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Die Wiesenweihe - die grazile und elegante

Letzte Meldung:

Eine Wiesenweihe hat mit rund 1200 km an einem Tag einen Flugrekord für Greifvögel aufgestellt.
Der auf den Namen "Rudi" getaufte Vogel, ein Verwandter des Habichts, schaffte die bislang längste weltweit von Forschern gemessene Tagesstrecke.
"Rudi", der mit einem Solar-Satelliten-Sender markiert ist, flog in knapp 24 Stunden vom östlichen Belgien bis nach Bilbao in Spanien. Die Tagesstrecke erforderte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von etwa 50 km/h. Für das Projekt wurden sechs Wiesenweihen (Circus pygargus) mit Sendern markiert.


Die Wiesenweihe, ist die kleinste in Europa lebende Weihenart. Sie wirkt im Flug überaus schlank und grazil, etwas schlaksig und trotzdem elegant. Sie erinnert dabei eher an eine Möwe oder Seeschwalbe als an einen Greifvogel. Sie ist noch schlanker als die sehr änliche Kornweihe.
Männchen: Oberseite dunkelgrau, Flügel mit schwarzen Spitzen und schmaler, schwarzer Längsbinde, Unterseite weiß mit kastanienbraunen Bauchstreifen.
Weibchen: Oberseits dunkelbraun, unterseits hell gelblichbraun, an den Schwingen und am Schwanz gebändert, auffallend weißer Bürzel.
Das Verbreitungsgebiet der Wiesenweihe ist von Südwesteuropa und Nordwestafrika bis zum Altai. Früher brütete sie in Feuchtwiesen und Flachmooren, heute fast ausschließlich (Ochsenfurter Gau) in Feldern mit Wintergerste.
Durch die fortschreitende Zerstörung ihres ursprünglichen Lebensraumes kam es besonders seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts europaweit zu einem starken Bestandsrückgang. Heute gehört diese Greifvogelart zu den nach europäischem Recht besonders geschützten Arten (Anhang I der europäischen Vogelschutzrichtlinie). Sie ist in Deutschland vom Aussterben bedroht.
Auch in Bayern gehört die Wiesenweihe zur Kategorie I (vom Aussterben bedroht) der Roten Liste. Aus der europäischen Bestandsgefährdung der Wiesenweihe erwächst die Notwendigkeit des Schutzes dieser Art auch in Bayern.

Wiesenweihe Gestatten: Greif Wiesenweihe.

Ich kann eine Länge von 43 bis 47 Zentimeter erreichen. Eine Flügelspannweite von 100 bis 116 Zentimeter, und 230 bis 430 Gramm schwer werden.

Die Wiesenweihe (Männchen)  

Ihre Nahrung setzt sich vor allem aus kleinen Säugetieren (Feldmäusen), Eidechsen zusammen. Bei schlechten Mäusejahren, sind sie gezwungen auch auf Vögel, sowie deren Eier und Jungen auszuweichen. Im Winterquartier jagen sie vor allem Heuschrecken. Dabei sind die Beutetiere meist kleiner als bei den anderen Weihenarten.
Der Brutplatz ist zumeist ein dürftiger Bodenhorst aus trockenem Pflanzenmaterial in höherer Vegetation. Dabei werden die bekannten Brutplätze mit Ringgestellen gesichert (Ochsenfurter Gau).
Die Eiablage ist Mai/Juni, das Gelege besteht zumeist aus drei bis fünf Eiern. Brutdauer 28-30 Tage, Nestlingszeit 35-40 Tage. Hauptsächlich brütet das Weibchen.
Die Wiesenweihe ist gesellig. Oftmals gibt es eine gemeinsame Feindabwehr und Schlafplätze. Die Nahrungssuche findet in niedrigen Suchflug über offenem Gelände statt. Kleinvögel und Fluginsekten werden oft auch im Flug erbeutet. Auffällige Balzflüge über dem Neststandort. Dabei schlagen die Vögel in der Luft Purzelbäume und lassen sich unter lautem "kekekek" Rufen mit angelegten Flügeln in die Tiefe fallen. Während der Flugspiele übergibt das Männchen seiner Partnerin Beutetiere.
Junge Wiesenweihen werden auch nach dem Flüggewerden noch weiter vom Vater mit Nahrung versorgt. Oft fliegen sie ihm entgegen und nehmen ihm die Beute in der Luft aus den Fängen. Mit sieben Wochen machen sie ihre ersten Jagdversuche.
Mitteleuropäische Wiesenweihen überwintern im tropischen Afrika südlich der Sahara. Über Gibraltar, Sizilien oder den Bosporus ziehen sie im September dort hin. Sie kehren erst ab Mitte April wieder in ihre Brutgebiete zurück.
Die europäischen Verbreitungsschwerpunkte der Brutpaare liegen in Russland (35.000), Frankreich (4.000) und Spanien (3.000). Der Wiesenweihenbestand in Deutschland wird derzeit auf 250 bis 300 Brutpaare geschätzt. In Bayern brüten ca. 80 Brutpaare, davon in 2002 70 Brutpaare, dies sind 87 Prozent, in Mainfranken. Dabei brüteten 54 Paare erfolgreich. 177 Jungvögel sind ausgeflogen.
 

Messung Projektmitarbeiter:
Claudia Pürckhauer und
Edgar Hoh
beringen eine junge Wiesenweihe.
Dies ist wichtig, um feststellen zu können, wohin diese jungen im nächsten Jahr aus dem Winterquartier kommen, ausweichen.

Eine junge Wiesenweihe wird beringt und wieder freigelassen

 


Die Gefährdung der Wiesenweihe:

Die weit gehende Zerstörung großer Feuchtgebiete seit den 1950er Jahren hatte zu einem starken Bestandsrückgang geführt, der die Wiesenweihe auf die Rote Liste der gefährdeten Tierarten katapultierte - und zwar in die höchste Gefährdungsstufe "Vom Aussterben bedroht".
Dort steht sie heute noch. Und es würde nicht besser werden, denn durch den neuen Lebensraum ergeben sich neue Bedrohungen. Z.B. Lagergetreide, wie es nach starken Regenfällen auftritt, kann das Nest verdecken. Es wird dann von Altvögeln aufgegeben.
Viel schlimmer: Der Erntezeitpunkt von Wintergerste (der von der Wiesenweihe meistbesiedelten Ackerfrucht) liegt in vielen Jahren vor dem Ausflugszeitpunkt der Jungvögel. Für den Bodenbrüter ergibt sich hier eine tödliche Gefahr, denn den Mähdrescher können die kleine Jungvögel nicht überleben.
Und der Fahrer der großen Maschine kann das kleine Nest mit den gut getarnten Jungen nicht rechtzeitig bemerken. Durch die enge Kooperation mit den Landwirten wird jedoch ein Bereich von 50 x 50 Meter um den Horst von der Ernte ausgespart. Dafür wird der Landwirt entschädigt. Das Getreide kann nach dem Ausfliegen geerntet werden.

ORDNUNG
Greifvögel
FAMILIE
Habichtartigen
GATTUNG & ART
Circus pygargus

Hier können Sie die Stimme der Wiesenweihe hören

Projekt Wiesenweihe - Kreisgruppe Würzburg im LBV

- letzte Aktualisierung: Mittwoch, 11. Mai 2011 -