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Gelebter Naturschutz sieht anders aus!

Dies soll keine Anklage sein, nur für uns ist das kein Naturschutz! Man kann das auch anders machen.

Um was geht es: Zurzeit wird im Landkreis Würzburg, beauftragt durch die Untere Naturschutzbehörde, an den Hängen über dem Main, gesägt, gerodet und nackte Tatsachen geschaffen. Diese Maßnahmen sind für viele Bürger nicht mehr nachvollziehbar und lösen nur noch Kopfschütteln hervor.

Diese Fläche wäre ideal und geeignet für einen Magerrasen, doch die Fläche verbuscht zusehends (Bild: Thomas Langhirt)

Halbtrockenrasenfläche die langsam verbuscht. Im Hintergrund rechts sind die Weinberge über Sommerhausen zu sehen. Im Bildhintergrund Revier des Neuntöters.

Diese Flächen wären ideal für einen Halbtrockenrasen verbuschen aber

Bild: Thomas Langhirt

So auch im Bereich Goßmannsdorf / Winterhausen hoch über dem Main auf den Mainhängen. Hier versucht die Untere Naturschutzbehörde an Sonnenhängen hoch über dem Main Halbtrockenrasen, Trocken- und Magerrasen künstlich zu installieren. Viele dieser Flächen gerade über Goßmannsdorf und Winterhausen wurden noch bis in die 2.Hälfte des vergangenen Jahrhunderts von Bauern und Winzern landwirtschaftlich genutzt und nicht schon seit je her von Schäfern beweidet. Die Mainfränkischen Trockenrasen sind noch nicht so alt und sind erst mit dem Verschwinden der Weinberge vor einigen Jahrhunderten entstanden. Wahrscheinlich waren es nur die Ränder der Hochflächen die brach lagen.

Eigentlich ist gegen ein Vorhaben Halbtrocken- oder Magerrasen entstehen zu lassen nichts einzuwenden, gehören diese Landschaften zu den sensibelsten und seltensten Landstrichen unserer Heimat, wären da nicht die Rodungsarbeiten die von ehemals intakten Hecken-Lebensgemeinschaften nichts mehr übrig lassen, wären da nicht die Einschläge bei denen Bäume gerodet werden, die zumeist einen Baumscheibendurchschnitt von 30 cm aufwiesen. Dabei wird auch keine Rücksicht auf alte Kirschbaumbestände oder Waldkiefern genommen. Ein gerodeter Baum hatte einen Baumscheiben-Durchschnitt von über 60 cm. Dass diese Bäume einen beachtlichen Teil von Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln sollte eigentlich bekannt sein. Von den biochemischen Vorgängen in den Blättern der Bäume profitieren wir Menschen sowie auch die Tierwelt. Wenn man weiter bedenkt, dass allein eine 100-jährige Buche pro Stunde 1,7 Kilogramm Sauerstoff erzeugt, sollte im Zeitalter des Klimawandels jeder alte Baum unter Schutz gestellt werden. Alte Bäume spielen bei der Bekämpfung des Treibhauseffekts eine entscheidende Rolle, die junge Bäume nicht leisten können. Es ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen, dass ein einziger großer Baum jährlich so viel CO2 aus der Atmosphäre zieht, wie in einem ganzen mittelgroßen Baum gespeichert ist.

Kann das Naturschutz sein, wenn man einen Biotopverbund zerstört um einen anderen vielleicht zu installieren?

Eine von vielen Flächen - Tabula rasa an der Natur - diese Fläche bietet weder Tier noch Pflanze Schutz (Bild: Thomas Langhirt)

Bild: Thomas Langhirt

Eine von den Flächen - auch hier wurde alles gerodet und zu Kleinholz gemacht

Weiterhin wurden Weißdornbestände platt gemacht, deren Früchte vielen Tieren ein Überleben im Winter sichern.
Viele Bürger verstehen diese Handlungsweise nicht mehr. Stereotyp werden Aussagen getätigt, wie: "Laien verstehen die langfristige Bedeutung dieser Naturschutzmaßnahmen nicht". Dies ist für uns keine Aussage.

Vor den "Pflegemaßnahmen" hatte die Untere Naturschutzbehörde zu einem "Runden Tisch" eingeladen, an diesem die betroffenen Behörden, Verbände und Gemeinden teilgenommen haben sollen. Hier wurden die Pflegemaßnahmen erläutert. Leider können wir im Nachhinein nicht eruieren, wer da alles teilgenommen hat. Bei einem Anruf beim Kreisverband des BN in Würzburg wusste niemand etwas von dieser Aktion.
Wir bezweifeln nicht den guten Willen der Unteren Naturschutzbehörde, gefährdeten Pflanzen Räume zu geben, dies wollen auch wir. Aber um was für einen Preis? Anstatt Flächen zu nutzen, die als Halbtrockenrasen taugen, die aber mit den Jahren zu verbuschen beginnen, werden neue Flächen gerodet. Ist das das Verständnis von Naturschutz in den Behörden, es kann einem bange werden.

Bei einem Rundgang über die Fläche huschte ein Hase an uns vorbei, vergeblich nach Deckung suchend. So ergeht es vielen Tieren. Einem Jäger, dem ich später begegne, schimpft über diesen Unfug: "Hier lässt sich, auf der offenen Fläche, kein Wildschwein mehr blicken, die wir doch wegen zu hohen Populationen klein halten sollen".

Auch erinnerte ich mich an an eine Reportage in unserer lokalen Zeitung: "Schwere Zeiten für Meister Lampe und Rebhühner". Diese haben es auf solchen Flächen schwer eine Deckung zu finden.

Inzwischen muss man schon Glück haben den Hasen in der Feldflur zu sehen (Bild: Markus Gläßel)

Seit den 1960er Jahren ist der Bestand in vielen Teilen Europas stark abnehmend. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft, der massive Einsatz von Pestiziden, sind auch die schwindenden Kraut- und Staudenfluren Faktoren des Populationsrückgangs.
In Deutschland wird die Art inzwischen in der Roten Liste als Kategorie 3 = gefährdet geführt.

Lepus europaeus ist ein Langstreckenläufer mit großer Ausdauer der sich immer rarer macht

Bild: Markus Gläßel

Gelebter Umwelt- und Naturschutz bedeutet für uns, ganzheitlich zu denken, der gesamten Flora und Fauna einen Platz zu lassen. In diesem Gebiet hat weder Rebhuhn noch Wachtel eine Deckungsmöglichkeit. Auch muss sich wohl der Mittelspecht, der im gegenüber liegenden Hang ab und an zu sehen war wohl ein neues Zuhause suchen, denn die großen Laubbäume und Kiefern wurden entfernt.

Und was ist mit der Bodenerosion. Bei einem Starkregen werden mit Sicherheit Teile des Bodens weggespült.

Und dann ist da noch, dass Mountain-Biker dieses Gelände bereits vorher für sich entdeckt hatten. Jetzt macht es noch mehr Spaß über welliges, freigelegtes Gelände zu fahren, als sich an Hecken die Kleider zu zerreißen. Schilder, wie "Geschützter Landschaftsbestandteil" werden da geflissentlich übersehen.

Wenn auch jetzt schon Teile des ehemaligen Halbtrockenrasens verbuschen und nicht gepflegt werden, was wird wohl in ein paar Jahren aus den "neuen" Gebieten?

Bürgernähe und die Mitnahme der Bürger bei solchen "Runden-Tisch-Entscheidungen" sind bei der Unteren Naturschutzbehörde selten zu verspüren. Solange sich kein Widerstand gegen diese Umweltzerstörung regt, und das ist es für uns, wird weiter geholzt, gesägt und Natur zerstört.

Ich möchte Ihnen hier einige Vogelarten vorstellen, die bei solchen Maßnahmen darunter leiden und ihrer Unterschlupfmöglichkeiten oder ihrer Habitate beraubt werden:

Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist eine Vogelart aus der Ordnung der Hühnervögel. Während der weltweite Bestand als nicht gefährdet gilt, ist der Bestand in weiten Teilen Europas drastisch zurückgegangen. Dies wird insbesondere auf die Zerstörung intakter Lebensräume,  - die aus einem Mosaik verschiedener Strukturen bestehen wie Hecken, Büsche, Ackerraine, Gräben und Staudenfluren besteht - zurückgeführt. Aus diesem Grund wurde das Rebhuhn 1991 zum "Vogel des Jahres" gewählt.

Das Rebhuhn besiedelt vor allem offenes, reich strukturiertes Ackerland. Vor allem klein parzellierte Feldfluren, die von Hecken, Staudenfluren und Feldrainen durchzogen sind.

Rebhühner benötigen eine reich strukturierte Feldflur (Bild: Olav Krüger)

Bild: Olav Krüger

"Rebhuhnvolk" im Winter - bei aufgerichteten Vögeln kann man den hufeisenförmigen Fleck auf dem vorderen Teil des Bauches gut erkennen. Beim Männchen deutlicher ausgeprägt.

In Deutschland wird das Rebhuhn in der Roten Liste in der Kategorie 2 = "Stark gefährdet" eingestuft. Man nimmt an, dass es in ganz Deutschland nur noch 50.000 Brutpaare gibt. In Bayern ist das Rebhuhn gefährdet. Eines seiner Hauptverbreitungsschwerpunkte liegt bei uns in Unterfranken. Während man in den Jahren 1996 bis 1999 noch von 5.000 - 12.000 BP ausging, schätzt man für den Zeitraum 2005 bis 2009 nur noch 4.600 bis 8.000 BP. Ein weiterer Grund für die Abnahme dieses Hühnervogels ist auch die Bejagung von ca. 3.000 Tieren im Jahr. Experten sehen dies problematischer an, als die Einwirkung von Prädatoren.

Wann sieht man noch eine richtig große Rebhuhnkette (Bild: Olav Krüger)

So gut wie immer sieht man Rebhühner auf dem Boden. Sie rennen rasch mit aufrecht gehaltenem Hals. Im Hochsommer und im Herbst trifft man das Rebhuhnpaar mit ihren Jungen. Das Paar lebt in monogamer Dauerehe. Diese Familienverbände nennen die Jäger "Kette".

Etwa ab einem Alter von 14 Tagen können die Jungen schon etwas fliegen

Bild: Olav Krüger

Offene Feld- und Wiesenlandschaften mit hoher Krautschicht, die ausreichend Deckung verschafft sind die typischen Lebensräume der Wachtel (Coturnix coturnix). Der etwa starengroße, etwas rundlicher und gedrungener wirkende Vogel, ist die Wachtel mit Abstand der kleinste Hühnervogel Europas. Fast überflüssig zu betonen, dass die moderne Landwirtschaft in vielen Ländern Europas anhaltende Bestandsverluste verursacht hat und die Wachtel heute zu gefährdeten Brutvögeln Europas zählt. Dabei war in Deutschland durch Extensivierung und durch Stilllegung von Ackerflächen in den 1990er Jahren eine Bestandserholung zu beobachten. Im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft durch den Anbau von Energiepflanzen ist aber wieder mit einem Populationsrückgang zu rechnen. In Bayern wird eine Bestandszahl von 5.000 - 8.000 BP angenommen.

Die Wachtel misst ca. 16-18 cm und hat eine Flügelspannweite von ca. 32-35 cm.
Die Brutzeit beginnt Anfang März im Süden, bei uns wohl ab Ende April, bis in den Juni hinein im Norden. 1 Jahresbrut, manchmal 2.
Das Gelege umfasst 7-14 weißlich, gelbliche bis bräunlichgelbe Eier, die meist stark gemustert sind.
Die Brutdauer beträgt 17-20 Tage. Nur das Weibchen brütet.
Die Jungvögel sind Nestflüchter und können ab 11 Tagen kurze Flüge unternehmen. Mit 19 Tagen sind sie dann voll flugfähig.

Heute zählt die Wachtel zu den gefährdeten Brutvögeln Europas (Bild: Fotonatur / Sönke Morsch)

Bild: Fotonatur / Sönke Morsch

Die offene Feld- und Wiesenlandschaft ist ihr Lebensraum

Hauptsächlich Sämereien (Ackerkräuter, Getreide), weniger grüne Pflanzenteile als z.B. beim Rebhuhn, bilden die Nahrung. Im Sommerhalbjahr spielen auch die kleinen Insekten eine wichtige Rolle, von denen sich die Küken zunächst fast ausschließlich ernähren. Da Wachteln sehr versteckt leben, im Brutgebiet bekommt man die Wachtel kaum zu Gesicht, ist über ihr Sozialverhalten und ihre Brutbiologie noch vieles nicht bekannt, auch nicht die Art der Partnerbindung. Was man weiß, ist, dass die Weibchen den Nistplatz wählen und dass sie die Nestmulde, die gut versteckt in der Vegetation liegt, mit Pflanzenmaterial auslegen.

Über Ihre Brutbiologie ist noch längst nicht alles bekannt (Bild: Fotonatur / Sönke Morsch)

Die Wachtel ist in Europa ein Zugvogel. Der Wegzug beginnt ab August. Einige bleiben bereits im wintermilden Westeuropa und an den Nordküsten des Mittelmeers. Die meisten ziehen in die Sahelzone am Südrand der Sahara.

Im Brutgebiet kaum zu entdecken, da sie zumeist zu Fuß ausweichen

Bild: Fotonatur / Sönke Morsch

 Ein weiterer interessanter Vertreter einer hochbedrohten Vogelgruppe ist der Neuntöter. Während die Verwandtschaft der Rotkopfwürger - bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts noch weit verbreitet in Unterfranken - sowie der Schwarzstirnwürger - früher ein seltener aber regelmäßiger Brutvogel außerhalb der Mittelgebirge (letzter Brutnachweis für Bayern 1976 bei Uffenheim) längst sich aus Bayern verabschiedet haben, und der Raubwürger, seine Bestandszahl  innerhalb von 10 Jahren halbierte (mit 45-55 BP steht er vor dem Aussterben in Bayern) ist der Neuntöter in Bayern zwar ein relativ spärlicher Brutvogel, Hauptvorkommen ist Unterfranken. Sein Lebensraum ist die offene und halboffene Landschaft in trockener und sonniger Lage, die mit Büschen, Hecken und Feldgehölzen und Waldränder durchsetzt ist.

Der Neuntöter, dessen deutscher Name auf das Aufspießen von Beutetieren anspielt, ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Würgerart.

Auch er braucht einen intakten Lebensraum mit Hecken und Büschen durchsetzt (Bild: Markus Gläßel)

Bild: Markus Gläßel

Er ist auf breite Heckenstreifen und Dornbüsche angewiesen

Mit seinen 10.000 - 17.000 BP in Bayern ist der Neuntöter (Lanius collurio), auch Rotrückenwürger, nicht gefährdet, aber er ist auf einen Lebensraum angewiesen der sich bei uns verändert. Das Ausräumen der Agrarlandschaft wirken sich auch auf seine Beutetiere aus, wenn diese nicht mehr vorhanden sind, wirkt sich das natürlich auch auf den Neuntöter aus. Neben Lebensraumzerstörung durch das Abholzen von Heckenverbünden und Dornbüschen, sowie der Pestizideinsatz wirken auf diese Vogelart verheerend aus. Sein Speiseplan ist vielseitig. Er umfasst vor allem Großinsekten, Hornisse, aber auch Spinnen oder kleine Mäuse, die er dann als Vorrat auf Dornbüsche aufspießt.

Neuntöter können nur eine Brut im Jahr großziehen (Bild: Olav Krüger)

Ihr relativ großes Nest wird von beiden gemeinsam gebaut. Es besteht aus Zweigen, Moos und Stängeln, innen wird es mit Tierhaaren und feinen Pflanzenteilen sorgfältig ausgepolstert.

Neuntöter-Weibchen auf ihrem Ansitz

Bild: Olav Krüger

Neuntöter bewohnen überwiegend offene, sonnig und warme Landschaftsstrukturen, wie Heckenlandschaften, Trockenrasen mit dornigen Büschen und einzelnen Bäumen, nicht zu intensiv genutzte Wiesen und Weiden mit Dornbüschen, Streuobstflächen oder Weinberge.
Neuntöter sind Langstreckenzieher, die in Mitteleuropa erst im Mai wieder erscheinen. Ihre Überwinterungsquartiere liegen vor allem in Ost- und Südafrika. Auch durch die Vogeljagd in den südlichen Ländern erleiden sie hohe Bestandsverluste.
Die Neuntöter ziehen eine Jahresbrut hoch. Das Gelege kann aus 5-6 Eiern bestehen. Die Brutdauer beträgt 14-16 Tage, nur das Weibchen brütet. Die Nestlingszeit beträgt bei den Neuntötern 13-15 Tage, nur das Weibchen hudert, das Männchen füttert anfänglich alleine. Bereits im August ziehen die Altvögel ins Winterquartier ab, die Jungen bleiben oft bis Ende September hier.

Eine weitere Vogelart die von dem Verschwinden von Hecken betroffen ist, ist die Goldammer (Emberiza citrinella). Einst ein "Allerweltsvogel" hat sie in Mitteleuropa gebietsweise stark abgenommen. Auch wenn Populationszahlen in Bayern noch relativ hoch sind, ist doch anzunehmen, dass sie sich seit 1989 auf dem Rückzug befindet.

Die Goldammer kann in Mitteleuropa regelmäßig beobachtet werden, da die meisten mitteleuropäischen Goldammern Jahresvögel sind. Nach der Ernte versammeln sich oft Scharen dieses schönen Samenfressers zur Nachlese auf den Stoppelfeldern. In einigen Gegenden ist die Goldammer auch als "Kornvogel" bekannt. Dies bezieht sich auf ihre Nahrungssuche im Herbst auf den Feldern.
Die Goldammer ist ein typischer Vogel der Feldflur. Sie bevorzugt schützende Bodenvegetation, so dass, von Hecken oder Büschen umrandete Felder, ihr den idealen Lebensraum bieten.

Die Goldammer einst der häufigste Heckenvogel schlechthin - auch ihre Zahlen sinken (Bild: Markus Gläßel)

Bild: Markus Gläßel

Goldammer-Weibchen mit Beute im Doppelpack

Als Gründe für die negative Bestandsentwicklung, kommen die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, es gibt immer weniger Randstreifen, und damit einhergehend das Verschwinden von Hecken sowie Rand- und Saumstreifen, übertriebene Pflege von Straßenrändern, Böschungen und Dämmen.
Goldammern bevorzugen als Brutlebensraum reich gegliederte, abwechslungsreiche Feldflur durchsetzt mit Büschen und Hecken, Gehölzen und Brachflächen. Dort findet sie reichlich Insekten, die auch das ganze Jahr über aufgenommen werden. Zur Brutzeit fangen die Ammern Insekten auch in Bäumen, wobei sie diese fast in Meisenmanier in äußeren Zweigen kletternd erbeuten.

Es gibt keine gefährdetere Vogelgruppe als die der Feldfluren - wir müssen aufpassen (Bild: Olav Krüger)

Ihr klar erkennbares Lied, das im Volksmund häufig mit, "wie wie wie hab ich dich lieb" wiedergegeben wird, ist im Frühjahr zu hören. Mit Eintreffen im Brutgebiet im Februar beginnen die Männchen zu singen.
Das Weibchen wählt den Nistplatz aus und baut auch das Nest aus Halmen, Stängeln, Blättern und Moos alleine. Die Nestmulde wird mit feinerem Pflanzenmaterial ausgepolstert.
Meist sind es zwei Jahresbruten mit einer Gelegegröße von 2-5 Eiern. Die Brutdauer beträgt 11-14 Tage. Sie werden fast nur vom Weibchen bebrütet, das in dieser Zeit vom Männchen gefüttert wird. Die Nestlingszeit beträgt 9-14 Tage nur das Weibchen hudert. Das Männchen übergibt das Futter an das Weibchen.

Singendes Goldammer-Männchen

Bild: Olav Krüger

Nach meinem Brief an die Untere Naturschutzbehörde, hat sich tatsächlich etwas getan. So habe ich noch im März ein Treffen mit der Unteren Naturschutzbehörde vor Ort und hoffe dass begangene Fehler hernach nicht mehr vorkommen und darüber hinaus ich unsere Vorstellungen für dieses Gebiet einbringen kann - zum Schutz unserer Flora und Fauna.

NEU:
Am 11.03. kam es nun zu einem Treffen mit der Unteren Naturschutzbehörde vor Ort. Angesprochen wurde von mir, warum Bäume in einem Hang gefällt wurden, da diese ja den Hang halten, damit dieser nicht noch weiter rutscht?
Der Auftrag war, so lt. Unterer Naturschutzbehörde: den Baumbestand auf dem ausgewiesenen Grundstück zu entfernen. Nach nachfrage: Dies beantwortet meine Frage nicht, wurde mir von Frau Vietinghoff-Scheel versichert, dass in Zukunft Bäume im hang stehen bleiben.    
Was passiert mit wertvollem Baumbestand, z.B. Kirsche: In Zukunft wird darauf geachtet, dass solche Baumbestände nicht mehr eingeschlagen werden, dies wird in einer Besprechungsrunde diskutiert.

Im Halbtrockenrasen-Gebiet wurde unter anderem die Frage erörtert, warum ein GS komplett abgeräumt wird, und nebenan verbuscht das gleiche GS-Profil? Es sind Mittel vorhanden, dass diese GS auch in den nächsten zwei Jahren "gepflegt" werden, hier sollen dann die anderen GS mit eingeplant werden.

Es ist bekannt, das ein Großteil unserer Tierwelt Heckenverbünde und Schutzeinstände benötigen um eben Deckung zu suchen! Es wurde mir versichert, dass größere Heckenverbünde nicht mehr gerodet werden und als Schutzeinstände sowie Ansitzstände aus einer Bearbeitung herausgenommen werden.

Wiederum wurden auch hier zum Hang hin, unnötigerweise alter sowie wertvoller Baumbestand gerodet. Analog zum ersten GS werden auch hier diese Bäume nicht mehr eingeschlagen.

Ich hoffe, dass das Besprochene in Zukunft in Entscheidungsfindungen Berücksichtigung findet und auch eine bessere Absprache einer Durchführung zwischen Naturschutzbehörde und Planungsdurchführung stattfindet.

NEU:
Die von mir an die Stadt Ochsenfurt herangetragene Bitte, die Wiederherstellung eines Weges, der zu Acker wurde, ist stattgegeben worden. Die Stadt Ochsenfurt, hat das entsprechende GS bereits ausgemessen und der Weg muss wieder hergestellt werden. Die Vernunft hat gesiegt, die Natur gewonnen.



           

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- letzte Aktualisierung: Freitag, 08. Mai 2020 -
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