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Pflegeeltern meistens unerwünscht!

         Die Finger weg von den jungen Wilden!
 

Viele meinen es gut, anders ist es aber oft besser.

Unser Appell an die Autofahrer, doch bitte bei den Ein- und Ausfahrten der Ortschaften langsam zu fahren, denn hier befinden sich oft im Schutz der Heckensäume oder der Bäume Jungvögel.

Ab Ende April geht es wieder los, werden Tausende junger Vögel flügge. Man nennt dies auch "ausfliegen", aber oft sieht das mehr nach herausfallen aus, denn so eine junge Amsel oder Blaumeise, die gerade aus dem Nest gekommen ist, sieht äußerst hilflos aus. Mit kurzem Stert herunterhängenden Flügeln und ungeschickt hüpfend, versteckt sie sich in den Sträuchern, wo mindestens einmal pro Stunde die Nachbarskatze herumschleicht.

Junge Blaumeise nur scheinbar verlassen - die Eltern sind meist nicht weit (Bildreferent: Olav Krüger)

Junge Blaumeise, scheinbar hilflos? Die Eltern sind meistens nicht weit.

Junge Blaumeise noch nicht flügge

Bild: Olav Krüger

Das Weibchen legt meist 6 bis 14 am häufigsten 9 bis 11 Eier, jeden Tag eines. Die zweiwöchige Bebrütung wird erst begonnen, wenn das Gelege praktisch voll ist. Die Nestlingszeit beträgt 19 - 21 Tage. Etwa am neunten Tag bekommen die Nestlinge die ersten Federn und fressen gierig. Beide Eltern bringen Nahrung, meistens Insekten und Spinnen die oft an den äußeren Zweigspitzen abgelesen werden. Die Familie hält ca. 2 Wochen zusammen. Die Blaumeisen können 2 Bruten hervorbringen.

Die ersten Tage nach dem Verlassen des Nestes sind die gefährlichsten, und die Hälfte aller Heranwachsenden überlebt die erste Woche nicht.
Und doch raten wir jeden, jede Neigung das "arme" Vögelchen in einen Käfig zu stecken und ihm Würmer zu füttern, zu unterdrücken. Denn, die Amsel- oder Meiseneltern sind in der Nähe, lassen sich aber manchmal länger als eine Stunde nicht sehen oder hören und kommen dann doch wieder mit einem fetten Wurm zu dem "Kleinen".

Junge Amseln haben wie das Weibchen eine geringe Ähnlichkeit mit der Singdrossel.

Das Gelege besteht meist aus 5-6 Eiern. Die Jungen schlüpfen nach zwei Wochen. Die blinden und nackten Jungen werden von beiden Eltern gefüttert. Die Nestlingszeit beträgt 13-14 Tage. Beide Partner füttern die Jungvögel noch bis 3 Wochen nach Verlassen des Nestes.
Amseln können 3 Bruten hervorbringen.

Stadtamseln brüten häufig, wie hier zu sehen, in Blumenkästen, auf Fenstersimsen und Balkonen.

Junge Amseln werden von der Mutter gefüttert. Das Nest kann auch in einem Blumenkasten sein (Bild: privat)

Bild: Privat

Ein Blumenkasten wurde als Brutplatz ausgesucht

Es kann vorkommen, dass so ein kleiner Kerl an einem gefährlichen Ort sitzt, z.B. am Straßenrand, oder auf der Terrasse ihres Gartens, wo vielleicht immer auch eine Katze herumschleicht. Dann nehmen Sie ihn vorsichtig hoch und setzen Sie ihn an sicherer Stelle wieder ab. Das kann der Ast eines Baumes sein, oder eine Hecke. Die Entfernung sollte aber nicht mehr als 25 m betragen, damit er von seinen Eltern wieder gefunden wird. Da kann er dann ab und an einen lauten Schrei von sich geben, und so die Eltern auf sich aufmerksam machen.

Viele Gefahren lauern auf die Jungvögel (Bildreferent: Olav Krüger)

Junger Gartenrotschwanz.
Der Gartenrotschwanz - Vogel des Jahres 2011 - ist einer der farbenprächtigsten heimischen Singvögel.
Brutzeit: Anfang Mai - 2 Jahresbruten
Gelege: meist 6 oder 7 Eier.
Brutdauer: 12 -14 Tage. Das Weibchen brütet allein.
Nestlingszeit: 13 - 15 Tage.

Jungvögel die durch eine harte Lehrzeit gehen, haben eine gute Chance zu überleben

Bild: Olav Krüger

Nur junge Vögel, die durch die harte Lehre der ersten Tage kommen, haben eine gute Überlebenschance, weil sie in kurzer Zeit viel gelernt haben.
Sollten Sie so einen hilflosen Jungvogel in einem Baum sehen, nehmen Sie ihn bitte nicht gleich in Obhut, sondern beobachten Sie ihn wenigstens eine Stunde lang, ob sich nicht doch Elterntiere um den scheinbar hilflosen Jungvogel kümmern.

Ich hatte einmal das Erlebnis mit einem kleinen Haussperling, der durch die Dachrinne fiel und nun hilflos in einem Abflussschacht steckte, ohne Chance da herauszukommen. Durch das ständige Auffliegen wurde ich darauf aufmerksam und befreite ihn aus seiner misslichen Lage. Den kleinen Kerl setzte ich in unmittelbarer Nähe in einen Holunderbusch. Schon nach wenigen Minuten wurde er freudig von seinen Vogeleltern begrüßt.

Junges Rotkehlchen.
Das Gelege besteht meist aus 3-6 Eiern. Nur das Weibchen brütet, wird vom Männchen gefüttert, manchmal dreimal pro Stunde.
Die Brutdauer beträgt 12- 15 Tage. Beide Elternteile bringen ihrem Nachwuchs Nahrung, meistens Insekten und Würmer.
Die Nestlingszeit beträgt 13 - 15 Tage.
Rotkehlchen können 2 Jahresbruten hervorbringen.
Sobald die Jungen flügge sind, sind sie auf sich alleingestellt.

Viele junge Rotkehlchen sterben vor Vollendung ihres ersten Lebensjahres (Bildreferent: Olav Krüger)

Bild: Olav Krüger

Auch Rotkehlchen nisten gerne in Menschennähe.

Fast drei Viertel aller junger Rotkehlchen sterben vor Vollendung ihres ersten Lebensjahres, entweder von Räubern getötet oder weil sie unfähig sind, für sich selbst zu sorgen. Zehn Prozent der älteren Rotkehlchen sterben bei dem Versuch, ihr Territorium zu verteidigen.

Halten Sie sich auf alle Fälle von Heranwachsenden fern. Wenn Sie ein Amselnest im Garten haben, halten Sie sich fern, wenn die Jungen flügge werden. Wenn Gefahr droht, stoßen die Eltern einen spitzen Alarmschrei aus und dann kann es passieren, dass die Jungen das Nest panikartig verlassen, vielleicht ein paar Tage zu früh. Die Natur hat das so eingerichtet. Für den einzelnen Jungvogel steigert dies die Überlebenschance, da ein Nest mit mehreren Jungvögeln leichter Beutegreifern wie Eichhörnchen oder Elster zum Opfer fallen, als der einzelne Jungvogel im Gebüsch.
Zurücksetzen in das Nest ist schwierig, denn wenn Sie das eine in das Nest setzen, fliegt ein anderes sofort wieder heraus.

Diese Tiere benötigen einen alten Wald mit Baumhöhlen (Bildreferent: Olav Krüger)

Junger Grünspecht, der einmal nach dem Schwarzspecht zum zweitgrößten einheimischen Specht werden möchte.
Manchmal wählen die Alttiere ihre Schlafhöhle als Nistplatz. Andernfalls brauchen beide Vögel etwa zehn bis 30 Tage um in einem Baumstamm eine neue Höhle anzulegen.
Die Brutzeit beginnt Ende April - eine Jahresbrut.
Ist die Wohnung fertig, legt das Weibchen 5-8 weiße, mit hohem Glanz, Eier auf den nackten Höhlenboden. Beide Vögel teilen sich das Bebrüten der Eier 14 -15 Tage. Die Nestlingszeit beträgt bei den Grünspechten 23-27 Tage.
Haben die Jungen das Nest verlassen, teilen die Eltern manchmal die Brut unter sich auf und kümmern sich jeweils um zwei bis vier Junge.

Junger Grünspecht sind recht neugierig und keck.

Bild: Olav Krüger

Einen kranken oder verwundeten Vogel, z.B. Mauersegler, setzen Sie am besten in einen dunklen Karton und bringen ihn zu einer Vogelauffangstation. (Wir haben eine solche Vogelauffangstation, siehe Anschriften unter Kontakte).
Bitte verarzten Sie niemals einen verletzten Vogel selbst, denn für eine Vogelbehandlung benötigt man spezielle Kenntnisse. Sie lassen Ihr gebrochenes Bein ja auch nicht vom Nachbarn behandeln.

Wie erkenne ich einen wirklichen Notfall?

Offene Verletzungen, humpelnde Tiere, hängende Flügel, Knochenbrüche oder Verletzungen nach einem Wildunfall - nur in diesen Notfällen sollten Sie Hilfe holen! Kontaktieren Sie einen Tierarzt, Wildtierstation, Tierheim oder eine Vogelauffangstation. Die wissen immer Rat! Denken Sie bitte bei größeren Tieren, z.B. Rehen, auch an Ihre eigene Sicherheit. Verletzte Tiere geraten leicht in Panik und können dann selbst zur Gefahr werden.

Kleine Vögel, die piepend auf dem Boden hocken, haben nur selten ihre Mutter verloren. Wahrscheinlicher ist es, dass sie gerade ihren ersten, glücklosen Flugversuch gewagt haben. Warten Sie ab und beobachten Sie das Junge. Meistens kommt die Vogelmutter bald und kümmert sich um den Bruchpiloten.

Junge Blaumeise ruft nach den Eltern.
Es dauert meistens nicht lange und es wird sich um den kleinen Bruchpiloten gekümmert.
Wenn Sie so einen kleinen Piepser am Rand einer befahrenen Strasse sitzen sehen, können Sie diesen aufheben und an sicherer Stelle, nicht mehr als 25 Meter von der Fundstelle entfernt absetzen. Die Alttiere finden den Kleinen.

In solchen Situationen können Sie solche Piepmätze an eine sichere Stelle absetzen (Bildreferent: Olav Krüger)

Foto: Olav Krüger

Junge Vögel kann man ruhig auch in die Hand nehmen

Wenn Sie noch einen nackten Jungvogel finden, suchen Sie sein Nest und setzen Sie ihn einfach zurück. Denn im Gegensatz zu Säugetieren "riechen" Vogeleltern schlecht und stören sich nicht an menschlichem Geruch. Einen Jungvogel groß zu ziehen ist jedoch ein Vollzeitjob! Zwischen 6 und 22 Uhr verlangt das Findelkind alle halbe Stunde nach Nahrung. Junge Tauben z.B. bekommen von ihrer Mutter eine spezielle Milch, die die Tauben im Kropf bildet und können gar nicht von Menschenhand gefüttert werden.

Größere Vogelarten wie hier junge Graureiher gehören in eine Greifvogelauffangstation oder in ein Tierheim (Bildreferent: Olav Krüger)

Keine Aliens, sondern junge Graureiher.
Die Brut bei den Graureihern beginnt früh im Jahr, Ende März, um den Jungen genügend Zeit zu geben, vor dem nächsten Winter heranzuwachsen.
Beide Eltern wechseln sich beim Brüten ab, das mit dem Legen des ersten Eies beginnt. Gemeinsam werden die Küken gefüttert. Die Küken schlüpfen in Zeitabständen.
1 Jahresbrut. Gelege: 4-5 grünblaue Eier.
Brutdauer: 25 -28 Tage
Nestlingsdauer: ab ca. 30 Tage klettern auf Nachbaräste, mit 42 - 55 Tagen flugfähig, noch ca. 1ß - 20 Tage danach ins Nest zurückkehrend

Sollten solche Jungvögel verlassen sein - nächste Vogelauffangstation

Foto: Olav Krüger

Auch Junghasen wurden in der Regel nicht von der Häsin verlassen. Im Gegenteil: Das Muttertier schützt den Nachwuchs durch ihre Abwesenheit. Sie lenkt so Fressfeinde wie Füchse und Greifvögel von den kleinen Feldhasen ab, die sich zum eigenen Schutz im Acker ducken und still verhalten. Das Gleiche gilt im Frühsommer für Rehkitze, die sich ebenfalls im Gras tarnen. Die Ricke ist in der Nähe, kommt regelmäßig, um das Kitz zu säugen und zu säubern. Ist das Muttertier nachweislich tot, müssen der Jäger des jeweiligen Reviers oder die Polizei verständigt werden.

Die Turmfalken bauen kein eigenes Nest, sondern legen die Eier in der Regel in Felsnischen, in Mauerlöcher oder Baumhöhlen aber in verlassenen Krähennester.
Brutzeit April bis Juni. 1 Jahresbrut. 4-6 Eier.
Brutdauer: 27 -32 Tage
Nestlingszeit: 27 - 32 Tage manchmal etwas länger.
Die Jungen verlassen im Spätsommer das Revier der Eltern, manchmal bleiben sie bis in den Herbst hinein.

Junge Falken gehören unbedingt in eine Greifvogelauffangstation (Bildreferent: Olav Krüger)

Bild: Olav Krüger

Wenn ein junger Turmfalke aus dem Nest fällt - bitte in die nächste Greifvogelauffangstation bringen siehe unter Kontakt

Häufig werden immer wieder Jungvögel von Katzen erbeutet und mit ins heimische Revier gebracht. Wir raten, auch wenn es schwer fällt: Mit einem Glöckchen am Halsband können Katzen nur schwer Beute machen. Die Nester in Ihrem Garten schützen Sie vor Katzen oder Marder mit Manschetten oder Kränzen aus stacheligen Pflanzen (Rosenranken) um ihre Bäume herum.

Solche Tiere haben nur eine Chance wenn sie gut auf ein Leben in freier Natur vorbereitet werden (Bildreferent: Olav Krüger)

Meist unmöglich selbst aufzuziehen - mit den Tieren in die nächste Auffangstation oder Tierheim. Denn die Tiere sollen ja später wenn sie flügge sind wieder ausgewildert werden.

 

Hier noch einmal zusammengefasst eine Checkliste für Sie:

Vogelkinder können ohne Sorge in das Nest oder an sicherer Stelle gesetzt werden. Vögel orientieren sich wesentlich weniger als Säugetiere am Geruchsinn.
Vogelkinder werden daher auch nach einer Berührung durch den Menschen von den Vogeleltern wieder angenommen.

Nehmen Sie einen vermeintlich verlassenen oder bettelnden Jungvogel nur mit, wenn Sie ganz sicher sind, dass er tatsächlich von seinen Eltern verlassen wurde.
Dann sofort zur nächsten Vogelauffangstation (siehe unter Kontakte).

Jungvögel, die auf dem Boden herumhüpfen und Kontaktlaute ausstoßen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach Ästlinge, die keiner Hilfe bedürfen. Um ganz sicher zu gehen, können Sie die Vögel aus einem Versteck heraus beobachten.
Nur wenn nach einer Stunde noch kein Altvogel aufgetaucht ist, braucht das Tier Hilfe. Fangen Sie das Tier vorsichtig ein und bringen Sie es zur nächsten Vogelauffangstation. (Eulen und Greifvögel = Greifvogelauffangstation - Singvögel = Singvogelauffangstation, s. unter Kontakte)

Sitzt ein Jungvogel an einem gefährdeten Ort, z.B. Straßenrand, eine Stelle wo immer wieder Katzen herumschleichen, nehmen Sie ihn vorsichtig hoch und setzen Sie ihn an sicherer Stelle ab. Die Entfernung vom Fundort sollte nicht mehr als 25 Meter betragen, damit die Eltern ihren Sprössling auch wieder finden.

"Versehentlich" mitgenommene Ästlinge können innerhalb von 24 Stunden wieder an den Fundort zurückgebracht werden. Solange suchen die Altvögel nach ihrem Nachwuchs. Nach 24 Stunden bedarf der Vogel menschlicher Hilfe (Vogelauffangstation).



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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 01. Juli 2018 -
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