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Zwischen Würzburg und Aub: Weg der 1000 Nistkästen


Ehemaliger Bankier Bernhard Neckermann setzt sich besonders für den Umweltschutz ein


Würzburg/Alisa Schröter: Bernhard Neckermann setzt sich besonders für den Umweltschutz ein. Sein neuestes Projekt: Viele neue Bruthöhlen für Vögel entlang des Mains zu errichten. Der ehrenamtliche Wegewart für den Abschnitt zwischen Würzburg und Aub auf dem Hauptwanderweg 4 (HW4), auch bekannt als Main-Donau-Bodenseeweg, hat sich das Ziel gesetzt, entlang der beliebten Wanderstrecke Nistkästen für die heimische Vogelwelt aufzuhängen. "Vielleicht bekommt dieser Abschnitt ja irgendwann einmal den Zusatz 'Weg der 1000 Nistkästen', sagt Neckermann hoffnungsvoll.

Natur- und Umweltschutz Hand in Hand zwischen Stadt, Gewerbebetrieb und Ehrenamt (Bild: Main-Post) Interesse am Umweltschutz

Der ehemalige Bankier betreibt bereits seit vielen Jahren aktiven Umweltschutz.
Bernhard Neckermann, Dr.Jakob Frommer, Simon Wagner und Helge Bert Grob Bild: Main-Post


Er betätigt sich im Verein "Umweltfreunde Würzburg-Ochsenfurt", organisiert Naturschutzprojekte mit Schulklassen und bietet Vogelwanderungen für interessierte Vogelbeobachter an. Ihm ist es wichtig, Interesse am Umweltschutz bei den Leuten zu wecken. Denn: "Was man nicht kennt, kann man auch nicht schützen", meint er.
Die Initiative für das Nistkasten-Projekt auf dem Abschnitt zwischen Würzburg und Aub/Kunigundenkapelle ging von ihm aus, fachlich und finanziell wird er aber sowohl von städtischer als auch privater Seite unterstützt.
Das Umweltamt und das Gartenamt der Stadt Würzburg freuen sich über den ehrenamtlichen Einsatz von Bernhard Neckermann und begleiten ihn fachlich in seinem Vorhaben. "Für uns ist das eine große Hilfe, wenn Bürger Eigeninitiative ergreifen und uns dabei helfen, die Stadtnatur als Lebensraum für Tierarten aufzuwerten", erklärt Dr. Jakob Frommer, Leiter des Fachbereichs Umwelt- und Klimaschutz bei der Stadt Würzburg. Zum einen seien die wissenschaftlichen Erkenntnisse sehr wertvoll für die Fachexperten im Umweltamt, zum anderen dürfe aber auch der personelle Aufwand für ein solches Projekt nicht unterschätzt werden.

Als Anfang 40 neue Brutplätze gesichert

Finanziell greift Simon Wagner, von der Firma Wagner Sicherheitstechnik aus Gerbrunn dem Hobbynaturschützer unter die Arme. "Zu meinem Geburtstag kam wie in jedem Jahr wieder die Frage auf, was ich mir denn zum Geburtstag wünschen könnte", erzählt Wagner. Da sei ihm die Idee gekommen, statt den gewöhnlichen Geschenken lieber Spenden für die Nistkästen von Bernhard Neckermann zu sammeln. 1000 Euro konnte Weber so aufbringen, bei Anschaffungskosten von 23 bis 25 Euro pro Nistkasten ist das schon mal ein großes Plus an Brutorten für die Vögel. Neckermann ist dankbar für die helfenden Hände. "Ohne die Zusammenarbeit zwischen Gewerbe, Stadt und Ehrenamt wären solche Projekt für unsere gemeinsame Natur nicht möglich", erklärt er. Dabei ist der Vogelschutz in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Denn neben natürlichen Bedrohungen wie Greifvögeln, Mardern und Katzen, sowie dem Straßenverkehr, leiden unsere heimischen Vogelpopulationen auch unter den zunehmenden Veränderungen in ihrem Lebensraum.

"Die drastisch sinkende Zahl an Insekten ist ja mittlerweile wissenschaftlich bewiesen und da Insekten die Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten darstellen, sind sie von solchen Umweltbelangen natürlich auch stark betroffen", erklärt Frommer. "Der Erhalt von altem Baumbestand und natürlichen Gräsern seien wichtige Maßnahmen für den Vogelschutz", fügt Dr. Helge Bert Grob, Leiter des Gartenamtes hinzu. "Der Ringpark beheimatet zum Beispiel eine sehr große Vogelkultur".

Bei der Frage, welche Vogelarten sich letztlich in den Kästen einnisten, will sich Neckermann überraschen lassen. Er erwartet Kohl- und Blaumeisen, sowie Bachstelzen, Rotkehlchen, Haus- und Gartenrotschwanz, Star, Singdrossel und Kleiber. Aber unabhängig von der Art des Vogels ist Neckermann fest entschlossen, einen Beitrag zur biologischen Diversität entlang des Mains zu leisten. "Für mich auch wichtig zu sehen, was entlang belebter Straßen, sowie Rad- und Wanderwegen, trotz des Lärms, welche Vogelarten hier brüten", denn "jeder Jungvogel, der jetzt durchkommt, ist wichtig".



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- letzte Aktualisierung: Freitag, 10. August 2018 -
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