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Die Ringelnatter die ungiftige und ungefährliche Wassernatter
 
Viele Leute verwechseln die Ringelnatter mit der giftigen Kreuzotter. Zwar können beide Schlangen sich ähneln, doch hat die Ringelnatter typische gelbe Halbmondflecken, runde Pupillen und eine unregelmäßige dunkle Zeichnung.

Die Ringelnatter ist nicht giftig und für den Menschen absolut ungefährlich (Bild: Frank Hecker) Die Ringelnatter ist nicht giftig!
Sie wird jedoch häufig mit der giftigen Kreuzotter verwechselt und deshalb getötet. Dabei kann man beide leicht unterscheiden, denn ihre Zeichnung ist sehr unterschiedlich und die Ringelnatter ist oft doppelt so lang wie die Kreuzotter.
Die Ringelnatter ist nicht giftig und für den Menschen ungefährlich Bild: Frank Hecker


Der Kreuzotter fehlt das gelbe Abzeichen, sie hat schlitzförmige Pupillen und eine Zickzackzeichnung auf dem Rücken.

Als ich eines Junitages in meinem Garten am Teich arbeitete, vernahm ich rechts neben mir ein Geräusch, etwas schlängelte sich schnell aus dem Teich in Richtung Gebüsch. Nach dem ersten Erstaunen, konnte ich eine Ringelnatter erkennen, die sich schnell in das sichere Gebüsch davonmachte und von da, in Nachbars Garten weiter. Klar zu erkennen waren die halbmondförmigen gelben Flecken hinter den Augen. Meiner Frau hatte ich seinerzeit nichts von dieser Begegnung erzählt, die hätte sonst in dieser Sommerzeit womöglich den Garten nicht mehr betreten.

Die Ringelnatter ist bei uns weit verbreitet. Man kann sie zwischen Mai und September sehen, denn zwischen Oktober und April hält sie Winterruhe. Am ehesten entdeckt man sie in feuchten Lebensräumen in Süßwassernähe. Manchmal sieht man sie in einem Teich an oder unter der Oberfläche schwimmen. Sie durchstreift aber mitunter auch natürliche Gärten.

Ab Ende März, sobald unsere Ringelnatter ihr Winterversteck verlassen hat, wirbt das Männchen um das Weibchen, indem es den Kopf auf- und abbewegt und sein Kinn an dessen Rücken reibt.

Die Ringelnatter betreibt keine Brutpflege. Die jungen Schlangen zerstreuen sich sofort und suchen gleich nach Nahrung. Die Ringelnatter überläßt der Natur die Brutpflege - die jungen Schlangen sind auf sich alleine gestellt (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Ringelnatternest in feinem Sand


Das Weibchen legt im Juni oder Juli bis zu 40 runde, weiße Eier. In kalten Regionen sucht es sich einen warmen Platz, einen Kompost-, Mist-, Heu oder Blätterhaufen, in den es die Eier legt. Es gräbt sich in den weichen Haufen oder wählt eine natürliche Höhle, die es erweitert. Es kommt vor, dass mehrere Ringelnattern gemeinsam ein Nest benutzen.

Verbreitungsgebiet der Ringelnatter Die Ringelnatter kommt von der Iberischen Halbinsel und Südengland östlich durch fast ganz Europa und das mittlere Asien bis in die Mongolei und südlich bis zur Nodwestküste Afrikas vor.
Die Verbreitung der Ringelnatter  


Das Weibchen bleibt nicht bei den Eiern und betreibt auch keine Brutpflege. Bei warmem Wetter schlüpfen nach sechs, sonst nach zehn Wochen die Jungen. Die junge Schlange ist etwa 16 Zentimeter lang und hat an der Schnauze einen Eizahn, mit dem sie die lederartige Eischale durchstößt. Der Eizahn fällt nach einigen Stunden ab. Sofort beginnt die Schlange, Kaulquappen, kleine Fische und andere kleine Wirbeltiere zu fressen.

Merkmale der Ringelnatter

Wissenschaftlicher Name: Natrix natrix.
Länge: Männchen 60 - 80 cm, Weibchen 80 - 150 cm; gemessene Höchstlänge: 200 cm.
Fortpflanzungszeit: Mai - August;
Geschlechtsreife: mit 5 Jahren;
Anzahl der Eier: 30 - 40, zunehmend mit dem Alter des Weibchens;
Brutdauer: 42 - 70 Tage.
Verhalten: tagaktiv in feuchten Gebieten. Nächtigt an trockenen Plätzen. Verbringt den Winter in Kältestarre, gleichzeitig mit
anderen Ringelnattern;
Nahrung: Frösche, Kröten, Molche, Fische und kleine Säugetiere;
Lebenserwartung: etwa 9 Jahre.
Nationale Rote Liste Deutschland: V - Vorwarnliste

Wissenswertes & Interessantes:


Die Ringelnatter ist eine der wenigen Schlangen, die bis zum Polarkreis vorkommen. Sie lebt auch in über 2200 Metern Höhe in den Alpen.
In Mittel- und Südeuropa ist die Ringelnatter die häufigste Schlange.
In ihrem großen Verbreitungsgebiet zeigt die Ringelnatter eine bemerkenswerte Variabilität. Sogar völlig schwarze Tiere können vorkommen.
Eine Ringelnatter wurde einmal beobachtet, als sie 40 Kilometer von der Küste entfernt im Golf von Biscaya schwamm. Das salzige Meerwasser hatte ihr offensichtlich keinen Schaden zugefügt.

In gewässerreichen Lebensräumen kann man die Ringelnatter noch häufig antreffen, da gerade Amphibien vielerorts ihre Nahrungsgrundlage darstellen. Durch Entwässerung von Feuchtgebieten, Regulierung von Fließgewässern, Verlust von Überschwemmungsbereichen sowie Umbruch von Grünland, Trockenlegung von Mooren, Verlust von Kleingewässern und Intensivierungen der Teichwirtschaft werden Lebensräume der Ringelnatter zerstört. Ringelnattern werden auch Opfer des Verkehrs. Ödland und Waldlichtungen als Lebensraum und verbindendes Habitatelement (wir versuchen immer wieder mit den Kommunen ins Gespräch zu kommen Waldhaine mit Hecken und Büschen zu vernetzen) werden durch die Intensivierung in der Landwirtschaft, sowie in der Forstwirtschaft immer seltener. Zudem werden noch immer Ringelnattern aus Schlangenhass und aus Furcht erschlagen.

Natürlich hat auch die Ringelnatter Feinde: Dachse, Igel, Greifvögel und Reiher jagen die Ringelnatter. Sie hat zwar kein Gift, mit dem sie die Angreifer abwehren könnte, dafür macht sie ihre Färbung im Dickicht fast unsichtbar. Außerdem ist sie sehr schnell.

In Deutschland ist die Ringelnatter besonders geschützt und darf daher nicht belästigt, gefangen oder gar getötet werden. Wichtig wäre die Wiederherstellung und Vernetzung von Lebensräumen.

Die oft in der Nähe des Menschen und seiner Tiere lebenden Ringelnattern spielen in Sagen und Aberglauben eine positive Rolle. Dies steht in einem deutlichen Gegensatz zur Darstellung sonstiger Schlangen oder Reptilien im Allgemeinen.
Ringelnattern als "Hausschlangen" galten als harmlos und wurden oftmals gerne gesehen, zumindest aber geduldet. Sie standen im Ruf, Glück und Segen zu bringen und die kleinen Kinder und das Vieh zu beschützen. Auch wurden die gelben Mondflecke im Nacken als goldene Schlangenkrone gedeutet. Deren Besitz sollte zu lebenslangem Glück verhelfen und das Hab und Gut mehren.

Noch heute gilt die Ringelnatter als Schutzpatronin der Bewohner des Spreewaldes, zu dessen Kulturgut die Sage vom "Schlangenkönig" zählt.

KLASSE
Reptilien
ORDNUNG
Schuppenkriechtiere
FAMILIE
Nattern
GATTUNG & ART
Natrix natrix


Die Blindschleiche - die Echse ohne Beine

Die Blindschleiche ist eine von mehreren beinlosen Echsen, die auf der ganzen Welt vorkommen. Den Vorfahren dieser Echsen wurden die Beine irgendwann einmal eher hinderlich als hilfreich, so dass sich die Extremitäten langsam zurückbildeten und sie sich fortan wie Schlangen fortbewegten.

Vorkommen der Blindschleiche Die Blindschleiche ist mit Ausnahme Nordskandinaviens, Irlands und Teilen der Iberischen Halbinsel in ganz Europa und östlich bis nach Südwestasien verbreitet.
Vorkommen der Blindschleiche  

Blindschleichen lieben im Frühjahr wärmende Sonnenbäder, meiden aber in den wärmeren Monaten des Jahres die direkte Sonne. So kann man die Blindschleiche häufig in Komposthaufen oder aufgeschichteten Zweigen finden. Berührt man die Blindschleiche, fühlt sie sich trocken und wie Glas an. Doch Vorsicht: wird sie erschreckt, wirft sie womöglich ihren Schwanz ab und hat dadurch geringere Überlebenschancen.

Die Paarungszeit der Blindschleichen ist in Mitteleuropa im April, kurz nach dem Verlassen des Winterquartiers. Die Männchen liefern sich heftige Kämpfe um die Weibchen. Sie packen sich am Kopf oder am Hals und winden sich mit verschlungenen Körpern am Boden.
Das trächtige Weibchen liegt im Juli und August häufig in der Sonne. Seine Körpertemperatur steigt dann aud 21 bis 25 Grad Celsius an, so dass das Wachstum der Jungen beschleunigt wird. In warmen Sommern können die Jungen bereits Ende August schlüpfen. Ist es jedoch kühler, kommen sie erst im Oktober oder noch später zur Welt. Bei extrem schlechter Witterung behält das Weibchen die Jungen manchmal noch den Winter über im Bauch, so daß sie erst im Frühjahr geboren werden.

Die Blinschleiche produziert schalenlose Eier, die Jungen schlüpfen in ihrem Körper. Die acht bis 20 Jungen sind gelb-schwarz mit einem dunklen Streifen. Sie sind sofort selbständig und können schon bald Insekten und winzige Schnecken erbeuten. Ausgewachsen sind sie jedoch erst nach mehreren Jahren.

Nach 4 Monaten Tragzeit setzt das Weibchen etwa 8 cm lange Jungtiere ab, die sich während der Geburt aus ihren häutigen, durchsichtigen Eihüllen befreien.
Blindschleichen besitzen eine Lebenserwartung von mehr als 30 Jahren.
Blindschleichen können über 30 Jahre alt werden (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Im Gegensatz zu den Schlangen können Blindschleichen mit den Augenlidern blinzeln

Die Blindschleiche ist nicht so langsam und träge, wie vielleicht ihr Name vermuten lässt, doch zieht sie leichte Beute wie Schnecken und Regenwürmer vor. Ihre bevorzugte Beute sind die kleinen Nacktschnecken, die in Gemüsegärten beträchtlichen Schaden anrichten können. Die Gärtner tun daher gut daran, jede Blindschleiche in ihren Gärten willkommen zu heißen.
Schnecken und Regenwürmer sind vor allem in der kühlen Dämmerung oder nach Regenfällen häufig zu finden, daher ist dies auch die aktive Zeit der Blindschleiche. Sie schlängelt sich an die Beute heran, packt sie mit ihrem kleinen Maul und verschluckt sie langsam. Im Gegensatz zu Schlangen können Blindschleichen das Maul zum Verschlingen größerer Beute nicht dehnen.

Die Paarungszeit der Blindschleichen ist in Mitteleuropa im April, kurz nach dem Verlassen des Winterquartiers. Das trächtige Weibchen liegt im Juli und August häufig in der Sonne. Die Körpertemperatur steigt dann bis auf 25 Grad Celsius an, so dass das Wachstum des Nachwuchses beschleunigt wird. In  warmen Sommern können die Jungen bereits Ende August schlüpfen. Ist es aber kühler wird es dann meist Oktober. Bei extrem schlechter Witterung, verregneter und kalter Sommer behält das Weibchen die Jungen manchmal noch den Winter über im Bauch, so dass die Jungen erst im Frühjahr geboren werden.

Die Blindschleiche produziert schalenlose Eier, die Jungen schlüpfen in ihrem Körper. Die bis zu 12 Jungen sind gelb-schwarz mit einem dunklen Streifen versehen. Sie sind sofort selbständig und können bereits bald Insekten und winzige Schnecken erbeuten. Erst nach mehreren Jahren sind sie ausgewachsen.

Erst mit mehreren Jahren gilt eine Blindschleiche als ausgewachsen (Bild: Thomas Langhirt) Frösche und Kröten machen Jagd auf junge Blindschleichen, während erwachsene Blindschleichen Opfer von Schlangen, Igeln, Füchsen und Greifvögeln werden können.
Erst nach mehreren Jahren ist die Blindschleiche ausgewachsen Bild: Thomas Langhirt

Die Blindschleiche gilt als Kulturfolger und hat lange von Landschaftsveränderungen durch den Menschen profitiert, da viele strukturreiche, halboffene Biotope entstanden. In der modernen Zivilisationslandschaft erleidet die Art aber hohe Verluste durch intensive Land- und Forstwirtschaft, Flurbereinigungen, Flächenentwässerung, Straßenverkehr, Siedlungs- und Straßenbau, vor allem wirkt sich sehr negativ das Mähen von Gras-Randstreifen aus.

Merkmale der Blindschleiche

Länge: 28 - 30 cm; Bei Erreichen der Geschlechtsreife, kann die Blindschleiche bis zu 50 cm lang werden;
Geschlechtsreife: Männchen mit 3 Jahren, Weibchen mit 4 - 5 Jahren;
Paarungszeit: Frühjahr (in Mitteleuropa ist das meist der April);
Tragzeit: temperaturabhängig, zwischen 4 Monaten und nahezu einem halben Jahr;
Anzahl der Jungen: 6 - 12 (gelegentlich bis zu 20);
Lebensweise: einzelgängerisch;
Nahrung: vorwiegend Nackt- und andere Schnecken, Regenwürmer, Insekten und Spinnen.

Aus Unkenntnis und Abneigung gegenüber der vermeintlichen Schlange wird die völlig harmlose Blindschleiche auch heute noch in großer Anzahl erschlagen oder zertreten, wenn man ihr begegnet. Dies kann dan schon lokal zu bestandsbedrohenden Ausmaßen führen. Von Hauskatzen werden Blindschleichen und andere Kleinreptilien gejagt und dabei zumindest verletzt. Durch ihr Verhalten, sich auf Wege zu legen, um Wärme zu tanken, fallen sehr viele Blindschleichen dem Fahrzeugverkehr zum Opfer. Sogar Radfahrern fallen Blindschleichen zum Opfer.

Eine außergewöhnliche Verteidigungsstrategie, ist das Abwerfen eines Stückes des hinteren Körperabschnittes. Das abgetrennte Stück windet sich noch einige Minuten, so dass der Angreifer abgelenkt wird und die Blindschleiche fliehen kann. Blindschleichen haben eine raffinierte Verteidigungsstrategie (Bild: Thomas Langhirt)
Bild: Thomas Langhirt Blindschleiche mit verstümmeltem Schwanz

Trotz vieler Verluste ist die Art in Mitteleuropa noch häufig und gilt im deutschsprachigen Raum als ungefährdet. Sie steht aber dennoch unter Natur- und Artenschutz und darf nicht gefangen oder verletzt werden. Insbesondere ist zu vermeiden, Blindschleichen an ihrem hinteren Körperabschnitt festzuhalten. Dies kann letztendlich zum Abwerfen des Schwanzes führen, wodurch das Tier zwar nicht stirbt, aber zeitlebens verstümmelt bleibt. Die Schwanzknochen werden nicht ersetzt, der neue Schwanz besteht aus Knorpel.

Wissenswertes & Interessantes:

Eine Blindschleiche im Kopenhagen-Museum wurde angeblich 54 Jahre alt.
Ältere Männchen sind manchmal blaugefleckt und zwar gelegentlich so kräftig, dass das ganze Reptil blau aussieht.
In die Haut von Blindschleichen sind kleine Knochenplatten eingelagert. Sie bilden eine Art äußeres "Skelett", das das eigentliche Knochengerüst ergänzt und zur Stabilität beiträgt.


KLASSE
Reptilien
ORDNUNG
Schuppenkriechtiere
FAMILIE
Schleichen
GATTUNG & ART
Anguis fragilis


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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 01. Juli 2018 -
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