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Ausschreibung für das "Ganz persönliche Gartentier" des Jahres 2021

Die Vierfleck-Libelle (Libellula quadrimaculata) hat das Rennen gemacht und wird hiermit von mir vorgestellt.

Vielen Dank an alle Teilnehmer für ihr Mitmachen bei der Aktion.


Die Umweltfreunde Würzburg-Ochsenfurt sind ein Zusammenschluss von begeisterten Naturfreunden und Umweltexperten, die alle am liebsten ohne Gründungsurkunde, Präsidenten, Wahlvorgängen und ohne als "Eingetragen" zu gelten, ehrenamtlich für Natur und Umwelt arbeiten und dies unentgeltlich, mit viel Engagement, aber auch streitbar, wenn es um Belange des Naturschutzes geht. 


Die Abstimmung hat ergeben,  - dass die Vierfleck-Libelle (Libellula quadrimaculata) das Persönliche Gartentier des Jahres 2021 ist.


Die Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt und die Besucher der Homepage wählen seit 2018 das "Persönliche Gartentier" des Jahres. Und dies alles ohne große Ausschreibung und Glanzbroschüren. Es gibt drei Vorschläge, welches Tier die meisten Stimmen bekommt, wird vorgestellt.

Für das Jahr 2021 ist dies der Vierfleck

Jahr Persönliches Gartentier Wissenschaftlicher Name
2018 Der Gartenschläfer Eliomys quercinus
2019 Der Distelfalter Vanessa cardui
2020 Das Rotkehlchen Erithacus rubecula
2021 Der Vierfleck Libellula quadrimaculata


In meinem Garten, in dem auch ein Teich angelegt wurde, kann ich zwischen Mai und Juli eine besondere Art aus der Familie der Segellibellen beobachten, den Vierfleck. Vielleicht besucht mich diese Art aus den Altarmen des naheliegenden Mains und setzen sich auf die Stengel des Rohrkolbens der in meinem Teich gut gedeiht. Vor hier aus, beobachten die Männchen das Wasser. An warmen und sonnigen Tagen im Mai bis in Ende Juli sitze ich des öfteren auf meinem Balkon, der zum Garten hin zeigt und beobachte mit meinem Fernglas den Teich. Hier habe ich manchmal das Glück und das Vergnügen ein Exemplar des Vierflecks zu sehen, die in die Familie der Segellibellen gehören. Dabei kann ich oft nur raten, ist dies nun ein Männchen oder ein Weibchen.


Der Vierfleck - Persönliches Gartentier des Jahres 2021 - hier ein Männchen (Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen) Vierfleck-Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt und nur durch die Hinterleibsanhänge zu unterscheiden. Die Anhänge von Männchen sind etwas länger und leicht nach außen gebogen, die von Vierfleck-Weibchen sind gerade.
Vierfleck-Libelle (Libellula quadrimaculata) hier ein Männchen Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen


Vierflecke besiedeln meist sonnige, vegetationsreiche Teiche. Die Art ist aber auch an größeren stehenden Gewässern mit pflanzenreichen Ufern anzutreffen. Auch ist sie an Moorseen recht zahlreich vertreten. Im übrigen ist die Art nicht gefährdet.

Der Vierfleck hat eine Körperlänge von ca. 40 bis 45 Millimeter und eine Flügelspannweite von etwa 65 bis 80 Millimeter. Die Augen der lebenden Tiere sind olivgrün, in den oberen Teilen braun, die Beine sind schwarz. Die Flügel des Vierflecks sind an der Basis goldgelb. Die Hinterflügel tragen einen dunklen, gelb gesäumten Fleck und sind manchmal völlig rauchbraun. Charakteristisch sind die vier Flecke in den Flügeln. Alle Flügel tragen ungefähr in der Mitte des Vorderrandes (Nodus = im Zentrum des Flügels befindet sich ein Knotenpunkt) einen schwarzen kleinen Fleck, von dem auch die Artenbezeichnung abgeleitet ist.


Die Imagines treten von Mai bis Juli vor allem an stehenden, oft moorigen, langsam fließenden Gewässern auf.
Schnell fließende Gewässer hingegen werden vom Vierfleck gemieden.
Nur die Anhänge verraten uns die Geschlechter dieser Libelle (Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen)
Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen Vierfleck-Weibchen - die Anhänge sind hier gerade


Die Imagines (Mehrzahl = ist die Bezeichnung, für das erwachsene geschlechtsreife Insekt nach der Verpuppung oder der letzten Häutung) treten von Mai bis Juli (August) vor allem an stehenden, oft moorigen, aber auch an langsam fließenden Gewässern auf. Dabei ernährt sich der Vierfleck räuberisch von kleinen Insekten, wie Mücken, Fliegen und anderen Geflügelten Insekten, darunter werden wohl auch Schnaken sein, die den Menschen nicht stechen können, aber bei einem Massenauftreten, die Wurzeln von Gemüsepflanzen so schädigen, dass die absterben. Der Vierfleck sucht seine Beute von einer Ansitzwarte aus und erbeutet die Insekten mit seinen Fängen im Flug.


Männchen haben ihre festen Sitzwarten - nach der Jagd kehren sie dorthin zurück (Bild: Dirk Schieder) Vierflecke besiedeln gerne sonnige, vegetationsreiche Teiche. Aber es sind auch größere stehende Gewässer, die mit reichlich Pflanzenwuchs ausgestattet sind, die als bevorzugte Lebensräume gelten.
Vierfleck-Männchen haben feste Sitzwarten, dies können auch erhöhte Schilfhalme sein Bild: Dirk Schieder


Die Paarung bei den Vierflecks ist sehr kurz und dauert wenige Sekunden, bis zu einer Minute, im Flug. Das Weibchen gibt während des freien Fluges über dem Wasser 20 bis 40 Eier ab. Die Paarung und Eiablage wird mehrmals wiederholt. In der Fachliteratur wird ein Wert von 2500 bis 3500 abgegebenen Eiern ausgewiesen. Dabei wacht das Männchen in der Nähe. Nach zwei bis vier Wochen schlüpft die Larve aus dem Ei und überwintert zweimal. Die zweijährige Entwicklung durchläuft über 13 Larvenstadien.


In den Roten Listen der Libellenarten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ist Libellula quadrimaculara als nicht gefährdet ausgewiesen. In Mitteleuropa kommt der Vierfleck noch recht zahlreich vor (Bild: Dirk Schieder)
Bild: Dirk Schieder Der Vierfleck kommt in Mitteleuropa noch zahlreich vor


Die Entwicklung der Larven,(jedes der Larvenstadien) hängt nicht nur von der Temperatur des Wassers ab, sondern auch von der Nahrungsmenge und der Nahrungsqualität. Dabei kann die Entwicklung zwischen einem, unter optimalen Bedingungen, zwei Jahre, dies sind die normalen Bedingungen bis zu drei Jahren (kühle Gewässer und keine guten Nahrungsbedingungen) schwanken.
Die Larven des Vierflecks leben auf dem Grund, graben sich jedoch nicht in den Schlamm ein. Der Körper der Larve ist gedrungen und vorwiegend bräunlich gefärbt. Eine bestimmte Zeit nach der letzten Häutung kann sich die Larve des Vierflecks nicht mehr weiterentwickeln.


Ein Wunder - aus dieser Larve entwickelt sich dieses Geschöpf (Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen) Die Larve lebt meistens zwei bis drei Jahre zuerst am Röhricht und später dann am Grund des Gewässers. Die Körpergröße der Larve des Vierflecks mißt zwischen 22 bis 27 Millimeter. Bis zu dreizehn Mal häutet sich diese Larve.
Aus einer braunen Larve entwickelt sich dieses Geschöpf Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen


Ende Mai bis Mitte Juni schlüpft der Vierfleck in der ufernahen Vegetation. Dabei gibt es Hinweise darauf, dass sich Larven für den Schlupf vom Gewässer entfernen, jedoch nur wenige Meter. Jedoch schlüpfen die allermeisten der Larven direkt im Uferbereich des Gewässers. Dort härtet die Chitinhülle in ca. einem Tag aus. Die anschließende Reifezeit, kann zwölf Tage dauern. Dies kann auch bis zu achtzehn Tage andauern. Das wissenschaftliche bestätigte Höchstalter von erwachsenen Tieren beträgt ca. 48 Tage.


Wie gesagt, bevorzugen die Larven des Vierflecks das Röhricht von bewachsenen Gewässern. In den ersten beiden Larvenstadien halten sie sich dort auf. In der späteren Larvenbildung gehen die Larven auf den Grund ihres Gewässers und leben auf dem Schlamm.
Dabei ernähren sie sich räuberisch von auf dem Grund lebenden Kleintieren, auch von kleinen Fischen und Kaulquappen. Bei guter Wassergüte und genügend Nahrungsvorkommen sind sie nach zwei Jahren erwachsen.
Geschlüpfter Vierfleck der sich langsam aus der Larvenhaut befreit hat (Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen)
Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen Geschlüpfter Vierfleck der sich langsam aus der Haut befreit hat


Die Larven kriechen an Land, auf eine Wasserpflenze in der Nähe des Ufers und klammert sich mit dem Kopf nach oben an die Pflanze. Was jetzt geschieht ist dieser unglaubliche und komplizierte Umwandlungsprozess der Larvenorgane. Schließlich platzt die Haut der Larve auf dem Niveau der Flügelscheiden und die Imago (fertig entwickeltes Tier) befreit sich allmählich aus der Larvenhaut.


In Mitteleuropa steigt diese Art bis auf 1200 Meter ins Gebirge auf (Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen) Das Vierfleck ist eine weit verbreitete Art und ist sowohl in Mittel-, wie in Nordeuropa anzutreffen. Ebenso trifft man die Art auf Alaska und in Kanada, sowie in Asien, an.
In Mitteleuropa ist die Art noch recht zahlreich und steigt in den Bergen bis auf 1.200 Metern auf.
Imago hat sich aus der Larvenhaut befreit. Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen


Die wissenschaftliche Bezeichnung des Vierflecks leitet sich von den lateinischen Wörtern, quattuor und maculatus ab. Quattuor bedeutet vier, maculatus kann mit "gefleckt" übersetzt werden.

In den Roten Listen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, der Libellen, ist der Vierfleck als nicht gefährdet gelistet.

Mögen ihm die stehenden und stillen Gewässern, wie Moorseen und Sümpfe, vegetationsreiche Teiche und Seen noch lange als Lebensraum dienen. Mag seine Anzahl nicht weniger werden, damit wir diese Segellibelle, noch lange bewundern können. Es ist immer wieder ein Wunder der Natur, wenn sich aus einer schlamm-bräunlichen Larve, ein Insekt entwickelt, das wir Menschen bestaunen und ihre Flugkünste als Libelle bewundern.


Vierfleck-Männchen sind genauso gefärbt wie die Weibchen. Nur durch die Hinterleibsanhänge sind die Geschlechter zu unterscheiden. Die Männchen des Vierflecks lassen sich gerne auf Schilfhalme nieder (Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen)
Bild: Andreas Th. Hein / Libellenwissen Der Vierfleck (Libellula quadrimaculata) lässt sich auf einem Schilfhalm nieder



Unterordnung: Familie: Gattung: Art:
Großlibellen Segellibellen Libellula Vierfleck



Vielen Dank an Herrn Andreas Thomas Hein und Herrn Dirk Schieder für ihre einmaligen, mir zur Verfügung gestellten Aufnahmen vom Vierfleck.


Auszüge, wissenschaftlicher Natur, auch von Wikipedia.


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- letzte Aktualisierung: Montag, 22. Februar 2021 -
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