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Die Waldgebiete des Jahres seit 2012
 

Bisherige Waldgebiete des Jahres:

Jahr Waldgebiet
2012 Der Meulenwald
2013 Der Solling
2014 Der Schönbuch
2015 Der Berliner Grunewald
2016 Der Küstenwald Usedom
2017 Der Frankenwald
2018 Der Wermsdorfer Wald
2019 Die Urbanen Wälder Rhein / Ruhr
2020 Die Ivenacker Eichen


Das "Waldgebiet des Jahres 2020" sind die Ivenacker Eichen



Es gibt auch in der Zeit der Waldkrise noch gute Nachrichten. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) - die Vertretung aller Forstleute in Deutschland - verleiht den Titel "Waldgebiet des Jahres" im Jahr 2020 an die Ivenacker Eichen (Mecklenburg-Vorpommern). Der Bundesvorstand des BDF wählte diesen Wald, weil es den Forstleuten vor Ort hervorragend gelingt, im Rahmen der modernen naturnahen Forstwirtschaft auch noch die mittelalterliche Bewirtschaftungsform des Hutewaldes zu veranschaulichen. Die 1.000jährigen Eichen machen dies eindrucksvoll deutlich. Sie prägten Kultur, Traditionen und Bräuche. Die Arbeit der Forstleute erreicht die Erhaltung dieses besonderen Waldes. Die Art und Weise wird den Menschen durch vielfältige waldpädagogische Angebote, Aktionen und Veranstaltungen nahe gebracht.


Das Waldgebiet des Jahres 2020 - die Ivenacker Eichen in Mecklenburg-Vorpommern (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern) Als erstes Nationales Naturmonument sind die (1000-jährigen) Ivenacker Eichen eine kultur- und naturhistorische Besonderheit, die ihresgleichen sucht. Sie gehören zu den ältesten Bäumen Deutschlands und besitzen eine besondere Symbolkraft. ...
Die Ivenacker Eichen sind das Waldgebiet des Jahres 2020 Bild: Landesforst M-V


... Die mächtigste der alten Eichen gilt mit 140 Kubikmetern als volumenreichste Eiche in Europa. Das genaue Alter der Eiche kann nicht ermittelt werden. Aus Jahresringmessungen kann aber geschlussfolgert werden, dass ein Alter von 1000 Jahren als möglich erscheint.

Die Baumart Eiche ist ein Sinnbild für Stetigkeit und ihr Holz bekannt für Dauerhaftigkeit. Darstellungen der Eichen von Ivenack in Geschichten, Sagen und Gedichten sind Bestandteil der regionalen, nationalen und europäischen Kultur. Die ältesten Eichen sind ein besonderes Zeugnis der Nachhaltigkeit und des gepflegten Umgangs mit der Natur. Sie sind keine Reste ehemaliger Urwälder, sondern Zeugnisse der im Mittelalter verbreiteten Landnutzungsform des Hude-(Hüte-) Waldes, die im Ivenacker Tiergarten über Jahrhunderte bis heute erhalten wird.


Mit dem 2017 errichteten Baumkronenpfad können die Besucher die verschiedenen Schichten des Waldes, vom Stamm bis zur Krone, erkunden. Die 40 Meter hohe Aussichtsplattform bietet den Besuchern einen Rundumblick über die Baumkronen und den Ivenacker See. Einmaliges Erlebnis ein Baumkronenpfad - man befindet sich auf Höhe mit den Kronen der Bäume (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern)
Bild: Landesforst M-V Der Baumkronenpfad der im Jahr 2017 errichtet wurde


Bei der Pflege und Erhaltung der Eichen durch das Forstamt Stavenhagen kommen grundsätzlich keine künstlichen Maßnahmen wie Baumchirurgie oder Ausmauern in Frage. Es werden vielmehr die natürlichen Bedingungen des Hudewaldes, unter denen die Eichen so alt geworden sind, weitgehend gewahrt. Eine einfache Barriere um die Eichen soll helfen, Bodenverdichtungen im Wurzelbereich sowie direkte Trittschäden an den Wurzelanläufen durch Besucher zu vermeiden.


Einmaliges Naturerlebnis - die 1000-jährigen Eichen (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern) Zweifellos gehören die Ivenacker Eichen zu den ältesten Bäumen Deutschlands und besitzen eine besondere Symbolkraft.
Einmaliges Naturdenkmal - die 1000jährigen Eichen Bild: Landesforst M-V


Beinahe im Zentrum Mecklenburg-Vorpommerns residieren die Ivenacker Eichen. Das weithin bekannte nur 164 Hektar große Waldgebiet befindet sich etwa 30 Kilometer westlich von der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg.

Die Ivenacker Eichen sind Bestandteil einer flachwelligen Grundmoränenlandschaft, die durch das Pommersche Stadium der Weichselvereisung geformt wurde. Die gute Nährstoffversorgung der Lehmböden und Jahresniederschläge um 580 mm bilden in Ivenack die Grundlagen für einen artenreichen Laubwald (Buche 37%, Eiche 26%, Ahorn 14%, Erle 7% und andere 16%).

Das Landschaftsbild um die Ivenacker Eichen wird durch die Ortschaft Ivenack, den angrenzenden Ivenacker See, zahlreiche Gräben und Bäche sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen geprägt.


Allemal einen Besuch wert: die Ortschaft Ivenack, Ivenacker See und natürlich das Nationale Naturdokument die Ivenacker Eichen. Grossartige Landschaft rund um die Ivenacker Eichen (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern)
Bild: Landesforst M-V Landschaft rund um die Ivenacker Eichen


Hutewald

Das Waldgebiet, mit den namensgebenden Ivenacker Eichen, verkörpert in besonderer Weise die im Mittelalter vorherrschende Wirtschaftsform der Waldweide. Die Waldweide (Hutung) prägte über Jahrhunderte die Kultur, die Traditionen und Bräuche der Menschen. Die Darstellung und Entwicklung dieser historischen Waldnutzungsform steht bei den Ivenacker Eichen im Mittelpunkt aller Maßnahmen.

Pflegerische Maßnahmen, wie die Freistellung der Eichenkronen beziehen sich nicht nur auf die stärksten Eichen (über 200 Exemplare haben einen Durchmesser von mehr als einem Meter, in 1,3 Metern Höhe gemessen), sondern auch die jüngeren Exemplare. Wahrhaft beeindruckend sind die ältesten Baumveteranen. Die Mächtigste dieser urigen Eichen besitzt einen Umfang von 11,7 Metern und ein Volumen von 140 Kubikmetern. Damit ist die Eiche deutlich stärker als alle anderen in Europa bekannten Eichen (Majesty Oak in England 100 Kubikmeter, Chrobry Eiche in Polen 90 Kubikmeter) und wird vom Eichenspezialisten und Buchautor Jeroen Pater folgendermaßen charakterisiert: Die Ivenacker Eiche ist die weitaus größte und mächtigste Eiche Deutschlands, sie ist die weitaus größte und mächtigste Eiche Europas, sie ist das größte Lebewesen Deutschlands und sie ist die größte Stieleiche (Quercus robur) der Welt.


Damit diese alte Hausschweinerasse nicht ausstirbt - hier kann man sie noch bewundern (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern) Schaugatter mit der alten Hausschweinrasse Turopolje.
Die alte Hausschweinerasse Turopolje ist hier noch zu sehen Bild: Landesforst M-V


Naturdenkmal

Zweifellos gehören die Ivenacker Eichen zu den ältesten Bäumen Deutschlands und besitzen eine besondere Symbolkraft. Der Wald bei Ivenack ist mit seinen 1.000-jährigen Eichen ein einmaliges Naturdenkmal und als Wahrzeichen von nationaler Bedeutung ein Aushängeschild für Mecklenburg-Vorpommern.

Gelegentlich wird die Entstehungsgeschichte der Ivenacker Eichen mit dem Begriff des "Urwaldes" in Zusammenhang gebracht. Richtig ist vielmehr, dass es sich bei den Ivenacker Baumveteranen um Relikte eines alten Hutewaldes handelt. Im 18.Jahrhundert wurde durch die Errichtung eines Jagdgatters die historische Beweidung mit Haustieren vom Damwild abgelöst.


Der Damhirsch auch Damwild (Dama dama) ist ein mittelgroßer Hirsch, der ursprünglich wohl in Vorderasien beheimatet war. Charakteristisch ist sein Schaufelgeweih und das gefleckte Sommerfell. Damwild im Ivenacker Tiergarten (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern)
Bild: Landesforst M-V Damwild im Ivenacker Tiergarten



Um die historische Waldnutzung dauerhaft zu ermöglichen, wurde das Gebiet mit der "Schutzwaldverordnung Ivenacker Hudewald" vom 08.02.2010 forstrechtlich und mit der "Verordnung Nationales Naturmonument Ivenacker Eichen" vom 13.07.2016 naturschutzrechtlich geschützt.

Ökologie

Das Waldgebiet der Ivenacker Eichen ist ein herausragender Lebensraum für zahlreiche waldbewohnende Arten. Dies konnte durch eine Untersuchung der Käferfauna (2011 und 2013) insbesondere für Holz bewohnende Käfer bestätigt werden. Demnach konnten 856 Käferarten nachgewiesen werden. Darunter 178 Arten der Roten Listen, 14 Urwaldrelikt-Arten und 11 Käferarten die erstmals in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen wurden. Aus keinem Naturwaldreservat in Mecklenburg-Vorpommern sind bisher mehr Holzkäferarten bekannt.


Was könnten uns diese Baumveteranen so alles erzählen (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern) Erlebnisort

Die Ivenacker Eichen haben sich als Einrichtung der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit vielen Partnern zu einem bedeutenden Erholungs- und Erlebnisort entwickelt. ...
Wenn diese Bäume reden könnten! Bild: Landesforst M-V


... Die Besucher können ein in Deutschland sehr selten gewordenes und damit kulturhistorisch wertvolles Waldbild erleben. Einzigartig ist, dass sich auch nachfolgende Eichengenerationen ganz im Sinne fostkultureller Nachhaltigkeit unter den Rahmenbedingungen eines Hutewaldes entwickeln können. Annähernd 120.000 Besucher aus dem In- und Ausland lassen sich jedes Jahr von dem eindrucksvollen Ambiente der Ivenacker Eichen verzaubern. Mit dem 2017 errichteten Baumkronenpfad können die verschiedenen Schichten des Waldes, vom Stamm bis zur Krone, erkundet werden. Die 40 Meter hohe Aussichtsplattform bietet den Besuchern einen Rundumblick über die Baumkronen und den Ivenacker See.

Waldpädagogik

Mit dem Ivenacker Tiergarten hat sich ein überregionales Zentrum der Waldpädagogik etabliert. Durch ausgebildete Waldpädagogen werden jährlich über 6000 Besucher betreut und Wissen über die Geheimnisse des Waldes und der nachhaltigen Waldwirtschaft vermittelt. Um die Infrastruktur weiter zu verbessern, wird derzeit ein Besucherzentrum mit waldpädagogischem Schwerpunkt geplant.

Nicht nur die Seltenheit, sondern auch die Schönheit des Waldes mit den wahrhaft monumentalen alten Eichen unterstreicht die kulturhistotische und naturgeschichtliche Bedeutung der Ivenacker Eichen.


Über 6000 Besucher werden jährlich durch ausgebildete Waldpädagogen betreut. Pavillon Ivenacker Eichen (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern)
Bild: Landesforst M-V Pavillon Ivenacker Eichen


Waldgebiet des Jahres

Die Auszeichnung "Waldgebiet des Jahres" erhalten vorbildlich und umfassend nachhaltig bewirtschaftete Ökosysteme. Für das Jahr 2020 wird der Titel bereits zum neunten Mal vergeben. Zuletzt durften sich die Urbanen Wälder Rhein/Ruhr (2019), der Wermsdorfer Wald (2018) und der Frankenwald (2017) "Waldgebiet des Jahres" nennen. Die Forstleute aus Mecklenburg-Vorpommern werden bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet. Der Küstenwald Usedom trug schon 2016 den Titel.


Naturdenkmal von nationaler Bedeutung - die Ivenacker Eichen (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern) Die Forstleute der Ivenacker Eichen standen vor der Herausforderung diesen ganz besonderen Hutewald durch sehr vorsichtige Eingriffe wieder zu rekonstruieren ...
Naturdenkmal von nationaler Bedeutung - Ivenacker Eichen Bild: Landesforst M-V


... und die historische Bewirtschaftungsform Hutewald auch in heutiger Zeit zu gewährleisten. Dazu wurde ein Schaugatter mit der alten Hausschweinrasse Turopolje-Schweinen eingerichtet. Jährlich finden ca. 120.000 Besucher/innen ihren Weg in das 164 Hektar große Gebiet und werden 3.000 Kinder waldpädagogisch betreut.

Dabei werden Forstleute des Forstamtes Stavenhagen selbstverständlich auch dem hohen Anspruch gerecht, dieses ganz besondere Ökosystem zu erhalten. Deswegen wurden die Ivenacker Eichen auch zum ersten Nationalen Naturmonument Deutschlands ernannt.


Winterzeit - stade Zeit, die Natur ruht sich aus. Trotzdem unglaubliche Einblicke rund um die Ivenacker Eichen. Wenn es im Wald ruhiger wird - Winterzeit (Bild: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern)
Landesforst M-V Wenn es im Winter ruhiger wird


Unterstützt wird dieses Engagement durch die gute Kooperation der Forstleute mit den Vereinen und Institutionen vor Ort.
"Wir gratulieren den Gewinnern ganz herzlich. Sie leisten eine hervorragende Arbeit", so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF. "Die Forstleute der Ivenacker Eichen bringen den Menschen neben ihrer ganz normalen täglichen Arbeit durch ihr großes Engagement die Besonderheiten und den Zauber des Hutewaldes nahe", so Dohle weiter.

Der Leiter des zugehörigen Forstamtes Stavenhagen, Ralf Hecker, ist stolz auf die Ehrung: "Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und sehen darin unsere Arbeit hier in der Region bestätigt."


Vielen Dank an Herrn Dieter Hoffmann, Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Forstamt Stavenhagen, Gielow, für den Pressetext, sowie die Möglichkeit Bilder des Landesforstes Mecklenburg-Vorpommern zeigen zu dürfen.



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- letzte Aktualisierung: Samstag, 03. Oktober 2020 -
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