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Die Gewässertypen des Jahres seit 2011

Der "Gewässertyp des Jahres" wird seit dem Jahr 2011 vom Umweltbundesamt ausgelobt.

Die bisherigen Gewässertypen des Jahres sind::

Jahr Gewässertyp
2011 Steiniger, kalkarmer Mittelgebirgsbach
2012 Sandiger-lehmiger Tieflandfluss
2013 Die Fließgewässer des südlichen Alpenvorlandes
2014 Tiefer, nährstoffarmer See Norddeutschlands
2015 Das salzreiche Wattenmeer
2016 Kiesgeprägte Ströme
2017 Tiefer, großer, kalkarmer Mittelgebirgssee
2018 Sandiger Tieflandbach
2019 Großes Nordseeästuar

Die großen Nordseeästuare ist der Gewässertyp des Jahres 2019

Gewässertyp des Jahres

Naturnahe Gewässer sind wertvolle Lebensräume. Unsere Gewässer in Deutschland liegen in unterschiedlichen Ökoregionen, Höhenlagen, haben unterschiedliche Größen, Lebensräume und Lebensgemeinschaften und lassen sich verschiedenen Typen zuordnen. Das "Große Nordseeästuar" ist der Gewässertyp des Jahres 2019.

Ein Ästuar ist der breite Wasserkörper an der Mündung eines Flusses an einer meist flachgründigen Senkungsküste.

Vorkommen

Die Mündungsbereiche von Ems, Weser und Elbe in die Nordsee sind die drei großen Ästuare in Deutschland. Sie beginnen in der Ems bei Leer, in der Weser bei Brake und in der Elbe bei Stade.


Steckbrief

Größe: Fläche bis über 300 Quadratkilometer, Länge bis über 100 km, Breite bis über 10 km.

Vertreter: Ästuare der Ems, der Weser und der Elbe.

Abflusstyp: geprägt von Ebbe und Flut, großräumige, zyklische Umkehrung des Abflusses angetrieben von Flutwelle und Ebbstrom.

Strömungsbild: vielfältige Strömungsmuster, Stillwasserbereiche in Flachwassergebieten, hohe Strömungsgeschwindigkeiten im Freiwasser.

Substrat: Sand, Schluff, Ton, organische Anteile und Mischsedimente wie Schlick.

Gewässerform: trichterförmige Mündung

Natürlicherweise typische Habitate: Durchmischungsbereich von Süß- und Salzwasser, sogenannte Brackwasserzone.

Lebensgemeinschaft: viele Generalisten, also Arten, die keine hohen Ansprüche an ihren Lebensraum haben, aber auch hoch spezialisierte Arten, die nur in diesem begrenzten Bereich zwischen Fluss und Meer überleben können.

Hauptbelastungsfaktoren: Schifffahrt, Fischerei, Küsten- und Hochwasserschutz, Landwirtschaft, Stofffrachten der vom Festland kommenden Flüsse.


Lebensraum

An Küsten mit großem Tidenhub (ndd. für Tide, tied=Zeit ist der Unterschied zwischen dem Scheitelpegel "Hochwasser" und dem untersten Pegelstand "Niedrigwasser) dringt die Gezeitenwelle weit in die Flussmündung vor. Die regelmäßigen Flutwellen und Ebbströme weiten das Flusstal aus, sodass nach und nach eine trichterförmige Mündung entsteht: das Ästuar. In der südlichen Nordsee sind die Mündungen von Ems, Weser und Elbe Ästuare. Der Tidenhub beträgt zwischen 2 - 3 Metern. Jede Flutwelle transportiert Sand und Schlick am Gewässerboden über die Ästuare den Fluss hinauf. Diese Sedimente lagern sich ab oder werden vom Ebbstrom wieder in das Meer gesaugt. Ständige Veränderungen ist ein Merkmal dieses Lebensraums: Sandinseln und tiefe Rinnen bilden sich schnell und vergehen wieder. In den Ästuaren mischt sich das Süßwasser der Flüsse mit dem Salzwasser der Nordsee. Es entsteht Brackwasser. Diese Bedingungen stellen die Lebensgemeinschaften vor große Herausforderungen. Das Artenspektrum ist kleiner als in weniger extremen Lebensräumen. Einige Arten sind hoch spezialisiert  und leben nur in diesen Gebieten. Unter dem Einfluss von Ebbe, Flut und Brackwasser können sich in flachen Uferbereichen ausgedehnte Salzwiesen und Röhrichte ausbreiten, die regelmäßig oder sporadisch überflutet werden. Sie sind Lebensraum, Laich- und Brutgebiet für Insekten, Amphibien, Fische und Vögel.


Vorkommen des Gewässertyps 2019 in Deutschland (Quelle: Umweltbundesamt)

Die Mündungsbereiche von Ems, Weser und Elbe in die Nordsee sind die drei großen Ästuare in Deutschland. Diese sind Lebensräume, Rastplatz, Laichgebiet und Brutplatz für eine unglaubliche Anzahl von Insekten, Amphibien, Fischen und Vögeln.

Wir sollten diese Lebensräume für unsere Natur erhalten und schützen!
Vorkommen des Gewässertyps 2019 in Deutschland Quelle: Umweltbundesamt


Nutzung, Belastung, Maßnahmen

Gütertransport, Fischerei, Tourismus und Freizeitschifffahrt beanspruchen die Ästuare von Elbe, Ems und Weser. Die umliegenden Landflächen werden landwirtschaftlich genutzt. Noch zum Ende des 19. Jahrhunderts wiesen die Nordseeästuare eine weitgehend natürliche Gestalt auf. Die landwirtschaftliche Nutzung war extensiv und entlang der Flüsse und ihrer Nebenarme fanden sich ausgedehnte Röhrichtbestände. Der Ausbau zu Schifffahrtsstraßen, Eindeichungen für den Hochwasserschutz, Sperrwerke in den Nebenflüssen und die Landgewinnung führten zu einem stetigen Rückgang der Überflutungsflächen. Die Fahrrinnen der Ästuare werden durch Baggerungen und Steinschüttungen an den Ufern den ständig größer werdenden Schiffen angepasst. Der erwartete Anstieg des Meeresspiegels bedroht den Lebensraum der Röhrichte und der Brack- und Salzwiesen. Weitere Küstenschutzmaßnahmen werden nötig. Die Nähr- und Schadstoffe, die Elbe und Weser mit sich führen, beeinträchtigen die Wasserqualität.

Typische Lebewesen (nur ein winziger Auszug der vielfältigen Flora und Fauna in und an den Ästuaren)

Salz-Teichsimse (Schoenoplectus tabernaemontani)


Die Salz-Teichsimse besiedelt die tidebeinflussten Gewässerufer in dichten Röhrichten. ... Salz-Teichsimse in der Tideelbe - ein Kosmopolit im Wechselbad der Gezeiten (Bild: Gabriele Stiller)
Bild: Gabriele Stiller Salz-Teichsimse - ein Kosmopolit im Wechselbad der Gezeiten


... Aufgrund ihrer Salztoleranz wäschst sie oft an "vorderster Front" in einem Bereich, der mindestens zweimal täglich unter Wasser steht und nur von wenigen höheren Pflanzen besiedelt werden kann. Durch ihre Wuchsform sind Teichsimsen sehr gut an hohen mechanischen Belastungen durch das tidebedingte Wechselbad der Gezeiten angepasst.

Die Salz-Teichsime (auch Salz-Teichbinse) gehört in die Ordnung der Süßgrasartigen und zur Familie der Sauergrasgewächse. Es handelt sich um eine recht großwüchsige binsenartige Pflanze, von graugrüner Farbe.
Der zweite Teil ihres wissenschaftlichen Namens (tabernaemontani) ist zu Ehren des frühneuzeitlichen Gelehrten Tabernaemontanus.

Salz-Teichsimsen sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 80 bis 150 Zentimetern erreichen. In Flussmündungen der Küsten besiedelt sie tidebeeinflusste Brack- und Süßwasserröhrichte.


Grünalgen (Pediastrum)


Grünalgen - Pediastrum - wichtige Winzlinge im Nahrungsnetz der Ästuare (Aufnahme: Dr.Mandy Bahnwart) Grünalgen der Gattung Pediastrum sind mikroskopisch, kleine einzellige Algen, die in Kolonien (sog. Coenobien) von 4 bis 100 Einzelzellen leben - ...
Grünalgen - wichtige Winzlinge im Nahrungsnetz der Ästuare Aufnahme: Dr. Mandy Bahnwart


... gemeinsam sehen sie unter dem Mikroskop aus wie kleine grüne Zackenrädchen. Diese Grünalgen sind Teil des sogenannten Phytoplanktons der Ästuare, welches durch Photosynthese Sonnenlicht und Nährstoffe in pflanzliche Biomasse umwandelt. Dabei wird auch der für viele Organismen lebenswichtige Sauerstoff gebildet. Das Phytoplankton bildet auch die Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen im Nahrungsnetz der Ästuare, zum Beispiel für kleine Krebstiere und Larven verschiedener Organismen.

Pediastrum kommt im Süßwasser-Plankton von arktischen bis tropischen Klimazonen vor. Sie kann Wasserblüten bilden. Sie kommt auch im Aufwuchs von eutropher, stehender Gewässer vor. Pediastrum tritt ganzjährig auf.


Die Blässgans (Anser albifrons)


In der norddeutschen Tiefebene ist die Blässgans regelmäßiger Durchzügler und Wintergast. Diese Vögel gehören der nordsibirischen Nominatform an, die in Mittel- und Westeuropa sowie in Südosteuropa überwintert. Die Blässgans mit ihrem auffälligen weißen Bereich um die Schnabelwurzel (Bild: Markus Glässel)
Bild: Markus Glässel Die Blässgans mit ihrem auffälligen weißen Bereich um die Schnabelwurzel


Spektakulär sind die Einflüge der nordischen Wildgänse in Norddeutschland wenn unter anderen auch die Blässgänse in die Tiefebene einfliegen. Die Brutvögel aus den Weiten Nordrusslands erscheinen im Oktober im Ostseebereich und wandern dann weiter bis in die Niederlande.
Die Nahrung der Blässgänse besteht vorwiegend aus Gräsern und Kräuter. Im Winter wird auch Gemüse, Samen und Salzpflanzen aufgenommen.


Tiere entlang der Nordseeästuare - die Blässgans

Die Blässgans, auch Blessgans wird in die Ordnung der Gänsevögel eingereiht, in die Familie der Entenvögel und in die Gattung der Feldgänse zugeordnet.
Blässgänse sind in Mitteleuropa ausschließlich Wintergäste. Der Einflug beginnt ab September/Oktober. Der Rückzug erfolgt im Februar/März.
Die Population wird heute auf ca. 1,2 Millionen Individuen geschätzt.
Länge: ca. 65 - 83 cm:
Flügelspannweite: ca. 130 - 165 cm;
Gewicht: 1700 - 3000 g;
Brutzeit: Mitte Juni und nur eine Jahresbrut.
Gelegegröße: 5 - 6 rahmweiße, glatte und leicht glänzende Eier.
Brutdauer: rund 28 Tage.
Nestlingszeit: Die jungen Gänse sind Nestflüchter. Weibchen und Männchen führen die Jungen ungefähr sechs Wochen lang. Mit 40 - 43 Tagen sind die jungen Gänse flügge.


Der Zwergschwan (Cygnus bewickii)


Zwergschwäne bleiben außerhalb der Brutzeit zumeist im Familienverbund (Bild: Gunther Zieger) Die Nahrung bei den Zwergschwänen besteht aus Wasserpflanzen, die im Seichtwasser mit untergetauchtem Kopf oder gründelnd gerupft werden. Auf dem Zug verzehren die Schwäne gerne junge Saaten, Gras und Klee. Auch werden liegengebliebene Kartoffeln und Körner aufgenommen.
Außerhalb der Brutzeit bleiben Zwergschwäne zumeist im Familienverbund Bild: Gunther Zieger


Zwergschwäne wirken schlanker als Höckerschwäne, sind wesentlich kleiner als diese (Höckerschwan ca. 160 cm - Zwergschwan ca. 127 cm), schwimmen mit geradem Hals und tragen gelb-schwarze Schnäbel.
Wie manche Brutvögel des hohen Nordens, hängt die Zukunft der Bestände der Art nicht nur von der Erhaltung der Brutplätze, sondern vor allem vom Angebot geeigneter Rast- und Überwinterungsquartiere ab.


Tiere entlang der Nordseeästuare - der Zwergschwan

Der Zwergschwan wird in die Ordnung der Gänsevögel, in die Familie der Entenvögel und die Gattung der Schwäne eingestuft.
In Mitteleuropa ist der Zwergschwan ein alljähriger Wintergast, dabei hält er sich oft in Küstennähe auf.

Länge: ca. 115 - 127 cm;
Flügelspannweite: ca. 180 - 211 cm;
Gewicht: 4300 - 9600 g.
Brutzeit: ungefähr Juniwoche;
Gelegegröße 3 - 5 gelblichweiße, glatte mit schwachem Glanz versehene Eier.
Brutdauer: ca. 30 Tage; Die Bebrütung des Geleges bestreitet hauptsächlich das Weibchen, während dem Männchen die Verteidigung des Brutplatzes obliegt.
Nestlingszeit: Die Jungen sind Nestflüchter. Beide Elterntiere kümmern sich um den Nachwuchs, diese sind mit 40 - 45 Tagen flügge. Die Jungvögel treten im Frühjahr häufig die Heimreise mit den Eltern an, jedoch am Brutplatz erscheinen die Altvögel aber ohne ihren Nachwuchs.


Die Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis)


Die Chinesische Wollhandkrabbe wurde zu Beginn des 20.Jahrhunderts durch den Menschen unbeabsichtigt nach Europa eingeschleppt und hat sich in allen großen in die Nordsee mündenden Flüssen (Elbe, Weser, Ems und Rhein) etabliert. Ein eingeschleppter Eroberer der Ästuare - die chinesische Wollhandkrabbe (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Die Chinesische Wollhandkrabbe - eingeschleppter Eroberer der Ästuare


Die Chinesische Wollhandkrabbe ist wie ihr Name schon sagt, eine ursprünglich in China beheimatete Krabben-Art. Ihren Namen bekam Eriocheir sinensis, weil insbesondere die männlichen Tiere einen dichten "Haarpelz" an den Scheren tragen. Dadurch wird die Art unverwechselbar. In der heimischen Fauna mancher Flüsse hat sich das Tier mittlerweile trotz Bekämpfung durch den Menschen als Neubürger (Neozoon) fest etabliert. Die Krabbe ist nachtaktiv und ernährt sich von pflanzlichem und tierischem Material (omnivor). Sie lebt als erwachsenes Tier im Süßwasser und wandert zur Fortpflanzung flussabwärts ins Große Ästuar (katadrome Wanderungen). Nach der Eiablage von bis zu 900.000 Eiern im Brackwasser sterben die Elterntiere - sie pflanzen sich also nur einmal fort.
Die Larven entwickeln sich im Brackwasser, wandern anschließend flussaufwärts und werden nach etwa fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif. Neben großen Fischen und Vögeln wie dem Graureiher (der Graureiher kann in einzelnen Kolonien so auf die Chinesische Wollkrabbe einwirken, dass diese bis zu 20% seiner Nahrungsaufnahme ausmacht), welche die Wollhandkrabbe insbesondere bei deren Häutung gern erbeuten, gehörte der Mensch zu ihren größten Feinden.

Nach Massenentwicklungen der Art in den 1930er Jahren ging ihr Bestand durch Absammlung, aber auch durch extreme Gewässerverschmutzung, bis in die 1970er Jahre stark zurück. Seitdem hat die Art wieder deutlich zugenommen. Während die Art in Deutschland bisher nur in wenigen Restaurants angeboten wird, gilt sie in der chinesischen Küche als begehrte Delikatesse.


Der Gänsesäger (Mergus merganser)


Gänsesäger - Weibchen links, Männchen rechts - Winterurlauber im Großen Ästuar (Bild: Olav Krüger) Ästuare sind bedeutende Brut- und Rastgebiete für eine Vielzahl an Vogelarten. Der Gänsesäger ist eine dieser Arten, welche in Deutschland zwar mit nur etwa 1000 BP als Brutvogel vorkommt, dagegen aber im Winter als Durchzügler und Gast viel häufiger zu beobachten ist.
Der Gänsesäger: hier Weibchen links, Männchen rechts - Winterurlauber im Großen Ästuar Bild: Olav Krüger


Der Gänsesäger, ist der größte Säger der sieben Sägerarten der Welt und ist dabei deutlich größer als z.B. die Stockente. In Mitteleuropa ist der Gänsesäger ein nicht häufiger Brut- und Jahresvogel, obwohl es auch in Bayern bis zu 550 BP entlang der dealpinen Flüsse und der Donau, sowie im Alpenvorland und in manchen Alpentälern gibt.


Tiere entlang der Nordseeästuare - der Gänsesäger

Gänsesäger sind die häufigsten Säger auf europäischen Binnengewässern sowohl in der Brutzeit als auch im Winter. Etwa 40.000 bis 60.000 Tiere überwintern jedes Jahr an eisfreien Seen (wir können die Gänsesäger im Winter sogar bei uns am Main gut beobachten) und in den Ästuaren der großen Flüsse Deutschlands. Nach ihrem "Winterurlaub" kehren die meisten Gänsesäger in ihre nördlicher gelegenen Hauptbrutgebiete zurück. Die Nahrung des Gänsesägers besteht aus kleineren Fischen von einer Länge bis zu 10 cm. Die Nahrung der Jungen besteht zunächst vor allem aus Wasserinsekten des Seichtwassers.
Gänsesäger sind Höhlenbrüter. Baumhöhlen für einen Vogel dieser Größe sind aber Mangelware und dies ist sein Problem. So müssen z.B. Dachböden in hohen Häusern oder gar Kirchen, unter Bootshäusern sogar in Felshöhlen, herhalten.
Gänsesäger sind Vögel aus der Ordnung der Gänsevögel, der Familie der Entenvögel und der Gattung der Säger.

Länge: ca. 58 - 66 cm;
Flügelspannweite: ca. 82 - 97 cm;
Gewicht: 900 - 2150 g.
Brutzeit: Mitte Mai bis Ende Juni. Es gibt nur eine Jahresbrut.
Gelege: Das Gelege besteht zumeist aus 8 - 12 gelblichen mit einer schwachen olivfarbenen Tönung und glatten Eiern. Größere Gelege kommen zustande weil Gelege von 2 Weibchen.
Brutdauer: 30 - 32 manchmal bis 35 Tagen.
Nestlingszeit: Die jungen Gänsesäger sind Nestflüchter. Das Weibchen führt. Mitten im Sommer verlassen in der Regel die Männchen ihre Weibchen, um ein Mauserquartier aufzusuchen.
Mit 60 - 70 Tagen sind die Jungen flügge. Nach dem weitgehenden Selbstständigwerden der Jungen, verlassen auch die Weibchen die Jungtiere um sich in kleineren Mausertrupps zu sammeln. Oft werden die Jungen schon vor dem Flüggewerden verlassen.


Der Dunkle Wasserläufer (Tringa erythropus)


Sein Name bezieht sich auch sein Prachtkleid, bei dem das Männchen so gut wie ein einheitlich schwarzes bis schieferschwarzes Körpergefieder und eine mit vielen weißen Punkten besetzte dunkle Oberseite trägt. Auch die Beine sind dann schwärzlich. Der Dunkle Wasserläufer - ein Vogel der nördlichen Breiten (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Der Dunkle Wasserläufer - ein Vogel der nördlichen Breiten


Im häufig zu sehenden Schlichtkleid wirken Dunkle Wasserläufer im Gegensatz zu ihrem Namen sehr hell, nämlich oberseits hellgrau, unterseits weißlich mit dunklem Anflug am Hals. Die langen Beine sind bei den Altvögeln dann rot. Er wird zu den Vogelarten zählen, die durch den Klimawandel zu den Verlierern gehören. Das Verbreitungsgebiet wird sich deutlich verkleinern und in Richtung Nordosten verschieben.


Im Schlichtkleid - ein dunkler Wasserläufer - die roten Beine sind gut zu erkennen (Bild: Gunther Zieger) Der Dunkle Wasserläufer gehört zu den "Kalendervögeln", deshalb so genannt, weil sie alljährlich mit großer Verlässlichkeit zur selben Zeit in ihr angestammtes Brutgebiet zurückkehren, ungeachtet der aktuellen Witterung. Eine innere Uhr sagt ihnen, dass sie die kurze Zeitspanne, die ihnen die Arktis zum Brüten lässt, optimal zu nutzen.
Dunkler Wasserläufer im Schlichtkleid - schön zu sehen, die roten Beine Bild: Gunther Zieger



Tiere entlang der Nordseeästuare - der Dunkle Wasserläufer

Der Dunkle Wasserläufer ist ein Vogel aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen, aus der Familie der Schnepfenvögel und der Gattung der Wasserläufer. Er ist ein regelmäßiger Durchzügler an der Küste. In kleinen Zahlen überwintert der Dunkle Wasserläufer auch im Nordwesten Deutschlands. Ansonsten ist der Dunkle Wasserläufer  ein Brutvogel der Moore am Nordrand der Taigazone und der feuchten Tundra. In Europa brütet der Dunkle Wasserläufer nur in Lappland und in Nordrussland. Über die Brutbiologie dieses nordischen Wasserläufers ist noch relativ wenig bekannt. Er ist ein ausgesprochener Langstreckenzieher, der vor allem im tropischen Afrika von der Sahelzone bis zum Äquator fliegt. Die Nahrung besteht überwiegend aus im Wasser lebenden, Insekten und deren Larven, zur Brutzeit aus vielen Landinsekten. Im Wattenmeer sind dies Ringelwürmer, Krebstierchen und Mollusken (Schnecken, Muscheln).

Länge: ca. 29 - 32 cm;
Flügelspannweite: ca. 48 - 52 cm;
Gewicht: 150 - 180 g.
Brutzeit: Ende Mai bis Anfang Juni. Es gibt nur eine Jahresbrut.
Gelegegröße: 4 hellgrüne, olivefarbene und kräftig schwarzbraun gefleckte mit helleren Schalenflecken versehene, glatte und schwach glänzende Eier.
Brutdauer: nicht bekannt. Nur das Männchen brütet (fast ausschließlich).
Nestlingszeit: Die jungen Dunklen Wasserläufer sind Nestflüchter. Das Weibchen beteiligt sich anfangs an der Jungenführung.


Zustand

Die Bundesländer stufen die großen Nordseeästuare aufgrund der Maßnahmen für die Schifffahrt und den Hochwasserschutz als erheblich verändert ein, mit mäßigem oder unbefriedigendem ökologischen Potenzial. Die Nordseeästuare werden von einzigartigen Lebensgemeinschaften  aus Pflanzen und Tieren besiedelt, die an diesen Lebensraum angepasst sind. Die intensive Nutzung der Nordseeästuare erschwert es, den Zustand dieser seltenen Ökosysteme zu verbessern. Um wieder Flachwassergebiete zu schaffen, müsse Deiche geöffnet, zurück versetzt sowie Nebenflüsse und Nebenarme wieder an die Hauptströme angeschlossen werden.
Die Ästuare von Weser und Elbe werden als ein Wasserkörper betrachtet. Das Ästuar der Ems wird für die Bewertung am Dollart in zwei Wasserkörper unterteilt. Von diesen vier Wasserkörpern weisen drei ein mäßiges ökologisches Potenzial auf. Das Potenzial der Ems von Leer bis Dollart wurde 2015 mit unbefriedigend bewertet. Vordringliches Problem ist die zu hohe Nährstoffbelastung. Sie führt zu übermäßigem Wuchs an schwebenden Wasserpflanzen (Phytoplanktum).

Viele Bürgerinnen und Bürger setzen sich für den Schutz dieses Lebensraumes ein, um ihn auch für kommende Generationen langfristig zu erhalten. Jeder kann seinen Beitrag leisten, z.B. Landwirte durch Beschränken ihrer Nährstoffverwendung auf das für die Pflanzen notwendige Maß sowie Erosionsschutz, die Kommunen durch Phosphatfällung auch in kleinen Kläranlagen und jeder Bürger durch Verringerung des Verzehrs an tierischem Eiweiß.


Vielen Dank an Frau Katrin Blondzik, Frau Linda Sommer vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau für den Pressetext sowie der grafischen Darstellung der Ästuare, weiter für die freundliche Unterstützung bei der Bildersuche. Vielen Dank an Frau Dr. Mandy Bahnwart vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Abteilung Gewässer des Landes Schleswig-Holstein in Flintbek und an Frau Dipl.-Biologin Gabriele Stiller, Biologische Kartierungen und Gutachten, Hamburg, für die von Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellten Bilder. Vielen Dank an Herrn Frank Hecker für die zur Verfügung gestellte Aufnahme, sowie an meine Naturfotografen Herrn Gunther Zieger, Herrn Olav Krüger und Herrn Markus Glässel für Ihre kostenlos zur Verfügung gestellten Bilder.


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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 31. Juli 2019 -
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