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Die Kakteen des Jahres seit 2008

Seit 2008 wird der Kaktus des Jahres ausgelobt. Eine Aktion der Deutschen Kakteen-Gesellschaft e.V. Pforzheim.
Es gibt nicht nur einen Vogel des Jahres, ein Unwort des Jahres oder einen Truck des Jahres, es gibt auch einen Kaktus des Jahres. Jedes Jahr verleiht die Deutsche Kakteen-Gesellschaft diesen Titel einem Kaktus, der allgemein bekannt ist, pflegeleicht und bestens dafür geeignet, das Hobby "Kakteensammeln" zu repräsentieren.


Jahr Deutscher Name wissenschaftlicher Name
2008 Goldkugelkaktus "Schwiegermuttersitz" Echinocactus grusonii
2009

Königin der Nacht

Selenicereus grandiflorus
2010

"Bauernkaktus"

Echinopsis eyriesii
2011  "Blattkaktus" Epicactus
2012  Seeigelkaktus Astrophytum asterias
2013 Silberkerzenkaktus Cleistocactus strausii
2014 Weihnachtskaktus Schlumbergera truncata
2015  Muttertagskaktus Mammillaria zeilmanniana
2016   Discocactus horstii
2017   Carnegiea gigantea
2018 Erdnusskaktus Echinopsis chamaecereus
2019 Feigenkaktus Opuntia ficus-indica
2020 Zaunkaktus Pachycereus marginatus


Der Zaunkaktus ist zum Kaktus des Jahres 2020 gekürt worden.

 
Der Zaunkaktus (Pachycereus marginatus) wurde von den Kakteengesellschaften der drei deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zum Kaktus des Jahres 2020 gewählt.

In seiner Heimat Mexiko wird die Art in dichten Reihen als lebender Zaun gepflanzt.


Der Zaunkaktus ist der Kaktus des Jahres 2020 (Bild: Stefan Theiler) In dichten Reihen wird der Zaunkaktus in seiner Heimat Mexiko als lebender Zaun gepflanzt.
Der Zaunkaktus ist der Kaktus des Jahres 2020 Bild: Stefan Theiler


Ein Zaun mit nützlichen Extras

Kakteen findet man bei uns vor allem als Zierpflanzen an Zimmerfenstern oder in botanischen Sammlungen. In ihrer Heimat gehören sie aber zur natürlichen Flora und werden dort von den Menschen seit langer Zeit auf vielfältige Weise genutzt. Eine Besonderheit ist der Zaunkaktus (Pachycereus marginatus), der - wie schon seit Name verrät - zur Abgrenzung von Gärten oder Weiden verwendet wird.


Der Zaunkaktus ist in den mexikanischen Bundesstaaten Hildalgo, Mexico, Guanajuato, Queretaro, Morelos, Puebla, Oaxaca, Colima, Michoacan und Guerrero verbreitet. Zaunkaktus als Abgrenzung zwischen Grundstücken (Bild: Stefan Theiler)
Bild: Stefan Theiler Zaunkaktus als Abgrenzung zwischen Grundstücken


Meist fünfeckig bis sechseckig und nahezu unverzweigt wächst er kerzengerade senkrecht in die Höhe. Leicht lässt er sich aus abgeschlagenen und dann bewurzelten Stammstücken vermehren. Indios in Mexiko hatten dass schon in vorkolumbianischer Zeit erkannt und den Zaunkaktus in dichten Reihen gepflanzt, um ihr Vieh einzuzäunen oder Gärten und Wege abzugrenzen.


Auch heute noch wird die Art in Mexiko vielfach gepflanzt (Bild: Doris Affolter) Die Erstbeschreibung als Cereus marginatus erfolgte 1828 durch Augustin-Pyrame de Candolle.
Auch heute noch wird die Art in Mexico vielfach gepflanzt Bild: Doris Affolter


Auch heute noch wird die Art in Mexico vielfach gpflanzt. Auf Märkten und in Gärtnereien werden 1 - 2 Meter lange Stecklinge angeboten, die nach dem Anwachsen innerhalb weniger Jahre 4 Meter Höhe und mehr erreichen können.
Es ist nicht nur die Funktion als Zaun, die diese Art in ihrer Heimat so populär macht: Denn die Pflanzen produzieren essbare, süß schmeckende Früchte, die von den geraden, schwach bis gar nicht bedornten Säulen leicht zu ernten sind. Selbst die Blütenknospen können als Gemüse, gebraten oder geschmort, gegessen werden. Darüber hinaus dienen die Pflanzen als Färbemittel: Getrocknet und gekocht lässt sich ein schwarzer Farbstoff gewinnen, der in Shampoos der Harrfärbung dient.


Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose stellten sie 1909 in die Gattung Pachycereus. Setzlingsvermehrer des Zaunkaktus (Bild: Stefan Theiler)
Bild: Stefan Theiler Setzlingsmervehrer des Zaunkaktus


Durch den Menschen weit verbreitet

Die Heimat des Zaunkaktus liegt in der zentralmexikanischen Hochebene. Da die Art auch außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes in verschiedenen Regionen Mexikos gepflanzt wurde und dort vielfach verwilderte, ist das natürliche Verbreitungsgebiet nur schwer zu bestimmen.

Der Zaunkaktus wird auch einfach nur aufgrund seiner Attraktivität gepflanzt und so kann man ihn gelegentlich auch in Gärten oder Parks der wärmebegünstigten Regionen finden, z.B. in den südlichen USA oder in Europa am Mittelmeer. Sogar in Mitteleuropa kann man ihn gelegentlich in Gartencentern oder Spezialgärtnereien kaufen.


Eine Blüte des Zaunkaktus (Bild: Stefan Theiler) Selbst Blütenknospen können als Gemüse, gebraten oder geschmort, gegessen werden.

Die trichterförmigen, rötlichen Blüten weisen eine Länge von 3 bis 4 Zentimetern auf. Ihr Perikarpell (bezeichnet man eine becherförmige Umhüllung des Fruchtknotens) und die Blütenröhre sind mit Schuppen besetzt, die in ihren Achseln Wolle und Borsten tragen. Die kugelförmigen Früchte sind mehr oder weniger trocken. Sie erreichen Durchmesser von bis zu 4 Zentimetern und sind mit leicht abfallenden Dornen und Wolle besetzt.
Blüte des Zaunkaktus Bild: Stefan Theiler


Biologie

Der Zaunkaktus gehört aufgrund seiner Wuchshöhe zu den Säulenkakteen und wird meist 3 bis 5, selten bis zu 7 Meter hoch. Der Stamm hat 4 bis 7 gerade herab laufende Kanten, die auch Rippen genannt werden. Auf diesen sitzen dicht an dicht kleine Dornenpolster, die sogenannten Areolen. Die Dornen werden 5 bis 15 Millimeter lang, können aber auch fehlen. Die Areolen stark reduzierte Kurzsprosse, aus denen auch die Blüten entspringen, nur ganz selten auch einmal Seitensprosse. Die schlanken, roten bis rosafarbenen Blüten sind tagsüber geöffnet und werden von Kolibris bestäubt. Die Früchte sind rot, kugelig, etwa 4 Zentimeter groß und mit borstigen Dornen versehen, die aber leicht abfallen.


In der Roen Liste gefährdeter Arten der IUCN wird die Art als "Data Deficient (DD)", d.h. mit keinen ausreichenden Daten geführt. Zaunkakteen besetzt mit Blütenknospen (Bild: Stefan Theiler)
Bild: Stefan Theiler Zaunkakteen besetzt mit Blütenknospen


Erstmals beschrieben wurde die Art 1828 von dem Schweizer Botaniker Augustin-Pyrame de Candolle als Cereus marginatus. In der Folge wechselte sie aufgrund taxonomischer Umstellungen mehrfach den Gattungsnamen. In der Wissenschaft ist heute der Name Pachycereus marginatus allgemein akzeptiert. Der Namensbestandteil "marginatus" lässt sich als "wie mit einem Rand versehen" oder "gerändert" übersetzen - das bezieht sich auf die bandartig dicht stehenden Areolen auf den Rippen.


Ordnung Familie Gattung Art
Nelkenartige Kakteengewächse Pachycereus Pachycereus marginatus

 
In Mexiko wird der Zaunkaktus auch als "maliniche", "chilayo", "organo", oder "jalacatio" genannt, im Englichen auch Mexican fence post cactus.

Kultur

Da die Art keinen Frost verträgt, muss sie in Mitteleuropa am Fenster oder im Gewächshaus kultiviert werden. Wird sie im Gewächshaus im Grundbeet ausgepflanzt, kann sie leicht zu groß werden. Im Blumentopf am Zimmerfenster wächst sie aber langsamer. Blüten wird man dann kaum erzielen können, jedoch ist die Art aufgrund der gerade wachsenden, hellgrünen Sprosse mit ihrer gleichmäßigen geometrischen und den perlschnurartig angeordneten Areolen auch so sehr attraktiv. Als Substrat verwendet man eine handelsübliche Kakteenerde, die gut wasserdurchlässig sein sollte. Wenn man keine Pflanzen bekommen kann, ist auch eine Vermehrung durch Aussaat möglich.


Zaunkaktus - keine Kaktee wächst so schön und ebenmäßig (Bild: Stefan Theiler) Sie verträgt keinen Frost. In Mitteleuropa muss der Zaunkaktus am Fenster oder im Gewächshaus kultiviert werden.
Zaunkaktus, keine Kaktee wächst so schön und ebenmäßig Bild: Stefan Theiler


Andere "Zaunkakteen"

Der Zaunkaktus ist übrigens nicht die einzige Kakteenart, die zur Umfriedung genutzt wird. Es gibt einige Dutzend weiterer Kakteenarten verschiedener Gattungen, die in Nord- und Südamerika als Zaun oder vielmehr als Hecke gepflanzt werden. Aber keine wächst so schön und ebenmäßig wie der Pachycereus marginatus!

Kakteenfans sind in der Deutschen Kakteen-Gesellschaft (DKG) mit 5.000 Mitgliedern und 100 Ortsgruppen organisiert. In den Ortsgruppen trifft man sich zum Erfahrungsaustausch, zu Vorträgen rund um die Flora und zum geselligen Beisammensein. Gäste sind dort herzlich willkommen. Ein Verzeichnis der Ortsgruppen ist zu finden unter www.dkg.eu

Vielen Dank an Herrn Cay Kruse, Vizepräsident, Deutschen Kakteengesellschaft, für die Erlaubnis den Pressetext, sowie die Bilder von Herrn Stefan Theiler und Frau Doris Affolter veröffentlichen zu dürfen.

Textteile auch von Wikipedia.



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- letzte Aktualisierung: Freitag, 09. Oktober 2020 -
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