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                         Die Krähen kommen zurück

Krächzen kündigt Brutsaison am Main an

Ochsenfurt: Ihr Krächzen erfüllt den Himmel über der Baustelle an der Alten Mainbrücke. Mit der Frühlingssonne kommen die Saatkrähen zurück und richten sich in den Bäumen der Grünanlage am Main häuslich ein. Einigen Anwohnern sind sie wegen ihres Geschreis ein Dorn im Auge. Bernhard Neckermann von der Kreisgruppe Würzburg im Landesbund für Vogelschutz (LBV) hingegen wirbt um Verständnis für die seltenen und überdies ziemlich schlauen Rabenvögel.

Erste Rückkehrer: Saatkrähen richten sich zur Brutsaison in ihren alten Nestern auf den Bäumen der Ochsenfurter Anlage ein. Die Vögel leben gesellig und können große Kolonien bilden.

Von der viel häufiger vorkommenden Rabenkrähe, ein naher Verwandter, unterscheidet sich die Saatkrähe deutlich: Die bis zu 46 cm große Saatkrähe fällt durch ihr glänzend schwarzes Gefieder mit violettem Schimmer auf. Der Schnabel ist dünner und an der Spitze weniger gekrümmt als jener der recht ähnlich aussehenden Rabenkrähe. Die Schnabelbasis ist nur beim Jungvogel noch mit Federn bedeckt; der Altvogel hat an dieser Stelle ein federloses, kahles graues Feld. Beide Geschlechter sind einander ähnlich.

"5.500 BP gibt es in Bayern, die sich auf 89 besetzte Kolonien in 25 Stadt- u. Landkreise verteilen" (Stand:2008), sagt Neckermann. "Die meisten Kolonien befinden sich im Süden Bayerns. Die einzigen Brutstandorte in Nordbayern liegen im Raum Würzburg und im Landkreis Schweinfurt, seit 2007 nun auch in Ochsenfurt, und darauf bin ich stolz", führt Neckermann weiter aus.
"Ich wundere mich immer wieder über Mitmenschen, die sich über einen Vogel aufregen können, der nicht nur ein hochsoziales Verhalten zeigt, sondern uns auch noch ein Naturerlebnis vor der Haustüre bietet", sagt Vogelschützer Neckermann.

Er kartiert seit Jahren die Brutplätze der Saatkrähe in Stadt und Landkreis Würzburg. 309 Nester hat er im vergangenen Frühjahr gezählt, 71 davon in Ochsenfurt. Und neun von zehn waren belegt. Nachdem die Krähen vor wenigen Jahren erst zugezogen sind, ist die Grünanlage damit zum zweitgrößten Brutplatz in der Region Würzburg geworden.

In ein paar Tagen sollen jetzt sogar Schautafeln über die krächzenden Zeitgenossen aufgestellt werden. Sie sind von der Glücksspirale gesponsert und wurden bei der Landesgeschäftsstelle des LBV in Hilpoltstein angefertigt. Sie sollen auf eine Besonderheit der Stadt hinweisen und so auch ein bisschen mehr Verständnis bei den Nachbarn wecken - hofft Bernhard Neckermann zumindest.

Eine "Ochsenfurter" Saatkrähe beobachtet das Treiben ihrer Artgenossen. Charakteristisch ist der violette Schimmer im Federkleid und bei den adulten Vögeln der kahle Schnabel.


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- letzte Aktualisierung: Freitag, 24. November 2017 -
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