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Geschützte Saatkrähen nisten wieder

Die Stadt Würzburg bittet die Bürger um Toleranz. Ab Mitte März läuft der Nestbau bei der Saatkrähe auf Hochtouren.


Würzburg: Wie in vielen Orten beginnen jetzt im Frühjahr auch in Würzburg die besonders geschützten Saatkrähen mit dem Nestbau. Das freut nicht jeden Bürger, die Stadt bittet aber in einer Pressemitteilung um Toleranz.

"Sie bevölkern hohe Bäume mit ihren Nestern, machen viel Lärm und Schmutz. Die akustische Kommunikation, welche bei den Saatkrähen eine besonders wichtige Rolle spielt, wird vom Menschen oftmals als störend empfunden, weshalb die Tiere nicht überall willkommen sind. Saatkrähen erfüllen aber wichtige ökologische Funktionen. So sorgen sie durch das Verzehren von Aas, Mäusen und Weichtieren wie Raupen und Würmern dafür, dass sich Krankheiten nicht ausbreiten und dienen damit der natürlichen Schädlingsbekämpfung", teilt die Stadt mit.


Grosses Unterscheidungsmerkmal zur Rabenkrähe ist bei den älteren Tieren der unbefiederte, graue Schnabelgrund (Bild: Michael Schiller) Die Saatkrähen leben in einer Dauerehe und haben ein hochentwickeltes soziales Verhalten. So können auf einem Baum mehrere Nester entstehen, wobei rund um das eigene Nest territoriales Verhalten festgestellt wird. In der Baummitte nisten die älteren Tiere.
Die Saatkrähe unbeliebt - weil sie inmitten unserer Städte versucht zu überleben? Bild: Michael Schiller


Das laute Krächzen wie auch die Hinterlassenschaften der Tiere zum Beisspiel auf Parkbänken und Autos können im direkten Umfeld einer Kolonie zu Belästigungen und Konflikten führen. Solche Brennpunkte befinden sich in Würzburg beispielsweise in der Werkingstrasse, der Grünewaldstrasse, der Erthalstrasse (nur noch wenige Nester), der Seinsheimstrasse (Nester verwaist) und am Wittelsbacher Platz (Nester verwaist). Aber auch an der Talavera und in der Georg-Eydel-Strasse befinden sich Nester.
Der Höhepunkt ist Mitte März, wenn die Vögel ihre Eier legen. Ein Ende der Belästigungen kehrt meist wieder Ende Mai ein, wenn die Jungvögel flügge geworden sind. Nach der Brut verteilen sich die Saatkrähen wieder.

Saatktähen gehören nach europäischem und bundesdeutschem Recht zu den besonders geschützten Vogelarten. Brut- und Nistplätze dürfen daher grundsätzlich nicht entfernt, zerstört oder in sonstiger Weise beeinträchtigt werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Nach wie vor steht die Saatkrähe in Bayern auf der Vorwarnliste der gefährdeten Brutvögel. In Unterfranken kommt die Saatkrähe heutzutage nur noch in den Regionen Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt vor. Für das Brutjahr war für den Bereich Würzburg ein Bestand von 415 BP verzeichnet.

Die locker gebauten Reisignester der Saatkrähen, die auch Erde und Halme enthalten können, werden in den Kronen, um Würzburg vorwiegend in Platanen angelegt. Sie werden mehrfach wieder benützt und zur Beginn der Brutzeit ausgebessert. Saatkrähen bei der Suche nach Nistmaterial für ihre Reisignester (Bild: Michael Schiller)
Bild: Michael Schiller Saatkrähen bei der Suche nach Nistmaterial


Mögliche Vertreibungen, Vergrämung, bergen stets die Gefahr, dass sich die Kolonie in mehrere Teilkolonien aufsplittert. Erreicht ist dann häufig eine Vervielfachung oder Verlagerung der Probleme, nicht aber eine Lösung. Übergriffe in Eigeninitiative die zur Beeinträchtigung oder Zerstörung einzelner Koloniestandorte führen können, sind verboten. Sie können mit einem Bußgeld bis 50.000 Euro geahndet werden.

Die Stadt bittet daher um Toleranz, die Unannehmlichkeiten lassen sich nicht vollständig vermeiden, sind aber nur temporär.


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- letzte Aktualisierung: Sonntag, 24. März 2019 -
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