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Weiter geht es zu einem der ältesten Sakralbauten Frankens - der Kunigundenkapelle

Nachdem wir nocheinmal zur Reichelsburg zurückgeblickt haben, verlassen wir kurz die Nähe der Gollach und laufen unterhalb eines Eichen-Buchen-Hangwaldes zu unserem nächsten Ziel, der Kungundenkapelle. Die Kunigundenkapelle die wohl kurz vor oder um 1230 als Wallfahrtskapelle und als Gotteshaus für die umliegenden Dörfer erbaut wurde. Doch davon später. Zuerst müssen wir die ca. 5 km lange, wunderschön gelegene Strecke, durch Wald, entlang von Waldwiesen und an einem Hügelgrab vorbei, zurücklegen.

Bald erreichen wir, eine Wegegabelung. Unser Weg verläuft mittels des rechten Weges, geradeaus weiter.


Der HW4 führt hier geradeaus weiter, das wäre der rechte Weg (Bild: Björn Neckermann) Hier heißt es wieder kurz auf die Ausschilderung aufgepasst.
Der HW4 führt geradeaus weiter (der Weg rechts) Bild: Björn Neckermann


Oberhalb eines sehr interessanten Wiesenhanges führt der HW4 weiter. Dieser Nasshang hält im Frühsommer einige Überraschungen parat. Im Vordergrund blüht die Wiesenschlüsselblume, im hinteren Bereich die Traubenhyazinthe.


Auf diesem gut ausgebauten Wiesenweg bleiben wir allerdings nicht lange. Nach ca. 200 Metern geht es steil hinab zur Gollach. Auf dem Weg zur Kunigundenkapelle (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Weg zur Kunigundenkapelle


Bis zur Kunigundenkapelle werden Sie auf diesem Weg nur wenigen Menschen begegnen. Vielleicht den einen oder anderen Wanderer, der in entgegengesetzten Richtung läuft, in Richtung Aub.

Nun heißt es aber wieder aufgepasst. Nach ca. 200 Metern geht es nach rechts, steil hinunter zur Gollach. Achten Sie auf die Beschilderung.


Zwischen Acker- und Waldrand verläuft der HW4 wieder hinunter zur Gollach (Bild: Björn Neckermann) Der Eingang hinunter zur Gollachbrücke ist von oben nicht gleich erkennbar.
Zwischen Acker- und Waldrand verläuft der HW4 Bild: Björn Neckermann


Die Stufen hinunter zur Gollach sind ausgetreten, eben Naturstufen. Einfach ein wenig Vorsicht walten lassen.


Nachdem Sie die Stufen zur Gollach hinuntergestiegen sind, richten Sie Ihren Blick einmal nach links und rechts - vielleicht erhaschen Sie den "Fliegenden Juwel", den Eisvogel, oder die Wasseramsel. Die Gollach, auch das Reich von Eisvogel und Wasseramsel (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Wieder an der Gollach - das Reich von Eisvogel und Wasseramsel


Nach der Brücke wenden Sie sich nach links und laufen ein Stück entlang des Bachsaumes. Die Gollach fällt hier langsam ab. Achten Sie auf die Wanderzeichen, nach wenigen Metern biegt der Weg nochmals nach links ab, um auf schönen Waldweg zuzulaufen.


Hier kann die Gollach noch Bach sein - weder begradigt noch in ein Bachbett gezwängt (Bild: Björn Neckermann) Die Gollach ist wieder ein sauberes Fließgewässer geworden. Über 20 Fischarten haben hier ihren Lebensraum.
Hier kann die Gollach noch Bach sein - weder begradigt noch in ein Bachbett gezwängt Bild: Björn Neckermann


Eine der Fischarten die in der Gollach heimisch ist, die Karausche, die zu den Karpfenfischen gehört.


Die Karausche kann 20 - 50 cm lang werden und ein Gewicht von mehr als 3 kg erreichen. Sie ist hochrückig mit kleinem Kopf und ohne Barteln. Über 20 Fischarten beherbergt die Gollach eine davon ist die Karausche (Bild: Frank Hecker)
Bild: Frank Hecker Die Karausche ist anpassungsfähig und kann sogar belastete Gewässer ertragen


Die Karausche (Carassius carassius)

Die Karausche ist eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische und lebt fast in ganz Europa mit Ausnahme von Irland, Schottland und Wales, weiten Teilen der Iberischen Halbinsel und dem Westen Frankreichs. Sie ist eine äußerst genügsame und robuste Fischart. Bevorzugt lebt sie in kleinen, pflanzenreichen und stehenden Gewässern, kann aber auch in Flüssen und Bächen mit geringer Strömungsgeschwindigkeit und im Brackwasser vorkommen. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit ist sie selbst in kleinsten, sauerstoffarmen und verschlammten Dorftümpeln zu finden. Wenn das Gewässer austrocknet, kann sich die Karausche im Schlamm vergraben und einige Tage überleben. Sie kann bis zu fünf Tage ohne Sauerstoff auskommen und gilt deshalb im Tierreich als "Meister im Luftanhalten".

Die Karausche ist auch unter anderen Namen bekannt, wie: Moorkarpfen, Bauernkarpfen, Steinkarpfen, Schneiderkarpfen, Guratsch und Kotbuckel.

Über den Winter verfällt die Karausche, eingegraben im Schlamm, in eine Art Winterstarre und kann sogar vom Eis eingeschlossen überleben. Ihr Stoffwechsel ist dann deutlich eingeschränkt. Sobald die Temperaturen steigen erwacht die Karausche wieder zum Leben.

Karauschen ernähren sich von Kleintieren aller Art, wie Zuckmückenlarven, Wasserflöhen, Würmern und Schlammschnecken, aber auch von pflanzlichen Stoffen.
Die Karausche ist ein Sommerlaicher. Von Mai bis Juli heften die Weibchen 150.000 bis 300.000 klebrige, 1 bis 1,5 mm große Eier portionsweise an Wasserpflanzen. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach drei bis sieben Tagen. Nach drei bis vier Jahren werden sie mit einer Länge von 8 bis 15 Zentimeter geschlechtsreif.

In unseren heimischen Gewässern ist in den vergangenen Jahren ein starker Rückgang der Karausche zu beobachten. In Nordrhein-Westfalen, gilt die Karausche als stark gefährdete Art, in Bayern steht sie auf der Vorwarnliste. Die Ursachen hierfür liegen in erster Linie, wie so oft, in der Veränderung ihres Lebensraumes durch Ufer- und Querverbauungen, Regulierungsmaßnahmen oder Schadstoffbelastungen, wovon natürlich auch viele andere Fischarten betroffen sind.

Damit die Karausche ihren Schutzstatus beibehält und die Wiederherstellung ihrer natürlichen Lebensräume vorangetrieben wird, wurde die Karausche vom Verband Deutscher Sportfische, des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz, vom Bundesamt für Naturschutz und dem Verband Deutscher Sporttaucher zum Fisch des Jahres 2010 ernannt.


Nach Überquerung der Brücke gehen wir links weiter. Auf unbefestigtem Wiesenweg, nach ca. 100 Metern nochmals links halten, erreichen wir einen befestigten Wirtschaftsweg den wir links weitergehen, entlang der Gollach. Die Gollach fließt nun links von Ihnen.


Ab hier heißt es ein wenig aufgepasst - nach den Hinweisschildern sehen (Bild: Björn Neckermann) Langsam verfärbt sich der Wald in herbstliche Farben.
Nach der Brücke nach links wenden - dieser Wiesenweg Bild: Björn Neckermann


Hier stört keine Strasse oder anderer Lärm. Hier haben Sie nur Natur um sich herum. Hören Sie doch an einem Frühlingsmorgen einmal hinein, in diese Stimmenvielfalt der Waldlebensgemeinschaft.


Auf die Hinweisschilder achten. Die Gollach ist stets links von Ihnen (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Auch hier geht es links weiter auf einen Wirtschaftsweg zu


Vorbei an Hochstaudenfluren und durch unbefestigten Wiesenweg auf einen gut begehbaren Wirtschaftsweg zu.


Vorbei an Hochstaudenfluren und inmitten einer lebendigen Waldlebensgemeinschaft (Bild: Björn Neckermann) Zwischen Gehölzstreifen, unterhalb fließt die Gollach und rechts der Wald führt uns der Weg tiefer in dieses Waldstück hinein.
Hier führt der HW4 links weiter - die Gollach fließt weiterhin links von Ihnen Bild: Björn Neckermann


In vegetationsreichen und langsam fließenden Gewässern hält sich ein weiterer Fisch auf, der auch hier in der Gollach sein Revier hat: Der Hecht


Im Vordergrund schön zu sehen: Hier war der Biber am Werk. An der Gollach trifft man immer wieder auf Biberspuren (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Langsam fließt der kleine Fluss dahin, Refugium eines Raubfisches


Die natürlichen Vorkommen des Hechts sind heute zum Teil bedroht, da dieser Raubfisch vor allem in Überschwemmungsbereichen ablaicht und diese Bereiche durch Flussbegradigungen selten geworden sind.


Der Hecht gehört zu unseren bekanntesten Fischarten (Bild: Frank Hecker) Um die Zusammenhänge zwischen Natur- und Artenschutz zu verdeutlichen, wenn Ufer und Auen renaturiert oder in einem naturnahen Zustand erhalten werden sollen, wurde der Hecht 2016 zum "Fisch des Jahres" ernannt.
Der Hecht gehört in Deutschland zu den bekanntesten Fischarten Bild: Frank Hecker


Der Hecht (Esox lucius)

Der Hecht zählt zu den bekanntesten heimischen Fischarten. Er besiedelt stehende Gewässer von kleinen Tümpeln bis zum großen See, aber auch Fließgewässer vom Oberlauf bis hinab in die küstennahe Brackwasserregion.

Der Hecht kann mit seinen zahlreichen spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen hervorragend Beute packen: Fische aller Art, auch eigene Artgenossen, Frösche, gelegentlich auch kleine Wasservögel und Säugetiere wie Mäuse oder Bisamratten stehen auf dem Speiseplan. Die Durchschnittsgröße eines Hechtes liegt zwischen 50 und 100 Zentimetern. Weibliche Hechte können jedoch 1,30 Meter überschreiten und über 20 Kilogramm schwer werden.

Hechte sind standorttreue Raubfische. Er lauert gerne in Ufernähe regungslos auf seine Beute, die er im blitzschnellen Vorstoß ergreift. Als Einzelgänger versteckt er sich gerne zwischen Wasserpflanzen, Baumwurzeln, an Schilfkanten oder Uferböschungen. Dort ist er durch seine grüne bis bräunliche, durch gelbe Bänder durchbrochene Färbung ausgezeichnet getarnt.

Zur Laichzeit im zeitigen Frühjahr zieht der Hecht in krautreiche Flachwasserbereiche der Überschwemmungsflächen oder in kleine Gräben und Nebenrinne, wo die klebrigen Eier an Wasserpflanzen angeheftet werden. Solche für seine Vermehrung notwendigen Flächen sind typischerweise im Frühjahr überschwemmte Wiesen der Flussauen, aber auch die Flachwasserzonen und Überschwemmungsbereiche unserer Seen. Durch Trockenlegung von Wiesen und das Ausbleiben von Frühjahrsüberschwemmungen infolge von Regulierungsmaßnahmen sind geeignete Laichplätze selten geworden. Hinzu kommt der Verlust an geeignetem Lebensraum im Zuge der Uferbegradigungen und Verbauung. Insbesondere die Jungfische sind auf die sich schnell erwärmenden Flachwasserbereiche mit ihrem großen Nahrungsangebot angewiesen.

Trotz der weiten Verbreitung sind die Bestände des Hechts daher in vielen Gewässern gering. In der Roten Liste wird der Hecht als "ungefährdet" eingestuft, der langfristige Bestandstrend zeigt jedoch einen mäßigen Rückgang der Bestände. Vorrangiges Ziel muss daher sein, die Gewässer und ihre Auen auch für den Hecht wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen. Intakte Flussauen brauchen eine natürliche Überschwemmungsdynamik. Wo es möglich ist, müssen ehemalige Auen wieder zurückgewonnen werden. Dies stellt auch gleichzeitig einen Beitrag zum Hochwasserschutz dar.


Nach kurzer Zeit auf diesem Waldweg, heißt es wieder aufgepasst, wobei es auch immer gilt sich im Wald gut auf die Beschilderungen zu konzentrieren.


Kurz bevor Sie ein großes Wiesen- und Überschwemmungsgebiet betreten, biegt unser Weg nach rechts aufwärts ab. Immer die Hinweisschilder im Auge behalten (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Hier biegt der HW4 nach rechts ab


Die Gollach, unterhalb dieser Abzweigung, nimmt hier über kleine Abstürze ein wenig Fahrt auf. An diesen Stellen, wo das Wasser sprudelt und auch sehr sauerstoffreich ist, halten sich viele Wasserinsekten auf, so z.B. die verschiedenen Köcherfliegen, deren Larven sich mit Spinndrüsen einen länglichen Köcher, aus verschiedenen Kleinteilen, webt, indem sie ihren empfindlichen Hinterleib verbirgt und mit den Haken an der Hinterleibsspitze festhält. An diesen kleinen Abstürzen und Strudeln, hält sich ein Vogel auf, der kaum einmal sein "Wasserreich" verläßt: die Wasseramsel.


Dort wo der Bach über Steine und Baumwurzeln stürzt ist das Reich der Wasseramsel (Bild: Björn Neckermann) Wenn im Februar der Schnee schmilzt und auch die Gollach reichlich Wasser hat, ist für die Wasseramsel reichlich Nahrung vorhanden.
An sauerstoffreichen Stellen, wie hier, ist die Wasseramsel gut anzutreffen Bild: Björn Neckermann


Auf diesem schmalen Waldweg setzen wir unsere Wanderung auf dem HW4 in Richtung Kunigundenkapelle fort.


Auf der Wiese kann man am frühen Morgen das eine oder andere Mal den Habicht erblicken, wie er als "Meister des Ansitzes" auf Beute lauert und dann zustößt. Auf romantischen und einsamen Waldwegen der Kunigundenkapelle entgegen (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Auf schmalen und romantischen Waldweg gen Kunigundenkapelle


Auf diesem Waldweg führt der HW4 vorbei an alten Steinmauern, die aus früherer Zeit vom Weinanbau auch hier an der Gollach zeugen.


Die alten Weinbergsmauern zeugen vom frühen Weinanbau entlang der Gollach (Bild: Björn Neckermann) Gesäumt von Eichen und Buchen setzen wir den Weg fort. Atmen Sie die Waldluft ein, die weder vom Verkehr noch von Industriebetrieben verschmutzt ist.
Alte Weinbergsmauern zeugen vom frühen Weinanbau entlang der Gollach Bild: Björn Neckermann


Am Ende des Weges treten Sie auf die große Waldwiese heraus und laufen am Waldrand entlang weiter.


Der alte Waldweg soll im weiteren Verlauf wieder dem Wald gehören. Gehen Sie nicht weiter, sondern treten Sie auf die Waldwiese heraus.

Die Hinweisschilder haben wir versetzt.
Der Weg führt heraus aus dem Wald - auf der Waldwiese geht es weiter (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Am Ende des begehbaren Weges auf die Waldwiese heraustreten


Im Laufe der Wiesenwanderung treffen Sie inmitten der Wiese auf eine kleine Anhebung. Hier handelt es sich um ein Hünengrab aus vorchristlicher Zeit.


Inmitten der Waldwiese erhebt sich hier ein Hünengrab (Bild: Björn Neckermann) Nach dem Sie aus dem Wald herausgetreten sind, inmitten der Wiesenlandschaft eine Erhebung mit Baum- und Buschbestand: ein Hünengrab. (Dies ist eine rückseitige Aufnahme).
Der HW4 verläuft hier entlang des Waldrandes weiter Bild: Björn Neckermann


Nun laufen Sie auf der Waldwiese weiter. Der Waldrand ist rechts von Ihnen. Links von Ihnen plätschert ruhig die Gollach dahin und begleietet Sie auf dem HW4.


Wir haben im Abstand von ca. 200 Metern immer wieder Erinnerungsschilder angebracht.

Für Sie gut zu erkennen, der Waldrand rechts, die Gollach links.
Natur pur - den Wald rechts, die Gollach links von Ihnen (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Natur pur - am schönsten am frühen Morgen


Hier in diesem Laub- und Mischwald können Sie im zeitigen Frühjahr, am besten frühmorgens, den einen oder anderen Trommelwirbel hören.


Der kleinste Specht Europas ist hier zuhause - der Kleinspecht (Bild: Gunther Zieger) Der Kleinspecht mit seinen 14 - 16,5 cm, ist er kaum größer als ein Kleiber. Er hat einen kurzen spitzen Schnabel. Die buntspechttypische Rotfärbung ist beim Kleinspechtmännchen auf den Scheitel beschränkt (Bild). Das Weibchen hat einen schwarzen Scheitel und hat überhaupt kein Rot.
Der Kleinspecht - auch der kleinste Specht Europas Bild: Gunther Zieger


Der Kleinspecht (Dryobates minor)

Wer im Frühjahr zeitig unterwegs ist, kann seinen Reviergesang hören. Es ist ein hohes, durchdringendes "Kie-kie-kie" und erinnert ein wenig an Turmfalkenrufe. Auch kann man seinen gleichmäßigen Trommelwirbel hören. Diese dauern aber jeweils nur 1 bis 1,5 Sekunden und klingen viel heller als beim Buntspecht.
Der Kleinspecht brütet in Laub- und Mischwäldern mit vielen alten Bäumen und natürlich Totholz. Seine besten Bedingungen findet der kleine Kerl in Ufergehölzen und Auwäldern, das er hier an der Gollach gut vorfindet. Mitteleuropäische Kleinspechte sind Standvögel. Bei uns in Deutschland ist der Kleinspecht weit verbreitet, jedoch hat er nur eine mäßige Dichte an Vorkommen.
Eines seiner Hauptverbreitungsgebiete in Bayern ist in Unterfranken, mit einem teilweise flächigen Verbreitungsgebiet. Sein Bestand in Bayern wird mit 2200 bis 3400 BP angegeben.
Im Sommerhalbjahr ernährt sich der Kleinspecht hauptsächlich von Insekten und deren Larven, die auf Zweigen und Blättern leben. Im Winter vor allem unter der Rinde von toten Ästen überwinternde Käfer, sowie Sonnenblumenkerne und Fettfutter aus Fütterungen.



Wir haben vor, an einer Stelle einen Briefkasten anzulegen, in dem wir ein Eintragungsheft auslegen. Bitte tragen Sie sich als HW4-Wanderer doch ein, wo Sie meinen es fehlen hier oder dort noch Hinweisschilder. Weiterhin sind es diese Hinweisschilder entlang des HW4 (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Weiterhin sind es diese Hinweisschilder des HW4


Nun heißt es in diesem Gelände ein wenig aufgepasst. Gehen Sie an der Waldecke geradeaus weiter, direkt auf einen niedrigen Jägerstand zu.


Wieder heißt es ein wenig aufgepasst - nach den Hinweisschildern sehen (Bild: Björn Neckermann) Laufen Sie direkt auf einen Jägerstand zu, der am Gehölzstreifen der Gollach steht.
Auf dem Wiesenweg geradeaus weiter Bild: Björn Neckermann


An diesem Jägerstand angekommen, biegen Sie nach rechts aufwärts, ab. Oben steht ebenso ein Jägerstand.


Sie können sich nicht verlaufen. Wir haben gut sichtbar Hinweisschilder angebracht. Auf Wiesenweg weiter dann nach rechts hinauf zum Waldrand (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Geradeaus bis zum Jägerstand dann nach rechts wieder zum Waldrand hoch


Der HW4 verläuft nach rechts oben zu einem weiteren Jägerstand, der unterhalb des Waldrandes steht.


Nach links - entlang des Waldrandes führt der HW4 weiter (Bild: Björn Neckermann) In guten Jahren, ist der Tisch für das Rehwild reich gedeckt. Die alten Eichen tragen reichlich Früchte.
Der HW4 führt hoch zu einem weiteren Jägerstand und dann links am Waldrand weiter Bild: Björn Neckermann


Nun führt der Weg wieder ein Stück am Waldrand entlang.


Diese Wälder mit ihrem alten Baumbestand und Totholz, das auch einmal stehen bleiben darf, beherbergen eine weitere kleine Spechtart: den Mittelspecht. Entlang von alten Eichen und Buchen führt der HW4 weiter (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Zur Orientierung: der Waldrand ist stets rechts von Ihnen


Der Mittelspecht, mit ca. 22 cm, kleiner als der Buntspecht und hat auch einen schwächeren Schnabel. Typisch ist der in allen Kleidern karminrote Scheitel ohne schwarze Umrahmung. Das Weibchen ähnelt dem Männchen, unterscheidet sich aber durch die mattere, im hinteren Teil in Gelblichbraun übergehende Scheitelfärbung.


Der Mittelspecht benötigt einen "alten Wald" mit viel Totholz (Bild: Raimund Linke) Der Mittelspecht hat seinen bayerischen Verbreitungsschwer-punkt in Franken. Seine Bestandsschätzung wird auf 2300 - 3700 BP angenommen.
Der Mittelspecht, hier ein Weibchen Bild: Raimund Linke


Der Mittelspecht (Dendrocopos medius)

Der bereits ab Januar vorgetragene Reviergesang, ein nasal klagendes "Gähk - gähk - gähk", erinnert etwas an einen Greifvogel. Der Mittelspecht trommelt nur selten, die Dauer der schwachen Wirbel beträgt ca. nur 2 - 3 Sekunden. Mit seinem relativ kleinen Schnabel bearbeitet er vorwiegend die Baumrinde, daher sieht man ihn nicht selten an dünneren Ästen Nahrung suchen.
Einmal konnte ich ihn, in meinem Garten zur Winzterszeit sehen, wie er sich von einem Fettkuchen, Nahrung holte.
Der Mittelspecht ist an Laubwälder angepasst. Er bewohnt vor allem Eichen-Hainbuchen-Wälder mit altem Baumbestand, naturnahe Hartholzauen, sowie extensiv bewirtschaftete alte Streuobstwiesen. Bei uns in Deutschland ist der Mittelspecht nur gebietsweise in warmen Tieflandgegenden noch einigermaßen häufig. Die alten Eichen-Mischwälder der Mainfränkischen Platten geben ihm noch ein gutes Auskommen.
Der Mittelspecht zimmert sich jedes Jahr eine neue Höhle. Meist wählt er sich dazu das faule Holz vom Stamm oder von einem dicken Ast eines Laubbaumes. Oft ist es auch ein toter Seitenast einer alten, aber sonst gesunden Eiche.
Seine Nahrung besteht im Sommer vor allem aus Insekten, die an Zweigen und Blättern leben, sowie Kirschen und Pflaumen. Im Herbst wechsel er zu Eicheln, Nüssen und Bucheckern über. Im Winter sind es hauptsächlich in der Rinde überwinternde Kleintiere, ferner kommt er auch zu Futterstellen die mit Talg, Fettfutter und Sonnenblumenkerne ausgestattet sind.
Sie können dieser Spechtart damit das Überleben im Winter sichern.


Lassen Sie sich auf diesem herrlichen Abschnitt ein wenig Zeit und genießen Sie einfach diese Natur. Lassen Sie sich ein wenig Zeit und genießen Sie diese Natur (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Weiter geht es am Waldrand entlang in Richtung Kunigundenkapelle


Nun heißt es langsam aufgepasst: Nach wenigen Minuten geht es nun scharf rechts und ansteigend die alten Weinbergsanlagen hoch.


Wieder heißt es aufgepasst - der HW4 verläuft nun scharf nach rechts oben (Bild: Björn Neckermann) Kurz bevor der Waldweg nahe an das Feld und die Gollach heranrückt, führt der HW4 scharf nach rechts oben. Achten Sie am Waldrand auf die Ausschilderung.
Nach wenigen Schritten geht es nach rechts aufwärts. Bild: Björn Neckermann


Auf schmalem Waldweg geht es nun inmitten alter Weinbergsmauer steil nach oben.


Nun geht es auf schmalem Pfad und schattigem Hangwald nach oben. Die Hinweisschilder sind gut angebracht und für Sie einsehbar (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Hier ist die Stelle, an der der HW4 abbiegt


Nun beginnt ein kurzer und zum Ende des Weges hin ein steiler Aufstieg, hinauf zu einer Anhöhe. Die ehemaligen Weinbergsmauern lassen sich entlang des Weges erahnen.


Durch lichten Hangwald geht es nun aufwärts (Bild: Björn Neckermann) Im Mittelalter wurden hier Weinreben gepflanzt.
Durch lichten Hangwald hinauf zu einer Anhöhe. Bild: Björn Neckermann


Bei Regenfällen bitte hier besonders aufpassen, gerade im oberen Teil wird es recht steil, daher kann es rutschig sein.


Auch können immer wieder umgestürzte Bäume oder Äste auf dem Weg liegen. Im Mittelalter wurde hier Wein angebaut - die Mauerreste zeugen davon (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Lassen Sie sich Zeit zum Genießen dieser Natur


Wenn Sie den Aufstieg geschafft haben, erreichen Sie eine Wiese. Queren Sie diese Wiese und biegen dann nach links ab. (Hochstand). Folgen Sie den Zeichen.


Wenn Sie aus dem Wald heraustreten, würden wir uns freunen, wenn Sie sich im Briefkasten eintragen würden (Bild: Björn Neckermann) Am Ende des Aufstieges haben wir vor, einen Briefkasten zu installieren.

Die Bitte an die HW4-Wanderer, sich doch hier einzutragen. Sagen Sie uns, was Ihnen nicht gefällt, oder gefällt.
Im Hintergrund kann man schon die Kunigundenkapelle erahnen Bild: Björn Neckermann


Der HW4 folgt diesem Wiesenweg bis zu einer Abzweigung, befestigter Weg zur Kunigundenkapelle. Sie biegen nach links ab. Rechts von Ihnen ist der alte Auber Stadtteil Burgerroth zu sehen. (Keine Einkehrmöglichkeit).


Seit dem 1.Juli 1976 ist der kleine Ort Burgerroth ein Stadtteil der Stadt Aub. Der Stadtteil hat heute 70 Einwohner.
Wer die Ruhe liebt, ist hier an der richtigen Stelle.
Der kleine Ort Burgerroth - ein Stadtteil von Aub (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Der Ort Burgerroth - Stadtteil von Aub


Burgerroth:

In der Nähe von Burgerroth, entdeckte man die Überreste einer jungsteinzeitlichen Siedlung. Später siedelten sich nordöstlich und südwestlich Menschen an. Beide Siedlungen sind heute als Bodendenkmäler eingeordnet.
Im Jahre 1390, nach dem Aussterben der Hohenlohe-Brauneck, kam Burgerroth als erledigtes Lehen zu Bamberg. Bischof Lamprecht von Bamberg tauschte die Reichelsburg und die Dörfer Baldersheim, Bieberehren, Burgerroth und Buch mit Bischof Gerhard von Schwarzburg gegen Burgebrach und den Würzburger Besitz in Ebermannstadt und Senftenberg.
1401 belehnte der Würzburger Bischof Johann I. von Egloffstein den Erbkämmerer Konrad von Weinsberg mit der Herrschaft Reichelsberg und der Burg, dem Markt Aub, halb Baldersheim, Burgerroth, Buch, Bieberehren, Hopferstadt, Gülchsheim und Stalldorf.
1516 kam die Burg mit dem Aussterben des Mannesstammes der Weinsberger an Katharina Gräfin von Königstein, geborene von Weinsberg, die die Reichelsburg 1521 an Fürstbischof Konrad II. von Thüngen für 49.000 Gulden verkaufte.


Mit dem HW4 erreichen Sie nun geschichtsträchtigen Boden. Die Kunigundenkapelle gehört zu den ältesten Sakralbauten Frankens. Im hinteren Teil des ehemaligen Friedhofs, befindet sich die "Tausendjährige Kunigundenlinde", die zu den zehn ältesten Bäumen Deutschlands zählt.


Nun geht es auf direktem Weg zur Kunigundenkapelle (Bild: Björn Neckermann) Auf dem Weg zur Kunigundenkapelle die auf dem "Alten Berg" steht.
Nun geht es auf befestigtem Weg auf direktem Weg zur Kunigundenkapelle Bild: Björn Neckermann


Der HW4 verläuft auf direktem Weg an der Kunigundenkapelle vorbei. Das dies nicht zufällig ist, liegt einerseits an einer sehr alten Ansiedlung aus der Jungsteinzeit, andererseits gehört diese romanische Kapelle zu den ältesten Sakralbauten Frankens. Auch beginnt oder endet hier ein weiterer hochinteressanter Pilgerweg, der Kunigundenweg von hier bis Bamberg.


Im Hintergrund ist die "Tausendjährige Kunigundenlinde" zu sehen. Rundbogentoreingang - die Eintrittspforte zur Kunigundenkapelle (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Rundbogeneingangstor zur Kunigundenkapelle und Friedhof


Die Kunigundenkapelle steht auf geschichtsträchtigem Boden, einem Siedlungsplatz aus jungsteinzeitlicher Zeit. Der "Alte Berg", ein Bergsporn, hatte in damaliger Zeit eine herausragende Lage und bewog Menschen, diesen Ort als Siedlungs-, Zufluchts-, Verteidigungs- und Kultstätte zu nutzen.


Die Kunigundenkapelle ein bedeutsames, spätromanisches Bauwerk (Bild: Björn Neckermann) Die Kunigundenkapelle, ein bedeutsames spätromanisches Bauwerk, ist eine einschiffige romanische Anlage mit einem eingezogenen quadratischen Chor, dem eine halbrunde Erkerapsis vorgelegt ist. Die Apsis ist der bau- und kunstgeschichtlich wertvollste Teil.
In der Nische eine Presbyteriumstür mit staufischem Bogenfeld und Kragstein Bild: Björn Neckermann


Die Kunigundenkapelle - Baugeschichte und Ausstattung

Die Kunigundenkapelle ist ein bedeutsames spätromanisches Bauwerk. Die Erbauung fällt in die Blütezeit der Hohenstaufer (1138 - 1250) und wurde um 1230 errichtet. Erbauer der Kapelle dürften die Herren Heinrich und sein Sohn Konrad von Hohenlohe-Brauneck sein. Die einschiffige romanische Anlage stellt sich trotz einiger tiefgreifender Umbauten, deren Spuren bis heute sichtbar sind, noch immer als Chorturmkirche mit Erkerapsis und klaren Gliederungsformen dar. Im Doppelfenster des Turms steht eine beinahe archaisch wirkende, merkwürdig stilisierte Frauenfigur, die vermutlich die Kirchenpatronin Kunigunde darstellt. Unter dem Chor befindet sich eine halbunterirdische Krypta. An der Südseite des Chores lassen Bebauungsspuren eine ehemalige Außenkanzlei vermuten.
Umfangreiche Umbauten erfolgten in den Jahren 1608/1609 unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn im Zuge der Gegenreformation. Dabei wurden die spätromanischen Wandmalereien überstrichen, die Unterkapelle zerstört und zwei gotische Spitzbogenfenster eingebaut. Eine Steintafel aus dem Jahre 1614 über dem Südportal erinnert an diese Umgestaltung.
Gegen Mitte des 18.Jahrhunderts zog etwas Barock in die Kunigundenkapelle ein. Die Wände und die Decke wurden mit Stuck ausgestattet. Nach Grabungen in den Jahren 1961/1962 wurde bei der anschließenden Restaurierung der klare sptäromanische Charakter der Kapelle weitgehend wiederhergestellt.


Die Tragfigur im doppelten, rundbogigen Schallfenster im Obergeschoss des Chores stellt die heilige Kunigunde dar. Tragfigur im rundbogigen Schallfenster - wohl die heilige Kunigunde (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Die archaische Frauenfigur im Doppelfenster soll die hl.Kunigunde darstellen


Ring und Lilie in den Händen der Heiligen versinnbildlichen die legendenhafte Vorstellung des Volkes, dass die Kaiserin eine keusche Josefsehe geführt habe. (Untersuchungen haben ergeben, dass Kaiser Heinrich II. keine Kinder zeugen konnte).
Die Figur war ursprünglich bemalt. Farbspuren am Diadem und an den Haaren beweisen dies. Die Augen waren aus grünem Glasfluß.
Haltung und Gesichtsausdruck sind stark archaisch geprägt. Die Tragfigur stellt ein beeindruckendes Beispiel spräromanischer Plastik dar.


Südportal mit Steintafel - am Pfingstmontag zelebriert von hier der Pfarrer den Gottesdienst (Bild: Björn Neckermann) Die Steintafel, im Renaissancestil gefertigt, trägt neben dem Wappen von Fürstbischof Julius Echter (1573 - 1617) folgende Inschrift:

Bischof Julius hat regiert
Vierzig Jahr, die Kirch restauriert,
Das Pfarrhaus baut auch ganz Neu
Nach volgen Jahr auss Vaters Treu
Führt ein die Alt Religion
Die erkand frei sein underthon
solchs alles nur zum glücklich Leben
der Treue Fürst thut Gott ergeben!

Das Pfarrhaus von Burgerroth wurde bereits 1580 erstellt ("cöstet in allem 350 fl'Gulden'). Burgerroth hatte die Pfarrer, Buch jeweils einen Kaplan (ab 1859)
Die Steintafel über dem Südportal Bild: Björn Neckermann



Die heutige Kunigundenkapelle:

1762 stiftete Thomas Klee aus Buch den Hauptaltar, der von Matthias Haslinger aus Aub angefertigt wurde. Der spätbarocke Altar zeigt im Zentrum die Heilige Familie, am Altarunterbau verweisen eine goldene Pflugschar und drei Kleeblätter auf die Legende vom Gottesurteil, wonach die hl.Kunigunde zum Beweis ihrer Treue mit bloßen Füßen über glühende Pflugscharen gelaufen sei.
Bei den Renovierungen ab 1961 wurde die alte Krypta wieder hergestellt und zugänglich gemacht. Auch wurden Überreste farbkräftiger und formenreicher Wandbilder freigelegt. Das gotisch wirkende Reiterbild an der Nordwand ist vermutlich eine Darstellung des Heiligen Nikolaus, der den Jungfrauen als Hochzeitsgabe Goldkugeln überreicht.
Jedes Jahr am Kunigundenfest stehen die Figuren der Heiligen Kunigunde und ihres Gemahls Kaiser Heinrich über den Durchgängen des Hauptaltars. Weiterhin können wir die Altarbilder der ehemaligen Seitenaltäre bewundern. Die Bilder aus dem Jahre 1869 zeigen die Kreuzigung Christi und eine Halbfigur Mariens mit den armen Seelen im Fegefeuer.
Die Darstellung des Heiligen Valentins entstand Ende des 18.Jahrhunderts. Die Kreuzwegstationen werden auf Ende des 19.Jahrhunderts datiert. Die geschnitzten Kerzenleuchter sind um 1770 entstanden.
Die ehemalige Kanzel an der Nordseite ist nicht mehr vorhanden. Ebenso wurde im Zuge der letzten Renovierung die Empore mit Orgel entfernt.



Nach der Auflösung des Friedhofs im Jahre 1945 versank die Kunigundenkapelle in die Bedeutungslosigkeit. Mangelnde Pflege ließ auch die Inneneinrichtung verschmutzen und teilwesie verkommen. Dank der Initiative vieler, konnte 1960 die Restaurierung der Kunigundenkapelle beginnen. Viele Hände haben geholfen die Kunigundenkapelle vor dem Verfall zu retten - dankbar (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Die Renovierung in den Jahren 1961/62 war dringend notwendig um die Kapelle vor dem Verfall zu retten



Die Kunigunden Sagen:

Der Legende nach geht die Erbauung der Kunigundenkapelle direkt auf die hl.Kunigunde zurück. So soll die Kaiserin einst den Bau von drei Kapellen gelobt haben. Die Wahl der Bauplätze überließ sie dabei der göttlichen Fügung und warf deshalb vom Bamberger Schloss drei Schleier in den Wind. An deren Fundstellen sollen dann die Kapellen erbaut werden. Einer dieser Schleier soll auf den "Alten Berg" bei Burgerroth in der großen Linde hängen geblieben sein.
Da die Bewohner von Buch jedoch auch eine Pfarrkirche wollten, schafften sie die Bausteine nach Buch. Am nächsten Morgen befanden sie sich unerklärlicherweise wieder auf dem Alten Berg. Daraufhin soll ein Zimmermann nachts auf den Steinen in Buch geschlafen haben und fand sich am nächsten Morgen mitsamt den Steinen auf dem Alten Berg wieder. Daraufhin errichtete man die Kapelle bei der großen Linde auf dem Alten Berg.
In etwa 150 Meter Entfernung, südöstlich von der Kapelle, befindet sich der sogenannte Kunigundenstein. Die Vertiefungen im unförmigen Muschelkalkstein werden als Hand-, Knie- und Fußabdrücke der hl.Kunigunde gedeutet, die sich der Legende nach dereinst hier zum Gebet niedergelassen haben soll. Die Berührungen vorbeiziehender Wallfahrer haben die Kehlungen vermutlich immer weiter ausgeformt.



Inmitten des ehemaligen Friedhofs wird das Pfingstfest gefeiert (Bild: Björn Neckermann) Die Kapelle umgibt ein Friedhof, der von einer Mauer umfangen wird. Im gemauerten Torbau mit runden Bogen über Kämpfern aus Platte und Schräge sind am Gewände noch die Pfannen für die alten Tore erkennbar.
Die Kunigundenkapelle mit Südportal Bild: Björn Neckermann


Wallfahrt, Gottesdienste, Öffnungszeiten:

Seit 1981 findet alljährlich das Kunigundenfest am Pfingstmontag statt. Wallfahrer aus Buch, Burgerroth, Aufstetten, Bieberehren, Baldersheim und Aub ziehen in Prozessionen zur Kapelle. Nach dem Festgottesdienst um 10:30 Uhr ist Festbetrieb für Wallfahrer und Besucher.
Im Monat Mai finden an den Sonntagen (außer Pfingstsonntag) und am 1.Mai um 18:30 Uhr bzw. 19:00 Uhr Maiandachten statt. Auch erfreut sich die Kunigundenkapelle bei Hochzeitspaaren großer Beliebtheit.
Die Kunigundenkapelle ist in den Monaten März bis Oktober an den Sonn- und Feiertagen von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr für Besucher geöffnet. Auch werden Führungen für Besuchergruppen angeboten. Besichtigungen sind auch nach Vorabsprache möglich. www.kunigundenkapelle.de oder Telf.-Nr. 09335 / 652


An der Westseite, etwas geduckt und versteckt steht die Kunigundenlinde. Oft habe ich mich gefragt: Was könnte uns dieser alte Baum erzählen, wer hier schon alles war, was geschehen ist, was gesprochen wurde, ach, könnte diese Linde nur reden.


Die Linde an der Westseite der Kapelle, tausendjährige oder auch Kunigundenlinde genannt, weist wohl auf eine mittelalterliche Versammlungs- und Gerichtsstätte hin. Die "Tausendjährige" Kunigundenlinde - imposant und Mythos (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Die "Tausendjährige-" oder "Kunigundenlinde"


Es zieht mich jedes Jahr, d.h. eigentlich zu jeder Jahreszeit zu diesem Baum, um einfach zu sehen, ob sie wieder Knospen hat und ihre Blätter hervorbringt. Jede Jahreszeit, hinterläßt bei mir tiefe Eindrücke über das Werden und Vergehen.


Die Vitalität dieses alten Baumes fasziniert mich immer wieder aufs Neue (Bild: Björn Neckermann) Sie muss gestützt werden, sie ist auseinandergebrochen, die "Baummitte" ist so breit, dass man darin tanzen kann und trotzdem im zeitigen Frühling bringt sie ihr Laubwerk hervor.
Die Vitalität dieses Baumes fasziniert mich immer wieder Bild: Björn Neckermann


Vielleicht hatten Sie Glück und Sie konnten auch das Innere der Kunigundenkapelle sehen, z.B. das wiederentdeckte Reiterbild, oder die Krypta.


Im Mittelalter war der Friedhof für Buch, Niedersteinach, Burgerroth und Schloß Brauneck (niedere Leute) Begräbnisstätte. Das Steinkreuz zeugt noch davon. Im Mittelalter war dies der Friedhof für die umliegenden Dörfer (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Kapelle, Friedhof und Kunigundenlinde


Langsam wird es Zeit, sich auf den weiteren Weg, entlang des HW4, zu machen. Vielleicht haben Sie sich diese Stätte notiert, für einen weiteren Besuch, evtl. zu Pfingsten.


Kunigundenkapelle mit umfassendem Mauerwerk (Bild: Björn Neckermann) Ein letzter Blick zur Kunigundenkapelle.
Kunigundenkapelle mit umfassender Mauer Bild: Björn Neckermann


Wenn Sie die Kunigundenkapelle durch das Rundtor verlassen, so wenden Sie sich nach rechts und folgen den dort angebrachten Hinweisschildern, den "Alten Berg" abwärts.


Der Bergsporn "Alter Berg" liegt fast 50 Meter über der Gollach. Blick vom "Alten Berg" hinunter in das Gollachtal (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Blick vom "Alten Berg" hinunter in das Gollachtal


Der Flurname "Alter Berg" hat im Übrigen nichts zu tun mit dem hohen Alter der betreffenden Anhöhe, sondern hält die Erinnerung wach, an die Zeit, wo an diesem über der Talniederung hinausstehenden Ort der heidnischen Gottheit Wodan, dem Alten, eine Opferstätte errichtet war.


Auf gut befestigtem Weg führt der HW4 weiter (Bild: Björn Neckermann) Vergessen Sie nicht, dem Kunigundenstein einen Besuch abzustatten, von hier auf halbem Weg abwärts nochmals links nach oben halten.
Auf gut befestigtem Weg, geht es nun wieder hinunter zur Gollach Bild: Björn Neckermann


Links am Fußpfad, der oberhalb des südöstlichen Weges ins Gollachtal (unser HW4) hinabführt, steht der sogenannte Kunigundenstein. Es ist fast schon eine Pflicht, wenn man die Kunigundenkapelle besucht, auch diesem sagenumwobenen Stein einen Besuch abzustatten.


Nach einer alten Legende stellen die Vertiefungen, (Kehlungen) rechts vorne, im Stein, Hand-, Knie- und Fußabdrücke der heiligen Kunigunde dar.
Im Laufe der Zeit dürften wohl die Berührungen der zahlreichen Wallfahrer die heutigen Formen ausgebildet haben.
Nach einer mündlichen Überlieferung soll die hl. Kunigunde selbst einmal anwesend gewesen sein.
Der rätselhafte und mit Legenden behaftete Kunigundenstein (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Der Kunigundenstein


Der HW4 läuft nun abwärst wieder der Gollach zu.


Wunderbares Gollachtal (Bild: Björn Neckermann) Ausblick ins Gollachtal, mit Blick auf die weitere Wegeführung des HW4
Vom Kunigundenstein zurück zum Weg Bild: Björn Neckermann


Wenn Sie den HW4 abwärts gehen, stand zu Ihrer Rechten ein 100-Jahre alter Heckensaum. Zu meinem Leidwesen wurde dieser auf Stock gesetzt.


Impressionen vom Weg. Lassen Sie auch die Seele einfach einmal baumeln (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Nehmen Sie sich Zeit - Natur pur - nichts stört
 


Ehemalige Weinbergsmauern und Trockenhänge mit eigener Flora und Fauna (Bild: Björn Neckermann) Impressionen vom Weg
Ehemalige Weinbergsmauern und Trockenhänge Bild: Björn Neckermann



Der HW4 verläuft unten an der Wegegabelung nach rechts. Unten angekommen verläuft der HW4 nach rechts (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Pfad (Vordergrund) vom Kunigundenstein zum Hauptweg


Wenn Sie unten angelangt sind, sollten Sie einen hier einmaligen Verkehrsweg, eine Wasserfurt, (links zur Gollach hin) unbedingt begutachten.


Eine Wasserfurt als Verkehrsweg - die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein (Bild: Björn Neckermann) Da es hier keine Brücke gibt und die Landwirte sonst einen großen Umweg hinter sich bringen müssten, ist diese Wasserfurt ein Verkehrsweg.
Ein Erlebnis ist, wenn ein Bauer mit seiner Pferdekutsche durch die Furt lenkt Bild: Björn Neckermann
 

Von der Wasserfurt, sind es nur wenige Schritte zurück zum HW4, der an der Talsohle nach rechts abbiegt.


Weitere wunderbare Naturerlebnisse erwarten Sie auf Ihrem weiteren Weg auf dem HW4, in Richtung Creglingen. Nun heißt es Abschied nehmen - hier endet mein Wegewartgebiet - alles Gute und immer auf sicheren Wegen (Bild: Björn Neckermann)
Bild: Björn Neckermann Auf dem Weiterweg auf dem HW4 - rechts oben hinter den Bäumen wäre die Kunigundenkapelle


Mein Streckengebiet reicht bis hierher und es heißt Abschied nehmen. Bald wechseln Sie über in das Bundesland Baden-Württemberg. Ihr nächstes Ziel heißt Creglingen und der Besuch der Herrgottskirche mit dem berühmten Marienaltar 1505/1510, vom Meister Tilman Riemenschneider höchstpersönlich aufgestellt. Aber dies ist eine andere Geschichte, die Sie sich erzählen lassen sollten.
Ich hoffe, Sie hatten bis dato einen guten "Weg" und ich konnte Sie sicher durch meine "Wegstrecke", mit all den Sehenswürdigkeiten, führen. Vielleicht bis auf bald, hier in dieser wunderschönen Ecke, Ihr Wegewart auf dem HW4.


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- letzte Aktualisierung: Donnerstag, 03. Januar 2019 -
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