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     "Der Stadtwald - Ochsenfurts grüne Lunge oder nur noch Holzlieferant?"

Die Forstwirtschaft auf dem Holzweg? - oder was passiert im deutschen Wald - verheizen wir diesen?


Wir verstehen den Stadtwald auch als einen Schutzwald für die Erhaltung der dort vorkommenden Waldlebensgemeinschaft und der Biotope, wie Höhlenbaum oder Totholz, mit den für die natürlichen Laubwaldgesellschaften typischen Artenspektren besonders zur Sicherung eines großen zusammenhängenden Waldgebietes als Lebensraum von besonderem Wert für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, sowie als wichtiges Grundwasseranreicherungsgebiet. Was für Naturschutzgebiete, muss auch für solche Waldgebiete wie den Ochsenfurter Wald gelten, denn die hier lebenden Arten verlangen einen ebensolchen Schutz.

Viele Amphibien- und Reptilienarten sind bedroht, oder stehen vor der Ausrottung. Deshalb ist es wichtig, dass ihr Lebensraum geschützt und erhalten wird. Eine dieser Arten ist die Waldeidechse, deren Lebensraum die Waldränder, Wegeböschungen und die Lichtungen sind.


Die Waldeidechse lebt in Steinbrüchen und auch an Waldrändern (Bild: Thomas Langhirt) Die Waldeidechse, (Zootoca vivipara) auch Bergeidechse genannt, gehört zu der Familie der "Echten Eidechsen" und wurde im Jahr 2006 zum "Reptil des Jahres" gewählt.
Die Waldeidechse lebt in Steinbrüchen und auch an Waldrändern Bild: Thomas Langhirt



Die Waldeidechse, ist eine tagaktive, relativ standorttreue Eidechse mit langsamen, aber geschmeidig wirkenden Bewegungen, die bei Gefahr den Schwanz abwirft und sogar ins Wasser flüchtet. Ihre Nahrung besteht aus kleinen Insekten, Spinnen, Tausendfüßlern, Asseln und Ameisen. Ihr Lebensraum sind die feuchten und kühlen Habitate des Flach-, Hügel- und Berglandes. In den Alpen kann man sie bis in Höhen von 3000 Metern antreffen. Die Waldränder, Steinbrüche, die Feucht- und Bergwiesen sind ihr Lebensraum. Die Paarung findet in Mitteleuropa in den Monaten April bis Juni statt. 3 Monate später werden zwischen 3 und 12 Junge "lebend" geboren, wobei die Jungtiere während des Geburtsvorganges aus den transparenten Eihüllen schlüpfen. Die Winterruhe findet zwischen den Monaten (Mitteleuropa) Oktober bis Februar statt.
Ihre Fressfeinde sind Schlangen, wie Schlingnatter und Kreuzotter. Aber auch verschiedenen Greifvögel, Marder und Wildschweine (die die Waldeidechse in ihren Winterquartieren aufstöbern) fallen Waldeidechsen zum Opfer.

Die Bestände der Waldeidechsen werden unter anderem durch die Zerstörung von Magerbiotopen, dies sind Heiden und Waldränder, durch die Beseitigung von liegendem Totholz und Steinhaufen und Natursteinhaufen, durch Pestizide, dezimiert und verdrängt.

In Deutschland ist die Waldeidechse nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonder geschützt.
Außerdem ist die Waldeidechse durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt.

In der Roten Liste Österreichs wird sie mit NT gelistet, d.h. "Gefährdung droht".
                      



Es sind die kleinen und scheuen Bewohner unserer Waldränder, die viele Bürger kaum zu Gesicht bekommen und daher ihr Verschwinden aus ihren Lebensräumen fast unmerklich von Statten geht. Die Oberseite der Waldeidechse ist braun, oder grau, sowie bronzefarben (Bild: Markus Glässel)
Bild: Markus Glässel Die Oberseite der Waldeidechse ist braun, oder grau, sowie bronzefarben


Die Umweltfreunde Würzburg-Ochsenfurt luden am 07.Mai 2011 zu einer etwas anderen Wanderung in den Ochsenfurter Forst ein. Rund 25 Naturinteressierte nahmen diese Einladung wahr und ließen sich von Thomas Langhirt und Bernhard Neckermann über die Geschehnisse im Ochsenfurter Stadtwald informieren.


Ist das noch natürliche Forstwirtschaft? (Bild: Dieter Hirth) Den ornithologischen Teil übernahm Bernhard Neckermann
Thomas Langhirt referiert über den massiven Holzeinschlag im Ochsenfurt Forst Bild: Dieter Hirth


Was war passiert? Bis Ende März wurden im Ochsenfurter Forst rund 400 Festmeter an Laubholz, (1fm = 1 Kubikmeter massiven Holzes, d.h. ohne Zwischenraum) wobei es sich dabei um Bau- und Industrieholz handelt, eingeschlagen.
In der Woche nach Ostern rückte dann schweres Gerät an, Forstschlepper, die die Stämme zu Sammellagern schleppten. Tonnenschwere Fahrzeuge, die den Waldboden verdichten und im Umkreis der "Arbeitsfläche" junge Bäume, schützenswerte Pflanzen niederwalzten und zerstörten. Einmal verdichtet, wächst hier auf lange Zeit nichts mehr.


Tonnenschwere Forstschlepper verdichten den Waldboden Mit schwerem Gerät wird dem Waldboden auf den "Pelz" gerückt (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Mit schwerem Gerät wird dem Waldboden auf den Pelz gerückt


Bis in die erste Maiwoche wurden dann die "Rückearbeiten" im Wald fortgesetzt. "Das Befahren der zahlreichen Rückegassen und deren Querverbindungen führen zu andauernden Störungen des Rehwildes, die nun ihre Kitze aufziehen", meint Thomas Langhirt. "Brütende Waldvogelarten die ständig gestört und aufgeschreckt werden, nicht auszuschließen, dass es auch zu Brutabbrüchen kommt", setzt Bernhard Neckermann hinzu. Weiterhin wurde bei diesen Tätigkeiten, Standorte der Türkenbundlilie, der Vielblütigen Weißwurz und der Kuckucks-Lichtnelke beschädigt oder zerstört. In den Zonen der Holzablage sichtete Thomas Langhirt in diesem Jahr Blindschleichen und den Schrot-Zangenbock. Hier handelt es sich z.T. um Arten die in der Bundesartenschutzverordnung (BAVO) gelistet sind.


Waldzerstörung - unfassbar - hier wächst nichts mehr (Bild: Thomas Langhirt) Keine Aufnahme aus dem südamerikanischen Regenwald, sondern aus dem Ochsenfurter Stadtwald.
Breite Schneisen und tiefe Fahrrinnen, Waldbodenzerstörung sind die Hinterlassenschaften dieser Forstarbeiten.
Diese Zone war abgesperrt - niemand sollte wohl diese Zerstörung zu Gesicht bekommen Bild: Thomas Langhirt


Für Bernhard Neckermann ist eines klar: "Die Forstreform hat dem bayerischen Wald nichts Gutes gebracht. Die Forstämter müssen sich rechnen, d.h. sie müssen Geld verdienen um zu überleben, was natürlich auch für die flauen Kassen der Kommunen gilt. Wer einen Wald besitzt, der möchte natürlich mit diesem Wald Geld verdienen. Nur vergisst man, dass der Wald allen gehört, nicht einem Land, oder einer Kommune".
Bernhard Neckermann meinte weiter: "Dass heute mehr als doppelt so viel Holz aus dem Wald geholt wird wie noch vor 20 Jahren. Es sind nicht nur die Öfen und Heizungen die Holz benötigen, vor allem sind es die Biomassekraftwerke. In Bayern, so schätzt man kommen jedes Jahr mehrere Dutzend hinzu. Befeuert von staatlichen Subventionen, also von Steuergeldern. Man fragt sich warum, denn Holz schneidet in der CO2-Bilanz nicht besser ab, als Erdgas".


Zerstörter Standort der Türkenbundlilie, einer Lilienart die krautreiche Laubmischwälder und kalkhaltige Böden bevorzugt. Ein zerstörter Standort der Türkenbundlilie (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Viele wissen nicht, was hier einmal hätte blühen können


Viele der Naturinteressierten waren entsetzt, als sie die Bilder der Waldverwüstungen sahen. "Dies ist das Ergebnis von Ausschreibungen für diese Waldarbeiten und das günstigste Angebot kommt eben dann zum Zuge. Zeit ist Geld - auf die Lebensgemeinschaft Wald kann dann keine Rücksicht genommen werden".


Die Türkenbund-Lilie eine der schönsten einheimischen Pflanzen (Bild: Thomas Langhirt) Die Türkenbund-Lilie ist eine Halbschattenpflanze und kommt in Laubwäldern, Nadelmischwäldern vor. Sie liebt die nährstoffreichen, kalkhaltigen Böden.
Die Türkenbund-Lilie - eine der schönsten heimischen Pflanzen Bild: Thomas Langhirt



Die Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)

Die Türkenbund-Lilie, oder auch Türkenbund, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lilien und gehört für mich zu den schönsten Pflanzen Mitteleuropas. Sie wächst auf Waldwiesen und in den Laubwäldern der Gebirge. Immer wenn ich im Juni in den Auwaldresten entlang der Gollach wandere, kann ich diese schöne Pflanze bewundern. Allerdings muss man Glück haben, denn die Knospen der Türkenbund-Lilie werden gerne von Rehen gefressen. Ihre Blütezeit ist zwischen Juni und August.
Ihre hell purpurfarbenen Blüten erinnern in der Form tatsächlich an einen Turban, daher auch ihr name Türkenbund.

Der Name Lilium martagon war schon vor Carl von Linne bekannt. Wahrscheinlich zuerst belegt im Englischen, so um die Zeit 1477.  Die Herkunft des Epitheton (Zweitname) m a r t a g o n ist umstritten. Vielleicht wird dies abgeleitet von martagan, eine neuartige Form des Turbans, der von Sultan Mehmed I. eingeführt wurde. Man bezieht dies auf die zurückgeschlagenen Perigonblättern (als Perigonblatt wird bei Blütenpflanzen ein Blatt der Blütenhülle bezeichnet, wenn die Blütenhülle nicht in Kelch
und Krone gegliedert ist). Eine andere Ableitung bringt sie mit dem Kriegsgott Mars in Verbindung, da man glaubte dieser stehe in Zusammenhang mit der Umwandlung von Metallen.



Der Stängel des Türkenbundes ist grün, mitunter braun  gefleckt. Die nickenden Blüten bestehen aus sechs purpurroten, dunkel gefleckten Kronblättern, die nach außen eingerollt sind. Sechs Staubblätter ragen nach unten aus der Blüte. Sie gedeiht in krautreichen Laub- und Nadelwäldern (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Sie gedeiht in krautreichen Laub- und Nadelwäldern



Die fast fremdartig anmutenden Blüten verströmen abends und nachts einen schweren, süßen Duft und locken Nachtfalter, wie Eulenfalter an, unter anderen den Schatten-Mönch, die mit ihren langen Rüsseln den Nektar aus den Blüten saugen können. Da die Blütenblätter des Türkenbundes sehr stark nach außen eingerollt sind, fehlt ein Landeplatz für anfliegende Insekten und die Falter saugen im Schwebflug. Diese heute in vielen Landesteilen schon seltene Lilie muss früher viel häufiger gewesen sein. Darauf deuten ihre zahlreichen Volksnamen, wie z.B. Goldapfel, Goldwurzl, Schlotterhose, Schmalzwurz oder Türkisch-Huat.

In Deutschland ist der Türkenbund von der Ebene bis in die Alpen vertreten. In Westfalen erreicht der Türkenbund den Nordwestrand seiner Gesamtverbreitung. Die Türkenbund-Lilie gilt in Deutschland als "nicht gefährdet". Jedoch ist sie in vielen Bundesländern selten, so ist sie z.B. in Mecklenburg-Vorpommern "Vom Aussterben" bedroht. In den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen inzwischen als gefährdet.

Die Türkenbund-Lilie ist nach der Bundesartenschutzverordnung eine Art die besonders geschützt wird.

Ordnung: Lilienartige
Familie: Liliengewächse
Gattung: Lilien


Thomas Langhirt meint: "Dass gerne behauptet wird, dass die Energie Holz klimaneutral sei. Es ist richtig, dass bei der Verbrennung von Holz nur der Kohlenstoff freigesetzt wird, den der Baum zuvor beim Heranwachsen aufgenommen hat. Es ist aber auch richtig, dass bei der Abholzung wichtiger CO2-Speicher vernichtet wird, denn alte Wälder, das wissen wir ja durch den Tropenwald, können hervorragend CO2 binden, denn selbst tote Bäume sind noch CO2-Speicher."


Zeit ist Geld - es muss schnell gearbeitet werden - die Natur ist dabei zweitrangig (Bild: Thomas Langhirt) Wir haben die Arbeiten im Forst beobachtet und wir wurden auch gefragt, was wir hier machen.

Dieser Forwarder fährt zwischen zwei Bäumen hindurch - Wurzelschäden sind hier vorprogrammiert
Zeit ist Geld - es muss schnell gearbeitet werden - die Natur ist dann zweitrangig Bild: Thomas Langhirt



Bäume, wie hier im Bild, die am Rande einer Schneise stehen, werden durch das schwere Arbeitsgerät in schwere Mitleidenschaft gezogen. Bäume die am Rand der Schneise stehen, werden schwer in Mitleidenschaft gezogen (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Bäume die am Rande stehen, werden schwer beschädigt


Auch das sollte bedacht werden, dass in den obersten 30 cm des Waldbodens, pro Quadratmeter eine vitale Lebensgemeinschaft vorkommt: Milliarden von Pilzen, Hunderttausend von Kleintieren, Hunderte von Käfern und Larven, sowie Spinnen, Asseln und Schnecken.


Viele Teilnehmer sind entsetzt über diese Naturzerstörung (Bild: Dieter Hirth) Der Boden wurde durch das schwere Arbeitsgerät so verdichtet, dass hier nichts mehr wächst.
Vielen Teilnehmern steht das Entsetzen ins Gesicht geschrieben - über diese Naturzerstörung Bild: Dieter Hirth


Der deutsche Wald wird immer "jünger", dies hat auch weitreichende Auswirkungen, denn junger Wald kann nicht den Kohlenstoff speichern, wie ein alter Wald. Aus einer Studie geht hervor: Konnte der deutsche Wald 1988 noch rund 17 Millionen Tonnen Kohlenstoff binden, so waren es 2008 nur noch 4,7 Millionen Tonnen.

Sorge bereite den Fachleuten der zunehmende Nutzungsdruck auf die Wälder, der Holzeinschlag soll stark erhöht werden. Wie von Experten zu erfahren war: "Der deutsche Wald ist ein intensiv und zunehmend maschinell genutzter Wald. 15 bis 25 Prozent der Waldbodenfläche sind durch Holzerntemaschinen-freundliche Rückegassen zerstört." Die fünf Prozent nutzungsfreie Waldfläche, die in der "Nationalen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt angestrebt ist, mache sich dagegen klein aus - momentan sind es noch weniger als zwei Prozent.


Auch sie gehört zur Waldlebensgemeinschaft - Die
Blindschleiche (Anguis fragilis)   ist wohl eines der angepasstesten Reptilien Europas.
Sie ist eine Tag- und dämmerungsaktiv
versteckt lebende Art, die eine starke Sonneneinstrahlung meidet.
Ihre Nahrung besteht aus Würmern, Schnecken, Spinnen und langsamen Insekten.

Diese Blindschleiche hat wohl ihren Schwanz verloren, geopfert um selbst überleben zu können.
Die Blindschleiche ist an Waldrändern anzutreffen - häufig unter Totholz (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Die Blindschleiche ist an Waldrändern anzutreffen - häufig unter Totholz



Die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist eine Echsenart innerhalb der Familie der Schleichen. In Mitteleuropa gehört diese  - glattschuppige, schlangenförmige Schleiche - zu den am häufigsten vorkommenden Reptilien. Aufgrund ihres beinlosen, langgestreckten Körpers wird sie nicht selten mit einer Schlange verwechselt. Dieses Missverständnis spiegelt sich sogar im wissenschaftlichen Gattungsnamen wider, den ihr Carl von Linne gegeben hat. (Anguis = Schlange) - (fragilis = "zerbrechlich"). Ein anderer verbreiteter Irrglaube ist, dass die Blindschleiche blind sei.
Als Lebensraum nutzt sie eine Vielzahl unterschiedlicher Biotope. Am leichtesten ist sie in lichten Laubwäldern anzutreffen, aber auch auf Wiesen, Waldränder, Heidelandschaften und Moore, in Gärten in denen sich kleine Steinmauern befinden, genauso auf Brachland und in Parkanlagen. Häufig unter Totholz und Steinen.


Die Blindschleiche ist in fast ganz Europa heimisch (Bild: Thomas Stephan) Vom Flachland bis in hochalpine Lagen, in den spanischen Pyrenäen und auf dem Balkan bis maximal 2400 Meter, kommt die Blindschleiche vor.
In fast ganz Europa - außer dem hohen Norden und dem Süden der Iberischen Halbinsel ist sie anzutreffen Bild: Thomas Stephan


Die Blindschleiche ist wohl eines der angepasstesten Reptilien Europas. Sie sieht aus wie eine Schlange, ist aber eigentlich eine Echse, die keine Beine mehr hat. Gerät sie in Gefahr, wirft sie ihren Schwanz ab und lenkt so den Angreifer von sich selbst ab. Sie ist tag- und dämmerungsaktiv und eine versteckt lebende Art, die starke Sonneneinstrahlung meidet. Ihre Nahrung besteht aus Würmern, Schnecken, Spinnen und langsamen Insekten.

Im Gegensatz zu Schlangen hat sie bewegliche Augenlider. Ihre Oberseite ist hell- bis dunkelbraun, kupferfarben, rötlich oder grau. An den Flanken ist sie meist etwas heller. Ausgewachsene Weibchen haben oft dunkle Rückenstreifen und braune in Längsreihen angeordnete Punkte. Die Unterseite ist schwarz- bis bläulich grau, bei Männchen auch gelblich. Die Jungtiere sind auffallend gold- bis silberfarben glänzend versehen mit schwarzen Rückenmittelstreifen und dunklen Flanken.

Nach der Winterruhe, die in Mitteleuropa von Oktober bis April dauert (oft überwintern viele Exemplare gemeinsam in tiefen Erdlöchern) erfolgt die Paarung. Nach drei Monaten Tragzeit setzt das Weibchen im Sommer 8 - 20 etwa 8 cm lange Jungtiere ab, die sich während der Geburt aus ihren häutigen, durchsichtigen Eihüllen befreien. Alttiere können zwischen 30 und 50 Zentimetern lang werden. Sie besitzen eine Lebenserwartung von mehr als 30 Jahren. Ihr nächster Verwandter ist der Scheltopusik (Pseudopus apodus) der im Küstenbereich der Balkanhalbinsel bis in die Türkei und Mittelasien heimisch ist.

Die Blindschleiche wurde von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum "Reptil des Jahres 2017" ernannt.


Neckermann, konnte als ehemaliger langjähriger Kreisvorsitzender eines Umweltverbandes mehrmals bei Waldbegehungen den Naturinteressierten diesen Zustand aufzeigen. So z.B. im Spessart: Auf der einen Seite war der "Stangenwald" zu sehen, hier hörte man kaum Vogelstimmen, auf der anderen Seite, wächst der Rest eines ehemals alten Waldes als "Waldreservat" - ein alter Baumbestand, mit Bäumen die 200 Jahre alt sind, und große Mengen von Kohlenstoff binden können. Und jedem fiel auf: Hier herrschte vitales Leben, hier hatte sich die Waldlebensgemeinschaft zurückgezogen. Was wird, wenn auch diese letzten "Waldreservate" verheizt werden. Was wird dann aus den vielen Tieren und Pflanzen, die einen alten Wald zum Überleben brauchen. "Das stimmt einen schon sehr nachdenklich", meinte Neckermann weiter.


Gibt es keinen "alten Wald" so hat auch er keine Chance mehr.

Der Schwarzspecht ist der größte europäische Specht. Mit seinem einheitlich schwarzen Gefieder, dem mächtigen hellen Schnabel und der hellgefärbten Iris ist er kaum mit einem anderen Vogel zu verwechseln.

Er braucht einen alten Waldbestand, weil: Meist hämmern Schwarzspechte jedes Jahr neue Höhlen - zum Vorteil anderer baumhöhlenbrütender Vogelarten - dabei bevorzugen sie über 80-jährige Bäume - hier eine Buche - die mindestens 4 m hoch astfrei sind. Häufig werden die bis zu 80 cm tiefen Bruthöhlen im harten Buchenholz angelegt. Dazu arbeiten Männchen und Weibchen gemeinsam rund 3 - 4 Wochen.
Schwarzspechte brauchen einen alten Wald - viele andere Tierarten profitieren von ihnen (Bild: Maximilian Dorsch)
Bild: Maximilian Dorsch Schwarzspecht mit Junges an seiner Baumhöhle


Auch Deutschland hat mitunterschrieben, dass die Artenvielfalt zu erhalten ist. Es ist sicherzustellen, dass der Artenschwund gestoppt wird, dass Lebensraum diesen Arten zur Verfügung steht.
Wir sollten uns einsetzen, für eine naturnahe Waldwirtschaft. Denn unser Wald dient nicht nur der Holzproduktion, sondern der Wald dient auch der Grund- und Trinkwasserbildung, dem Bodenschutz, der Erholung, der Luftqualität und dem Klimaschutz, sowie der Erhaltung der biologischen Vielfalt.


Die Rote Waldameise erfüllt im Wald einen wichtigen ökologischen Beitrag (Bild: Thomas Langhirt) Ameisenhaufen der Roten Waldameise (Formica rufa).

Die Rote Waldameise gehört zur Gattung der Waldameisen (Formica), in der Unterfamilie der Schuppenameisen.
Da sie gut besonnte Stellen am Waldrand in Laubwäldern, sowie Nadelwäldern besiedelt, können Störungen verheerende Ursachen für den Hautflügler bedeuten Bild: Thomas Langhirt



Die Rote Waldameise lebt in den bekannten, bis über 1 m hohen, kuppelförmigen, überwiegend aus Fichtennadeln aufgebauten Nesthaufen (hier gut zu sehen). In der Mitte befindet sich meist ein Baumstumpf, und unter der Erde ist das als Gangsystem angelegte Nest ungefähr ebenso groß wie der oberirdische Hügel. Meist bildet die Rote Waldameise große Völker und auch mehrere Nester umfassende Kolonieverbände. Das Arbeiterinnenvolk wird in der Regel von nur einer einzigen Königin geführt. Der Giftstachel ist wie bei allen Schuppenameisen zurückgebildet. Die Arbeiterinnen verspritzen zur Verteidigung daher ihr Gift direkt aus dem Hinterleib, den sie dazu zwischen den Beinen hindurchbiegen. Sie erbeuten als Nahrung für die Brut große Mengen an Insekten, Raupen und Spinnentieren, sowie von Kadavern und erfüllen somit einen wichtigen ökologischen Beitrag als "Polizei des Waldes".


Es muss auch für Ochsenfurt gelten, dass ein Teil des Ochsenfurter Forstes als ein "alter Wald" erhalten bleibt, herauszunehmen als Holzlieferant, sondern zu erhalten als Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere, denn die "Roten Listen" in denen diese gelistet sind, wird Jahr für Jahr länger. Wenn es nicht bei Lippenbekenntnissen der Verantwortlichen bleiben soll, muss dringend umgesteuert werden.


Früher wurde von "Rückegassen" gesprochen. Diese Zeiten sind vorbei.

Was aber heute im Wald passiert, hat mit einer natürlichen Waldbewirtschaftung nichts mehr zu tun. Hier wird Wald zerstört, für den Profit.
Hat dies noch etwas mit einer natürlicher Waldbewirtschaftung zu tun? Wir meinen Nein (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Der Wald gehört uns allen, deswegen müssen wir etwas ändern. So geht es jedenfalls nicht!


Langhirt und Neckermann sind sich auch sicher: "Dass auch der Mensch vom Wald profitiert. Hier kann der gestresste Bürger auch einmal die Seele baumeln lassen".


Stark beeindruckt waren die Teilnehmer von dieser etwas anderen Waldbegehung (Bild: Dieter Hirth) Die Thematik regte immer wieder zu Diskussionen an.
Gekonnt vermittelte Thomas Langhirt Fachwissen.
Stark beeindruckt vom Gehörten und Gesehenen - immer wieder Diskussionen Bild: Dieter Hirth


Die Naturinteressierten waren von den "Bildern" dieser etwas anderen Waldbegehung beeindruckt, dies zeigte auch, dass noch lange nach Beendigung der Exkursion diskutiert wurde.


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- letzte Aktualisierung: Freitag, 08. Mai 2020 -
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