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Ausschreibung für das "Ganz persönliche Gartentier" des Jahres 2021 - es wären die Vorschläge:

Der Teichfrosch (Rana esculenta)

Die Vierfleck-Libelle (Libellula quadrimaculata)

Der Braunbrust-Igel (Erinaceus europaeus)

Wer die meisten Stimmen dieser drei Vorschläge bekommt, wird vorgestellt mit vielen Bildern und Beschreibungen.

Bitte mailen Sie ganz einfach an: info@lbv-wue.de

Vielen Dank!



Die Abstimmung hat ergeben, dass das Persönliche Gartentier des Jahres 2020 - das Rotkehlchen - ist.

Das Rotkehlchen: Das anmutige Rotkehlchen ist ein häufiger Besucher in unseren Gärten und zählt für viele Bürger zu unseren bekanntesten Vogelarten. Lockt man es einmal mit Futter (Bodenfresser mit Weichfutter) zum ausgebrachten Bodensilo, oder wie einfach einen nicht mehr benötigten Teller, so kehrt es den ganzen Winter über in den Garten zurück.

Die Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt und die Besucher der Homepage wählen seit 2018 das "Persönliche Gartentier" des Jahres. Und dies alles ohne große Ausschreibung und Glanzbroschüren. Es gibt drei Vorschläge, welches Tier die meisten Stimmen bekommt, wird vorgestellt.

Für das Jahr 2020 ist dies das "Rotkehlchen".

Jahr Persönliches Gartentier Wissenschaftlicher Name
2018 Der Gartenschläfer Eliomys quercinus
2019 Der Distelfalter Vanessa cardui
2020 Das Rotkehlchen Erithacus rubecula


In meinem kleinen Garten kann ich das ganze Jahr über ein Rotkehlchen (Erithacus rubecula) entdecken, vor allem wenn ich im Spätherbst mit der Winterfütterung beginne und den Bodenfressern einen Teller mit Weichfutter hinstelle. Es bleibt nie lange, kommt aber den ganzen Winter täglich zurück und holt sich seine Nahrung ab.


Vor allem im Winter ist das Rotkehlchen an Futterstellen und in Parks anzutreffen. Aufplustern schützt vor der Kälte - denn nicht alle Rotkehlchen ziehen in den Süden (Bild: Michael Schiller)
Bild: Michael Schiller Aufplustern schützt vor Kälte - nicht alle unserer Rotkehlchen ziehen


Was viele allerdings nicht wissen, ist, dass unser Rotkehlchen zu den unverträglichsten Vogelarten überhaupt zählt. Zu Winterszeit zwei Rotkehlchen im Garten unmöglich. Da ist Ungemach vorbestimmt. Vor ein paar Jahren, der Winter war frostig und mit tagelangem Schneefall verbunden, stellte ich für die Bodenfresser zwei Teller in den Garten, damit es zu keinem Futterneid kommt. Tatsächlich eines Tages, zwei Rotkehlchen im Garten, das eine am linken Tellerrand des eines Tellers, das andere am rechten Rand des zweiten Tellers positioniert. Irgendwie kam zu einer Unterschreitung des Toleranzabstandes zwischen den beiden und sie gingen aufeinander los, wie zwei Berserker. Da konnte ich nicht hinsehen, ging nach draußen und verscheuchte die beiden Streithähne. Dabei dachte ich mir noch, füllen ihren Nahrungsbedarf auf, um über die kalte Nacht zukommen und verlieren ihre aufgenommene Energie durch diese Zankerei. Aber Rotkehlchen können halt nicht anders, so sind nun einmal ihre Gene, da sie notorische Einzelgänger, außerhalb der Brutzeit, sind.


Das anmutige Rotkehlchen ist ein häufiger Besucher unserer naturnahen Gärten (Bild: Gunther Zieger) Das Rotkehlchen zählt zu unseren bekanntesten Vogelarten. Typisch für diese Vogelart sind neben dem Orangerot von Brust, Kehle und Gesicht auch die aufrechte Haltung, die rundliche Gestalt mit den langen, dünnen Beinen und die großen, schwarzen Augen.
Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.
Das anmutige Rotkehlchen ist ein häufiger Besucher unserer Gärten Bild: Gunther Zieger


In früheren Jahrhunderten war das Rotkehlchen ein Waldvogel, der sich gerne in der Nähe von Großrindern, bei uns hier war es das Wisent, aufhielt. Immer wenn diese tonnenschweren Tiere, im sprichwörtlichen Sinne, den Staub unter ihren Hufen aufwirbelten, war das Rotkehlchen zur Stelle, um die auffliegenden Mücken, Spinnen, Käfer, Ameisen u.a. zu erbeuten. Die Landwirtschaft hat während der letzten Jahrhunderte bei uns die Landschaft stark in ihrem Aussehen verändert, was auch zur Entwaldung größeren Ausmaßes führte. Daher nisten Rotkehlchen häufig auch an Waldrändern und in Hecken der Gärten ganz in der Nachbarschaft zum Menschen. Vor Jahren hat mich ein Mail, einer Frau, erreicht, die mir berichtete: "In meinem Garten habe ich ein solch zutrauliches Rotkehlchen. Oft, wenn ich meine Terrasse kehre, läuft mir ein Rotkehlchen hinterher". Meine Antwort, war die, dass sie sich an solche einer Naturbegebenheit doch erfreuen kann. Nicht geschrieben hatte ich, um ihr die Freude nicht zu nehmen, dass dies mit Vertrautheit nichts zu tun hat. Es scheint wohl eine Genveranlagung bei den Rotkehlchen zu sein, wo Staub aufgewirbelt wird, gibt es für mich etwas zu holen.


Rotkehlchen markieren ihre Territoriumsgrenzen mit einem lauten Gesang von einer exponierten und gut sichtbaren Singwarte aus. Ihr melancholischen Lied ist im Frühling am lautesten, weil sie dann ihr Territorium abstecken und einen Partner anlocken wollen. Rotkehlchen sind sehr reviertreu und verteidigen ihr Territorium (Bild: Markus Glässel)
Bild: Markus Glässel Rotkehlchen sind sehr reviertreu und verteidigen ihr Territorium


Hier können Sie die Stimme des Rotkehlchens hören


Beim Gesang sind beim Rotkehlchen 275 nachgewiesene, sich fortlaufend ändernde Motive erkennbar. Die Weibchen singen während der Brutzeit seltener. Der Gesang der Rotkehlchen beginnt etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang und ist bis in die Dämmerung fast das ganze Jahr über zu hören. Im Spätsommer, während der Mauser, werden die Rotkehlchen deutlich stiller. Zu dieser Zeit und durch den Herbst hindurch singen die Jungvögel und die Erwachsenen beider Geschlechter den sogenannten "Herbstgesang", der melancholischer und stiller klingt und das Winterterritorium absteckt.
Männchen beginnen manchmal schon im Februar mit dem Frühlingslied. Die herabperlenden Tonreihen des Rotkehlchengesangs haben dabei einen feierlichen Klangcharakter.

Ist eine Partnerin erwählt, stärkt das männliche Rotkehlchen die Paarbindung durch ein Balzfüttern. Er bringt dem Weibchen schmackhafte Leckerbissen, um die es mit zitternden Flügeln bettelt. Vom warmen Frühlingswetter inspiriert, baut das Weibchen das Nest zumeist allein. Nur selten hilft das Männchen dabei. Aus Blättern, Gras und Pflanzenwurzeln, mit Haaren ausgepolstert, wird das Napfnest in einer bodennahen Höhlung, zwischen einer Baumwurzel oder im dichten Bodenbewuchs angelegt. In Gärten und in der Nähe von Häusern bauen Rotkehlchen ihre Nester an den unmöglichsten Stellen. Achtung: Halbhöhlen, sollten nur da angebracht werden, wo sie sicher vor Räubern, wie Katzen, Marder, Wiesel, Greif- und Rabenvögel, sowie Eichhörnchen, sind.


Napfnest eines Rotkehlchens zwischen Baumwurzeln (Bild: Naturfoto - Frank Hecker) Die Brutzeit findet im Westen von Ende März bis Anfang April, im Norden bis Anfang Juni statt. Es werden 2 Jahresbruten, in England auch 3, hervorgebracht. Das Gelege besteht meistens aus 3 - 6 Eiern. Wenn das Weibchen seine Eier gelegt hat, bleibt es 12 bis 15 Tage lang im Nest und nur sein brauner Rücken ist dann noch zu sehen. es bleibt so gut versteckt. Während dieser Zeit wird es vom Männchen gefüttert bis zu dreimal in der Stunde.
Napfnest eines Rotkehlchens zwischen Baumwurzeln Bild: Naturfoto - Frank Hecker


Beide Elterntiere teilen sich die Aufgabe der Versorgung ihres Nachwuchses mit Nahrung und kümmern sich etwa drei Wochen lang um sie. Danach können die Jungen fliegen und sind auf sich allein gestellt. Noch vor dem Winter stecken diese dann ihre eigenen Territorien ab. Aber, fast drei Viertel aller jungen Rotkehlchen sterben vor Vollendung ihres ersten Lebensjahres, weil sie nachdem sie aus dem Territorium ihrer Elterntiere vertrieben wurden, noch nicht fähig sind, sich selbst zu versorgen, oder Prädatoren zum Opfer fallen. Auffällig ist dabei, dass Bruten in Heckensäumen weniger eine Chance haben, durchzukommen, weil Räuber systematisch diese Heckenstrukturen nach Nestern absuchen und diese in Hecken eben eher finden, als im Wald. Vielerorts spielen Straßen- und Bahnverkehr eine Rolle (oft versuche ich einen dementsprechenden Artikel in der Zeitung zu plazieren, um Autofahrer zu bitten, bei Ortseingängen und nach dem Verlassen der Ortschaften langsam zu fahren), leider ist die Singvogeljagd in Frankreich und in Südeuropa immer noch gängige Praxis. Dies muss angeprangert werden, da auch diese Länder die EU-Vogelschutzrichtlinie unterschrieben haben.


An der Fütterung der Jungen beteiligt sich das Männchen etwa zur Hälfte. Die Jungen werden nach dem Ausfliegen noch rund drei Wochen betreut, dann müssen sie das Territorium der Elterntiere verlassen. Vor Rotkehlchen ist nichts sicher - ein Nest angelegt in einem Sicherungskasten (Bild: Naturfoto - Frank Hecker)
Bild: Naturfoto - Frank Hecker Rotkehlchennest in einem Sicherungskasten


Vögel, die eine sehr frühe erste Brut hatten, haben mehr Aussicht auf eine zweite. Nicht selten sitzen Weibchen schon auf einem zweiten Gelege, während sich das Männchen noch um die flügge gewordenen Jungvögel der ersten Brut kümmert.

Jungvögel sind gut zu erkennen, sowohl ihre Oberseite als auch Unterseite sind kräftig hell und dunkel gefleckt.


Ein noch nicht flugfähiges junges Rotkehlchen (Bild: Naturfoto - Frank Hecker) Jungvögel sind Nesthocker und werden nach dem Flüggewerden noch drei Wochen lang versorgt.
Noch nicht flugfähiger Jungvogel Bild: Naturfoto - Frank Hecker


Bei der Nahrungssuche am Boden zucken Rotkehlchen häufig mit den Flügeln und dem Schwanz. Oft sitzen sie auf einer niedrigen Warte und stoßen hinunter, wenn sie ein geeignetes Beutetier, das sind Insekten und dessen Larven, Spinnen, Würmer oder auch Schnecken, erspäht haben. Häufig werden die Beutetiere auch von Baumstämmen und Ästen abgelesen oder sie rennen einem bodennah fliegenden Insekt hinterher.Außerdem werden Beeren und Früchte verzehrt. Wie oben schon beschrieben fliegen Rotkehlchen beim Umgraben des Gartens oder beim Fegen der Terrasse neugierig herbei, um die aufgewirbelten oder aufgescheuchten Insekten zu erhaschen. Winterfütterung ist für die Rotkehlchen, meiner Meinung nach, überlebenswichtig. Rotkehlchen bevorzugen die Bodenfutterstellen, da sie mit "Meisenknödel" nichts anfangen können. Die Bodenfutterstellen bitte mit getrockneten Beeren, Rosinen und Weichfutter ausstatten und an einer nässegeschützten Stelle ausbringen. Es versteht sich von selbst, dass diese täglich gereinigt werden müssen. Ebenso ist es wichtig, dass die Weichfutterfresser, frisches Wasser benötigen.


Rotkehlchen bevorzugen deckungsreiche, feuchte Wälder, Buschgruppen, oder Heckenlandschaften. Auch trifft man es an, oder hört es singen in Parks und großen gebüschreichen Gärten, inmitten unserer Dörfer und Städte. Rotkehlchen auf seinem Beobachtungsposten Ausschau haltend nach Insekten (Bild: Michael Schiller)
Bild: Michael Schiller Rotkehlchen auf seinem "Beobachtungsposten" hält Ausschau nach geeigneter Nahrung


In Bayern ist das Rotkehlchen flächendeckend vertreten. Es gilt hier als sehr häufiger Brutvogel. Es nimmt unter den 20 häufigsten Vogelarten, die in Bayern vorkommen, den siebten Platz ein. Mit 330.000 - 880.000 BP ist das Rotkehlchen nicht gefährdet, allerdings können Kältewinter mit starkem Frost und hoher Schneedecke sich sehr negativ auf die Bestandszahlen auswirken. Deshalb auch die große Spannungsbreite bei den Bestandszahlen. Die höchsten Brutplätze dürften in Bayern bei kanpp 1900 Meter liegen. Bitte: Säubern Sie die Vogel-Nistkästen nicht schon im Herbst, sondern säubern Sie diese erst nach den ersten frostfreien Nächten Ende Februar. In solchen von anderen Vogelarten, Meisen, Rotschwänzen, gebauten Nestern können auch Rotkehlchen und andere "Daheimbleiber" überwintern.

Rotkehlchen rennen auch bodennah fliegenden Insekten hinterher (Bild: Michael Schiller) Das Rotkehlchen gehört zu den wenigen Vogelarten, deren Bestandssituation in Europa, wie in Deutschland, gegenwärtig noch als stabil gilt.
Rotkehlchen rennen auch bodennah fliegenden Insekten hinterher Bild: Michael Schiller



Beobachtungen:

Wen man ein Rotkehlchen sehen will, ist die sicherste Methode das Umgraben im Garten, oder das Säubern der Terrasse. Oft ist es so, dass schon wenige Minuten danach ein Rotkehlchen auftaucht, auf einem nahen Ast oder Buschwerk sitzt und darauf wartet, die frische umgebrabene Erde oder die "gesäuberte" Terrasse, nach etwas Fressbarem, inspizieren zu können.
Rotkehlchen sind häufige Besucher in Gärten, wo sie sich auf blanker Erde genauso gerne aufhalten wie auf Rosenbeeten und im Gebüsch.
Eine mit Weichfutter und Haferflocken gefüllte Vogelfutterstelle wird das Rotkehlchen zur Winterszeit gerne aufsuchen und dann mit Sicherheit den ganzen Winter über, Ihren Garten besuchen kommen. Dabei sollte auch immer an frisches Wasser gedacht werden.
Es kommt auch vor, dass Rotkehlchen an den außergewöhnlichsten Stellen ihr Nest bauen, in einem Sicherungskasten, in einem alten Topf der vielleicht in der Hecke vergessen wurde, oder in aufgestellten Halbhöhlen. Hier sollte allerdings immer bedacht werden, dass diese Halbhöhlen-Nistkästen sicher sind, vor Prädatoren, wie Katzen, Marder, Wiesel, Rabenvögeln.



Mitteleuropäische Rotkehlchen sind Teilzieher, d.h. ein Teil der Rotkehlchen zieht, ein Teil bleibt hier. Dies kann mitten durch eine Brut gehen. Bruder zieht in den Süden, Schwester bleibt im Brutgebiet. Mitteleuropäische Rotkehlchen sind Teilzieher (Bild: Michael Schiller)
Bild: Michael Schiller Auffliegendes Rotkehlchen



Merkmale des Rotkehlchens:

Länge: ca. 14 cm;
Flügelspannweite: ca. 20 - 22 cm;
Gewicht: 10 bis 21,5 g.
Brutzeit: im Westen Ende März bis Anfang April. Im Norden bis Anfang Juni. 2 Jahresbruten (in England mitunter auch drei)
Gelegegröße: 3 - 6 rahmgelbe, oder ganz schwach blaue, mit purpurnen Tönen schattierte, glatte und glanzlose Eier.
Brutdauer: 12 - 15 Tage;
Nestlingszeit: 13 - 15 Tage
Verhalten: Paarbildung nur während der Brutzeit.
Nahrung: Insekten, Würmer, Beeren und Samen.
Lebenserwartung: der älteste beringte Vogel wurde 13 Jahre alt. In der Regel leben sie nur wenige Jahre. Viele Jungvögel sterben vor Vollendung des ersten Lebensjahres.
Verwandtschaft: Neben dem Blaukehlchen gehören auch Nachtigall und der Sprosser zur engen Verwandtschaft.



Das Rot im Gefieder ist ein Warnsignal, kann aber auch Aggressionen bei Nebenbuhlern hervorrufen (Bild: Gunther Zieger) Im Jahr 1758 bezeichnete Carl von Linne das Rotkehlchen als Motacilla rubecula. Das lateinische Wort "rubecula" stellt die verkleinerte Form von "ruber" dar und bedeutet "Rötchen". Der heutige wissenschaftliche Gattungsname "Erithacus" ist ein alter, nicht näher bestimmbarer Vogelname, den schon Plinius verwendete.
Das Rot im Gefieder ist ein Warnsignal, kann aber auch Aggressionen bei Nebenbuhlern hervorrufen Bild: Gunther Zieger



Wichtiges und Interessantes:

Fast drei Viertel aller jungen Rotkehlchen sterben vor Vollendung ihres ersten Lebensjahres, entweder von Prädatoren getötet, oder weil sie unfägig sind, für sich selbst zu sorgen. Viele Rotkehlchen werden von Räubern erbeutet, wenn sie an einer Wasserstelle baden, da vergessen diese Vögel jede Vorsicht. Zehn Prozent der älteren Rotkehlchen sterben bei dem Versuch, ihr Territorium zu verteidigen (siehe Beobachtung, "Winterfutterstelle" in meinem Garten).
In England nannte man die Postboten wegen ihrer roten Uniformen "Rotkehlchen". Rotkehlchen wurden mit Weihnachtskarten in Verbindung gebracht, weil die Post-"Rotkehlchen" sie brachten.
Hauptsächlich in Großbritannien und Mitteleuropa leben die Rotkehlchen in enger Gemeinschaft mit dem Menschen. Anderswo in Europa werden sie abgeschossen, als Sport, oder um sie, unter obskuren und mittelalterlich anmutenden Gebärden, zu essen.



Die Vollmauser der ein- bis mehrjährigen Vögel findet von Anfang Juni/Anfang August bis Ende Juli/Ende September statt. Diese Vollmauser beansprucht bis zu 80 Tage. Oft kann man das sogenannte "Schnickern" ein Warnruf bei den Rotkehlchen hören (Bild: Michael Schiller)
Bild: Michael Schiller Das Rotkehlchen fällt am häufigsten durch seinen Alarm- und Störungsruf , das "Schnickern" auf


Alle Vögel singen vornehmlich, um ihr Territorium abzustecken und einen Partner anzulocken. Rotkehlchen singen am lautesten, längsten und am eindringlichsten im Frühjahr, wenn sie auf Partnersuche sind. Der frühmorgendliche Gesang steht meist mit dem Abstecken des Territoriums in Verbindung.
Anders als die meisten unserer Vögel singen Rotkehlchen fast das ganze Jahr über. Im Spätsommer, während der Mauser, werden sie deutlich stiller. Zu dieser Zeit und durch den Herbst hindurch singen die Jungvögel und die Erwachsenen beider Geschlechter den "Herbstgesang" der Rotkehlchen, der stiller und melancholischer klingt und auf das Abstecken des Winterterritoriums hinweist.
Auch während der Brutzeit singt das Weibchen seltener.
Männchen beginnen manchmal schon im Februar mit dem Frühlingslied. Die herabperlenden Tonreihen dieses Gesanges haben einen feierlichen Klangcharakter.


Schon im Februar, an hellen Tagen, kann man das Lied der Rotkehlchen-Männchen vernehmen (Bild: Michael Schiller) Mit Weichfutter, getrockneten Beeren und Rosinen kann man dem Rotkehlchen über den Winter helfen. Einmal im Garten, kommt es jeden Tag wieder.
An hellen Tagen im Februar erklingt bereits das Lied der Rotkehlchen-Männchen Bild: Michael Schiller


Die mitteleuropäischen Rotkehlchen sind typische Teilzieher. Die Zugvögel unter ihnen überwintern in den Mittelmeerländern einschließlich Nordafrika bis zur Sahara. Nur die Gebirgslagen werden im Winter vollständig geräumt. In Nordeuropa ist die Art ein Zugvogel, in Südeuropa brüten nur die Standvögel.


Das Vorkommen des Rotkehlchens umfasst fast ganz Europa, Nordafrika und Kleinasien. Es fehlt nur im nördlichen Skandinavien, auf Island, der Halbinsel Krim und einigen Gebieten Spaniens, sowie auch teilweise an der französischen Mittelmeerküste. Fast ganz Europa wird vom Rotkehlchen besiedelt (Bild: Gunther Zieger)
Bild: Gunther Zieger Das Rotkehlchen ist in fast ganz Europa verbreitet


In Bayern beringte Rotkehlchen (die aber sicher nicht alle bayerische Brutvögel sind) wurden in einem Winterareal von Italien bis Portugal und Nordafrika wiedergefunden. Auch in Bayern geborene Vögel waren in Frankreich und Spanien. Wahrscheinlich zieht der größte Teil der bayerischen Rotkehlchen (Teilzieher) nach Südwesten ab.
Die meisten der in milderen Gebieten Bayerns überwinternden Rotkehlchen stammen wahrscheinlich aus Nord- und Osteuropa oder aus dem östlichen Mitteleuropa.


In ausgeräumten Agrarlandschaften sucht man vergebens nach dem Rotkehlchen (Bild: Michael Schiller) Sein schöner etwas melancholischer Gesang hat es mir angetan. Täglich kann ich ein Rotkehlchen in meinem Garten erspähen und mich daran erfreuen.
Nicht zu finden ist es in ausgeräumten Agrarlandschaften, sowie auf versiegelten Flächen Bild: Michael Schiller


Es braucht nicht viel, um den Rotkehlchen zu helfen: Eine Ecke Ihres Gartens, die nicht so aufgeräumt ist. Hecken, die nicht jährlich gestutzt und geschlegelt werden und lassen Sie doch einfach ein wenig Unterholz entlang Ihres Heckensaumes liegen. Im Winter an dieser Stelle einen Teil Ihres Laubes ausbringen und nach den ersten Frostnächten dieses umschlagen. Hier findet das Rotkehlchen, aber auch der Zaunkönig, genug Insekten, Würmer, Asseln, Spinnen um sich eine Tagsportion ihres Energiebedarfs zu holen.


Vielen Dank an Herrn Frank Hecker - Naturfoto und an meine Naturfotografen Herrn Michael Schiller, Herrn Gunther Zieger und Herrn Markus Glässel für Ihre Bilder, die sie mir überlassen haben.


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- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 21. Oktober 2020 -
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