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Die Stadt Aub und ihre Geschichte

Wer zum ersten Mal im mittelalterlichen Städtchen Aub weilt, wird sich wohl gedacht haben: Türme, Kirchen, Stadtmauer, da war wohl früher einmal etwas Besonderes.

Richtig!

Im Mittelalter war dieser Ort bedeutsam. Mittelpunkt für über 20 Ansiedlungen, Orte, Weiler, Mühlen und Einzelgehöfte hier im Umkreis.

Aus einer alten Chronik konnte ich entnehmen, dies wurde 1931 von einem Bezirksoberlehrer geschrieben:

"Zu den anmutigsten, geschichtlich bedeutsamsten Orten des südlichen Frankens zählt unzweifelhaft im Tale der Gollach, das Städtchen Aub. Wohl mag sein Name nicht allzu weit in die Lande gedrungen sein, liegt es doch nicht an einer bedeutsamen Verkehrsader, noch bespült ein nennenswerter Fluss seine Gestade und ehrwürdigen Mauern und doch hinterlässt es bei manchem Besucher tiefe Eindrücke".

Dies wünsche ich Ihnen vielleicht bei Ihrer Entdeckungsreise durch das mittelalterliche Städtchen Aub an der Gollach.


Katholische Stadtpfarrkirche - Mariä Himmelfahrt (Bild: Björn Neckermann) Der erste gesicherte Kirchenbau in Aub stammt aus dem Jahre 1136.
Katholische Stadtpfarrkirche - Mariä Himmelfahrt Bild: Björn Neckermann



Stadtpfarrkirche zu Aub:

Der erste gesicherte Kirchenbau in Aub stammt aus dem Jahre 1136. Wenn man außen um die Kirche herumgeht, sieht man noch die Umrisse dieses spätromanischen Münsters. Die Umrisse sind durch andere Pflastersteine herausgehoben. Diese mittelalterliche Kirche war ungefähr um ein Viertel größer als der heutige Bau.
In der Zeit des Fürstbischofs Julius Echter wurde dieses mittelalterliche Münster abgerissen, weil es einfach zu groß war.
Der neue Kirchenbau um 1610 bis 1615 geschaffen, war eine Hallenkirche mit hohen und lichten Fenstern. Der Hochchor ist der eindrucksvollste Bauteil aus dem 17.Jahrhundert. Das Schiff könnte ungefähr so ausgesehen haben wie die Kirche heute. Es war als dreischiffige Anlage konzipiert.
Um 1750 wurden die Stützen und die Gewölbe im Langhaus heraus gebrochen und ein Saalraum geschaffen, den nun eine einzige Spiegeldecke überspannte.
Am 12.April 1945 wurde die Stadtpfarrkirche mit Phosphorgranaten beschossen. Es blieben nur die ausgeglühten Mauern des Schiffes und der Chor mit dem Hochaltar stehen. Beim Wiederaufbau entschied man sich zur Entlastung des alten Mauerwerks für eine Eisenkonstruktion, deren Stützen den Kern für die jetzigen schlanken Pfeiler bilden. Die ursprüngliche Dreischiffigkeit der Kirche wurde so wieder angedeutet.


Im Jahre 803 tauchte zum ersten Mal die Siedlungsbenennung "Lemmerheim" auf. Von diesem ersten Siedlungskern im Gebiet von Aub stammt der Name der heutigen Lämmermühle.

Nachdem unter Bischof Hugo die Pfarrei Sonderhofen dem Benediktinerkloster St.Burkard zugeteilt worden war, wurde gegen 1000, also zur Zeit des Bischofs Heinrich I., die Benediktinerpropstei "Unser Lieben Frauen Münster und Kloster in der Au, der zweite Siedlungskern der Ortschaft, als benediktinisches Adelskloster gegründet.

Die Propstei war eine Außenstelle der Würzburger Benediktinerabtei St. Burkard und deren geistlicher und wirtschaftlicher Verwaltungsort für die Besitzungen rund um Aub. Sie befand sich unterhalb der heutigen katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt, der einstigen Münsterkirche, auf dem Gebiet des heutigen katholischen Pfarrhauses, der beiden Pfarrgärten und quer über die Kirchsteige hinweg. Über diese erste Kirche ist nur wenig bekannt.


Prägend für die Kirche ist der barocke Hochaltar, der 1692 von dem Würzburger Bildhauer Johann Brandt geschaffen wurde. Das Altarblatt zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel und ist ein Werk des Würzburger Hofmalers Oswald Onghers. Die beiden Seitenfiguren Joachim und Anna, die Eltern von Maria, wurden von Johann-Georg Auwera geschnitzt. Hochaltar der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Hochaltar der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt



Kreuzigungsgruppe von Tilman Riemenschneider (Bild: Björn Neckermann) Die Kreuzigungsgruppe wurde vom Meister Tilman Riemenschneider sehr wahrscheinlich um das Jahr 1510 geschaffen und zählt unbestritten zu den persönlichsten Werken.
Kreuzigungsgruppe von Tilman Riemenschneider Bild: Björn Neckermann


Wer waren die ersten Siedler um Aub, das hat mich immer interessiert. Ein neues Leben beginnen, in einer Umgebung die nicht gerade einlud, hier zu siedeln und den Boden zu bestellen. Der Gollachgrund sumpfig, Myriaden von Mücken, dornige Hecken umsäumten das Gewässer und schier undurchdringlicher Urwald mit wilden Tieren, wie Bär, Wolf und Herden von Wildschweinen und Großrindern (Wisent) machten wohl so manche erste Versuche, einen Ackerboden zu bestellen, zu nichte.

Es waren wohl zuerst versprengte Kelten. Heute weiß man, dass es das Volk der Kelten nicht gab, sondern Stämme und Völker mit gleichen kulturellem, riitischem Hintergrund. Es kamen Leute aus Ungarn und Böhmen, vielleicht im Zuge der Völkerwanderungen.

Schon um das Jahr 1000 war Aub zur Sicherung gegen wilde Tiere und räuberische Überfälle mit einem dichten, aus Baumpfählen und Dornengestrüpp bestehenden Wall umschlossen. Dieser Wall musste dann im 15.Jahrhundert der noch heute zum Teil erhaltenen Befestigung Platz machen.


Die Mariensäule auf dem Marktplatz wurde wahrscheinlich nach einer Pestepidemie im 17. Jahrhundert errichtet. Das Wappen der Stadt Aub zeigt im Schilde die Bekrönung der Säule. Mariensäule am Marktbrunnen (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Mariensäule am Marktbrunnen


Wohl auch um diese Zeit kamen dann Leute aus Italien ins Frankenland, die dafür sorgten, dass es auch an der Gollach entlang Weinanbau betrieben wurde. Auch brachten sie Obstbäume mit, aber vor allem neue Ackerbaumethoden und Ackergeräte. Diese wurden nachgebaut und so entstand wohl ein erster Handel.

In der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts gelangten auch die ersten jüdischen Bürger nach Aub und waren ab da fast ununterbrochen bis zur leidvollen, entsetzlichen, Kristallnacht (Pogrom) vom 09. auf den 10.11.1938 hier sesshaft. Da Aub nie ganz würzburgerisch war, konnten sich die jüdischen Bürger einen "Schutzstatus" von den hier bestimmenden "Herren", erkaufen. Durch ein Versprechen, sie zu schützen, wurden sie von den Grafen von Hohenlohe-Brauneck und deren Nachfolgern gezielt aus finanziellen Gründen nach Aub geholt. Aub hat so eine der ältesten jüdischen Gemeinden in Deutschland beherbergt.


Das Auber Rathaus 1489 erbaut (Bild: Björn Neckermann) Das Rathaus mit seinem hohen Giebel und dem ausgehängtem Türmchen wurde 1489 von Philipp der Ältere von Weinsberg und den Truchsessen von Baldersheim erbaut. das im Laufe des 30-jährigen Krieges verfallene Rathaus wurde 1689 wieder aufgebaut.
Das Auber Rathaus 1489 erbaut Bild: Björn Neckermann



Das Rathaus:

Links neben dem Haupteingang des Rathauses ist ein schmales, spitzbogiges Pförtchen, das in einen kleinen Keller führt, in früherer Zeit das "schwarze Loch" genannt. Er war früher viel tiefer, kein Lichtstrahl drang hier hinein und die zum Tode Verurteilten mussten hier ihre letzten Stunden verbringen. Rechts vom Eingang das sogenannte "Narrenhäuslein". Hier wurden nächtliche Ruhestörer und Krakeler in sicheren Gehorsam gebracht. Später diente es als Wachlokal.

Der Pranger:

An der Südseite des Rathauses sieht man noch heute den Pranger, dieser gibt Zeugnisse von der Rechts- und Gerichtspflege aus längst vergangener Zeit. Auf einem aus der Mauer vorstehenden Konsolstein wurde der Missetäter zur Schau gestellt. Das an einer Kette hängende Halseisen wurde dem Delinquenten um den Hals geschlossen und in der Wandnische waren auf einer Tafel seine Vergehen aufgezeichnet. Auf den anderen zwei vorspringenden Steinen waren Bohlen gelegt und hier mussten hauptsächlich jene Frauen stehen, welche durch ihre Zunge viel Unheil anstifteten. Manchmal waren es mehrere und diese wurden in das sogenannte "Zankbrett" gespannt, wo sie sich nicht rühren und regen konnten. Dass das untenstehende Volk, besonders die Jugend, die auf dem Pranger Stehenden verhöhnten und mit Spötterein belästigten, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden.
Ob dies in jüngerer Zeit noch in Gebrauch war, ist nicht überliefert.

Aus dem "Führer durch Aub" von 1931 entnommen.


Vier Familien waren es, die die Geschicke über Jahrhunderte, politisch wie wirtschaftlich in und um Aub wahrnahmen:

Die Linie Brauneck des Hauses Hohenlohe (Stammhaus ca. 15 km Luftlinie von hier nach Brauneck, die Burg ist noch zu sehen).

Danach die Vasallen der Braunecks, die Ritter Truchsesse von Baldersheim (ca. 200 Jahre lang).

Mit diesen die von Weinsberg.

Danach deren von Rosenberg.

Wichtige Voraussetzung für die spätere Bedeutung des Ortes Aub, war die Tatsache, dass im Mittelalter Aub ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an den alten Heerstraßen von Mainz - Frankfurt - Nürnberg - Wien und die im Jahre 1151 erstmals erwähnte Handelsroute Venedig - Romantische Straße - Skandinavien, die auf dem Abschnitt Rothenburg - Würzburg auch durch Aub zurückgelegt werden konnte.


Gottfried II. von Hohenlohe-Brauneck stiftete um 1350 unter dem Eindruck des sogenannten "Schwarzen Todes", die Pest, das Pfründnerspital. Heute ist hier das Spitalmuseum untergebracht. (Besichtigung empfehlenswert) Das Spitalensemble mit Pfarrhaus und Pförtnerhäuschen - im Hintergrund die ehemalige Talschänke (Bild: Stadt Aub)
Bild: Stadt Aub Das Spitalanwesen von oben mit Pfarrhaus davor und Pförtnerhäuschen. Im Hintergrund ist die ehemalige Talschänke zu sehen, damals außerhalb der Stadtmauer.



Die Spitalpfarrei Aub wurde vor über 665 Jahren gegründet:

Über mehr als sechs Jahrhunderte bot das Pfründnerspital in Aub seinen Bewohnern ein würdevolles Leben im Alter, soziale Absicherung und Geborgenheit in einer eigenständigen religiösen Gemeinschaft.
An einem Kreuzungspunkt wichtiger Fern- oder Heerstraßen gelegen, wurde in Aub vermutlich um 1350 durch den damaligen adeligen Ortsherrn Gottfried II. von Hohenlohe-Brauneck ein Spital gestiftet.
Keimzelle und Kernstück der Spitalgründung war ein bäuerliches Anwesen an gleicher Stelle. Es spricht die Lage dieses Hofes an der Ortseinfahrt neben der Brücke und gleich gegenüber dem früheren Klostertor dafür, dass hier schon vorher die Anlaufstelle des  kleinen Auber Kosters für arme Pilger, Kranke und Bettler war, die auf der sehr belebten Fernstraße scharenweise durchzogen. Der Hof war dem Kloster zinsbar mit 'hauptrecht, hantlohn, Dienst, herberg und andere gerechtigkeiten'.
Ein Stiftungsbrief über die Gründung des Auber Spitals lässt sich nicht nachweisen, so dass eine genaue Jahresangabe für die eigentliche Spitalgründung vor Ort fehlt. 'Die älteste bey dem hiesigen Hospital sich befundene Urkunde', wie es 1804 in einer Aktennotiz heisst, 'ist ein Stiftungsbrief der Kaplanei in dem hiesigen Hospital durch Eberhard von Hylgardshausen, Pfarrherr zu Luzenbrunn' aus dem Jahre 1351 gewesen, dessen Original oder eine Abschrift davon aber leider nicht mehr auffindbar ist. Sehr wohl hat sich aber in Kopie ein Brief von dem Päpstlichen Stuhle zu Rom aus dem Jahre 1352 in lateinischer Sprache erhalten, der eindeutig die Rechte einer vorangegangenen Kaplaneistiftung im Auber Spital anspricht und sie bestätigt. Noch eine nähere Bestimmung dieser Kaplanei geschieht durch die Urkunde aus dem Jahre 1355, die als ältestes originales Dokument des Spitalarchivs die Spitalskaplanei in den Status einer eigenen Pfarrei erhebt...



In der Folgezeit (14.Jhdt. - 16.Jhdt) ist das Auber Spital und die eigenständige Spitalpfarrei mit einer Vielzahl an Schenkungen aus dem Kreis des Adels und des reichen Bürgertums gut abgesichert worden. Spitalanwesen mit großem Innenhof (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Spitalensemble vom Innenhof her



Die Spitalpfarrei Aub wurde vor über 665 Jahren gegründet:

... Der Wunsch etwas zu tun, um das ewige Seelenheil zu erlangen, lässt sich aus fast allen Stiftungsbriefen entnehmen. Der Glaube an die sühnende Kraft der guten Werke hat häufig als Beweggrund für eine Zustiftung gewirkt. Auch die Dankbarkeit gegenüber einem wohlwollenden Schicksal, die persönliche Verbundenheit zur Stadt und vor allem das Wachhalten des Andenkens der Nachgeborenen an den Stifter sind als Motive zu finden. So war auch das Gebet für das Seelenheil der Stifter Hauptaufgabe der Pfründner...



Ansicht von der nördlichen Stadtmauer, mit Kräutergarten (Bild: Björn Neckermann) ... Unmittelbar nach der Stiftung scheint eine erste Spitalskapelle errichtet worden zu sein. Darauf deutet die Verleihung eines Ablasses (1357) hin, der für alle, die sich wohltätig gegen das Spital und die Kapelle erweisen und für den Stifter Gottfried von Brauneck beten, bestimmt war.
Ansicht von der nördlichen Stadtmauer mit Kräutergarten Bild: Björn Neckermann



Die Spitalpfarrei Aub wurde vor über 665 Jahren gegründet:

Ein tieggreifender Umbau des Spitalgebäudes mit der Spitalkirche und ein Neubau der großen Fruchtscheuer geschah in der Regierungszeit von Fürstbischof Julius Echter. Das neu restaurierte Ganerbenwappen mit der Jahreszahl 1595 und ein Wappenstein an der Spitalscheune vom Jahre 1602 geben uns hiervon eindrucksvoll Zeugnis. Gemeinsam mit den damaligen Ortsherren, den Truchsessen von Baldersheim und den Herren von Rosenberg gab der Fürstbischof dem Auber Spital eine neue Ordnung. Noch heute zeugen die langen, breiten Flure, die im Alltag eine direkte Verbindung von Wohntrakt und Kirchenraum herstellten und stets den Blick auf den Hochaltar zuließen, von den Neuerungen in der anstaltischen Fürsorge. Das Herzstück der Anlage blieb nach wie vor die Spitalkirche, die in dieser Zeit wesentlich vergrößert wurde und im Grundriss bis heute so geblieben ist.



Im Kirchenraum werden noch immer geistliche Konzerte gegeben, durch Ars Musica und andere. Kircheninnnenraum der Auber Spitalkirche mit Hochaltar (Bild: Stadt Aub)
Bild: Stadt Aub Auber Spitalkirche mit Hochaltar



Öffnungszeiten - Spitalmuseum Aub

vom 01.April - 31.Oktober - Freitag, Samstag, Sonntag sowie an gesetl. Feiertagen von 13:00 - 17:00 Uhr



Der untere Torturm

Das Bauwerk des unteren Torturms, auch Würzbuger Tor (17.Jhdt.) genannt, stammte im Kern aus der Zeit des Stadtmauerbaus (1.Viertel 15.Jhdt). Es ragte am Ende der Gollachbrücke neben dem Chor der Spitalkirche auf und bildete zusammen mit dem Tor des oberen Stadtturmes die einzigen öffentlichen Zu- und Ausgänge des Städtchens. Bereits aus der ältesten Stadtansicht von Aub (1523) ist die Konstruktion einer Schlagbrücke unmittelbar am bzw. vor dem unteren Torturm erkennbar. Dies bedeutete, dass zur zusätzlichen Sicherung des Stadteingangs der Zugang durch das Hochziehen einer hölzernen Brücke wesentlich erschwert werden konnte. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ist an der Gollachbrücke das Bestehen einer Zugbrücke nachweisbar.
Der untere Torturm hatte nur zwei Geschosse, in denen die Wohnung des unteren Torwächters untergebracht war, soweit man es aus archivalischen Quellen erschließen kann, waren es vor allem verarmte ältere Handwerker des Städtchens, die diesen Wachdienst versahen. Nach einer streng geregelten Sperrordnung wurde das untere Tor stets nachts geschlossen. Dies erfolgte noch bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts.
Offensichtlich war der Bauzustand des unteren Torturms in der wirtschaftlich schwierigen Zeit der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts, so schlecht, so dass dieser Ende 1862 / Anfang 1863 abgerissen wurde.
Danach wurde der Torabschluss durch zwei Torpfeiler ohne Überwölbung gebildet dadurch konnte auch mehr Licht für die Spitalkirche und die vordere Mühlgasse gewonnen werden. Bis in die 1930er Jahre bzw. bis zur Sprengung der Gollachbrücke im April 1945 bildeten diese Pfeiler eine letzte sichtbare Erinnerung, ein an das Städtchen prägendes jahrhundertealtes Bauwerk.


Ludwig der Bayer, war es, der Aub im Jahr 1325 das Marktrecht verlieh und zwar an seine Gefolgsleute Ludwig und Gottfried II. von Hohenlohe-Brauneck.
Letzterer stiftete wohl 1350 unter dem Eindruck des sogenannten "Schwarzen Todes", die Pest, das Pfründnerspital.


Handwerkerviertel Mühlstrasse (Bild: Stadt Aub) Die Mühlstrasse war bis in den 1960er Jahren eine belebte Handwerkergasse. Sie bildete früher das Arbeiterviertel. Die Häuser wurden an die Stadtmauer angebaut.
Impressionen aus der Mühlstrasse Bild: Stadt Aub



Haus an Haus. Jeder Freiraum wurde genutzt. Haus an Haus - Platz war Mangelware (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Impressionen aus der Mühlstrasse



Treppenaufgang von der Mühlstrasse zum Marktplatz und Rathaus (Bild: Björn Neckermann) Treppenaufgang zum Marktplatz und Rathaus.
Impressionen aus der Mühlstrasse Bild: Björn Neckermann



Liebevoll renoviertes Fachwerk - früher Teil der Stadtmauer. Fachwerk auf die Stadtmauer gebaut (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Impressionen aus der Mühlstrasse


Als die Linie Brauneck des Hauses Hohenlohe im Jahr 1390 ausstirbt, heiratete die Witwe Anna Gräfin von Hohenlohe-Brauneck im Jahr 1396 den Reichskämmerer Konrad von Weinsberg. Konrad und Anna verkauften 1398 eine Hälfte von Aub an den Verbündeten Ritter Hans Truchseß von Baldersheim.

Die Truchsesse von Baldersheim, waren Vasallen der von Hohenlohe-Brauneck und nach dem Erlöschen der Linie, derer von Hohenlohe-Brauneck, befand sich die Gelegenheit einen eigenen Herrschaftsbereich aufzubauen. Bei den von Hohenlohe-Brauneck hatten die Truchsesse von Balderheim das Hofamt des Truchsesses (lat. "dapifer") innegehabt, das übersetzt, der dem "Tross vorsaß", "Vorsitzender des Gefolges".

Im Verlauf des 15.Jhdt. verkaufte die Familie Truchseß einen Teil ihrer Besitzungen an die Familie von Rosenberg, die die vierte Familie ist, deren Schicksal auf die Geschichte Aubs Einfluss nehmen wird.


Der obere Turm - Aub war berühmt und berüchtigt für seine steil abführenden Innenstrassen (Bild: Björn Neckermann) Das obere Tor war die zweite Ein- oder Ausfahrt in die Stadt, oder aus der Stadt heraus. Es handelt sich hier um einen quadratischen Torturm mit 7 Geschossen, unten im Segmentbogen eine überwölbte Durchfahrt. Das Mauerwerk des Turms weist auf das 16. - 17. Jahrhundert. Bei einem großen Brand im Jahre 1841, brannte von diesem Turm das obere Stockwerk mit Dachstuhl ab. 1852 wurde dieses obere Stockwerk wieder aufgebaut und zwar mit der heutigen Zinnenbekrönung und diente als Wohnung des Stadttürmers. Der Turm ist heute bewohnt

Wenn Sie links durch den kleinen Durchgang gehen und sich am Restaurant "Am oberen Turm" rechts halten, gelangen Sie zur 1926 eingeweihten evangelischen Kirche, welche im Schloßgarten erbaut wurde.
Turm am oberen Tor Bild: Björn Neckermann


Im Jahr 1399 wurde das Hals- und Zentgericht, von Gülchsheim nach Aub verlegt. Auf Bitten des Truchseß von Baldersheim und der edlen Frau Anna von Weinsberg. Dies wurde vom damaligen Fürstbischof Gerhard von Schwarzburg festgeschrieben. Hiermit wurde eine wichtige Voraussetzung durchgesetzt, damit Aub die Stadtrechte erhalten konnte.


Der Zent- und Folterturm, um 1400 erbaut, war Teil der Stadtbefestigung. Im Jahr 1704 wurde noch ein zweistöckiger Fachwerkbau angebaut. Unterer Harbach mit Zentturm (Bild: Stadt Aub)
Bild: Stadt Aub Unterer Harbach mit Zentturm


Im Jahr 1404 verlieh der römisch-deutsche König Rupprecht von der Pfalz, durch eine Bulle, dem Konrad von Weinsberg und dem Ritter Hans Truchseß zu Baldersheim, das Recht, dass sie ihren Markt "mit Mvhren undt Graben zu umpführen und mögen eine Stadt machen".


Der Rimbachturm - Teil in der nordöstlichen Stadtmauer (Bild: Björn Neckermann) Als nordöstlicher Eckturm der Stadtbefestigung, gehörte der Rimbachturm zu einer Kette von Erkern und Türmen, die für die Verteidigung der Stadtmauer von größter Wichtigkeit waren.
Der Rimbachturm - nordöstlicher Eckturm Bild: Björn Neckermann


1489 baute ein Sohn Konrad von Weinsberg, Philipp der Ältere von Weinsberg, der damals mit seinem Bruder dem Geistlichen Philipp dem Jüngeren, die Reichelsburg bewohnte zusammen mit den Truchsessen von Baldersheim das Auber Rathaus.


Das 16.Jhdt. wird, wie an vielen Orten zwischen Goslar und Bern, auch in Aub von den Ereignissen des Bauernkrieges gekennzeichnet. Brückenübergang unterhalb der Stadtmauer (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Kleine Brücke über die Gollach - Nähe Rimbachturm



Langsam fließt die Gollach durch die Auber Vorstadt (Bild: Björn Neckermann) "Mvren undt Graben" hatten nun nur noch begrenzten Schutz für die Stadt Aub und 1523 wurde Aub im Fränkischen Krieg vom Schwäbischen Bund angegriffen und geschatzt, weil die Familie von Rosenberg mit dem Raubritter Thomas von Absberg, dieser war Parteigänger des Götz von Berlichingen, gemeinsame Sache machten.
Langsam fließt die Gollach durch die Auber Vorstadt Bild: Björn Neckermann



Am 22.April 1525 (Samstag nach Ostern) wurde die Reichelsburg, wie auch die Burg Brauneck, von aufrührerischen Bauern im Bauernkrieg geplündert und zerstört, so dass Georg von Rosenberg, der als Amtmann des Hochstifts Würzburg in der Reichelsburg wohnte, zu seinen Verwandten ins Schloss flüchten musste. Teil der Stadtmauer mit Hirtenturm (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Teil der Stadtmauer mit Hirtenturm



Die Häuser wurden direkt an die Stadtmauer angebaut (Bild: Björn Neckermann) 1602 starb die Familie der Truchseß von Baldersheim aus. Über 200 Jahre lang hatten sie in Aub gewirtschaftet. Ihre Besitzungen fielen an ihren Lehnsherrn, das Hochstift Würzburg zurück. Seit dem 11. Januar 1632, ist Aub ganz würzburgisch, nachdem auch Albert Christoff von Rosenberg als letzter seines Geschlechts verstorben war. Die Weinsberger waren bereits irgendwann zwischen 1507 und 1521 ausgestorben.
1521 gelang es dem Hochstift Würzburg, die Burg Reichelsburg von Katharina Gräfin von Königstein, der Tochter Philipps d.Ä. von Weinsberg, gänzlich zu erwerben.
Die Häuser wurden direkt an die Stadtmauer angebaut Bild: Björn Neckermann


Napoleon machte in den Jahren 1803 bis 1814 dem deutschen Kleinstaatenindividualismus ein Ende und ging dabei in Franken ähnlich behutsam vor wie in Bayern.


Nachdem man den Bürgern der Mühlgasse, von Seiten der Stadtoberen, eigene Aus-/Eingänge gestattete, um nicht immer den Umweg über die bewachte Gollachbrücke zu nehmen, wurde ihnen aber die Pflicht aufgetragen, die Türen und Eingänge Abends zu schließen. Jedes Haus hat seinen Ausgang - in Aub auch "Klein-Venedig" genannt (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Jedes Haus hat seinen Ausgang, dieser Abschnitt wird auch "Klein-Venedig" genannt



Teilansicht von Norden - Pfründnerspital mit Gollachbrücke - Zugang zur Innenstadt (Bild: Björn Neckermann) Am Ende der Brücke, ragte neben dem Chor der Spitalkirche der Untere Turm auf. Die Brücke war aus Holz gebaut. Ein Teil war zum Aufziehen als Zugbrücke eingerichtet. Bis zum Ende des 18.Jahrhunderts ist an der Gollachbrücke das Bestehen einer Zugbrücke nachweisbar.
Teilansicht von Norden, des Pfründnerspitals mit Gollachbrücke Bild: Björn Neckermann


Nach der Säkularisation von 1803 wurde Aub - als einstiges Amt des Hochstifts Würzburg - im Jahre 1805 dem Erzherzog Ferdinand von Toskana - der sich damals, von Napoleon aus Florenz vertrieben, im Exil in der Würzburger Residenz befand - zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit letzterem im Jahr 1814 an das von Napoleon geschaffene Königreich Bayern unter "König Max", was durch den Wiener Kongress besiegelt wurde.


Die Auber Stadtmauer wurde in der Zeit von 1404 bis 1436 errichtet.
Sie ist 1200 Meter lang und hatte eine durchschnittliche Höhe von 11 Metern und eine Stärke von bis zu 1,5 Meter.
Westlicher Stadteingang in das ehemalige Jüdische Viertel (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Stadteingang durch die Stadtmauer von Westen her in das ehemalige Jüdische Viertel



An dieser Stelle befand sich die ehemalige Synagoge (Bild: Björn Neckermann) In der Pogromnacht vom 10.November 1938 schändeten SA-Leute die Kultstätte und zerstörten die Innenausstattung.
An dieser Stelle stand die ehemalige Synagoge Bild: Björn Neckermann



Diese Stolpersteine, sind ein Teil des größten dezentralen Denkmals der Welt für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Stolpersteine in Aub - sie waren doch unsere Nachbarn (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Die Stolpersteine in Aub - sie waren doch unsere Nachbarn


Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Selbstverwaltung. Im Königreich Bayern wurde Franken 1837 in die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken gegliedert. An der Einteilung der Regierungsbezirke in Kreise, deren Benennung sich wie in Frankreich an Flussnamen orientiert, ist noch der Einfluss der Napoleonzeit zu erkennen.


Stadtansicht wenn man von Westen die Stadt betritt (Bild: Björn Neckermann) Heute ist Aub ein Kleinzentrum, Sitz einer VG und hat zwei Stadtteile: Baldersheim und Burgerroth.
Stadtansicht, die sich dem Wanderer erschließt, wenn er von Westen die Stadt Aub betritt. Bild: Björn Neckermann


Die Geschichte der Stadt Aub steht für viele anderer Gemeinden und Städte in Franken und trotzdem ist sie in ihrer Art einzigartig.


Hier sind noch einige Veranstaltungen die Sie nicht versäumen sollten:

Bis Ende November sind alle Termine abgesagt!



Die reiche, historische und lange Geschichte der Stadt Aub wurde den "Auber Geschichtsblättern" entnommen. Vielen Dank auch an die Stadt Aub, für die mir zur Verfügung gestellten Aufnahmen.


 
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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 15. November 2020 -
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