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Die Gefährdeten Nutztierrassen des Jahres seit 1984
Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)

kürt jedes Jahr eine gefährdete Haustierrasse zur "Gefährdete Nutztierrasse des Jahres" um auf die Gefährdung dieser alten Tierrassen aufmerksam zu machen.

Seit 1984 waren dies:

Jahr Nutztierrasse
1984 Kärntner Brillenschaf
1985 keine
1986 Murnau-Werdenfelser Rind
1987 Schwäbisch-Hällisches Schwein
1988 Schleswiger Kaltblut (Pferd)
1989 Waldschaf
1990 Angler (Deutsches) Sattelschwein
1991 Rhönschaf
1992 Hinterwälder Rind
1993 Thüringer Waldziege
1994 Westfälischer Totleger (Huhn)
Diepholzer Gans
Pommernente
1995 Buntes Bentheimer Schwein
1996 Schleswiger Kaltblut (Pferd)
1997 Rotvieh
1998 Weiße gehörnte Heidschnucke
Altdeutscher Hütehund
1999 Wollschwein
2000 Rottaler Pferd
2001 Bayerische Landgans
Bergische Kräher (Huhn)
Bergischer Schlotterkamm (Huhn)
Krüper (Huhn)
2002 Angler Rind
2003 Groß- und Mittelspitz (Haushund)
Deutscher Pinscher (Hofhund)
2004 Leutstettener Pferd
Dunkle Biene
2005 Bentheimer Landschaf
2006 Deutsches Sattelschwein
2007 Murnau-Werdenfelser Rind
2008 Die Bronzepute
2009 Das Alpine Steinschaf
2010 Das Meißner Widderkaninchen
2011 Das Limpurger Rind
2012 Deutsche Sperber
2013 Das Leineschaf
2014 Die Dülmener - wilde Pferde aus Westfalen
2015 Deutsches Karakulschaf
2016 Das Original Braunvieh
Das Glanrind
Das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind
2017 Die Deutsche Pekingente
Die Orpingtonente
Die Warzenente
2018 Das Altwürttemberger Pferd
2019 Schwalbenbäuchige Wollschwein
Blondes Wollschwein
Rotes Wollschwein
2020 Das Pustertaler Rind
Der Westerwälder Kuhhund

"Gefährdete Nutztierrassen des Jahres 2020" -  Das Pustertaler Rind und der Westerwälder Kuhhund

Das Duo 2020: Pustertaler Rind und der Westerwälder Kuhhund - hier wurden zwei Nutztierrassen der Roten Listen zur Rasse des Jahres 2020 gekürt. Mit dem Duo Rind und Hund stellt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) im Jahr 2020 ein über Jahrhunderte bewährtes Arbeitsteam vor, dass in dieser Kombination praktisch ausgestorben ist - ein Hund, der als Helfer der Hirten die Rinderherde bei ihren täglichen Weidegängen außerhalb des Dorfes und in den Wäldern begleitet.


Rotes Pustertaler Rind (Bild: Schedel / GEH) Das Pustertaler Rind aus der gleichnamigen früheren Grafschaft in Südtirol war im 19.Jahrhundert als die schwerste und eine der milchergiebigsten Rinderrasse des Alpenraumes bekannt.
Rotes Pustertaler Rind Bild: Schedel / GEH


Aus der vermutlich 1804 erstmalig erfolgten Erwähnung als "Pusterthaler Tyroler Vieh" kann gefolgert werden, dass die Rasse zumindest Ende des 18.Jahrhunderts in der Donaumonarchie allgemein bekannt war. Die Rasse soll sich aus der damals auch im Pustertal weit verbreiteten schwarzbraunen Duxer Rasse auf der Basis einer roten ostalpinen Urrasse entwickelt haben, die zudem auch noch Anteile des silbergrauen Podolischen Rindes führte. In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurden unter dem Oberbegriff "Tiroler Race" die Rassen Duxer, Zillerthaler sowie Pusterthaler zusammengefasst.
1873 waren die "Pusterthaler" überregional auf der Internationalen landwirtschaftlichen Ausstellung in Wien zu sehen. Eine bei dieser Gelegenheit angefertigte colorierte Darstellung zeigt drei Pustertaler Kühe, bei denen die farbigen Anteile noch bei Weitem überwiegen. Pustertaler, in Südtirol auch als "Pusterer Rinder" bezeichnet, zeigten eine auffällige und ungewöhnliche Farbzeichnung.


Das Pustertaler Rind wurde 1804 erstmals erwähnt und stammt aus Südtirol. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts galten die Pustertaler als die schwerste Rinderrasse Österreich-Ungarns. Pustertaler Bulle aus einer österreichischen Zucht (Bild: Feldmann / GEH)
Bild: Feldmann / GEH Pustertaler Bulle aus einer österreichischen Zucht


Ein breites weißes Band erstreckt sich ausgehend vom Nacken über Widerrist, Rücken, Schwanz und Euterspiegel bauchwärts bis zur Brust und häufig bis zum Kehlansatz. Dabei mischt sich das Weiß unregelmäßig in die seitlichen farbigen Körperpartien, häufig zacken- oder flammenförmig ein. Häufig werden die farbigen Körperpartien, also vorwiegend Rumpfseiten, Kopf und Unterfüße, die sich entweder ruß-schwarz bis blauschimmlig oder in einem zwischen Fuchsrot über leuchtend Kirschrot bis Kastanienbraun variierenden Farbton zeigen, inselartig vom Weiß umschlossen und ergeben ein gesprenkeltes auffälliges Farbmuster. Die so gezeichneten Tiere werden als Sprinzen, Tiere mit größeren zusammenhängenen Farbflächen als Schecken bezeichnet, wobei es alle erdenklichen Übergänge zwischen den genannten Farbverteilungsmustern bis hin zu fast rein weißen Tieren gibt, die nur noch gefärbte Ohren, Augenumrandung und Flotzmaul aufweisen.


Schwarze Pustertaler Kuh mit einem schwarzen und einem rotgefärbten Kalb (Bild: Schedel / GEH) Die Rinder wurden seit jeher in zwei Farbtypen mit großer Variationsbreite gezüchtet: rot oder schwarz, gescheckt (Schecken) oder gesprenkelt (Sprinzen) auf weißer Grundfarbe.
Schwarze Pustertaler Kuh mit einem schwarzen und einem rotgefärbten Kalb Bild: Schedel / GEH


Schwarze Tiere haben schiefergraue Nasenspiegel und schwarze Klauen und Hornspitzen, bei den roten Individuen sind diese Körperteile gelbrot bis rotbraun pigmentiert. Die Rasse zeichnet sich durch eine optisch auffällige Länge der Mittelhand sowie durch die große Muskelfülle im Nacken, im Schulterbereich sowie der Hinterhand in Verbindung mit massiven Gliedmaßen aus.
Die Hörner sind zunächst nach außen und dann nach vorne und aufwärts gebogen. Das Pustertaler Rind kam früher als schwerer Talschlag sowie auf den bis über 1400 m hoch gelegenen Höfen als leichterer Bergschlag vor.
Kühe wiegen zwischen 500 - 900 kg bei einer Widerristhöhe zwischen 125 - 146 cm, Bullen wiegen zwischen 650 - 1200 kg bei einer Widerristhöhe zwischen 130 - 155 cm. Die Jahresmilchmenge lag historisch zwischen 2500 bis 4400 kg. Bei karger Fütterung konnten Pustertaler Rinder deutlich höhere Gewichte als benachbarte Rassen erreichen.


Um 1910 soll es noch um die 10.000 Tiere gegeben haben. Der Bestand betrug 1963 aber nur noch wenige 100 Tiere. Bulle, Mutterkuh und Kalb der Rasse Pustertaler Rind im schwarzen Farbschlag (Bild: Milerski / GEH)
Bild: Milerski / GEH Bulle, Mutterkuh mit Kalb der Rasse Pustertaler Rind im schwarzen Farbschlag


In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts bis zum Ende des 1.Weltkrieges galten die Pustertaler als die schwerste und als eine der milchergiebigsten alpinen Rinderrassen der Donaumonachie. Zwischen 1909 und 1913 wurden jährlich zwischen 145 bis 278 Kühe im Herdbuch geführt. Damals belief sich der Rassebestand noch auf 10.000 bis 12.000 Tiere.
1927 wurde durch das Landwirtschaftsinspektorat ein Körverbot der rotweißen Bullen verfügt um die rotweißen Pustertaler durch die Verwendung von Bullen der Pinzgauer Rasse zu verdrängen. Die Verwendung von schwarzweißen Bullen auf gleichfarbige Kühe wurde zunächst bis 1968 erlaubt, danach mehr oder weniger offiziell geduldet. 1956 gab es noch 800 bis 1000 schwarzweiße Individuen, nach anderen Quellen betrug 1962 die Gesamtpopulation 600 - 700 Tiere.


Kräftige Pustertaler rotgefärbte Kuh (Bild: Saalfrank / GEH) Im Jahr 1984 konnte die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haurtierrassen (GEH) einen Bestand von damals 84 Tieren in Südtirol erfassen. Zum Rasseerhalt wurden schließlich 13 Tiere nach Deutschland importiert.

Seit 1994 wird die Rasse auch wieder in Italien offiziell im Herdbuch gezüchtet, ab 1998 wurden die Tiere nach Österreich eingeführt.
Kräftige Pustertaler rotgefärbte Kuh Bild: Saalfrank / GEH


1963 trat ein neues italienisches Gesetz im Hinblick auf die Körung der Stiere und ihren Deckeinsatz in Kraft. Dem darin geforderten Gedanken der notwendigen Rassereinhaltung konnten die Pustertaler Züchter mangels des dazu notwendigen Herdbuchs nicht genügen, was zu einer weiteren Bestandsreduzierung führte.
Die Wendung kam erst 1983, als die GEH auf die dramatische Bestandssituation des seit den 1920er Jahren völlig in Vergessenheit geratenen Pustertaler Viehs aufmerksam gemacht wurde und sich unverzüglich entschloss ein einzigartiges Projekt zur Rettung einer Rinderrasse zu starten. Innerhalb eines Jahres gelang es der GEH mittels Zeitungsannocen den gesamten Tierbestand im Pustertal zu ermitteln und bei den folgenden Hofbesuchen die reinrassigen Tiere zu zählen und zu dokumentieren, die vorhandenen Blutlinien zu ermitteln und den Kontakt zwischen den sich bisher unbekannten Züchtern herzustellen. Besonders dramatisch verlief die Rettung eines Bullen, der den einzigen Vertreter einer unverzichtbaren Blutlinie darstellte. Dieses Tier befand sich schon beim Metzger und konnte nur durch die sofortige Intervention der GEH-Mitarbeiter in Verbindung mit einer außerordentlichen Vergütung vor der anstehenden Schlachtung bewahrt werden.


Heute ist das Pustertaler Rind ein fleischbetontes Zweinutzungsrind, es ist von kräftiger Statur mit langer Mittelhand. Kühe wiegen zwischen 500 - 900 kg und Bullen zwischen 650 - 1200 kg. Die Pustertaler Kuh Cilvester als schwarzpigmentierte Mutterkuh hat ein rotes Kuhkalb Castanie geboren (Bild: Schedel / GEH)
Bild: Schedel / GEH Die Pustertaler Kuh Cilvester als schwarzpigmentierte Mutterkuh hat ein rotes Kuhkalb Castanie geboren.


So konnten in 21 Betrieben 84 Tiere mit 3 männlichen und weiteren 10 weiblichen Blutlinien ermittelt werden. Nachdem sehr schnell deutlich wurde, dass von Seiten der Südtiroler Rinderzuchtverbände und Behörden trotz der angebotenen logistischen Unterstützung durch die GEH weitgehendes Desinteresse an Erhaltungsmaßnahmen im Land artikuliert worden war, entschloss sich 1984 die am Projekt Beteiligten wegen der drohenden Gefahr des aldbaldigen Aussterbens der Rasse infolge Inzucht Tiere der wichtigsten Blutlinien nach Deutschland zu exportieren.


Diese rote Pustertaler Sprinzenkuh verkörpert den schweren Typ der Südtiroler Rinderrasse (Bild: Saalfrank / GEH) Die Tiere sind mittel- bis großrahmig, kräftig im Knochenbau, gut bemuskelt und zeichnen sich durch Robustheit und gute Konstitution aus.
Diese rote Pustertaler Sprinzenkuh verkörpert den schwereren Typ der Südtiroler Rinderrasse Bild: Saalfrank / GEH


Ab 1984 wurden mit finanzieller Unterstützung von GEH-Mitgliedern 13 Tiere nach Deutschland gebracht und erstmalig in der Rassengeschichte kurzfristig Sperma von drei Bullen gewonnen und eingesetzt. Zusätzlich konnte der Nationale Zuchtverband Italiens (AIA) von der GEH dazu veranlasst werden, Sperma von 2 weiteren Bullen in Südtirol zu gewinnen. Durch all diese Maßnahmen war es gelungen, einerseits den Niedergang der Rasse in ihrer Heimat zu stoppen, als auch durch Vernetzung der Züchter in Südtirol und Deutschland den jeweiligen Tierbestand langsam anzuheben. Bis heute verheernd auf die Erhaltungszucht wirken sich die ab 1990 durch einige Südtiroler Stammzüchter vorgenommenen Einkreuzungen mit der farblich ähnlich auffälligen Vogesenrasse auf einen großen Teil der Pustertaler Population aus.


Charakteristisch für das Pustertaler Rind ist ihre Farbzeichnung mit einem weißen Band am Rücken und dem Bauch. Die Pustertaler werden heute vorwiegend als Fleischrinder in der Mutterkuhhaltung genutzt, nur wenige Kühe werden gemolken. Pustertaler Rind mit schwarzer Farbzeichnung (Bild: Schedel / GEH)
Bild: Schedel / GEH Pustertaler Rind mit schwarzer Farbzeichnung


Erst 1994 übernahm in Südtirol derjenige Zuchtverband die Betreuung der Pustertaler, der sie 10 Jahre zuvor explizit abgelehnt hatte. 1998 wurden die ersten Tiere nach Österreich eingeführt, woraus sich in den Folgejahren auch dank staatlicher Förderung sehr schnell die bisher größte nationale Population entwickelte. Ab 2015 wurden dann die ersten Pustertaler in die Schweiz eingeführt. 2017 betrug der Bestand an Herdbuchkühen in Deutschland 135 Kühe, in Südtirol 575 Tiere und in Österreich 823 Kühe.


Pustertaler Herde der schwarzen Farbzeichnung (Bild: Milerski / GEH) Die Verbreitung des Pustertaler Rinds liegt in Südtirol, Österreich, der Schweiz und Deutschland mit einem Gesamtbestand von 1500 - 2000 Tieren.
Pusertaler Herde der schwarzen Farbzeichnung Bild: Milerski / GEH


Einen Hinweis auf den Prozentsatz reinrassiger Tiere gibt der Fremblutanteil der bisher im jeweiligen Land geborenen Besamungsbullen, der in Deutschland bei 25%, in Südtirol bei 41% und in Österreich gar bei 85% lag. Wie sich am Beispiel des Pustertaler Rindes zeigt, sind gefährdete Nutztierrassen in ihrem Bestand nicht nur durch den zahlenmäßigen Schwund der Individuen sondern auch und teilweise in noch viel höherm Maße durch die Einkreuzung phänotypisch (Erbanlagen) ähnlicher Rassen bedroht.


Die Gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2020 - Der Westerwälder Kuhhund


Traditionell führten die Rinderhirten in den deutschen Mittelgebirgen überwiegend mittelgroße, rot-braune Hunde als unentbehrliche Helfer für den Hütealltag mit sich. Im Gegensatz zur Schafhutung, wo der Hund sich fast stets an der Herde aufhält, wurde der Kuhhund zumeist beim Hirten gehalten und zu den verschiedensten Arbeitseinsätzen an der Herde vom Hirten losgeschickt.


Typischer Westerwälder Kuhhund - hier zu sehen ein Rüde (Bild: Simantke / GEH) Der Westerwälder Kuhhund stammt aus dem Westerwald und Siegerland.
Er ist ein harter und ausdauernder, durchsetzungsfähiger Arbeitshund.
Typischer Westerwälder Kuhhund - hier ein Rüde Bild: Simantke / GEH


Der Westerwälder / Siegerländer Kuhhund sowie der ursprüngliche Harzer Fuchs verkörpern diesen Gebrauchshund aus früheren Zeiten noch heute. Je nach Einsatzgebiet unterschieden sich damals die Hunde jedoch meist nur geringfügig. So hatten die Rinderhunde im Westerwald meist Stehohren oder Kippohren, bei Hunden die in den Haubergen des Siegerlandes eingesetzt wurden, bevorzugte man tiefe Kipp- oder Hängeohren, damit die häufig vorkommenden Grasgrannen nicht in die Ohrmuschel konnten.


In Deutschland ist er der einzige einheimische Arbeitshund, der sich insbesondere bei Rindern bewährt. Er holt das Milchvieh von der Weide und sorgt für reibungslosen Eintrieb in den Melkstand. Er ist auch geeignet Angriffe von Tieren abzuwehren, wie sie eventuell durch mitlaufende Zuchtbullen, frisch abgekalbte (Mutter-)kühe oder besorgten Kuhmüttern z.B. während des Einziehens von Ohrmarken beim Kalb erfolgen. Westerwälder Kuhhündin (Bild: Claudia Träger / GEH)
Bild: Claudia Träger / GEH Westwewälder Kuhhündin


Heute werden Westerwälder- und Siegerländer Kuhhunde nicht mehr getrennt gezüchtet, wohl aber der Harzer Fuchs (er wird heute überwiegend an Schafen eingesetzt). Der Beruf des Rinderhirten ist hierzulande quasi ausgestorben, damit verschwanden dann auch die typischen Hunde. Kurt Stahl begann in den 80er Jahren die letzten Exemplare auf bäuerlichen Betrieben zu suchen und diverse Verpaarungen durchzuführen. Nach der Grenzöffnung wurden in die sehr kleine Population auch ursprüngliche Harzer Füchse zur Zucht aufgenommen (auch der Harzer Fuchs wurde ursprünglich zum Hüten von Kühen, z.B. für das Harzer Rotvieh, eingesetzt.


Westerwälder Welpen (Bild: Zander / GEH) Die Westerwälder Kuhhünde sind sehr agil, ausdauernd, robust und unerschrocken und fordern eine konsequente, hundegerechte Erziehung und eine Beschäftigung, die ihrem Naturell entspricht, ein.
Westerwälder Welpen Bild: Zander / GEH


Bereits seit Entstehen der Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde e.V. (AAH) im Jahr 1989 werden hier auch Westerwälder Kuhhunde im Zuchtbuch geführt. Die Arbeit an Rinderherden fordert einen wendigen, forschen Hund, der den Kuhtritten geschickt ausweicht, genügend Druck auch an Mutterkühen und Bullen erzeugen kann und sich nicht einschüchtern lässt. Über Generationen wurde der Kuhhund auf den sichern Griff am Rind selektiert, so zeigt der Westerwälder daher auch heute einen sicheren, sauberen Griff, der aus einem festen Kneifen in das "trockene Bein" (oberhalb des Fesselgelenkes) des Rindes besteht. Der Griff ist zwar schmerzhaft und erschreckend für das Rind, aber unschädlich, das Euter wird nicht angepackt.


Neben dem ursprünglichen Einsatz im Rinderbereich haben sich einige Kuhhunde auch als Rettungshunde gut bewährt. Der Wach- und Schutzinstinkt der Hunde ist meist stark ausgeprägt. Es sind keine Hunde, die sich als gut sozialisierbare Begleithunde für ein Leben in einer Familie eignen, oder als gefährdete Rasse auf Hundeausstellungen gezeigt werden sollten. Westerwälder Kuhhunde - Rüde und Hündin (Bild: Zander / GEH)
Bild: Zander / GEH Westerwälder Kuhhund Rüde und Hündin


Dieser "Griff" ist genetisch verankert, auch beim Schaf erfolgt der Griff ähnlich (tiefe Keule). Bedingt durch die andere "Bauart" des Schafes, kann der Griff des Kuhhundes hier unter Umständen leichter zu Schäden führen. Die Hunde sollten daher vorzugsweise an Rindern eingesetzt werden, wozu sie sich in idealer Weise eignen. Westerwälder Kuhhunde sind heute extrem in ihrem Bestand bedroht. Nach einer GEH-Umfrage gibt es rund 40 Hunde, davon etwa die Hälfte im zuchttauglichen Alter.


Aufgeweckter Blick einer Westerwälder Kuhhündin (Bild: Zander / GEH) Westerwälder und Siegerländer Kuhhunde variieren in der Farbe von hellweizenfarbig (Siegerländer Variante) über Rottöne bis braunschwarz, mit oder ohne weiße Abzeichen an Kopf, Brust und Pfoten und bei einer Größe von etwa 45 bis 55 cm. Der Felltyp kann am ehesten als nicht üppiges Langstockhaar bezeichnet werden.
Aufgeweckter Blick einer Westerwälder Kuhhündin Bild: Zander / GEH


Selbst bei Vedopplung der Anzahl der Hunde ist dies mehr als ein Grund zur Besorgnis zumal ein Großteil der Hunde immer eng verwandt miteinander ist. Insbesondere fehlt es an zuchttauglichen Rüden, die an möglichst wenig verwandten Hündinnen eingesetzt werden können. Leider ist heute eine Vielzahl theoretisch existierender Hunde (Welpen diverser Würfe) weder der GEH noch den Zuchtbuchbetreibern bekannt. Erschwerenderweise werden die Hunde in zwei Zuchtbüchern geführt mit nicht gut organisiertem Informationsaustausch. Aktuell entwickelt sich hier erfreulicherweise eine positive Zusammenarbeit.


Fuchsfarbene Kuhhunde wurden bis in die zweite Hälfte des 20.Jahrhunderts im Westerwald und Siegerland zum Hüten von Kuhherden verwendet. Die Kuhhirten sicherten mit dem Ziel leistungsfähiger und zuverlässiger Hunde, die sie für ihre Arbeit benötigten. auch die Reinzucht der Rassen. Westerwälder Kuhhund - Rüde mit Hündin (Bild: Zander / GEH)
Bild: Zander / GEH Westerwälder Kuhhund Rüde mit Hündin


Durch die "Gefährdete Rasse des Jahres 2020" der GEH erhoffen wir uns verstärkte Öffentlichkeitsarbeit um ggf. doch noch verstreute Einzelexemplare an Hunden zu finden und deren Besitzer zur Zucht veranlassen zu können.
Unabdingbar mit der Zucht von Gebrauchshunden verknüpft ist der Einsatz der Hunde in ihrem beruflichen Umfeld. Heute sehen die wenigen engagierten Züchter des Westerwälder Kuhhundes das Arbeitsfeld ihrer Hunde vor allem in der Mutterkuhhaltung.


Westerwälder Kuhhund - Rüde (Bild: Zander / GEH) Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) führt den Westerwälder Kuhhund in der Roten Liste der gefährdeten Rassen als extrem gefährdet und damit in Kategorie I. Für den Erhalt der Rasse engagiert sie die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde.
Westerwälder Kuhhund Rüde Bild: Zander / GEH


Der Hund hilft die Herden zu managen, kann den Umtrieb sichern und beschützt den Halter vor eventuell angreifenden Rindern. So manchen Halter hat seinen Hund als "Lebensversicherung" bei den Mutterkühen bezeichnet. Auch in Milchviehherden wird der Hund erfolgreich eingesetzt, beim Trieb von der Weide zum Stall, zum Melkstand und sogar zur Bestimmung der Brünstigkeit bei den Kühen ist der Hund hilfreich.


Vielen Dank an Frau Antje Feldmann, von der GEH-Geschäftsstelle, Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) für den Pressetext Dr.Klaus Schedel - Pustertaler Rind - sowie für die Möglichkeit seine eigenen Bilder, sowie von den Bildautoren: Milerski, Feldmann, Saalfrank, den Pressetext - Westerwälder Kuhhund - von Frau Christel Simantke, ihre eigenen Bilder, sowie Aufnahmen von Frau Claudia Träger, und die Billder des Bildreferenten Zander, zeigen zu dürfen.

Wenn Sie mehr über die Gesellschaft wissen möchten: www.g-e-h.de

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- letzte Aktualisierung: Samstag, 03. Oktober 2020 -
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