<
HW4
Greifvögel
Streuobst
Biotoppflege
Ornithologie
Insekten
Sie sind hier: Streuobst > Themen > Lebensraum Totholz -Ameisenbuntkäfer



 Tiere im Lebensraum Totholz - der Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formicarius) der, der dem Borkenkäfer auf den Pelz rückt

 
Der Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formicarius), er wird auch Gemeiner Ameisenbuntkäfer genannt, ist ein Käfer aus der Familie der Buntkäfer. Die Ameisenbuntkäfer zählen zu den wichtigsten Prädatoren der Borkenkäfer.

Die Käfer werden zwischen sieben und zehn Millimetern groß. An der eigenartigen schwarz-weißen Zeichnung mit dem gelben Mittelteil kann man diesen Käfer, der wie eine Ameise rasch am Boden dahinläuft, gut erkennen. Der Kopf und die Beine sind fast schwarz und seine Deckflügel sind auffällig schwarz-weiß-rot gebändert. Charakteristisch für diesen Käfer sind seine klöppelförmigen Fühler. Die Ameisenkäfer sind zudem sehr flach gebaut und sind auch stark behaart. Die Mandibeln (Mundwerkzeuge) tragen auf zwei Höckern schräge Flächen, die wie Zangen so zusammenpassen, dass der zylindrische Körper eines  Borkenkäfers sehr gut gepackt werden kann.


Der Ameisenbuntkäfer kommt in Nadelwäldern noch gut vor (Bild: Naturfoto Frank Hecker) Die Ameisenbuntkäfer sind in Europa, Nordafrika und Asien verbreitet. Wegen seiner forstlichen Nützlichkeit wurden die Käfer nach Nordamerika eingeführt.
Die Ameisenbuntkäfer kommen in Nadelwäldern vor und sind von Frühjahr bis in den Herbst hinein, häufig auf gefällten Baumstämmen und oder Baumstümpfen unterwegs um auf Jagd nach Borkenkäfern oder deren Larven zu gehen.
Der Ameisenbuntkäfer kommt in Nadelwäldern noch gut vor Bild: Naturfoto Frank Hecker


Sowohl sein deutscher Name, als auch die wissenschaftliche Artbezeichnung formicarius spielen darauf an, dass seine Färbung, die Gestalt und die Beweglichkeit auf Waldameisen anspielt. Weitere Zusammenhänge mit Waldameisen bestehen allerdings nicht.

Ameisenbuntkäfer sind schon an warmen Frühlingstagen sehr aktiv, wenn auch seine Beutetiere, die Borkenkäfer besonders intensiv schwärmen. Wenn sich Borkenkäfer auf einem Stamm oder Baumstumpf niederlassen, werden diese von den Ameisenbuntkäfern erbeutet. Da die Ameisenbuntkäfer sehr schnell sind, werden Borkenkäfer überrascht. Die Ameisenbuntkäfer ergreifen die Borkenkäfer mit ihren Mandibeln und halten die Beute mit den Vorderbeinen fest. Sehr gewandt entfernen sie das Schild und die Deckflügel des Borkenkäfers um an deren Weichteile zu gelangen.
Ameisenbuntkäfer stellen vor allem dem Buchdrucker, dem Kupferstecher, dem Linierten Nutzholzborkenkäfer und auch dem Großen Waldgärtner nach. Dank ihres flachen Körperbaus können sie sogar flink in enge Zwischenräume der Borke gelangen, in diesen Borken können sie sich auch gut bei schlechtem Wetter verstecken. Die Ameisenbuntkäfer sind sehr scheu und bei kleinsten Störungen suchen sie umgehend ein Versteck auf.


Nach der Paarung, zwischen April und Juni, legen die Weibchen ihre jeweils 20 bis 30 Eier in Borkenritzen und in die Nähe der unter der Rinde von Nadelbäumen verlaufenden Gänge der Borkenkäfer ab. Hochzeit bei den Ameisenbuntkäfern (Bild: Naturfoto Frank Hecker)
Bild: Naturfoto Frank Hecker Hochzeit bei den Ameisenbuntkäfern


Nach etwa einer Woche schlüpfen die rosafarbenen Ameisenbuntkäfer-Larven und leben unter der Rinde, wo sie sich räuberisch von Larven, Eiern und Puppen der Borkenkäfer, aber auch von anderen unter der Rinde lebenden Insekten ernähren. Bei der Verfolgung ihrer Beute, können diese Larven sehr flink sein und bewegen sich dabei auch sehr geschickt. In den Borkenkäfergängen laufen die Larven auch rückwärts.

Die Ameisenbuntkäfer-Larven wachsen nur langsam und verpuppen sich im Herbst unter der Baumrinde. Unter der Borke leben sie gut geschützt in einer ovalen Kammer, diese wird mit Schleim ausgekleidet. Im darauf folgenden Frühjahr schlüpfen die Käfer. Ameisenbuntkäfer zeigen keinen strengen Jahresrhythmus. Mal überwintern Jungtiere, oder auch ausgewachsene Larven oder Puppen.


Auffallend ist die Rosafärbung der Ameisenbuntkäfer-Larven (Bild: Naturfoto Frank Hecker) Die Käfer und seine rosa gefärbten Larven ernähren sich fast ausschließlich von Borkenkäfer-Larven, oder von den Eiern und Puppen.
Auffallend ist die Rosafärbung der Ameisenbuntkäfer-Larven Bild: Naturfoto Frank Hecker


Die Ameisenbuntkäfer und seine Larven erweisen sich überaus nützlich für die Forstwirte. Leider werden die Käfer oft auch Opfer von Duftstofffallen für Borkenkäfer, da sich die Ameisenbuntkäfer offensichtlich an den Lockdüften der Beutetiere orientieren.
Obwohl Ameisenbuntkäfer nur eine Generation im Jahr hervorbringen, gehören sie zu den nützlichsten Forstinsekten. So können erwachsene Käfer am Tag mehrere Borkenkäfer - vorwiegend Weibchen - vertilgen und auch die Larven, schon wie beschrieben, sind eifrige Jäger. Ameisenbuntkäfer erweisen sich auch als sehr hilfreich, bei großen Windwürfen oder Schneebrüchen in Fichtenbeständen, wenn dann ein Massenbefall mit Buchdruckern droht. Allerdings sind Ameisenbuntkäfer nicht in der Lage, Massenvermehrungen zu verhindern.

Da Ameisenbuntkäfer auch Opfer werden, durch die Duftstofffallen, müssen diese Duftstofffallen regelmäßig kontrolliert werden und die unfreiwillig und unbeabsichtigt mitgefangenen Ameisenbuntkäfer wieder freigelassen werden.

Deshalb raten wir von Koniferen-(Fichten)-Monokulturen ab. Mischwälder, die sich noch dem Klimawandel entgegenstemmen, sind die bessere Lösung für unsere Wälder und verhindern auch Massenvermehrungen von Holzschädlingen.


Ordnung Unterordnung Familie Unterfamilie Gattung
Käfer Polyphaga Buntkäfer Clerinae Thanasimus



Quelle: auch Wikipedia



zurück
- letzte Aktualisierung: Samstag, 03. Oktober 2020 -
Unsere Seiten sind optimiert für Internet Explorer 8.0 und Firefox 3.6 bei einer Auflösung von 1024x768 Pixel
© Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt 2018