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Kormoran nicht schuld

Vogelschützer empört

Ochsenfurt:
Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat nie abgestritten, dass der Kormoran im Main Fische fange, heißt es in einer Stellungnahme der Kreisgruppe Würzburg des LBV, von Bernhard Neckermann.
Er bezieht sich auf eine Aussage von Peter Wondrak dem Präsidenten des Fischereiverbandes Unterfranken. Wondrak hatte vergangene Woche in einem Artikel über den Fang kapitaler Waller im Main gesagt, nicht die Waller seien schuld am Rückgang der Weißfische im Main, sonder der Kormoran.
 

Ist der Kormoran wirklich an allem Schuld? Vogelschützer meinen Nein (Bild: O.Krüger)

Ist er wirklich an allem Schuld? Vogelschützer wehren sich

Desaströse Zustände
Dass nun der Kormoran allein die Schuld für die desaströsen Zustände der Fischfauna im Main haben soll, hält Neckermann in seiner Stellungnahme nicht nur für empörend, sondern auch für sehr verwegen. Ein zwei Meter langer und 50 Kilogramm schwerer Raubfisch müsse sich bewegen, und dies verbrauche Energie, die über das Futter wieder zugeführt werden müsse, argumentiert er.

Der Landesbund für Vogelschutz wisse, dass Wondrak über eine Aktion im Jahre 2005 sehr verärgert gewesen sei, als der LBV zusammen mit einem Berufsfischer das Wallerproblem offenkundig machte. Derzeit stelle sich für Wondrak das Problem, dass durch verbesserte Fangmethoden und einer intensiveren Wallerbefischung das ganze Dilemma des Wallerbesatzes im Main sprichwörtlich zutage gefördert werde, heißt es weiter.

Im vergangenen Jahr seien auf einer 20 Kilometer langen Flussstrecke von der Goßmannsdorfer Schleuse bis nach Würzburg in wenigen Tagen fünf zwei Meter große und 50 Kilogramm schwere Waller erbeutet worden, schreibt Neckermann. Dies zeige doch wohl auf, was unter der Wasseroberfläche des Mains noch so alles unterwegs sei.

Wallerplage
Auch in anderen bayerischen Gewässern stelle der Waller eine Fischbestandsbedrohung dar. Der Präsident des Fischereiverbandes Oberbayern, Alfons Blank, spreche von einer "Wallerplage", schreibt Neckermann. Der LBV sehe mit großer Besorgnis, was mit der Fischfauna in den bayerischen Gewässern geschehe.

Der LBV verstehe den Wels, die Äsche, den Weißfisch, aber nun auch mal den Kormoran, den Graureiher und den Gänsesäger als Teil der gemeinsamen Natur, als Teil einer Umwelt, die ein Recht auf Existenz habe. Es sei an der Zeit, dass dies auch von Teilen der Fischereiverbände akzeptiert wird, fordert Neckermann. Immer nur die Schuld bei anderen zu suchen, wäre zu einfach.

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- letzte Aktualisierung: Freitag, 24. November 2017 -
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