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Die Lebendigen Seen des Jahres seit 2011

Der Global Nature Fund (GNF) kürt jährlich am Weltwassertag, dem 22. März einen "Lebendigen See Deutschland". Diese Auszeichnung macht zugleich auf Seen und Feuchtgebiete als wertvolle Ökosysteme und einzigartige Naturschätze aufmerksam. Die Initiative beruht auf den langjährigen und erfolgreichen Erfahrungen der internationalen Aktion "Bedrohter See des Jahres". Verbunden mit Aktivitäten rund ums Jahr, trägt die Aktion zur Lösung von Problemen an Seen und in Feuchtgebieten bei. Die Wahl zum See des Jahres erfolgt im Rahmen des 2009 gegründeten Netzwerks "Lebendige Seen Deutschland.


Logo des Global Nature Fund (GNF) - Bild: GNF Der GNF ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung für Umwelt und Natur mit Sitz in Radolfzell am Bodensee. Der GNF engagiert sich international mit Projekten in den Bereichen Naturschutz, nachhaltige Entwicklungs-zusammenarbeit, Wasser & Living Lakes, Biodiversität & Unternehmen sowie Umweltbildung.
www.globalnature.org
Logo des Global Nature Fund (GNF) Bild: GNF - Logo


Die bisherigen Lebendigen Seen des Jahres sind:

Jahr Lebendiger See Bundesland
2011 Der Plauer See Mecklenburg-Vorpommern
2012 Der Stechlin See Brandenburg
2013 Der Mindelsee Baden-Württemberg
2014 Der Chiemsee Bayern
2015 Der Schweriner See Mecklenburg-Vorpommern
2016 Der Bodensee Baden-Württemberg / Bayern
2017 Das Steinhuder Meer Niedersachsen
2018 Die Oberschwäbischen Seen Baden-Württemberg
2019 Der Schaalsee Schleswig-Holstein / Mecklenburg-Vorpommern
2020 Die Seen der Holsteinischen Schweiz Schleswig-Holstein


Anlässlich des Weltwassertages am 22.März verleihen die internationale Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) und das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland ihren prestigeträchtigen Titel an einen einzigartigen Landschaftsraum und seine Gewässer. Mit ihrer Auszeichnung "Lebendige Seen des Jahres 2020" möchten der Global Nature Fund und das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland den einzigartigen Charakter der Holsteinischen Schweiz herausstellen und das Engagemant aller Akteure, die sich im Seen- und Fließgewässerschutz engagieren, würdigen. Die Netzwerkpartner Wasser Otter Mensch e.V. & Integrierte Station Holsteinische Schweiz (WOM e.V.) engagieren sich seit 1999 für die Wiederbesiedelung der schleswig-holsteinischen Gewässer durch den Fischotter. Sie tragen dazu bei, den guten Zustand der attraktiven Seenlandschaft zu erhalten und dem Druck auf die sensible Landschaft entgegenzuwirken, der von Besiedlung, Landwirtschaft, Freizeitnutzung und Tourismus ausgeht. Große Teile der Holsteinischen Schweiz sind heute als Schutzgebiete von nationaler und europäischer Bedeutung sowie als Naturpark ausgewiesen.


Die Seen der Holsteinischen Schweiz sind durch den Verein Wasser Otter Mensch e.V. und die Integrierte Station Holsteinische Schweiz im Seennetzwerk Lebendige Seen Deutschland vertreten, das vom GNF ins Leben gerufen wurde. Netzwerk Lebendige Seen Deutschland (Bild: GNF)
Bild: GNF Netzwerk Lebendige Seen Deutschland



Das Netzwerk ist verknüpft mit der erfolgreichen Internationalen Umweltinitiative Living Lakes, die über 140 Partnerorganisationen weltweit verbindet. Im Mittelpunkt des Netzwerks steht der nachhaltige Schutz von Seen und Feuchtgebieten. Es schafft eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, die vor Ort für den Schutz von Seen und Feuchtgebieten aktiv sind.


Seen der Holsteinischen Schweiz

Die Holsteinische Schweiz, gelegen im östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins, zwischen Lübeck und Kiel, hat ihren Ursprung in der letzten Eiszeit. Die Region umfasst den rund 75.000 Hektar großen Naturpark Holsteinische Schweiz und ist eine sehr wichtige Tourismusregion.

Die in der Weichseleiszeit entstandene Jungmoränenlandschaft zeigt sich sehr abwechslungsreich mit Wäldern, Hügeln, Bächen und Seen. Hier befindet sich auch der Bungsberg, die mit 168 Metern höchste Erhebung im nördlichsten Bundesland, auf der in schneereichen Wintern sogar ein Skilift in Betrieb geht.


Luftaufnahme - Seen der Holsteinischen Schweiz (Bild: Hanna Kirschnick-Schmidt) Von den etwa 300 Seen in Schleswig Holstein liegen deutlich mehr als 200 in diesem Gebiet.
Luftaufnahme - Seen der Holsteinischen Schweiz Bild: Hanna Kirschnick-Schmidt


Die größten davon sind der Große Plöner See (3.000 ha), der Kellersee (550 ha) und der Dieksee (375 ha). Der Große Plöner See ist gleichzeitig auch der größte See in Schleswig-Holstein. Hier und an den zahlreichen kleineren Seen findet sich eine Vielfalt an zum Teil sehr seltenen und schützenswerten Lebensräumen mit besonderen Tier- und Pflanzenarten.


Die Graugans - Wild- und Stammform unserer Hausgans (Bild: Markus Glässel) Die Graugans ist die größte aller grauen Gänse, die jedes Jahr aus dem Norden nach Mitteleuropa kommen.
Typisch für die Graugans ist der massige, orangegelbe Schnabel.
Die Graugans - Wild- und Stammform unserer Hausgans Bild: Markus Glässel



Tiere an den Seen der Holsteinischen Schweiz - die Graugans (Anser anser)

Wilde Graugänse sind sehr wachsame Vögel, denen man sich nur schwer nähern kann. Da die angeborene Vorsicht auch unseren Hausgänsen zu eigen ist, gaben und geben diese hervorragende "Wachhunde" ab.
Wenn die jungen Graugänse (Gössel) schlüpfen, gehen sie auf das erste Tier zu, das sie sehen und nehmen es als Eltern an. In der Regel sind dies tatsächlich ihre Eltern, doch kann dies auch ein Mensch sein.
Die Graugans, ist eine Art der Gattung Feldgänse in der Familie der Entenvögel. Sie ist ein Brutvogel Nord- und Osteuropas, sowie Asiens. Seit den 1980er Jahren kam es zu einer deutlichen Ausweitung des Brutareals vor allem in Deutschland und den Niederlanden.
Graugänse leben zur Brutzeit meist an deckungsreichen Binnengewässern. Ihre Nester stehen im Schilf, zwischen Seggen und Binsen, aber auch auf Kopfweiden in überschwemmten Auwäldern. Das Weibchen brütet allein und wird vom Männchen bewacht. Dabei steht es ein Stück entfernt, um den Neststandort nicht zu verraten. Wie andere graue und braune Gänse suchen auch Graugänse ihre Nahrung vor allem auf Grünland und ruhen außerhalb der Brutzeit auf offenen Wasserflächen. Bei der Nestwahl, scheint das Weibchen die aktivere Rolle zu übernehmen. Die Nester stehen meist hart am oder bei geeigneter Unterlage auch über dem Wasser. Die Mulde wird vom Weibchen mit Dunnen ausgelegt, mit denen dann auch, bei längerer Abwesenheit, die Eier abgedeckt werden. Schon kurz nach dem Schlüpfen werden die Jungen von beiden Eltern aufs Wasser geführt, kehren aber zunächst zurück und schlafen dort mit dem Weibchen. Die Familie hält über den Herbst und Winter zusammen.

Länge: ca. 75 - 90 cm; Flügelspannweite: ca. 145 - 180 cm.
Gewicht: 2500 - 4100 g.
Brutzeit: im südlichen und südöstlichen Verbreitungsgebiet Ende März, bis Ende April im Norden. 1 Jahresbrut.
Gelege: Das Gelege besteht zumeist aus zwischen 4 - 9 schmutzigweißen, mit einer schwachen Körnung versehenen, glatten Eiern.
Brutdauer: 27 - 29 Tage; Nestlingszeit: Die Jungen sind Nestflüchter, die Elterntiere führen die Jungen. Mit 50 - 60 Tagen sind die Jungen bedingt flugfähig.
Nahrung: Gras, junges Getreide, junge Triebe von Klee, Rhizome von Schilf, Gänsedistel und Löwenzahn.
Lebenserwartung: 4 - 5 Jahre.

In Europa sollen es über 250.000 BP geben. In Bayern hat sich das Brutareal deutlich vergrößert. Die Verbreitungsschwerpunkte dort liegen südlich der Donau, entlang des Lech und der Isar. Aber auch in Franken entlang des Mains und des Aischgrundes gibt es Vorkommen. Mit 1800 - 3100 BP (gegenüber 250 - 350 BP im Zeitraum 1996 - 1999) ist die Graugans in Bayern noch ein spärlicher Brutvogel.

Ordnung: Gänsevögel - Familie: Entenvögel - Unterfamilie: Gänse - Gattung: Feldgänse


Die größten Fließgewässer der Region sind die Kossau, die Schwartau, die Trave und die Schwentine. Letztere durchfließt auf ihrem Weg vom Bungsberg in die Ostsee bei Kiel insgesamt 13 Seen.

Die großen Schwentine-Seen rund um Plön haben eine besondere Bedeutung für Wasservögel, die hier brüten, mausern und rasten. Einige Beispiele sind Graugans, Höckerschwan, Reiherente und Haubentaucher, die hier in großen Zahlen auftreten. Auch Seeadler, Eisvogel und Flussseeschwalbe sind an den Plöner Seen zu Hause.


Die Männchen sind an ihrem auffallenden Schopf am Hinterkopf gut zu erkennen. In der Regel bevorzugt die Reiherente einen Lebensraum an Seen, deren Ufer dicht von Schilf bewachsen sind. Die Reiherente gehört zu den bekanntesten Tauchenten unserer Flüsse und Seen (Bild: Raimund Linke)
Bild: Raimund Linke Die Reiherente gehört zu den bekanntesten Tauchenten unserer Flüsse und Seen



Tiere an den Seen der Holsteinischen Schweiz - die Reiherente (Aythya fuligula)

Die Reiherente ist die am weitesten verbreitete Tauchente und nach Stockente und Bläßhuhn der am häufigsten in von Menschen geschaffenen Lebensräumen brütende Wasservogel. Die kleine, gelbäugige Ente kann man an vielen Seen beobachten.
Reiherenten sind bei uns weit verbreitet und ein häufiger Anblick auf den meisten großen Seen und Stauseen. In der Brutzeit ist besonders der Erpel durch den rötlich-violetten Schimmer an Kopf und Hals (siehe Bild) und an seinem charakteristischen, herabhängenden Schopf leicht zu erkennen. Durch ihre weißen Flanken, den weißen Bauch und ihre Neigung, oft in großen Schwärmen aufzutreten, kann man sie schnell identifizieren. Im Gegensatz zum Erpel hat die Ente nur einen angedeuteten Federschopf, aber durch die charakteristische, steile Stirn und den abgeflachten Oberkopf hat sie das gleiche Profil wie das Männchen. Einige Reiherenten-Weibchen haben einen ausgeprägten weißen Ring am Schnabelansatz und können leicht mit dem Bergentenweibchen verwechsel werden, dessen Kopf jedoch rundlicher ist und keinen Schopf aufweist.

Im Flug erzeugen die schlagenden Flügel der Reiherente einen charakteristischen Pfeifton, jedoch viel weniger auffallend als bei der Schellente.
Reiherenten nisten häufig inmitten von Möwen- oder Seeschwalbenkolonien, wahrscheinlich, weil die Möwen Krähen und andere Nestfeinde vertreiben können.
Die Flügel der Reiherenten sind dem Tauchen angepasst. Sie sind relativ kurz, spitz und machen den Start nicht leicht. Die Ente muss auf dem Wasser einen langen Anlauf nehmen, bevor sie abheben kann. Ist sie erst in der Luft, erreicht sie durch ihre schnellen Flügelschläge eine hohe Fluggeschwindigkeit.
Bei der Balzzeit zieht der Erpel die Pupillen seiner Augen zusammen, wodurch die gelbe Iris noch auffälliger wird.
Reiherentenschwärme können aus mehreren tausend Vögeln bestehen.

Länge: ca. 40 - 47 cm; Flügelspannweite: ca. 67 - 75 cm.
Gewicht: 1000 - 1400 g;
Brutzeit: Mitte Mai im Süden, bis Ende Juni im Norden; 1 Jahresbrut.
Gelegegröße: Das Gelege besteht zumeist aus 6 - 11 blassgrünen bis graugrünen und glanzlosen Eiern. Ein größeres Gelege kann auch von zwei Weibchen stammen.
Brutdauer: 23 - 28 Tage.
Nestlingszeit: Die Jungen sind Nestflüchter. Das Weibchen führt. Mit 45 - 50 Tage sind die Jungen flügge.
Mitteleuropäische Reiherenten sind Teilzieher oder auch Standvögel.
Nahrung: Muscheln, Schnecken, Insektenlarven, Samen von Wasserpflanzen.

Der Bestand in Mitteleuropa wird auf 55.000 - 90.000 BP geschätzt. In Bayern ist die Reiherente mit 4800 - 7500 entlang der Flüsse und Seen gut vertreten.

Ordnung: Gänsevögel - Familie: Entenvögel - Tribus: (Rangfolge zwischen Unterfamilie und Gattung) Tauchenten - Gattung: Aythya.



Aufnahme vom Großen Plöner See (Bild: Carsten Burggraf) Für viele Wasservögel und auch -pflanzen bedeuten die Seen der Holsteinischen Schweiz oft letzte Rückzugsgebiete.
Aufnahme vom Großen Plöner See Bild: Carsten Burggraf


Dank ihrer ausgeprägten Wald- und Seenlandschaft gehört die Holsteinische Schweiz zu den schönsten Urlaubsregionen in Norddeutschland. Touristen finden hier zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Eingebettet in die Naturlandschaft befinden sich neben den größeren Orten wie Plön, Eutin, Preetz und Malente auch viele kleinere Orte wie Lütjenburg, Selent oder Schönwalde, die alle einen Besuch wert sind.


Die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) blüht von April bis Juni und liebt nasse, nährstoffreiche Böden. Dottergelb leuchten ihre Blüten dieser Sumpffplanze. Die auffällige Färbung wird noch verstärkt durch die glänzende Oberfläche der Blütenblätter, die aussehen als seien sie mit Klarlack überzogen.
Meist sorgt der Regen für die Bestäubung.

Ordnung: Hahnenfußartige
Familie: Hahnenfußgewächse
Gattung: Dotterblumen
Die Sumpfdotterblume ist hier anzutreffen (Bild: Carsten Burggraf)
Bild: Carsten Burggraf Die Sumpfdotterblume ist hier anzutreffen


Das Gebiet ist stark landwirtschaftlich geprägt. Fischerei und Jagd spielen eine große Rolle. Große Bereiche der Holsteinischen Schweiz sind als Natura 2000-, Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie als Naturpark ausgewiesen. Verschiedene Natur- und Umweltschutzorganisationen engagieren sich für den Erhalt dieses besonderen Landschaftsausschnitts und der in ihm heimischen Arten. Der Verein Wasser Otter Mensch ist einer dieser Organisationen: nachdem der Fischotter in den 1990er Jahren als ausgestorben galt, hat der wendige Schwimmmeister heute, auch dank des Einsatzes des Vereins, fast ganz Schleswig-Holstein zurückerobert.


Der Fischotter kehrt an die Flüsse und Seen zurück - gilt aber nach wie vor als "Vom Aussterben bedroht" (Bild: Gunther Zieger) Den Fischotter kann man in Süßwassergebieten und sogar an felsigen Stellen an der Meeresküste antreffen. Er lebt vor allem dort, wo Bäume und Büsche ihm genügend Schutz an Flüssen und Kanälen geben.
Der europäische Fischotter hat einen geschmeidigen Körper und einen unermüdlichen, verspielten Bewegungsdrang. Bild: Gunther Zieger


Tiere an den Seen der Holsteinischen Schweiz - der Fischotter (Lutra lutra)

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) listet den Fischotter für Deutschland unter der Gefährdungsstufe 1 als "Vom Aussterben bedroht" ein. Dank guter Schutzmaßnahmen nehmen die Bestände in Mecklenburg-Vorpommern, wie auch in Sachsen und Brandenburg wieder zu. Die Art war in Schleswig-Holstein zum Ende des 20.Jahrhunderts fast ausgestorben. Seit etwa um das Jahr 2000 ist allerdings eine spürbare Wiederausbreitung des Fischotters zu spüren. Dies belegen etwa Kotfunde. In Bayern wird der Fischotter in der Gefährdungsstufe 3 "Gefährdet" geführt. Dort kommt der Fischotter im Osten des Freistaates, etwa im bayerischen Wald, hin zu Tschechien noch gut vor und breitet sich, wenn auch langsam, nach Westen aus.

Der Fischotter frisst das, was er am leichtesten erbeuten kann. Einen großen Teil seines Beutespektrums stellen Fische dar, wobei er überwiegend kleine Fischarten erbeutet und darunter langsame und geschwächte Tiere. Ihm kommt daher eine wichtige Rolle bei der Gesundhaltung der Fischbestände zu. Aber auch eine größere Anzahl von anderen Tieren gehören zu seinem Beutespektrum, etwa: Enten, Möwen, Blässhühner, Bisamratten, Schermäuse, Kaninchen, Frösche, Schnecken, Flusskrebse und Insekten. Gelegentlich nimmt er auch Aas und verzehrt Muscheln. Dabei werden kleinere Beutetiere im Wasser gefressen, die größeren Beutetiere werden erst an Land gebracht. Natürlich hat der Fischotter auch Feinde, dazu zählen der Wolf und der Luchs, weiterhin Seeadler, aber auch freilaufende Hunde. Diesen fallen vor allem die weniger erfahrenen Jungtiere zum Opfer. Sein gefährlichster Feind jedoch, ist der Mensch: Lebensraumzerstörung, Verschmutzung der Gewässer, Nahrungsverknappung, Fischreusen, aber vor allem der Straßenverkehr sind die Hauptursachen warum der Fischotter hier bei uns kein hohes Lebensalter erreicht.

Länge, einschließlich Schwanz: ca. 130 Zentimeter, wobei auf den Schwanz 40 Zentimeter entfallen;
Höhe: ca. 30 cm;
Gewicht: 6 - 15 kg.
Geschlechtsreife: bei Männchen mit 18 Monaten, bei den Weibchen mit 2 Jahren;
Paarungszeit: jederzeit; Weibchen sind 12 Monate nach dem letzten Wurf wieder empfängnisfähig;
Trächtigkeitsdauer: 61 - 74 Tage;
Wurfgröße: 1 - 6 - im Durchschnitt sind es 2 - 3 Junge.
Laut einer Statistik werden nur 15 Prozent der Jungtiere eines Jahres älter als drei Jahre.
Verhalten: Einzelgängerisch;
Lebenserwartung: 8 - 13 Jahre.
Verwandtschaft: Es gibt auf der ganzen Welt 15 Arten der Gattung Lutra.

Die langen und steifen Haare des Otterpelzes sind ölig, so dass sie Wasser abweisen. Sie sind tatsächlich ein so guter Schutz, dass die Haut der Tiere niemals nass wird.
Ein neugeborener Otter ist blind und unbehaart, 12 Zentimeter lang und wiegt 60 Gramm.
Das Revier eines Ottermännchens muss mindestens 16 Kilometer sauberes und ungestörtes Flussufer umfassen.
Ein Otter kann mindestens 400 Meter unter Wasser schwimmen, ohne aufzutauchen.

Überfamilie: Hundeartige - Ohne Rang: Marderverwandte - Familie: Marder - Unterfamilie: Otter - Gattung: Altweltotter



Teichwiesen bieten Feuchtwiesenarten beste Lebensbedingungen. Diese können oft letzte Rückzugsgebiete einheimischer Orchideenarten sein, wie: das Breitblättrige- und das Gefleckte Knabenkraut. Ebenso für botanischer Raritäten, wie Teufelsabbiss und die Gelbe Wiesenraute. Teichwiesen - vielfältiger Lebensraum entlang der Seen der Holsteinischen Schweiz (Bild: Carsten Burggraf)
Bild: Carsten Burggraf Teichwiesen - vielfältiger Lebensraum entlang der Seen der Holsteinischen Schweiz



Daten zu den Seen
Lage: Östliches Hügelland Schleswig Holstein, zwischen Kieler Förde und Lübecker Bucht
Seeflächen: von 0,13 bis 29 Quadratkilometer
Maximale Tiefen: von 1,4 Meter bis 56 Meter
Einzugsgebiete: von 0,9 bis 445 Quadratkilometer
Eigentümer: Die Seen befinden sich teilweise in Landeseigentum und teilweise in privatem Eigentum.


Naturvielfalt

Die Seen der Holsteinischen Schweiz mit ihren Verlandungszonen sind Lebensraum zahlreicher, gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Wasservögel, Fische, Amphibien, Insekten, Wirbellose und Säugetiere finden hier ihren Lebens-, Nahrungs- und Fortpflanzungsraum.

Für Wasservögel, die hier brüten, mausern und rasten, stellen besonders die zusammenhängenden Seen rund um Plön einen Lebensraum von zum Teil internationaler Bedeutung dar.


Der Seeadler, dieser mächtige Greifvogel hat breite und breit endende Flügel, unbefiederte Beine und einen kurzen keilförmigen Schwanz, der bei den Altvögeln weiß und bei Jungvögeln braun ist. Das Gefieder dieser Vögel ist braun, Kopf und Hals sind heller gefärbt. Im Flug sieht man die breiten Schwingen dieses mächtigen Adlers. Beide Geschlechter zeigen keine Unterschiede.


Wassernähe ist eine wichtige Voraussetzung in seinem Lebensraum (Bild: Gunther Zieger) Als größte Greifvögel Nordeuropas (nur die Geier Südeuropas sind mit ihm vergleichbar) beeindrucken Seeadler jeden Betrachter.
Wassernähe ist eine wichtige Voraussetzung in seinem Lebensraum Bild: Gunther Zieger



Tiere an den Seen der Holsteinischen Schweiz - der Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Das Brutgebiet des Seeadlers reicht von Südgrönland über das gesamte nördliche Europa und Asien bis an die Pazifikküste. Im vorigen Jahrhundert war das Verbreitungsgebiet des Seeadlers größer. Bis in die erste Hälfte des 20.Jahrhunderts hinein fand ein stetiger Rückgang des Seeadlers statt, vor allem die Verfolgung durch den Menschen wurden die Bestände fast zur Ausrottung gebracht. Die westlichsten Vorkommen gab es in Mitteleuropa in den heutigen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. In den 1920er Jahren gab es erste Schutzbemühungen. Die Bestände zeigten durch die Jagdverschonung deutliche Zuwächse. In dieser Zeit wurde unter anderem auch Schleswig-Holstein, wohl um 1947, wieder besiedelt.
Auch in Bayern gibt es wieder zwischen 6 - 7 BP.
Inzwischen geht man wieder weltweit von bis 12.000 BP aus. Das Verbot von DDT, Nestplatzschutz, Winterfütterung und unzählige andere Schutzmaßnahmen, ließen die lokalen Bestände wieder anwachsen.
Allerdings zählt der Seeadler nach wie vor zu den gefährdeten Brutvogelarten Europas.
Sein Nahrungsspekreum ist vielseitig: See- und Süßwasserfische ab 10 - 15 cm Größe bis zu mehreren Kilogramm. Vögel, von Küken der Nestflüchter bis hin zu Graugans, Reihern und Blässhuhn. Säugetiere, von Mäusen bis zu Fuchs und Reh..
In Europa spielen Fische besonders im Frühjahr eine wichtige Rolle. Im Sommer und Winter vor allem Wasservögel.
Die oft riesigen Nester stehen in Mitteleuropa in der Regel auf hohen Bäumen. In Nordeuropa auch auf Felsen.
Viele Brutpaare leben in Dauerehe, dabei verfügt ein Paar oft über mehrere Nestplätze in seinem Revier.

Länge: ca. 77 - 92 cm;
Flügelspannweite: ca. 200 - 245 cm;
Gewicht: Männchen bis 4100 g - Weibchen bis 5500 g.
Brutzeit: Ende Februar im Süden, bis Mitte Mai im Norden. Es gibt nur eine Jahresbrut.
Gelegegröße: zumeist zwei mattweiße, schwach glänzende Eier.
Brutdauer: 38 - 42 Tage. Beide Geschlechter brüten, das Weibchen sitzt jedoch mehr auf den Eiern.
Nestlingszeit: 80 - 90 Tage. Dabei versuchen die jungen Adler nach 70 Tagen ihre ersten Flüge. In den ersten Lebenswochen der jungen Adler bleibt das Weibchen bei den Nestlingen. Das Männchen sorgt für die Nahrung. Erst später fliegt auch das Weibchen auf die Jagd um die nimmersatten Jungen zu versorgen.

Klasse: Vögel - Ordnung: Greifvögel - Familie: Habichtartige - Gattung: Seeadler



Die deutschen Brutplätze bedürfen vor allem des Schutzes vor Beunruhigung und Veränderung der Umgebung durch Baumaßnahmen aller Art. Seeadler auf Beutefang (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Seeadler auf Beutefang


Mit Blick auf die Unterwasservegetation ist der Suhrer See von herausragender Bedeutung. Auf Grund seiner Nährstoffarmut weist er große Sichttiefen auf, sodass stellenweise die ausgedehnte Unterwasservegetation bis in über fünf Meter Tiefe zu sehen ist. Darunter auch verschiedene und teilweise sehr seltene Laichkräuter und Armleuchteralgen. Im Suhrer See wurde auch das Große Nixenkraut nachgewiesen, das in Schleswig-Holstein nur in wenigen Seen vorkommt. Durch seine Pflanzenartenausstattung hat der See landes- und bundesweite Bedeutung.


Schilfbestände sind für die Gewässerreinigung bedeutsam (Bild: Carsten Burggraf) Schilf, oder Schilfrohr ist weltweit verbreitet und gehört in die Familie der Süßgräser. Die vegetative Vermehrung erfolgt in starkem Maße durch die bis zu 20 Meter langen Ausläufer sowie durch niederliegende, sich an den Knoten bewurzelnde Halme. Ganze Schilfbestände stellen oft nur eine einzlene Pflanze dar.Die Art spielt bei der Verlandung von Gewässern eine große Rolle. Für viele schilfbewohnende Vogelarten ein wichtiger Brut- und Nahrungsraum. Die Rohrdommel braucht ausgedehnte Schilfwälder als Lebensraum. Auch die Zwergdommel benötigt neben Weidenbüschen die Schilfbestände. Beide sind z.B. in Bayern extrem seltene Brutvögel, mit nur noch wenigen Brutpaaren.
Schilfbestände sind für die Gewässerreinigung bedeutsam Bild: Carsten Burggraf


Naturerleben

Tourismus ist für die Seen der Holsteinischen Schweiz ein bedeutender Faktor. Neben unzähligen Badestellen laden atemberaubende Wander- und Radwanderwege zum Naturerleben ein. Besonders der Wasserwanderweg Schwentine führt Naturliebhaber per Boot in die schönsten Bereiche der Holsteinischen Schweiz.


Tourismus ist für Seen der Holsteinischen Schweiz ein bedeutender Faktor, aber auch eine große Herausforderung für die, die Verantortung übernommen haben, damit die Seen auch Refugien für die Tierwelt bleiben. Einmaliges Erlebnis - Natur begreifen und erleben vom Wasser aus (Bild: Natalie Burggraf)
Bild: Natalie Burggraf Einmaliges Erlebnis - Natur vom Wasser aus erleben


In Plön wurde über das Max-Planck-Institut für Limnologie 1991 ein europaweit einmaliges ca. 40 Seen umfassendes Seen-Beobachtungsprogramm initiiert. Unter dem Motto "Natur erleben und über Sichttiefenmessungen Entwicklungstendenzen der Seen erfassen" führten das Umweltamt des Kreises Plön in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Betreuern aus Angel- und Wassersportvereinen sowie Eigentümern, Pächtern und Anliegern die Untersuchungen durch.

Im Jahr 2019 hat Wasser Otter Mensch e.V. die Trägerschaft des Projektes übernommen.


Der Eisvogel - fliegender Edelstein - ein Juwel an den Seen der Holsteinischen Schweiz (Bild: Raimund Linke) Der von vielen Menschen als der schönste Vogel angesehene Eisvogel verbringt den größten Teil seines Tages damit, unter Wasser kleine Fische zu fangen - dabei kann der kleine Kerl nicht einmal schwimmen. Ernst wird es für ihn, in strengen Wintern, wenn Bäche, Flüsse und Seen zugefroren sind und er nicht nach Nahrung tauchen kann.
Der Eisvogel - fliegender Edelstein - ein Juwel an den Seen der Holsteinischen Schweiz Bild: Raimund Linke



Tiere an den Seen der Holsteinischen Schweiz - der Eisvogel (Alcedo athis)

Der prächtige Eisvogel ist hervorragend an das Leben an Fluß- und Seenufern angepaßt. Seine schillernde blaugrüne Oberseite ist eine erstaunliche Tarnung, da er, auf der Suche nach Fisch, schnell und tief über dem Wasser fliegt und dann kaum zu erkennen ist. Trotz ihrer auffallenden Farben sind Eisvögel nicht leicht zu entdecken. Zum Glück ist ihr Ruf sehr typisch, besonders während des Flugs. Das hohe "tji" oder "tii-tü" unterscheidet sie von anderen Vogelarten und ist leicht zu merken. Während der Brutzeit findet man Eisvögel an Flüssen und Teichen mit steilen, sandigen Klippen, in die sie ihre Tunnel graben können. Sie bauen ihre Bruthöhlen, die 1 Meter tief sein können, auch in Uferböschungen von Seen und Steinbrüchen.

Länge: ca. 16 - 17 cm; Flügelspannweite: ca. 24 - 26 cm.
Länge des Schnabels: 4 cm.
Gewicht: 35 - 55 g.
Brutzeit: Ende April, manchmal bis Juni / Juli.
2 Jahresbruten.
Gelegegröße: Das Gelege besteht zumeist aus 6 - 7 weißen, glatten und stark glänzenden Eiern.
Brutdauer: 18 - 21 Tage.
Nestlingszeit: 23 - 27 Tage.
Verhalten: einzelgängerisch.
Nahrung: kleine Fische, Krebstiere, Frösche, Wassertiere und einige Arten von Landinsekten.
Lebenserwartung: ca. 2 Jahre.

Stabile Bestände des Eisvogels, sind ein Qualitätsanzeiger für den guten Zustand einer Fluss- oder Seenlandschaft. Die Population in Europa wird mit weniger als 160.000 BP angegeben, sie ist relativ klein und nahm zwischen 1970 und 1990 mäßig ab. Es ist deshalb nicht zu verstehen, dass es immer noch Leute gibt, die eine ganzjährige Bejagung des Eisvogels fordern. Für Bayern werden zwischen 1600 - 2200 BP angenommen. Hier ist er eine Rote Liste-Art 3 d.h. "Gefährdet".
Die Population gilt als nicht erholt, da die Größe des Brutbestandes auch wesentlich von einer Winterstrenge bestimmt wird. In strengen Wintern können die Bestände des Eisvogels, bis zu 90 Prozent zusammenbrechen, wenn Bäche, Flüsse und Seen zugefroren sind. Der Eisvogel benötigt nach wie vor einen ganzjährigen Schutz.
Wie wichtig, der fliegende Edelstein, den Menschen ist, zeigt auch, dass er in Deutschland schon zweimal "Vogel des Jahres" war, nämlich 1973 und 2009. Darüber hinaus war der Eisvogel "Vogel des Jahres" 2000 in Tschechien, 2005 in Belgien, 2006 in der Schweiz, 2009 in Österreich und 2011 in der Slowakei.
Alcedo atthis gehört zu den Arten die recht ungesellig daherkommen und unverträgliche Einzelgänger sind. Der lateinische Name Alcedo ist aus dem griechischen Halkyon abgeleitet, das so viel wie "die auf dem Meer Brütende" bedeutet. Der deutsche Name lässt sich wahrscheinlich vom althochdeutschen "eisan" ableiten, was "schillern" oder "glänzend" bedeutet. Wohl auf sein glänzendes Gefieder hindeutend.
Die Geschlechter können nur schwer aus der Entfernung unterschieden werden. Evtl. mit dem Fernglas ist zu sehen, dass der Schnabel beim Männchen einheitlich schwarz ist. Beim Weibchen ist die Unterschnabelbasis rötlich. Die Jungvögel des Eisvogels haben dunkle Füße. Die bunten Eisvögel jagen normalerweise eher rüttelnd über der Wasseroberfläche als im Ansitz von einem nahen Baum aus. Daher können sie auch weit entfernt vom Ufer auf großen Seen nach Fischen jagen. Eisvögel verschlingen ihre Beute mit dem Kopf voran, so dass sich Flossen und Gräten nicht in ihrem Schlund verfangen können. Eine Familie mit sechs oder sieben jungen Eisvögeln fressen zusammen pro Tag etwa 100 Fischchen.

Ordnung: Rackenvögel - Familie: Eisvögel - Unterfamilie: Eigentliche Eisvögel - Gattung: Alcedo



Während die Altvögel meistens auch außerhalb der Brutsaison in ihrem Revier leben, streifen die selbstständigen Jungvögel auf der Suche nach einem geeigneten Gebiet ungefähr von Juli bis Mitte Oktober umher. Die Wanderungen können wenige und bis zu 1000 Kilometer umfassen. Dabei wurde festgestellt, dass Weibchen meist größere Entfernungen zurücklegen, als die Männchen. Ruhig sitzt ein Eisvogel-Weibchen auf seinem Beobachtungsposten (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Ruhig sitz das Eisvogel-Weibchen auf seinem Beobachtungsposten und wartet geduldig auf einen kleinen Fisch


Es gibt viele Ausflugsziele entlang der Seen der Holsteinischen Schweiz. Hervorzuheben sind:

Prinzeninsel Großer Plöner See

Rundwanderweg Vierer See

NSG "Suhrer See und Umgebung"

5-Seen-Fahrt Anlegestelle Malente

Sielbeck zwischen Kellersee und Ukleisee

Eutiner Schloss am Großen Eutiner See


Inmitten der grünen Wiesen ein Meer aus Purpurrot - das Breitblättrige Knabenkraut (Bild: Carsten Burggraf) Das Breitblättrige Knabenkraut erblüht von Mitte Mai bis Anfang, oder Mitte Juni. Seine Bestände sind durch Entwässerung von Feuchtwiesen, Einstellung der Mahd bedroht.
Inmitten der grünen Wiesen ein Meer in Purpurrot - das Breitblättrige Knabenkraut Bild: Carsten Burggraf



Das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

Das Breitblättrige Knabenkraut, das auch Breitblättrige Fingerwurz genannt wird, gehört in die Familie der Orchideen und in die Gattung der Knabenkräuter.
Der Gattungsname Dactylorhiza kommt von den fingerartigen Wurzelknollen (aus dem griechischen für "Finger" und "Wurzel". Das Art-Epitheton majalis weist auf den Blütemonat Mai hin (aus dem lateinischen: maialis "auf den Mai bezogen".)

Es ist eine für Deutschland RL-Art 3 d.h. "gefährdet", dies gilt ebenso für die RL Schleswig-Holsteins.


Herausforderungen

Gefahren sind vor allem der Eintrag von Nähr- und Schadstoffen, der Rückgang der Schilfbestände sowie der Verlust an gänzlich ungestörten Bereichen für Flora und Fauna.

FFH-Richtlinie und Wasserrahmenrichtlinie formulieren Erhaltungsziele für Lebensräume und Arten.

Natura 2000-Managementplanung, freiwillige Vereinbarungen, Vertragsnaturschutz oder Ausweisung von Schutzgebieten sind Instrumente.


Der Haubentaucher war früher gefährdet, weil seine Federn als Schmuck für Damenhüte verwendet wurden. Dank konsequenter Schutzmaßnahmen zählt der Haubentaucher heute nicht mehr zu den gefährdeten Arten. Der Haubentaucher ist der größte unter den Lappentauchern (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Der Haubentaucher ist eine Art die in großer Zahl auf den Seen anzutreffen ist



Tiere an den Seen der Holsteinischen Schweiz - der Haubentaucher (Podiceps cristatus)

Der Haubentaucher ist eine Vogelart aus der Familie der Lappentaucher. Er ist der größte, häufigste und bekannteste Vertreter dieser Familie von Wasservögeln. Diese Art ist bei uns ganzjährig auf großen Süßwasserseen und auch Flüssen anzutreffen. Im Winter auch in Mündungsgebieten und auf dem Meer in Küstennähe. Hier bei uns am Main ist er Winters über immer anzutreffen, da der Main nur sehr selten zufriert. In Deutschland sind Haubentaucher überwiegend Standvögel, die bei länger zugefrorenen Seen ebenfalls an die Küsten abwandern.
Meist weit vom Ufer entfernt wird er leicht verwechselt. Durch ein Fernglas kann man ihn aber gut erkennen. Im Winterkleid an seinem rosa Schnabel und der schwarzen Kappe.
Wie andere Taucher frisst auch der Haubentaucher seine eigenen Federn. Sie haben zwar kaum einen Nährwert, doch nimmt der Vogel sie offenbar als Ballaststoff zur besseren Verdauung auf.
Der Ordnungsname "Podicipediformes", den die Lappentaucher bekommen haben, bezieht sich darauf, dass die Füße bei diesem Vogel so weit hinten am Körper ansetzen. Bis in das 20.Jahrhundert hinein wurde der Haubentaucher als "Haubensteißfuß" oder "Gehaubter Steißfuß" bezeichnet, ebenfalls eine Anspielung auf die weit hinten ansetzenden Füße. Noch kuriosere Namen sind "Langhalsige Ente" oder "Langkragen".

Die flache Plattform des Nestes aus nassem und verrottendem Pflanzenmaterial steht dicht am oder schwimmt auf dem Wasser, oft verankert und versteckt in der Vegetation der Uferzone. Die Jungen erleben normalerweise auf dem Rücken eines Altvogels ihre ersten Ausflüge. Nach spätestens 20 Tagen schwimmen sie mit durchdringenden Bettelrufen. Fische - meist bis zu einer Länge von maximal 20 Zentimetern bilden die wichtigste Nahrung. Kleine Junge erhalten zunächst aber Wasserinsekten. Haubentaucher könne übrigens unter Wasser schneller schwimmen, als auf der Oberfläche.

In Bayern ist der Haubentaucher ein spärlicher Brutvogel. Seine 2000 - 3200 BP sind entlang der größeren Flusssysteme anzutreffen

Länge: ca. 45 - 50 cm; Flügelspannweite: ca: 85 - 90 cm;
Gewicht: 595 - 1490 g;
Brutzeit: Mai bis Juni, seltener April bis September. 1 oder auch 2 Jahresbruten.
Gelegegröße: 2 - 6, zumeist aber 4, bläulich-weiße, glatte und nicht glänzende Eier.
Brutdauer: 27 - 29 Tage.
Nestlingszeit: Die Jungen sind Nestflüchter. Ab dem 1.Tag können sie schwimmen und tauchen. Bis 20 Tage werden die Jungen in Flügeltaschen und auf dem Rücken der Eltern mitgetragen. 10 - 11 Wochen lang sind die Jungen von den Alttieren abhängig.
Nahrung: Fische, Weichtiere, Frösche, Insekten, Larven und Krebstiere.
Verwandtschaft: In Mitteleuropa gibt es noch drei weitere Lappentaucherarten: Schwarzhalstaucher, Rothalstaucher und Zwergtaucher.

Ordnung: Lappentaucherartige - Familie: Lappentaucher - Gattung: Taucher


Maßnahmenbeispiele:

Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Schwentine.

Gewässerrandstreifen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge.

Wiederherstellung und langfristige Pflege von Brutinseln, z.B. für Flussseeschwalben.

Bau von Querungshilfen und verpflichtender Einsatz ottersicherer Reusen.

Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung für Naturschutzverständnis und -akzeptanz.

Naturverträglicher Tourismus am Beispiel des Wasserwanderwegs Schwentine.


Der Behler See ist bis zu 43 Meter tief (Bild: Carsten Burggraf) Große Teile der Holsteinischen Schweiz sind heute als Schutzgebiete von nationaler und europäischer Bedeutung.

Der Behler See liegt zwischen Timmdorf im Osten und der Stadt Plön im Westen. Im Osten geht er in den Langensee und im Osten in den Höftsee über.

Der Behlersee ist 277 ha groß und bis zu 43 Meter tief.

Seen der Holsteinischen Schweiz - hier der Behler See Bild: Carsten Burggraf


In diesem Jahr wurde die Wilo-Foundation als Förderer dazugewonnen. Die Stiftung unterstützt die Arbeit des Netzwerks Lebendige Seen Deutschland und möchte dies in den kommenden Jahren fortsetzen. Ihr Vorstandsmitglied Evi Hoch erläutert das Engagement: "Wir fördern weltweit Projekte rund um die Ressource Wasser, darunter die Initiativen des Global Nature Fund. Bei unserer Entscheidung für das Netzwerk Lebendige Seen Deutschland überzeugte uns vor allem der nachhaltige Ansatz. Wir unterstützen hier eine langjährige Kooperation von besonders engagierten und fachkompetenten Menschen, die vorbildliche Ideen zum Umwelt- und Gewässerschutz entwickeln. Dabei schauen sie auf konkrete Ökosysteme, haben aber stets auch das große Ganze einer lebendigen und lebenswerten Natur im Blick".


Mit ihrer zierlichen Gestalt und den schlanken, spitzen Flügeln gehört die Flussseeschwalbe zu den anmutigsten Seevögeln. Auf der Jagd nach kleinen Fischen rüttelt sie häufig über dem Wasser. Die Flussseeschwalben sind mit Möwen verwandt (Bild: Carsten Burggraf)
Bild: Carsten Burggraf Die Flussseeschwalben sind mit Möwen verwandt



Tiere an den Seen der Holsteinischen Schweiz - die Flussseeschwalbe (Sterna hirundo)

Während der Sommermonate und zur Zugzeit ist die Flussseeschwalbe die verbreitetste Seeschwalbe an den mitteleuropäischen Küsten. Im Binnenland dagegen ist dieser ehemals nicht seltene Brutvogel der Wildflüsse nur noch an wenigen Stellen anzutreffen. Viele der verbliebenen Brutplätze müssen durch Vogelschützer geschützt werden.
An einigen Seen und Stauseen brüten die Flussseeschwalben auf künstlichen Nistflößen, die eigens für die bedrohten Vögel angebracht wurden. Häufig ist es dort möglich, die Flussseeschwalben aus sicherer Entfernung zu beobachten. Einer Kolonie sollte man sich jedoch nur sehr vorsichtig nähern, da diese Vögel sehr störanfällig sind. Eindringlinge werden bisweilen mit Sturzflügen in Kopfhöhe attackiert. Manchmal stoßen die Vögel auch mit ihren Schnäbeln zu und können sogar blutende Wunden verursachen.
Die Überwinterungsgebiete liegen an den Küsten Afrikas südlich der Sahara.
Frühmorgens und am Abend sind die Flussseeschwalben am eifrigsten bei der Nahrungssuche. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus kleinen Fischen, sie fangen aber auch Kleinkrebse, Garnelen, kleine Strandkrabben, Würmer und Larven von Wasserkäfern und Fröschen.
Beide Partner legen ein flaches Bodennest- oft nur eine Mulde im Sand aus Pflanzenresten an. Bei der Brutablösung füttert der heimkehrende den auf dem Gelege sintzenden Vogel mit einem Fischchen. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen noch einige Tage unter der Bewachung eines Altvogels im Nest.. Danach verbergen sich die Jungen in der schützenden Vegetation. Den Futter bringenden Altvögeln laufen sie entgegen. Die Zeit der elterlichen Fürsorge dauert rund 10 Wochen.

Länge: ca. 31 - 35 cm; Flügelspannweite: ca. 82 - 95 cm;
Gewicht: 100 - 130 g.
Brutzeit: Ende Mai oder Anfang Juni im Süden, im Norden Ende Juni / Anfang Juli - 1 gelegentlich auch 2 Jahresbruten.
Gelegegröße: zumeist 3 rahmfarbene oder sehr schwach gelbliche, grünliche oder oliv getönte, unterschiedlich dunkel getupfte, gesprenkelte, glatte und glanzlose Eier.
Brutdauer: 20 bis 26 Tage, beide Alttiere brüten.
Nestlingszeit: ab 2 Tagen Aufsuchen von Versteck in der Vegetation. Mit 23 bis 27 Tagen flugfähig. Werden aber noch rund 6 Wochen von den Alttieren gefüttert.
Verhalten: Zugvogel, nistet in Kolonien.
Nahrung: Fische und Kleinkrebse.
Lebenserwartung: der älteste beringte Vogel wurde 25 Jahre alt.
Verwandtschaft: Küstenseeschwalbe und Zwergseeschwalbe.

Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Im Brutkleid ist ihr Schnabel rot mit schwarzer Spitze. Die Stirn ist schwarz.
Der Gesamtbestand in Mitteleuropa wird mit bis zu 39.000 BP angegeben. Wobei die Niederlande hier die meisten Brutpaare beherbergt. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschland wird die Art in der Kategorie 2 "Stark gefährdet" gelistet.
In Bayern brütet die Flussseeschwalbe nur lokal unf fast ausschließlich in Südbayern. Die Flussseeschwalbe gilt in Bayern als ein sehr seltener Brutvogel. Im Zeitraum 2005 - 2009 wurde der Bestand mit 300 - 350 BP angegeben. Für das Jahr 2013 ein Bestand mit 354 BP. Der Bestand bewegt sich also auch weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Art ist eine RL Bay-Art 3 d.h. "Gefährdet".

Seeschwalben sind mit Möwen verwandt und haben mit Schwalben nur die langen Flügel und die Schwanzspitze gemeinsam.
Flussseeschwalben haben sogar schon in Höhen von 4800 Metern genistet.
Von einem Flussseeschwalbenpaar wird berichtet, dass es 17 Jahre lang zum gleichen Nest zurückkehrte.
Manche Flussseeschwalben fliegen jeden Tag bis zu 50 Kilometer zwischen Nahrungsgründen und Schlafplatz hin und her.

Ordnung: Regenpfeiferartige - Familie: Seeschwalben - Art: Flussseeschwalbe


Auch Torben Johannesen, dreifacher Welt- und Europameister mit dem Deutschland-Achter, ist dem Netzwerk Lebendige Seen Deutschland eng verbunden: "Der Rudersport ist auf den Lebensraum Wasser angewiesen. Eine gute Qualität der Gewässer und ihrer Ökosysteme sind für uns extrem wichtig. So liegt es nahe, dass wir uns als Team Deutschland-Achter als Botschafter für die bewährte Umweltinitiative 'Lebendige Seen Deutschland' und das Engagement des Global Nature Fund und seiner Partner für die Seenlandschaft der Holsteinischen Schweiz stark machen", sagte Johannesen. Den Fischotter, Flussseeschwalbe und deren Freunde der Holsteinischen Flora und Fauna wird es freuen.


Fische und Kleinkrebse führen den Speisezettel der Flussseeschwalben an (Bild: Gunther Zieger) Die wenigen binnenländischen Kolonien, die heute noch an einigen größeren Flüssen (Donau) Mitteleuropas bestehen, sind vor allem durch ausufernden Freizeitbetrieb, aber auch durch Flussbaumaßnahmen und Gewässerverschmutzung bedroht.
Fische und Kleinkrebse prägen die Hauptnahrung der Flussseeschwalbe Bild: Gunther Zieger


Weitere Informationen können Sie unter: www.globalnature.org/de/lebendige-seen-2020 nachlesen.


Vielen Dank an Frau Bettina Schmidt, Programme Manager, von Global Nature Fund, Radolfzell, für den Pressetext und die Logos von GNF, sowie die Möglichkeit, Bilder von Frau Hanna Kirschnick-Schmidt, Herrn Carsten Burggraf und Frau Natalie Burggraf zeigen zu können. Vielen Dank auch an meine Naturfotografen, Herrn Markus Glässel, Herrn Raimund Linke und Herrn Gunther Zieger, für Ihre zur Verfügung gestellten Aufnahmen.


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- letzte Aktualisierung: Samstag, 03. Oktober 2020 -
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