessen früheste Erwähnung aus dem Jahr 1230 basiert, linker Hand liegen gelassen haben, tauchen wir in den alten Eichen-Buchen-Mischwald ein.
An diesem sonnigen Tag wurden wir von einer Fülle von Stimmen im Wald begrüßt.

Wir tauchen ein in einen alten Buchen-Eichenwald (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Goldhähnchen, Kleiber und Specht begrüßen uns

Wir queren die Brücke und befinden uns im Reich von Eisvogel und Wasseramsel. Immer wieder wird die sonst ruhige Gollach von kleinen Abstürzen oder großen Felsblöcken verengt und so bilden sich kleine Wasserstrudel deren Untergrund sehr sauerstoffreich ist und Lebensraum von Köcherfliegenlarven, Wasserschnecken und anderer Wassertiere ist. Hier hält sich die Wasseramsel, die kaum einmal freies Wiesengelände überfliegt, am liebsten auf.

Hier im Reich von Eisvogel und Wasseramsel gibt es auch wieder 21 Fischarten (Bild:Simon Wagner)

Eine steile Böschung führt uns hinunter zur Gollach, die "natürlich" fließen darf. Hier lebt auch Wasseramsel und Eisvogel.

Hier darf ein Bach noch Bach sein - unsere Gollach

Bild: Simon Wagner

Nach der Brücke setzen wir unseren Weg links fort und treffen so, links haltend, auf einen schönen Waldweg, der uns zu den Gollachwiesen führt. Hoch über uns zieht der Bussard seine Bahn und lässt uns nicht aus dem Blick. Wir gehen den Wiesenpfad entlang und gelangen so zu einem Zeugnis längst vergangener Zeit, einem Hünengrab. Dem Weg folgend laufen wir nun wieder dem Waldrand zu, bis wir wieder zu einer Brücke gelangen, die wir aber nicht queren, sondern wir gehen dem Weg aufwärts folgend in den Wald. Rechter Hand sind noch die alten Überreste von Weinbergsanlagen zu sehen, einer längst vergangenen Epoche, die nun von dichtem Wald bewachsen sind. Wir folgen dem Weg immer die Gollach links im Blick, bis wir aus dem Wald heraustreten und die Gollachfurt sehen. Hier befinden wir uns eng an der bayerisch - württembergischen Grenze.

Hier kann man noch die Seele baumeln lassen, nur das Rauschen des Baches ist zu hören und die Stimmen der Waldgemeinschaft.

Die Gollachfurt ein seichter Übergang zu den Wiesen unterhalb der Kunigundenkapelle (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Die Gollachfurt - Übergang zu den Wiesen auf der anderen Bachseite

Wir gehen rechter Hand, den "Alten Berg" hoch, wo noch vor ein paar Jahren alte Buschreihen entlang des Weges wuchsen und einer Unzahl von Lebewesen Unterschlupf, Nahrung und Brutplatz dienten. Hier war Anfang der 1970er Jahre wohl einer der letzten Vorkommen des Rotkopfwürgers (Lanius senator) auch war hier die Dorngrasmücke zu sehen. Man will hier wieder die sonnenbeschienenen Trockenhänge und Trockenrasen entstehen lassen, meiner Ansicht wurde hier zu viel des Guten getan, auf Kosten anderer Lebensräume.

Einst gab es hier eine alte schattenspendende Heckenlandschaft (Bild: Simon Wagner)

Wo früher sich Heckengemeinschaften den "Alten Berg" hinaufzogen, ist hier eine Verwandlung eines Lebensraumes vollzogen worden - zum Guten?

Es ist doch so viel schöner als früher, sagte ein Mandatsträger - es spricht für sich

Bild: Simon Wagner

Unser Weg führt uns hinauf, zur Kunigundenkapelle. Von oben haben wir einen einmaligen Blick über das Gollachtal, das uns nun zu Füßen liegt. Alsbald erreichen wir einen Ort, der wohl einzig in seiner Art ist. Man findet hier eine christliche Kapelle auf einer uralten heidnischen Kultstätte.

Vor uns liegt wie eine "Trutzburg" die Kunigundenkapelle umzogen von einer Mauer und im westlichen Teil trotzt die "1000-jährige" Kunigundenlinde

Hoch über der Gollach thront die Kunigundenkapelle (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Wir haben den "Alten Berg" erklommen - vor uns die Kunigundenkapelle

Die Kunigundenkapelle ist eine der ältesten Sakralbauten Frankens. Sie ist ein bedeutsames spätromanisches Bauwerk. Die Erbauung fällt in die Blütezeit der Hohenstaufer und dürfte wohl in der Zeit um 1230 erbaut worden sein. Erbauer der Kirche waren wohl die Braunecker.

Durch die alte Pforte gelangen wir auf das Areal dieser geschichlich bedeutsamen Stätte (Bild: Simon Wagner)

Durch die alte Pforte gelangen wir zum Friedhof, der Begräbnisstätte für die umliegenden Dörfer war. Hier findet auch alle Jahr am Pfingstmontag das Kunigundenfest statt. Da die kleine Kapelle die Menschenmassen nicht aufnehmen kann, wird der Gottesdienst auf dem Friedhof abgehalten, dabei zelebriert der geistliche den Gottesdienst unter dem Eingangsportal der Kapelle.

Zeugin einer längst untergegangen Zeit - die Kunigundenkapelle

Bild: Simon Wagner

Am Eingang begrüßt uns ein alter Freund von mir, der Kirchenpfleger der Kunigundenkapelle, Manfred Deppisch, der uns die Geschichte der Kunigundenkapelle, auch die der jüngeren Zeit, anschaulich und interessant vermittelt.

Was würde wohl aus so manchem Kulturgut werden, wenn es nicht solche Leute wie Manfred Deppisch gäbe, der den Großteil seiner Freizeit für den Erhalt der Kunigundenkapelle opfert.

Es sind Menschen wie Manfred Deppisch, die Geschichte lebendig werden lassen (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Manfred, gibt auch so einige Anekdoten zum Besten - im Hintergrund die Kunigundenlinde

Im westlichen Teil der Anlage Kunigundenkapelle steht die uralte große Kunigundenlinde die auf eine altgermanische Versammlungsstätte hinweist. Sie gehört zu den zehn ältesten Bäumen Deutschlands.

Die Kunigundenlinde - was könnte dieser Baum uns alles erzählen (Bild: Simon Wagner)

Wenn sie reden könnte, was hätte sie nicht alles zu erzählen

Die "Tausendjährige Kunigundenlinde" - sie lässt sich nicht unterkriegen, das ist gut so

Bild: Simon Wagner

Eine weitere kleine Überraschung wartet bereits auf uns. Ein "Guter Geist" hat dafür gesorgt, dass die durstigen und hungrigen Wanderer sich stärken können.

Auf dem ehemaligen Friedhof wird alljährlich zu Pfingstmontag das Kunigundenfest gefeiert.

Ist dies nicht eine alte Tradition (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Für das leibliche Wohl ist gesorgt

Nachdem man sich gestärkt hat, können wir auch den Innenraum der Kunigundenkapelle besichtigen. Die Kapelle wurde 1614 unter Fürstbischof Julius Echter restauriert und teilweise umgestaltet. Die 1960 freigelegten Wandbilder weisen auf eine kräftige und formenreiche Farbigkeit hin, wie sie um 1220 ihren Höhepunkt erreichte. Das Reiterbild an der Nordwand der Kapelle lässt bereits die sich ankündigende Gotik erkennen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Darstellung des Heiligen Georg.

Man rätselt heute noch, wen es darstellen soll (Bild: Simon Wagner)

Das freigelegte Reiterbild an der Nordwand lässt auch die Experten rätseln, wen es darstellt. Es soll sich um den Hl. Georg handeln.

Die Kapelle hält wahrscheinlich noch so manche Überraschung fest

Bild: Simon Wagner

1961 bis 1962 wurden Grabungen in der Kapelle durchgeführt und bei der folgenden gründlichen Instandsetzung der heutige Zustand hergestellt.

Dieser Platz dürfte einzig in seiner Art sein. Man findet hier eine christliche Kapelle auf einer uralten heidnischen Kultstätte.

Am Pfingstmontag pilgern viele Gläubige aus den umliegenden Gemeinden zur Kunigundenkapelle (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Die Erbauung der Kunigundenkapelle dürfte um 1230 erfolgt sein

Nachdem uns Manfred Deppisch Geschichte und Ereignisse rund um die Kunigundenkapelle erzählt hat machen wir uns auf den Rückweg und laufen den "Alten Berg" abwärts zur Gollach, auf halbem Weg befindet sich der Kunigundenstein. Der Legende nach soll die Heilige Kunigunde hier gebetet haben und im Stein ihre Hand-, Knie- und Fußabdrücke hinterlassen haben.

Ein letzter Blick auf die Kunigundenkapelle danach treten wir den Rückweg an (Bild: Simon Wagner)

Die Kunigundenkapelle ist ein bedeutsames, spätromanisches Bauwerk. Die Erbauung fällt in die Blütezeit der Hohenstaufer (1138 - 1250). Sie war Wallfahrtskirche und Gotteshaus für die umliegenden Dörfer.

Ein letzter Blick auf die Kunigundenkapelle und die alte Linde dann geht es zurück

Bild: Simon Wagner

Unser Weg führt uns abwärts der Gollach zu, wir biegen links in den Wald ab und folgen diesem Weg bis zur Brücke, die wir überschreiten und halten uns links den Wiesengrund überschreitend. Ein kleiner Pfad führt uns wieder in den Wald, der hier einen Auwaldcharakter hat.

In ca. 150 Meter, südöstlich von der Kunigundenkapelle (Hinweisschild am Berghang) befindet sich der Kunigundenstein. Der Legende nach soll die Heilige Kunigunde hier gebetet haben und im Stein ihre Hand-, Knie- und Fußabdrücke hinterlassen haben.

Auf dem Rückweg kommen wir am Kunigundenstein vorbei (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Der Kunigundenstein nahe der Kunigundenkapelle

Wir tauchen ein in den Auwald gehen dem Pfad folgend einen Hang aufwärts, wo wir die ersten Exemplare der "Kugeligen Teufelskralle" sehen können, die zu den Glockenblumengewächsen gehört. Etwas weiter finden wir auch Exemplare des "Gefleckten Aronstabes". Das Aronstabgewächs wächst oft in Laubmischwäldern. Im April und Mai lockt die Kesselfallenblume durch ihren abendlichen Aasgeruch Mücken und andere Insekten an, die an der glatten Innenseite des Hochblattes in den kolbigen Blütenstand gleiten und dort die weiblichen Blüten mit mitgebrachten Pollen bestäuben.

Im April und Mai lockt die Kesselfallenblume durch ihren abendlichen Aasgeruch Insekten an (Bild: Thomas Langhirt)

Wissenswertes und Interessantes  über den Aronstab:

Arum maculatum ist in krautreichen Laubwäldern gut vertreten.
Ein braun-violetter Kolben ragt aus dem Kessel hervor, der von einem tütenförmigen hellgrünen Hochblatt gebildet wird und in dem der Blütenstand aus stark reduzierten männlichen und weiblichen Blüten verborgen ist.

Der deutsche Name beruht auf einer Fehldeutung des griech. aron, eines alten Pflanzennamens, der angesichts des merkwürdigen Kolbens später mit dem ergrünenden Stab des biblischen Hohepriesters Aaron in Verbindung gebracht wurde.

Der Gefleckte Aronstab - Vorsicht die Beeren sind giftig!

Bild: Thomas Langhirt

Danach öffnen sich die Staubbeutel der männlichen Blüten und die Insekten werden pollenbestäubt freigelassen, zum Besuch des nächsten Aronstabs. Am Hauptweg angekommen, halten wir uns links, wo noch vor ein paar Jahren dichter Hangwald wuchs, wurde hier stark ausgelichtet und unter dem Begriff "Waldumbau" sollen hier bestimmte Baumarten wachsen können.

Wird hier zu viel Waldumbau betrieben? (Bild: Simon Wagner)

Vor ein paar Jahren wuchs hier noch ein dichter Hangwald. Nun soll ein Waldumbau erfolgen. Für und Wider einer zu starken Auslichtung muss aber diskutiert werden.

Für und Wider einer zu starken Auslichtung auch große und alte Bäume wurden eingeschlagen

Bild: Simon Wagner

Durch Bärlauch bewachsenen Waldboden setzen wir unseren Weg fort, Die großen Bestände in diesem Bereich des Auwaldes fußen auf den sickerfeuchten und nährstoffreichen Boden. Schon von weitem ist der intensive Lauchgeruch wahrnehmbar. Fast meint man über eine Schneewiese zu laufen. Der Volksmund spricht, vor allem im Hinblick auf die Zwiebelchen des Bärlauchs, vom "wilden Knoblauch".
Die Gollach rückt nun wieder näher, wir können bereits das Rauschen des kleinen Flusses hören, da verzweigt sich nun unser Weg, wir wählen den linken Pfad leicht abwärts hin zur Gollach und sehen linker Hand ein Gebilde fast wie eine Mauer, aus der Bäume wachsen. Wir haben einen sagenumwobenes Gebiet erreicht, das Gebiet der "Teufelsschmiede".

Hier war wohl eine alte Hammerschmiede, die von einem großen Wasserrad getrieben wurde. Der letzte Hammerschmied, ein wilder, herkulisch-gebauter Mann soll sich nach der Sage dem Teufel verschreiben haben.

 

Hier stand wohl eine alte Hammerschmiede - viele Sagen ranken sich um diesen geheimnisvollen Ort (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Viele Sagen ranken sich um diese Stelle, die Teufelsschmiede

Wahrscheinlicher ist, dass der letzte Schmied mit den aufständischen Bauern im Bauernkrieg zusammenarbeitete, und die Schmiede als Waffenlager diente. Nach Berichten war der Schmied bei der Erstürmung der Reichelsburg dabei.  Bei Giebelstadt verliert sich seine Spur. Nach der Niederschlagung wurde auch die Mühle zerstört und wurde nicht wieder aufgebaut. Während die Bauern, sich zum Häuserbau Steine von der Reichelsburg nahmen, wurde hier kein Stein abgetragen.

Von weitem ist der Ruf des Grünspechts zu hören, ebenso die Waldamsel. Unser Weg führt uns nun direkt zur Gollach, ab jetzt gilt es aufgepasst, der Weg ist schmal und nicht ganz ungefährlich. Nach einem Regenfall sollte man diesen Weg lieber nicht gehen, sondern kurz vorher an der Abzweigung den Weg nach rechts oben folgen. Auf unserem Weg können wir hier und da einige Exemplare eines wunderschön blühenden Liliengewächses erkennen, der Türkenbund-Lilie. Leider sind die Blüten zu dieser Jahreszeit noch nicht zu sehen. Die im Juni bis Juli blühende Türkenbund-Lilie bevorzugt feuchten, nährstoffreichen und lockeren Boden. Die glatten Blütenblätter bieten Insekten kaum einen Landeplatz, so werden sie von frei davor schwirrenden Schwärmern bestäubt.

Die Blüten sind im Juni bis Juli zu sehen und sind turbanartig zurückgebogen (Bild: Thomas Langhirt)

Lilium martagon wird 30-100 cm hoch, die Blüten sind turbanartig zurückgebogen. Nachtschmetterlinge wie Eulen und Schwärmer, sind die bevorzugten Bestäuber.
Sie ist stark bedroht und im höchsten Grade schutzbedürftig.

Die Türkenbund-Lilie gehört zu den Liliengewächsen

Bild: Thomas Langhirt

Der Weg verengt sich immer mehr, über Wurzeln oder umgefallene Bäume geht es unmittelbar an der Gollach entlang. Hier muss jeder jedem helfen, nur gemeinsam kommen wir vorwärts.

Der Waldboden ist ein einziger Bärlauchteppich.
Der Bärlauch kommt recht oft und meist gesellig in krautreichen Laubwäldern auf nährstoffreichen, feuchten Böden vor.

Die Blüten des Bärlauchs werden von Fliegen bestäubt aber auch Selbstbestäubung kommt vor (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Durch Bärlauchsaum der Gollach zu

Die Gollach ganz nah zu unserer Linken rauscht dahin, sonst sind Stimmen zur beginnenden Nachmittagszeit kaum im Wald zu hören. Auch die Vögel halten wohl Siesta.

Auf diesem Pfad ist Vorsicht geboten und sollte nach Regen nicht begangen werden (Bild: Simon Wagner)

Der Pfad wird nun immer enger und ist an dieser Stelle schwer zu belaufen. Nur mit guten Schuhen ist dieses Stück entlang der romantischen Gollach zu bewältigen. Nach einem schweren Gewitterregen ist dies nicht ratsam.

So nah kommt man der Gollach nur selten

Bild: Simon Wagner

 

Wissenswertes und Interessantes über den Fluss Gollach:

Die Gollach ist ein rechter Nebenfluss der Tauber in Mittel- und Unterfranken. Sie ist fast 34 km lang und entsteht im Bereich einer kaum sichtbaren Talwasserscheide am südwestlichen Rand des Steigerwaldes, auf 337 m Höhe.
Sie fließt in westlicher Richtung durch das flachwellige, intensiv agrarisch genutzten Gollachgau (einem der fruchtbarsten Böden Deutschlands).
Nach der Kleinstadt Aub, mit mittelalterlichem Stadtbild, biegt unser kleiner Fluss in südwestliche Richtung ab, durch idyllisch gelegene Waldgebiete und schneidet sich dabei tief in die Umgebung ein. Schließlich mündet die Gollach in Bieberehren auf 244 m Höhe in die Tauber.
Abfluss der Gollach erfolgt über Tauber ---> Main ---> Rhein ---> Nordsee.


Alsbald treten wir aus dem Wald heraus und laufen einem Wiesenweg dem Hauptweg entgegen, dort biegen wir links ab und laufen abwärts zum gut begehbaren Fahrweg, der alsbald in einen geteerten Weg übergeht diesem folgen wir bis die Mühle wieder zur linken auftaucht. Wir laufen jetzt den gleichen Weg zurück, am See entlang, auf den wir schon frühmorgens gewandert sind. Schon bald tauchen die ersten Häuser der Stadt Aub auf. Wir laufen den Weg stadtwärts, bis wir an eine Wegegabelung kommen,  - Haus mit schönem Wandspruch - hier biegen wir links ab am Sportplatz rechts, entlang der Stadtmauer und erreichen so das ehrwürdige Pfründnerspital mit Kirche.

Bett und Altar vereinte die adelige Stiftung des Landspitals Aub für Arme und Pilger zu einer Einheit.

Hoch überragt die Stiftung die Kath. Stadtpfarrkirche, deren Kirchturm früher viel höher war. Dieser zählte zu den höchsten Landkirchtürmen im Frankenland. Um die Kirche herum kann man noch die Ausdehnung der alten Kirchenanlage erkennen.

Das Auber Pfründnerspital wurde im Jahre 1355 gegründet (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Kräutergarten auf dem Gelände des ehemaligen Pfründnerspitals

Als Stifter des Spitals wird ein Gottfried von Hohenlohe-Brauneck genannt. Unter dem Eindruck der Großen Pest tätigte er um 1355 eine größere Schenkung dem Spital. Weitere Wohltäter waren die Truchsesse von Baldersheim, die rund 200 Jahre die Geschicke in Aub lenkten. Einen Umbau erfuhr das Spital unter Fürstbischof Julius Echter im Jahre 1595. Sein Wappen mit Jahreszahl befindet sich an der Südseite im Hofe des Spitals.

Im Spitalgarten ist auch eine Freilichtbühne integriert worden (Bild: Simon Wagner)

Neben dem Würzburger Juliusspital war das Auber Spital eines der reichsten in Unterfranken. Jeder Insasse bekam täglich einen halben Liter Wein.

Der Spitalgarten liegt direkt an der Alten Stadtmauer in nordwestlicher Ecke

Bild: Simon Wagner

Das Pfarrhaus wurde an die Stelle des niedergebrannten Benediktiner-Klosters 1665 erbaut. Dieser Bau hat sehr schöne Räume und der Keller zeugt davon, dass hier einst große Fässer mit Zehntwein im Eigenbau gefüllt, ihr Dasein fristeten.

Würde man das Spital von anno dazumal in die Gegenwart projizieren, dann wäre dies ein wirtschaftlicher Großbetrieb und Betreutes Wohnen, Altenheim, Kloster und Sparkasse für Arme. Und das Ganze geführt als Wohngemeinschaft.

Das Ensemble kann man besichtigen: Vom 01.April bis 31. Oktober und zwar Freitags, Samstag und Sonntag und an den gesetzlichen Feiertagen von 13:00 - 17:00 Uhr.

Hier stand auch bis 1862 der Untere Turm (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Pfründnerspitalkirche mit Gollachbrücke

Wenn man sich obiges Bild ansieht, so ist nur schwer vorstellbar, dass hier bis ins 19. Jahrhundert noch ein Bauwerk stand, nämlich der untere Torturm, auch Würzburger Tor genannt. Dieser stammte im Kern aus der Zeit des Stadtmauerbaus (1.Viertel 15 Jhdt.) Dieser Turm ragte am Ende der Gollachbrücke neben dem Chor der Spitalkirche auf und bildete zusammen mit dem Tor des oberen Stadtturmes die einzigen öffentlichen Zu- und Ausgänge des Städtchens. Bereits auf der ältesten Stadtansicht von Aub (1523) ist die Konstruktion einer Schlagbrücke unmittelbar vor dem unteren Torturm erkennbar. Dies bedeutete, dass zur zusätzlichen Sicherung des Stadteingangs der Zugang durch das Hochziehen einer hölzernen Brücke wesentlich erschwert werden konnte. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ist an der Gollachbrücke das Bestehen einer Zugbrücke nachweisbar.
Der untere Torturm hatte nur zwei Geschosse, in denen die Wohnung des unteren Torwächters untergebracht war. Den Dienst versahen meist verarmte ältere Handwerker des Städtchens. Es ist bekannt, dass nach einer streng geregelten Sperrordnung das untere Tor stets nachts geschlossen wurde. Ende 1862 / Anfang 1863 kam es zum Abriss besagten Bauwerks. Die dahinter lebenden Menschen hatten nun mehr Licht in der Gasse. Heute wäre dies natürlich ein imposantes Bauwerk des mittelalterlichen Städtchens.

Unser Weg führt uns nun zwischen der Gollach und des Mühlbachs unter der Gollachbrücke hin zu einem der reizvollsten Ecken des mittelalterlichen Städtchens, nämlich ins "Klein-Venedig". Man muss wissen, dass im Arbeiterviertel der Mühlgasse die Häuser direkt an die Stadtmauer gebaut wurden. Um zu ihren kleinen Nebenerwerbs-Gärten zu gelangen mussten diese Bürger einen Umweg, entweder durch das Untere Tor, oder über den hinteren Harbach herumlaufen. Mit einem Beschluss des Stadtrates wurde den Anwohnern gestattet einen eigenen Ausgang über den Mühlbach anzulegen.

Jedes Haus hat seinen eigenen Holzsteg um über den Mühlbach zu gelangen (Bild: Simon Wagner)

Da in der Mühlgasse wenig Platz war, wurden die Häuser direkt an die Stadtmauer gebaut.

Teilansicht von "Klein-Venedig" - Holzbrücke über den Mühlbach

Bild: Simon Wagner

Wir gehen den reizvollen Wiesenweg weiter und gelangen so auf eine große Wiesenfläche mit Fischgewässer und Wehranlage. Über eine weitere Holzbrücke über den Mühlbach gelangen wir zur nordöstlichen Seite der Stadtmauer mit Wehrturm.

Eine weitere romantische und idyllische Ecke ist das Gollachwehr

Das Gollachwehr an der nördlichen Seite der Stadtmauer (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Das Gollachwehr

Wir laufen an der Stadtmauer entlang und erreichen alsbald den außerhalb der Stadtmauer liegenden jüdischen Friedhof. Aus den dicht stehenden Büschen und Bäumen ist ein Ruf zu hören, der des Gartenrotschwanzes. In der Parade unserer schönsten Vögel nimmt der Gartenrotschwanz mit Sicherheit einen vorderen Rang ein. Beide Geschlechter schmückt ein orangeroter Schwanz, aber nur das Männchen ist bunt gefärbt.

Eine der schönsten Stellen entlang der nördlichen Stadtmauer (Bild: Simon Wagner)

Häuserzeile eng und schmal, die ein Teil der Stadtmauer darstellten. Stockwerke die aufgesetzt wurden und den mittelalterlichen Flair dieses Viertels ausmachen.

Romantischer Winkel an der nördlichen Stadtmauer

Bild: Simon Wagner

 

Wissenswertes über den Gartenrotschwanz:

Große Hausgärten, Streuobstwiesen und lichte Waldränder sind bevorzugte Sommerquartiere der Gartenrotschwänze. Für ihr Gelege und die Jungen wählen sie mit Vorliebe eine Baumhöhle, beziehen aber auch Unterkünfte in Mauerlöchern, oder spezielle Nistkästen am besten mit zwei Einfluglöchern, da beide Partner sich gerne am Einflugsloch treffen. Ich hatte der Pfarrgemeinde geraten, gerade hier einige Kästen für den Gartenrotschwanz anzubringen, die mit Sicherheit angenommen werden.
Der Kuckuck legt sein Ei oft in das Nest der Gartenrotschwänze, die das Fremdküken wie einen eigenen Nestling aufziehen, die eigenen Eier hatte das "Kuckuckskind" aus dem Nest entfernt.
Man hat beobachtet, dass sie ihr eigenes Spiegelbild an einer Fensterscheibe bekämpfen.
Der Gartenrotschwanz und seine Verwandten besitzen eine ganz eigene Art und Weise, mit dem Schwanz in einer Auf- und Ab-Bewegung zu zittern. Das gilt als eindeutiges Erkennungsmerkmal für diese Singvögel.
Das Weibchen sucht häufiger am Boden Nahrung, während das Männchen oft wie ein Fliegenschnäpper in der Luft jagt.

 

Sein etwas wehmütiger Gesang erinnert etwas an das Rotkehlchen.
Von Mitte April bis Mitte Mai kehren die Männchen aus ihren Winterquartieren zurück, meist einige Tage früher als die Weibchen.
Mit dem Anbringen von Nistkästen im Garten, in ausreichender Höhe, trägt man zur Erhöhung des Bestandes bei.

In der Parade unserer schönsten Singvögel nimmt er einen vorderen Platz ein (Bild: Raimund Linke)

Bild: Raimund Linke

Das Männchen sucht unermüdlich nach Futter für die immer hungrigen Jungen

Hier können Sie die Stimme des Gartenrotschwanzes hören


In Aub wurde ein erster jüdischer Friedhof im 17. Jahrhundert, um 1630, unmittelbar vor der Stadtmauer am Harbachsweg angelegt. Das Memorbuch berichtet von einer Beisetzung des Jahres 1631.
Aub gehört zu den Orten in Bayern dessen Lokalgeschichte von den Siedlungsanfängen an durch jüdische Kultur und Religion mitgeprägt worden ist. Wie einige Quellen ausweisen, bestand schon seit dem hohen Mittelalter eine jüdische Gemeinde in Aub. Sie darf zu den ältesten jüdischen Gemeinden gezählt werden, die ohne nennenswerte Unterbrechungen bis ins 20 Jahrhundert hinein bestanden haben.

Über Jahrhunderte hinweg war Aub Sitz einer jüdischen Gemeinde, bis diese unter dem Terrorregime der Nationalsozialisten ausgelöscht wurde.

Die jüdische Gemeinde in Aub war wohl eine der ältesten in Deutschland (Bild: Simon Wagner)

In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jüdische Friedhof angelegt, in dessen Begrenzungsmauern auch Grabsteine aus früherer Zeit integriert wurden.

Der jüdische Friedhof zu Aub

Bild: Simon Wagner

Unser Weg führt uns von der östlichen Seite der Stadtmauer durch den "Unteren Harbach" zum Rathaus, dessen Rückseite wir bereits sehen können. 1489 baute Philipp d. Ältere von Weinsberg zusammen mit den Truchsessen von Baldersheim das Auber Rathaus.

Das Auber Rathaus wurde 1689, nach den Wirren des 30-jährigen Krieges, wieder aufgebaut.
Im schiefen Türmlein befindet sich das "Armesünder-Glöcklein" welches früher ertönte, wenn einer zum Richtplatz geführt wurde.

Blickfang am Marktplatz das Auber Rathaus mit (rechts) Mariensäule (Bild: Simon Wagner)

Bild: Simon Wagner

Auber Rathaus mit Mariensäule (rechts)

Nun sind es nur noch wenige Schritte zur "Schankstatt zum Lamm" die 1493 ebenfalls von Philipp d. Älteren von Weinsberg erbaut wurde, wo über dem Eingang auch heute noch das Wappen zu sehen ist.

In den Gaststätten am Marktplatz wird ein gutes Bier gezapft (Bild: Simon Wagner)

Ein ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende zu und wir lassen die Eindrücke und Erlebnisse noch einmal Revue passieren.

 

Gasthof mit mittelalterlichem Ambiente am Marktplatz

Bild: Simon Wagner

Als wir heute Morgen die Naturbegehung begonnen hatten, begleiteten uns Schwalben und Mauersegler zur Stadt hinaus und so wurden wir wieder begrüßt: Über unseren Köpfen flogen Schwalben und Mauersegler. Mögen diese Naturschauspiele noch lange in unseren Städten und Dörfern zu sehen und zu bewundern sein.

Die Rauchschwalbe ist ein Siedlungsfolger des Menschen und klebt ihr Lehmnest an senkrechten Flächen meist in Gebäuden, aber auch unter Brücken.
Weil Rauchschwalben nach der Brutzeit zu Tausenden in Schilfflächen zum Schlafen einfallen und nach ihrem Wegzug nicht mehr zu sehen sind, nahm man früher an, sie würden im Gewässerschlamm überwintern.
Die Modernisierung unserer Landwirtschaft wirkt sich auch auf die Bestände ebenso negativ aus, wie die hohen Verluste im Überwinterungsquartier.

Die Rauchschwalbe ist seit meiner Kindheit der Vorbote des Sommers (Bild: Markus Gläßel)

Bild: Markus Gläßel

Rauchschwalbe - Vogel des Jahres 1979 - und eine Art der Vorwarnliste


           

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- letzte Aktualisierung: Freitag, 08. Mai 2020 -
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