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Die Pflanzengesellschaften des Jahres seit 2019

Die Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft e.V. (FlorSoz) ruft jedes Jahr die Pflanzengesellschaft des Jahres aus. Für das Jahr 2019 ist dies erstmals die Glatthaferwiese.

Damit sollen erstmalig nicht nur Einzelarten, sondern ganze Lebensgemeinschaften in das öffentliche Interesse gerückt werden.

Die Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft stellt sich vor:

Unsere Mitglieder beschäftigen sich beruflich in Wissenschaft und Praxis oder in ihrer Freizeit mit der Flora und Vegetation Mitteleuropas und damit verknüpften ökologischen und naturschutzfachlichen Aspekten. Ein wichtiges Ziel der FlorSoz ist die wissenschaftliche und praxisrelevante Fortbildung der rund 1.100 Mitglieder. Die FlorSoz steht allen Interessierten offen.


Jahr Pflanzengesellschaft
2019 Die Glatthaferwiese
2020 Der Borstgrasrasen


Borstgrasrasen werden zur Pflanzengesellschaft des Jahres 2020 ausgerufen


Die Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft e.V. (FlorSoz) ruft die stark bedrohten Borstgrasrasen zur Pflanzengesellschaft des Jahres aus. Die auf nährstoffarme Standorte und eine extensive Nutzung angewiesenen Borstgrasrasen sind inzwischen europaweit selten und regional sogar unmittelbar vom Aussterben bedroht.


Die Borstgrasrasen wurden zur Pflanzengesellschaft des Jahres 2020 ernannt (Bild: H. Dierschke) Die Borstgrasrasen ist eine unter menschlichem Einfluss entstandene Wiese, die von der namensgebenden Grasart dominiert ist.
Borstgrasrasen wurden zur Pflanzengesellschaft des Jahres 2020 ernannt Bild: H. Dierschke


Traditionell beweidete oder gemähte Borstgrasrasen sind blütenreich und tragen zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild und vielfältigen Naturerlebenissen bei, was vor allem in touristisch geprägten Regionen zunehmend als eine wichtige Ökosystemleistung wahrgenommen und geschätzt wird. Borstgrasrasen sind darüber hinaus der wichtigste Lebensraum für die Arnika - eine bekannte und früher häufig genutzte Heilpflanze. Borstgrasrasen kommen z.B. im Schwarzwald, Harz, in der Eifel und der Rhön, im Erzgebirge und punktuell noch in norddeutschen Tieflandgebieten vor und beherbergen Pflanzenarten, die zumeist nur in diesem Lebensraum zu finden sind. Sie haben eine wichtige Bedeutung als Pollen- und Nektarquelle für blütensuchende Insekten und sind Lebensraum für viele andere, oft gefährdete wirbellose Tierarten.


Blütenreicher Borstgrasrasen im höheren Mittleren Schwarzwald mit Flügel-Ginster, Arnika und der Orchideen-Art Weißzüngel.

Viele andere Arten können auf Borstgrasrasen gedeihen, wie: Blutwurz, Berg-Nelkenwurz, Alpen-Hornklee, Blaubeere, aber auch der Arznei-Thymian, der Frühlings-Krokus und die Alpen-Kuhschelle.
Dieser Lebensraum ist hochgradig gefährdet (Bild: A. Schwabe)
Bild: A. Schwabe Dieser Lebensraum ist durch menschliche Einflüsse hochgradig gefährdet


Die Mitglieder der Floristisch-soziologischen Arbeitsgemeinschaft haben durch ihre Kartierungen den massiven Rückgang artenreicher Borstgrasrasen dokumentiert. Gefährdungsursachen sind aber nicht nur Flächenrückgänge durch Nutzungsaufgabe, Aufforstung und Überbauung, sondern auch Düngung sowie Stickstoffeinträge aus der Luft. Nährstoffanreicherungen führen zum Verlust der konkurrenzschwachen, gefährdeten Arten. Dadurch verlieren Borstgrasrasen ihre Blütenvielfalt.

Neben der Wiedereinführung einer extensiven Nutzung in brachgefallenen Borstgrasrasen sind zunehmend auch Wiederansiedlungen lokal ausgestorbener Arten notwendig. Dazu werden die in den jeweiligen Regionen noch vorkommenden artenreichen Borstgrasrasen als Spenderflächen genutzt. Um deren Erhaltung zu sichern, sind kontinuierlich verfügbare Vertragsnaturschutz-Programme notwendig, die Gemeinwohlleistungen der Landnutzer fair honorieren. Eine umfangreiche aktuelle Arbeit zu den Borstgrasrasen ist im Tuexenia-Band 39 zu finden.

Die Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft

Die Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft e.V. (FlorSoz) ist eine Vereinigung im deutschsprachigen Raum, deren Mitglieder sich beruflich in Wissenschaft und Praxis oder in ihrer Freizeit mit der Flora und Vegetation Mitteleuropas sowie damit verknüpften ökologischen und naturschutzfachlichen Aspekten beschäftigen (www.tuexenia.de). Die Aufgabe der FlorSoz ist die wissenschaftliche und praxisrelevante Fortbildung der rund 1.100 Mitglieder. Es werden Kenntnisse über die zentraleuropäische Flora und Vegetation sowie ihrer Standorte vertieft, Naturschutzfragen diskutiert und wissenschaftliche Ergebnisse in der Zeitschrift TUEXENIA publiziert. Die FlorSoz steht allen Interessierten offen.

Wenn Sie mehr über die Arbeit von FlorSoz in Erfahrung bringen möchten, über Fachtagungen, Vorträge und Exkursionen, dies finden Sie unter www.tuexenia.de


Vielen Dank an Frau Prof. Dr. Sabine Tischew, Hochschule Anhalt, FB1, Bernburg, für die Möglichkeit den Pressetext und Bilder über den Borstgrasrasen von H. Dierschke und A. Schwabe online stellen zu dürfen.




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- letzte Aktualisierung: Samstag, 03. Oktober 2020 -
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