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Vogel des Jahres 2019 - die Feldlerche, der Himmelsvogel

 
Mit der Wahl der Feldlerche zum "Vogel des Jahres 2019" wird eine Vogelart zum Vogel des Jahres ernannt, die früher, ich rede da noch von den 1960er Jahren, ein Allerweltsvogel war. Leider ist die Feldlerche heute eine gefährdete Art, die auch nicht mehr jedem geläufig ist. Es gibt in Deutschland, weite Gebiete, die als feldlerchenfrei zu bezeichnen sind. Für Deutschland wurden für 2005 bis 2009 zwischen 1,3 bis 2 Millionen BP geschätzt. Für Bayern waren dies 54.000 - 135.000 BP. Ornithologen, dies ist auch meine Einschätzung, sehen nirgendwo eine positive Entwicklung, dies wird durch die intensive Landwirtschaft, die dieser Vogelart keine Räume mehr lässt, unterstützt. Die sogenannten Feldlerchenfenster, können hier nur bedingt helfen. Es fehlen die Ackerrandstreifen mit einer blühenden Flora. Der Feldlerche geht neben den Brutplätzen, auch die Nahrung aus.


Die Feldlerche ist eine wunderbare Sängerin (Bild: Olav Krüger) Die Feldlerche ist einer der typischen Vogelarten der Feldflur. Ihr trillernder und wirbelnder Gesang erklingt auch heute noch über offenem Heide- und Moorland. Aus der Feldflur wird sie jedoch durch die Intensivierung der Landwirtschaft mit Einsatz von großen Maschinen, Dünger und Pestiziden vertrieben.
Die Feldlerche ist eine wunderbare Sängerin Bild: Olav Krüger



Erinnerungen an einen lieben Gesangsvogel, der mich schon als Kind erstaunte und faszinierte:

Da ich in einer Gegend wohne, die auch landwirtschaftlich geprägt ist, einer der besten Böden Deutschlands, kannte ich die Feldlerche von Kindes Beinen an. Fasziniert hat mich immer, dieser unglaubliche Gesang, schon früh im Jahr. Oft schon im Februar, wenn es noch Schneefälle und eisige Nächte gab, war die Feldlerche an ihrem Brutplatz. Gab es mehrere eisige Nächte, so kam es natürlich vor, dass die Feldlerche wieder in Richtung Winterquartier abwanderte um wenig später es wieder zu versuchen. Es ist mir immer eine schöne Erinnerung, wenn ich eine Feldlerche gerade aufsteigend und dabei singend in den weiten Himmel verschwinden sah, um dann unermüdlich minutenlang zu singen. Wohl einmalig in der Singvogelwelt.


Intensivkulturen mit Mais und Raps, fehlende Brachflächen, eine Unmenge an Gülle (Deutschland hat mit die gülle verseuchtesten Böden Europas) und viel zu viel Pestizide haben die Landschaft der Feldlerche verändert und den Lebensraum genommen. Nach 1998 wurde die Feldlerche zum zweiten Mal "Vogel des Jahres"(Bild: Olav Krüger)
Bild: Olav Krüger Die Feldlerche ist zum zweiten Mal, nach 1998, "Vogel des Jahres".


Meine Eingangsworte möchte ich nicht als eine Anklage an die herkömmliche Landwirtschaft verstanden wissen. Es sind Fakten, die aber nicht wegzudiskutieren sind, dass die herkömmliche Landwirtschaft der Feldflur mit all ihren Pflanzen und Tieren keinen Raum mehr läßt und ein schneller Umdenkungsprozess einsetzen muss, bevor wir Vogelarten wie die Feldlerche, stellvertretend für viele andere, verlieren. Denn auch die Insektennahrung ist zurückgegangen, nach neuesten Erhebungen um 75 Prozent seit 1989. Der lieb gewordene Gesang der Feldlerche ist bereits aus einigen Gebieten Deutschlands verstummt. Viele Kinder kennen den fröhlichen Gesang, dieses "Frühlingsvogels", schon nicht mehr. Der Himmel, auch in meiner Gegend, ist stummer geworden.


Aus manchen Gegenden ist die Feldlerche bereits verschwunden (Bild: Olav Krüger) Eine falsche Agrarpolitik, vernichtet die Lebensgrundlage vieler Feldvogelarten, wie der Feldlerche.
Aus manchen Gegenden Deutschlands ist sie bereits verschwunden Bild: Olav Krüger


Die Feldlerche ist in Europa einer der am weitesten verbreiteten Brutvögel, sie fehlt nur auf Island. Sie kommt von Nordafrika über fast ganz Europa und durch die mittleren Zonen Asiens, bis in den weiten Osten, vor. Die Feldlerche wurde in Australien und Neuseeland und Nordamerika eingebürgert. In Deutschland ist sie weit verbreitet, sie meidet jedoch große Waldgebiete, außerdem die Siedlungsbereiche.


Die Feldlerche muss auf ihren Frühjahrs- und Herbstzügen auch große Verluste durch Massenfang, wie in Frankreich, hinnehmen. Auch dies lässt die Bestände immer mehr schrumpfen. Viele Feldvogelarten haben es wie die Feldlerche zunehmend schwerer in unserer ausgeräumten Agrarsteppe zu überleben (Bild: Michael Schiller)
Bild: Michael Schiller Die Feldlerche hat es zunehmend schwer in unserer ausgeräumten Agrarsteppe


Bis vor kurzem war die Feldlerche hier in Deutschland eine der häufigsten Vogelarten der offenen Feldflur. Doch wie vielen anderen Arten, wie Rebhuhn, Kiebitz erleidet die Feldlerche große Verluste durch den verstärkten Düngereinsatz, wodurch die Kulturpflanzen "ins Kraut schießen" und für einen ehemals Steppenvogel einfach zu hoch und zu dicht werden. Leider werden auch für die Feldlerche unverzichtbar die Blüh- und Randstreifen entfernt oder einfach zum Ackerfeld hinzugenommen. Bei mir habe ich inzwischen die Stadtverwaltung zum dritten Mal auf einen "Fehltritt" eines Landwirts aufmerksam gemacht, der einen öffentlichen Fahrweg, einfach zu seinem Feld hinzugeackert hat. Desweiteren sind die ungünstigen Mahdzeiten ebenso schlimm für die Feldvogelarten.

Leider muss man dies immer wieder ansprechen, in unserer Feldflur läuft so vieles schief.


Die Feldlerche bevorzugt weite, offene und baumlose Flächen, Weiden, Moore und Dünengelände (Bild: Olav Krüger) Das Gefieder der Feldlerche ist an der Oberseite braun, versehen mit schwärzlichen Streifen. Die Unterseite ist weiß, die Brust ist dunkel längsgefleckt. Sie weist einen schwachen Überaugenstreif und eine kleine kastanienbraune Federhaube am Kopf auf.
Die Feldlerche bevorzugt weite, offene, baumlose Flächen, Weiden, Moore und Dünengelände Bild: Olav Krüger


Die Feldlerche ist stämmig gebaut mit oberseits tarnfarbenem Gefieder, hier verrät sie, dass sie früher ein Steppenbewohner war. Häufig sträubt sie die Scheitelfedern zu einer kleinen Haube auf. Ihr Schnabel ist recht kurz, aber kräftig. Die typischen breiten Flügel haben einen schmalen, weißen Hinterrand. Zusammen mit den weißen Schwanzkanten bilden sie ihre wichtigsten Erkennungsmale.


Die Männchen beginnen bereits im Februar, meist liegt da auch noch Schnee, mit dem Gesang. Ursprünglich bewohnte die Feldlerche Steppengebiete (Bild: Olav Krüger)
Bild: Olav Krüger Ursprünglich bewohnte die Feldlerche Steppengebiete


Typisch für die Feldlerche ihr Gesang: Das Männchen steigt einige Meter fast senkrecht und stumm hoch und fliegt dann ununterbrochen singend in immer kleiner werdenden Spiralen steil empor, meist in Höhen bis 100 Meter. Ob sie höher steigt, kann ich nicht sagen, ob dies irgendjemand nachgemessen hat? Aber erreicht sie die angesprochene Höhe, "hängt" die Lerche mit flachen Flügelschlägen und gespreiztem Schwanz mehrere Minuten ununterbrochen singend in der Luft -eine Meisterleistung in der Singvogelwelt die durch eine spezielle Atemtechnik möglich ist - um dann noch immer singend sich wie ein Fallschirm abwärts fallen zu lassen.


Ununterbrochen singend, aufsteigend in Höhen von 100 Metern, wahrlich eine Meisterleistung (Bild: Olav Krüger) Die Feldlerche steigt mit schnellen Flügelschlägen fast senkrecht empor und singt unermüdlich ihr abwechslungsreiches Lied.
Ununterbrochen singend, aufsteigend in 100 Meter Höhe, wahrlich eine Meisterleistung Bild: Olav Krüger


Hier können Sie die Stimme der Feldlerche hören


Häufig besetzen die Männchen wieder das Revier vom Vorjahr. Die Männchen kommen immer zuerst. Die Weibchen kommen meist erst mehrere Wochen später. Ab Mitte April beginnen sie mit dem Nestbau. Das Weibchen baut in einer Mulde am Boden ein Nest aus Gras und feinem Wurzelwerk und legt das Nest mit dünnen Grashalmen und feinen Würzelchen aus. Es legt zwei bis fünf, bräunlich gefärbte Eier und bebrütet diese 11 - 12 Tage lang.


Erst mit der Ablage des letzten Eies, beginnt das Weibchen zu brüten. Meist wird noch eine zweite Brut, bei günstigen Bedingungen, mitunter sogar eine dritte Brut durchgeführt. Feldlerchennest mit vier gesprenkelten Eiern in einer gut ausgepolsterten Bodenmulde (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Feldlerchennest mit vier gesprenkelten Eiern in einer gut ausgepolsterten Bodenmulde


Feldbeobachtung - Feldlerche:

Die Feldlerche tarnt ihr Nest indem sie es gut geschützt im Gras baut und niemals direkt am Nistplatz landet. Die Nestmulde wird in der Regel unter Grasbüscheln oder Kräuter gescharrt, wobei die Höhe der umgebenden Pflanzen nicht mehr als 40 cm betragen darf. Das Männchen ist leicht an seinem beeindruckenden Singflug zu erkennen, da es ununterbrochen singt und in große Höhen aufsteigt. Manchmal kann man die Feldlerche auch auf einem Pfahl singend beobachten, wird sie entdeckt, fliegt sie sofort laut singend davon. Die Feldlerche singt während der ganzen Balz- und Brutzeit. Nur bei Nebel, oder bei starkem Wind, oder schlechtem Wetter, schweigt sie. Auch während der Mauser im August und September verstummt sie.


Die jungen Feldlerchen sind geschlüpft nun heißt es für die Elterntiere unermüdlich Nahrung herbeischaffen (Bild: Rudolf Schmidt / Frank Hecker) Die jungen Feldlerchen werden zumeist mit Insekten, vor allem Regenwürmer, Spinnen und kleinen Schnecken gefüttert.
Die jungen Racker sind geschlüpft nun heißt es unermüdlich Futter heranschleppen Bild: Rudolf Schmidt / Frank Hecker


Merkmale Feldlerche:

Größe: Sperling - Länge: ca. 18 - 19 cm; Flügelspannweite: ca. 30 - 36 cm;
Gewicht: ca. 29 - 52 g;
Stimme: ein weiches "triek" oder "trlie". Andauernder zwitschernder- trillernder Gesang, manchmal auch mit Imitatioen versehen.
Brutzeit: Mitte April; 2 manchmal auch 3 Jahresbruten.
Gelegegröße 2 - 5, schmutzigweiße, rostbräunlich oder auch grünlich getönte, gleichmäßig kräftig mittelbraun oder oliv gesprenkelte, dabei ist die Grundfärbung oft völlig überdeckt, glatte, mäßig glänzende Eier.
Brutdauer: 11 - 12 Tage;
Nestlingszeit: 7 - 11 Tage, mit 15 - 20 Tagen flugfähig.
Verhalten: außerhalb der Brutzeit gesellig, zur Brutzeit territorial.
Nahrung: Würmer, Insekten, Samen und grüne Pflanzenteile.
Lebenserwartung: 5 - 6 Jahre, in der Gefangenschaft bis zu 20 Jahre.


Beide Alttiere versorgen die Jungen mit Insektennahrung. Dabei landen sie niemals am Nest, sondern immer in einiger Entferung um ihr Nest nicht an Fressfeinde zu verraten. Junge Feldlerche am Nest - oft verstecken sich die Jungen in der Nähe des Nestes (Bild: Olav Krüger)
Bild: Olav Krüger

Junge Feldlerche am Nest - oft verstecken sich die Jungen in der Nähe des Nestes



Die Nestlinge verlassen das Nest nach acht bis elf Tagen und erwarten die futterbringenden Elterntiere in einem nahen Versteck.
Die Feldlerche hat einen vielseitigen Speiseplan. Im Sommer fängt sie Regenwürmer, Raupen, Spinnen. Die Hälfte ihrer Nahrung ist aber pflanzlicher Natur. Im Herbst und Winter frisst sie Grassamen und Getreidekörner und die grünen Teile verschiedener Pflanzen.


Feldlerche auf Nahrungssuche - die für sie immer mühsamer wird (Bild: Olav Krüger)  Singt eine Feldlerche am Boden, handelt es sich häufig um ein Weibchen. Ihr Lied ist aber erheblich kürzer und auch leiser als das der Männchen im Singflug. 
Feldlerche auf der Suche nach Nahrung - die für sie immer schwerer wird zu finden  Bild: Olav Krüger 


Außerhalb der Brutzeit sind Feldlerchen gesellig und treten oft in großen Schwärmen auf, auch zusammen mit Finken und Ammern. Vögel Mittel-, Nord- und Nordosteuropas sind in der Regel Zugvögel, die auf den Britischen Inseln lebenden Vögel verlassen dagegen die Inseln meist nicht, sondern wandern dort umher. Ihr Brutgebiet verlassen sie von September bis November in Richtung der Gebiete mit milden Wintertemperaturen, bevorzugt in Südfrankreich und Spanien. Manche ziehen sogar bis nach Nordafrika. In milden Wintern harren viele Trupps in Mitteleuropa und sogar gelegentlich in Südskandinavien aus.


Neben einem guten Nahrungsangebot benötigt die Feldlerche auch eine freie Sicht, um rechtzeitig mögliche Feinde zu erspähen  Typischer Feldlerchenflug - Start von einer Krautpflanze aus (Bild: Olav Krüger) 
Bild: Olav Krüger  Typischer Feldlerchenflug - Start von einer Krautpflanze aus 


Die zunehmende Konzentration des Ackerbaus auf die drei Kulturen Wintergetreide, Mais und Raps sowie der gleichzeitige Rückgang von Brachen und Grünland führten zu mangelnden Brutflächen. Außerdem verschwinden immer mehr Ackerrandstreifen. Konnten Feldlerchen früher die erste Brut im Wintergetreide, die zweite im Sommergetreide und eine dritte auf Brachen aufziehen, bleibt es heute häufig bei nur einer Brut.


Nur Anfang der 1990er Jahre gab es eine Bestandserholung - die Bestände schwinden zusehends (Bild: Olav Krüger)  Einen kurzfristigen Bestandstrend fand Anfang der 1990er Jahre statt - Grund war die Einführung der Flächenstilllegung zur Bekämpfung der Überproduktion. 
Nur Anfang der 1990er Jahre fand eine Bestandserholung statt - man kann ihr helfen  Bild: Olav Krüger 


Die Feldlerche erreichte hierzulande vermutlich Mitte des 19.Jahrhunderts ihre größten Bestände. Spätestens Anfang des 20.Jahrhunderts setzte dann ein langfristiger Rückgang ein, der sich seit den 1960er Jahren mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft verschärfte. Mit dieser negativen Entwicklung steht Deutschland nicht alleine da. In ganz Europa sieht es ähnlich dramatisch aus. Seit 1980 sind schon mehr als die Hälfte aller Feldlerchen verschwunden. Dieses Schicksal teilt die Feldlerche mit vielen anderen Feldvogelarten. Dabei benöltigt sie doch nur eine Art von "Feldlerchen-Ackerrandstreifen-Programm" indem man blühende Pflanzenarten und Ackerwildkräuter zuläßt, ohne Pestizide und Gülle. Nicht nur die Feldlerche sondern viele andere Feldvogelarten würde davon provitieren, natürlich auch die Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und natürlich viele Pflanzenarten.


Stand die Feldlerche 1998 noch auf der Vorwarnliste der "Roten Liste der Brutvogelarten Deutschlands", so ist sie aufgrund des schnellen Bestandsrückgangs inzwischen in die Kategorie 3 als "gefährdet" gelistet.  Die Feldlerche schon bald aus der Feldflur verschwunden - oder findet ein Umdenken statt? (Bild: Olav Krüger) 
Bild: Olav Krüger  Aus vielen Gegenden bald verschwunden - oder findet ein Umdenkungsprozess statt 


Wie sieht es mit der Feldlerche in Bayern aus?

Die Feldlerche ist in Bayern flächig bis an den Alpenrand verbreitet. Sie gehört in Bayern noch zu den häufigen Brutvogelarten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in den Zählgebieten zu einer erheblichen Ausdünnung der Bestände gekommen ist. Ihre großen Verbreitungszentren liegen vor allem in den Mainfränkischen Platten, (d.h. auch hier bei uns in Unterfranken) im Grabfeld, im Fränkischen Keuper-Lias-Land und der Donau-Iller-Lech-Platten. Ihr Bestand wird auf ca. 54.000 - 135.000 BP geschätzt.


Leider wird der Feldlerche in sechs EU-Ländern Südeuropas noch immer nachgestellt - ein Skandal (Bild: Olav Krüger)  Im Jahr 2014/2015 wurden dort laut offizieller Jagdstatistiken fast 900.000 Feldlerchen getötet. All diese Länder haben auch die EU-Vogelschutzrichtlinie unterzeichnet. Die Jagd muss umgehend eingestellt werden. 
In sechs EU-Ländern Südeuropas ist die Feldlerche im Herbst und Winter immer noch legal jagdbar  Bild: Olav Krüger 


Nesträuber sind der Grund warum Feldlerchen schon immer mehrere Bruten im Frühjahr hervorbringen mussten. Pro Brutversuch wird im Durchschnitt nur ein Jungvogel flügge. Die Eingriffe ihrer Fressfeinde, wie Fuchs, Marder, oder unserer Hauskatze lassen sich jedoch nicht allein die Bestandsrückgänge erklären. Auch nicht wie manche Kreise behaupten, dass die in Unterfranken vorkommende Wiesenweihe, die Singvogelbestände, stark dezimiert. Tatsächlich, ist es aber die intensive Landwirtschaft, die der Feldlerche und anderen Feldvogelarten sowie vielen Pflanzen der Feldflur ihre natürlichen Lebensräume wegnimmt.


Als ehemaliger Steppenvogel ist die Feldlerche heute eine Art der strukturreichen Feldflur. Sie kommt dort noch häufig vor, wo man ihr diese "Feldflur" lässt.

Die fehlenden natürlichen Strukturen sind es die die Feldlerchenbestände schrumpfen lassen (Bild: Olav Krüger)
Bild: Olav Krüger Die fehlenden natürlichen Lebensräume sind es die die Bestände der Feldlerche schrumpfen lassen


 
Hätten Sie das gewusst?

Früher brachten die Menschen den Feldlerchen bestimmte Gesänge bei. 1917 wurde ein Buch mit Melodievorschlägen für Feldlerche, Heidelerche und anderer Vögel veröffentlicht. Diese Melodien wurden den Vögeln auf einer besonderen Flageolett genannten Flöte vorgespielt.
Feldlerchen müssen wie viele Singvögel große Teile ihres Gesanges erlernen. Dies zeigt sich daran, dass früh aus dem Nest entnommene Jungvögel niemals den typischen Lerchengesang beherrschen, jedoch Melodien, die sie vorgespielt bekommen, mit hervorragender Genauigkeit erlernen.
Auch freilebende Feldlerchen sind gute "Spötter", die Stimmen anderer Vögel in ihren Gesang einflechten, etwa die der Bachstelze, Rauchschwalbe und Turmfalke.
Die Feldlerche ist einer der wenigen Singvögel Mitteleuropas, die eine Bodenbalz aufführen. Das Männchen hüpft dabei in schlanker Haltung vor dem Weibchen hoch.
Die meisten Vögel haben je nach Ort ihres Vorkommens unterschiedliche Dialekte. Der Gesang der Feldlerche ist jedoch angeblich überall bemerkenswert gleich.
Die Feldlerche zählt neben der Blaumeise zu den Beutetieren der Sperbers.



Ihr kraftaufwendiger Steigflug auf bis zu 100 Meter Höhe und gleichzeitigem Gesang ist eine atemtechnische Höchstleistung (Bild: Olav Krüger) Die Feldlerche trägt ihren Gesang meist im Flug vor. Dies dient der Reviermarkierung und ist charakteristisch für die Feldflurvogelarten. Da diesen Vogelarten die exponierten Singwarten fehlen.
Ihr kraftaufweniger Steigflug auf bis zu 100 m Höhe und gleichzeitigem Gesang ist eine atemtechnische Höchstleistung Bild: Olav Krüger


Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir Menschen es schaffen auch diesem Vogel ein Überleben zu sichern und ihr und vielen anderen Feldflurvogelarten die Räume lassen, die sie benötigen. Es wäre wohl eine unglaubliche Niederlage der Menschheit, wenn der charakteristische Gesang der Feldlerche verstummen würde.

Ihre Verwandtschaft stelle ich nach und nach, unter dem Button Ornithologie - Vögel des Jahres - vor.

Vielen herzlichen Dank an meine Naturfotografen, Herrn Olav Krüger, Herrn Michael Schiller, sowie Naturfoto Frank Hecker. Ohne die Bereitstellung Ihrer einmaligen Aufnahmen, wäre eine solche Seite nicht machbar.

 

- letzte Aktualisierung: Montag, 14. Januar 2019 -
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