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Toleranz für Saatkrähen gefordert

Neckermann übt Kritik an der Vernichtung von Saatkrähennester

Würzburg: Kritik an der Vernichtung von acht Saatkrähennestern in der Erthalstraße am vergangenen Mittwoch hat jetzt der frühere Kreisvorsitzende beim Landesbund für Vogelschutz Bernhard Neckermann (Ochsenfurt) geübt. Dies sei ein schwerer Eingriff in diese Ansiedlung der Vögel. Saatkrähen können nur eine Brut hervorbringen. Laut seien sie nur am Anfang und am Ende einer Brutperiode. Dann verlassen sie ihre Nester und verziehen sich in die freie Natur. Ob das zu viel verlangt sei, diese kurze Zeitspanne zu tolerieren, fragt Neckermann.

Zwei Saatkrähen über einem Nest, einer Ansiedlung in Würzburg.
  Foto: Dr. Stich

Er fragt, wo die Vögel denn hin sollen, nachdem sie schon in Heidingsfeld vertrieben wurden. Zum Wittelsbacher Platz vielleicht? Dort würden sie sicher auch nicht mit offenen Armen empfangen. Nach der Maßnahme der Stadt am Mittwoch, die mit der Regierung von Unterfranken als Obere Naturschutzbehörde abgestimmt war, könne es nun zu einer Aufsplitterung der Ansiedlung kommen, dann hätte man mit diesem Eingriff erreicht, was alle nicht wollen, so Neckermann.

Die Saatkrähe gehört laut Mitteilung des Vogelschützers zu den Singvögeln und hat ein hochsoziales Verhalten. Die Vögel sind gesellig und ortstreu, was die Gegner der Krähen allerdings nicht so sehr schätzen. Neckermann verweist darauf, dass die Saatkrähe in Bayern nur noch in zehn von 96 Landkreisen heimisch sei, mit 5600 Brutpaaren für ganz Bayern. Davon liegen drei Standorte in Franken: Würzburg, Schweinfurt und Ochsenfurt. Diese intelligenten Vögel seien nicht nur Störenfriede und für Ornithologen interessant, sondern eine echte Bereicherung. Als Allesfresser seien sie mehr Nützlinge als Schädlinge, weil sie auch Plagegeister wie Mäuse vertilgen und eine wichtige ökologische Funktion erfüllen.

Neckermann fordert ein wenig mehr Toleranz ein. Über zehn singende Nachtigallen, die oft die ganze Nacht zu hören sind, würde sich auch niemand beschweren. Man solle nicht immer nur über Naturschutz reden, sondern froh darüber sein, dass es in Innenstädten überhaupt noch solche Naturschauspiele gibt.



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- letzte Aktualisierung: Freitag, 24. November 2017 -
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